22.-24.12.2001 - Letzte Aktualisierung: 24.12.2001 | Bundesliga |
Update #5 |
Wie immer Super-Stimmung vor dem Derby.
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SG-Neuzugang Joachim Boldsen erzielte in den ersten 17 Minuten
fünf Tore.
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SG/E. Jacobsen |
Weiter war es vor allem Boldsen, mit dem der THW Probleme hatte. Er verkürzte auf 6:7 (16.) und 7:8 (17.). Doch nachdem bei dem Dänen die Kräfte nachzulassen schienen, Lövgren auf 9:7 durch eine starke Einzelaktion erhöht hatte und Kunze zudem noch seine zweiten Zeitstrafe gesehen hatte, setzte SG-Trainer Erik Veje Rasmussen alles auf eine Karte und brachte den angeschlagenen Spielmacher Christian Berge. Doch der konnte keine Akzente setzen und mußte stattdessen nach fünf Minuten humpelnd wieder auf die Bank zurück - das Risiko war zu groß gewesen, Flensburg wird im letzten Spiel des Jahres wohl auf den Norweger verzichten müssen.
Kapitän und Antreiber Stefan Lövgren,
hier beim Siebenmeter.
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Überhaupt hatte die SG-Deckung größte Probleme mit dem THW-Kreis, acht der 15 Tore in der ersten Halbzeit fielen von der Sechsmeterlinie, so auch der Treffer von Wislander zum 15:12-Halbzeitstand.
Nach Wiederanpfiff behielt der THW zunächst weiter die Oberhand, führte nach 38 Minuten mit 19:16. Doch dann schlichen sich Fehler in das Spiel der Hausherren ein: Ein Fehlpaß, Lozano warf vorbei, Scheffler scheiterte am in der 31. Minute für Holpert eingewechselten Scheie. Scheite konnte in Halbzeit zwei wesentlich mehr anfassen, als Jan Holpert, der in der Ostseehalle wieder einmal glücklos agierte. Die SG glich zum 20:20 (42.) aus und schaffte mit dem 21:20 durch Kunze sogar die (erste) Führung (43.). Nachdem der das Spiel dominierende Stefan Lövgren den 21:21-Ausgleich markierte (44.), setzte SG-Shooter Jeppesen noch einen drauf: 22:21 für Flensburg (45.).
Der verletzte Christian Berge verließ enttäuscht die Halle.
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Nachdem beide Seiten mehrere Chancen vergaben, verkürzte Klimovets zum 24:25 (43.), aber zwei Tore von Wislander bedeuteten die 27:24-Führung für die Zebras (55.). Diesen Drei-Tore-Vorsprung konnte der THW nach einem tollen Außentreffer von Johan Pettersson zum 29:26 (58.) und einem Rückraumtor von Julio Fis zum 30:27 (59.) halten. In den verbleibenden 80 Sekunden, die nach Auszeit von Noka Serdarusic noch einmal hektisch wurden, verkürzte Lars Christiansen mit zwei Treffern noch zum 29:30-Endstand.
Bester Spieler auf Seiten des THW waren Stefan Lövgren (8/1) und Magnus Wislander (8), auf Seiten der SG waren Boldsen (sieben Tore, davon sechs in der ersten Halbzeit) und Christiansen (8/2) die erfolgreichsten Werfer.
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Lesen Sie auch das Sport1-Interview mit Johan Pettersson.
Pressekonferenz. Von links: THW-Manager Schwenker, stehend SG-Manager Manfred Werner, THW-Trainer Serdarusic, Moderator Pipke, SG-Trainer Rasmussen. |
Gratulation zum Sieg, ich habe das an diesem Ort ja schon mal gesagt...Nach dem, was in den letzten beiden Tagen passiert ist (Knorr, Lavrov), war ich gespannt, ob das, was wir uns vorstellen, funktioniert. Obwohl Boldsen nur dreimal mit uns trainieren konnte, haben wir hervorragend gespielt und immer an den Sieg geglaubt, gingen sogar mit 22:21 in Führung.
Stefan Lövgren haben wir nicht in den Griff bekommen, er hat traumhaft gespielt, immer wieder den Kreis gefunden, das Spiel jederzeit im Griff gehabt.
Nach der Umstellung auf 6:0 haben wir sehr gut gestanden, aber als Julio Fis hereinkam, war Unsicherheit da und wir standen nicht mehr so kompakt.
Die Leistung von Boldsen war sehr gut. Unsere Mannschaft der Zukunft sieht sehr gut aus.
[Zum Einsatz von Berge:]
Hätte ich das vorher gewußt, hätte ich's nicht gemacht. Die Ärzte sagten mit vorher, es könne keine gesundheitlichen Schäden geben. Er Wollte unbedingt spielen, hat sich warmgelaufen, es sah gut aus. Jetzt ist es natürlich ärgerlich, daß er gegen Gummersbach in Köln nicht dabei ist.[Noch einmal zu Boldsen:]
Er konnte das Tempo nicht 60 Minuten gehen. Es gibt nur wenige Spieler auf der Welt, die in einer 3:2:1-Deckung spielen und zudem noch die Regisseursrolle die ganze Zeit ausfüllen.[Fazit zum Ende der Rückrunde:]
Vor der Saison haben wir uns verstärkt, besonders im Rückraum durch Nielsen und Kunze. Aber Nielsen hatte und hat immer wieder Probleme (Achillessehne). Kunze hat eine hervorragende Vorbereitung gespielt, war dann verletzt. Jetzt ist er wieder gesund, bringt jetzt die Leistung, die er bringen kann.Alles in allem: Wenn wir zuhause nicht gegen Wallau verloren hätten, wäre ich zufrieden, aber 11 Minuspunkte sind zwei zuviel.
