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01./02.04.2009 - Letzte Aktualisierung: 02.04.2009 Bundesliga

THW siegt nach Startschwierigkeiten souverän bei Göppingen

Bundesliga, 30. Spieltag: 01.04.2009, Mi., 20.15: Frisch Auf Göppingen - THW Kiel: 30:38 (15:17)
Update #2 KN-Spielbericht, weitere Stimmen und Spielbericht ergänzt ...

Nach 164 Tagen Verletzungspause zurück auf dem Feld: Börge Lund.
Klicken Sie zum Vergrößern! Nach 164 Tagen Verletzungspause zurück auf dem Feld: Börge Lund.
Durch den 25. Bundesligasieg in Folge hat der THW Kiel einen weiteren großen Schritt in Richtung 15. Meistertitel getan. Bei den zuletzt stark auftrumpfenden Göppingern in der Porsche-Arena Stuttgart erwischten die Zebras allerdings einen katastrophalen Start, ehe sie aber noch vor der Pause in Führung gehen konnten. Kurz nach dem Seitenwechsel nutzte der Tabellenführer, bei dem Börge Lund in der Abwehr ein starkes Comeback feierte, dann etliche Fehler der Gastgeber gnadenlos aus und feierte letztlich einen deutlichen 38:30 (17:15)-Erfolg.
Der THW begann mit zwei Kreisläufern: Marcus Ahlm und Igor Anic (Foto).
Der THW begann mit zwei Kreisläufern: Marcus Ahlm und Igor Anic (Foto).
Eine ungewöhnliche Kieler Startaufstellung bekamen die 6200 Zuschauer in der ausverkauften Porsche-Arena zu Gesicht: Ohne Karabatic, ohne Kavticnik und ohne Andersson wollte Alfred Gislason den 25. Sieg in Serie in Angriff nehmen, dafür begann Christian Zeitz als einziger Linkshänder sowie Igor Anic als zweiter Kreisläufer.

Doch diese Angriffsvariante wollte absolut nicht zünden: Fast alle Kreisanspiele konnten die aufmerksame Göppinger Deckungsspieler unterbinden, Würfe von Zeitz, Jicha und Anic entweder geblockt oder vom stark beginnenden Tahirovic entschärft werden. Die Gastgeber warteten clever auf die Fehler der Kieler, nutzten sie aber nicht konsequent aus. Als die Anzeigetafel nach fünfeinhalb Spielminuten ein 4:0 für Frisch Auf durch zwei Gegenstöße Opreas und zwei Kreistreffer Späths anzeigte, verschwieg sie doch, dass Schweickardt und Oprea bereits jeweils einen Strafwurf vergeigt hatten.

Christian Zeitz hielt den THW mit seinen Treffern anfangs im Spiel.
Klicken Sie zum Vergrößern! Christian Zeitz hielt den THW mit seinen Treffern anfangs im Spiel.
Als der mittlerweile für Anic eingewechselte Kavticnik es auf der Gegenseite hingegen besser machte und per Siebenmeter das erste Kieler Tor erzielte, war Enid Tahirovic nach beinahe sechs Minuten endlich erstmals überwunden. Doch Göppingen wirkte weiterhin frischer, insbesondere der aus dem Spiel heraus überragende Dragos Oprea traf immer wieder von außen, in Gegenstößen oder aber auch vom Kreis. Bei den Zebras hingegen spielte nun Christian Zeitz den Alleinunterhalter, nach anfänglichen Schwierigkeiten waren es seine überraschenden Würfe, die den THW in Schlagdistanz hielten. Das 2:5, das 4:6 und auch der Unterarmkracher zum 6:7 waren typische Würfe der Marke Zeitz. Nachdem der Linkshänder dann noch Lövgren zum 7:7 bediente, war die Partie plötzlich wieder ausgeglichen, obwohl Göppingen eigentlich stärker wirkte, aber zu häufig - auch ein weiteres Mal vom Siebenmeterpunkt - an Thierry Omeyer scheiterte.

Dragos Oprea war überall zu finden und erzielte zehn Treffer für Frisch Auf.
Klicken Sie zum Vergrößern! Dragos Oprea war überall zu finden und erzielte zehn Treffer für Frisch Auf.
Um die eigene Abwehr zu stärken, verhalf Gislason nun Börge Lund zu seinem Comeback, im Mittelblock blieben allerdings zunächst weiterhin Jicha und Ahlm. Allerdings stand die Kieler Deckung noch immer nicht wie gewohnt, Göppingen ging durch zwei weitere Oprea-Treffer wieder mit 10:8 in Führung. Doch sie stabilisierte sich immer mehr, der Gastgeber hatte im Positionsspiel kaum noch Ideen, die 6:0-Abwehr der Zebras zu knacken. Mittlerweile spielte Kim Andersson auf der Spielmacherposition und gönnte damit seinem Kapitän eine kurze Pause, und nach einem Doppelpack von Kavticnik brachte Christian Zeitz mit seinem fünften Treffer die Kieler erstmals in Führung (12:11, 24.).

Frisch Auf hatte in dieser Phase Glück, dass ein Verlegenheitswurf Horaks von aufmerksamen Abwehrhänden unhaltbar in Omeyers Tor landete und dass Schweickardt mit einer feinen Einzelleistung das 13:13 markieren konnte. Die Zebras jedoch hatten längst die eigene Spielfreude im Angriffsspiel wiederentdeckt: Klein mit einem unglaublichen Rückraumhammer und per Gegenstoß, platzierte Sprungwürfe von Jicha und Andersson - Tahirovic konnte nun keine Bälle mehr parieren, der THW zog auf 16:13 davon. Nur wegen einiger Unaufmerksamkeiten der Kieler konnte Frisch Auf noch bis zum Pausenpfiff wieder etwas verkürzen.

Vid Kavticnik war einmal mehr die Zuverlässigkeit in Person vom Siebenmeterpunkt.
Vid Kavticnik war einmal mehr die Zuverlässigkeit in Person vom Siebenmeterpunkt.
Nach dem Seitenwechsel glimmte noch einmal Hoffnung bei den Göppinger Fans auf, nachdem Klein an Tahirovic scheiterte, Kavticnik einen Heber über das Tor setzte und Lövgren ein Fehlpass unterlief. Horak und zweimal Oprea glichen wieder auf 18:18 aus, zudem hatte Manojlovic per Gegenstoß sogar die Chance auf den Führungstreffer. Doch der Spielmacher scheiterte an Omeyer und im Gegenzug zimmerte Andersson den Ball nach schöner Einzelleistung in Tahirovics Kasten. Als der heute vollkommen glücklose Garcia ein weiteres Mal am guten