Ein Verein muß sich entscheiden, ob er bei den Spielern Stärke oder Breite will. Bei uns war die Breite zu groß, daher reorganisieren wir nun die Mannschaft, um den gleichen Fehler in der Zukunft nicht mehr zu machen.
Wir hatten ja am Ende drei Tore Vorsprung, dann habe ich noch eine Auszeit genommen, das Spiel war eigentlich nicht mehr zu verlieren, ich habe dann Wislander, der nicht mehr laufen konnte, rausgenommen. Das 30:29 zeigt nicht, was im Spiel wirklich passiert ist, zum Schluß lagen wir immer mit zwei, drei Toren vorn.Vor dem Spiel hatte ich natürlich Bedenken, wußte nicht, ob wir das Tempo gehen können. Viele Spieler waren erkältet, hatten Grippen, hatten kaum trainiert. Wir sind dennoch das Tempo mitgegangen, haben in den 60 Minuten überwiegend gut gespielt, haben 60 Minuten das Spiel geführt und verdient gewonnen.
[Fazit zum Ende der Rückrunde:]
Vor der Niederlage gegen Essen wäre ich sehr zufrieden gewesen, jetzt hält sich meine Zufriedenheit in Grenzen.Wir haben gegen Essen in einem sehr guten Spiel verloren, haben in Nordhorn verloren. Das alles macht mich nicht so zufrieden. Aber angesichts der vielen Verletzten muß man alles zusammen gesehen wohl zufrieden sein. Die Mannschaft hat in jedem Spiel Moral gezeigt, in der Mannschaft gibt es absolut keine Probleme. Es hat mir schon lange nicht mehr so viel Spaß gemacht, mit der Mannschaft zu arbeiten, wie in diesem Jahr.
Stefan Lövgren ist für uns ein immens wichtiger Spieler. Er ist nicht nur der Kapitän, sondern er leitet unser Spiel. Er hat heute sehr, sehr gut gespielt, aber dennoch gab es schon Spiele, in denen er noch besser war.Ich bin froh, daß wir die Punkte geholt haben, der Substanzverlust war vorhanden, dazu noch die Niederlagen gegen Essen und in Nordhorn, obwohl man dort sicherlich verlieren kann.
Letztendlich bin ich froh, daß wir etwas glücklich aber sicher nicht unverdient die Oberhand behalten haben.
[Frage: Bleiben Wislander und Olsson?]
Beide haben es verdient, auf entsprechendem hohen Niveau abzutreten. Letztendlich fällen sie die Entscheidung einzig und alle sie selbst.
In einem Landesderby will natürlich keiner gerne verlieren. Wenn man Meister werden will, darf man sich nicht so viele Ausrutscher leisten - danach haben wir uns gerichtet. Wir hatten heute 10.000 Mann im Rücken - Flensburg nicht. Das war der Unterschied. Ich hoffe am letzten Spieltag werden wir in Flensburg gewinnen und die Meisterschaft klarmachen.
Wir haben auch schon bei den Niederlagen gegen Essen und Nordhorn gut gespielt. Nun haben wir unsere gute Leistung auch umgesetzt. Gerade Siege im diesem Landesderby sind etwas besonderes. Heute haben wir 60 Minuten in Abwehr und Angriff sehr gut gespielt. Das hat den Ausschlag gegeben. Nun liegen wir sehr gut im Meisterschaftsrennen.[Zur Umstellung der Flensburger von der 3:2:1-Deckung auf die 6:0-Formation in der 2. Halbzeit:]
Schlecht war die Umstellung nicht für uns. So blieb Zeit zum Verschnaufen.
Nach meiner ersten halben Spielzeit in Kiel bin ich sehr zufrieden. Ich habe eine super Mannschaft und einen super Klub vorgefunden. Ich bemühe mich, immer fürs Team zu spielen. Mal besser, mal ist es noch schlechter. Aber ich arbeite an der Optimierung.
In der Zweiten Halbzeit waren wir dran. Als wir führten habe ich sogar an einen Sieg geglaubt. Wir haben in der Schlussphase zu viele Fehler gemacht. Das hat Kiel brutal bestraft. Aber die Meisterschaft ist noch nicht abgehakt. Wir müssen jetzt gegen Gummersbach gewinnen. In der Rückrunde haben wir Kiel, Lemgo und Magdeburg zuhause, dann können wir nocheinmal ganz nah rankommen."
Es war ein tolles Derby. Wir haben in der ersten Halbzeit zu viele freie Würfe verschossen und zu viele Zeitstrafen kasssiert. Dann ist es sehr schwer in Kiel zu gewinnen. Jetzt freuen ich mich auf Schwartau. Mit Schwartau will ich nächstes Jahr oben mitmischen.Lesen Sie auch das Sport1-Interview mit Johan Pettersson.
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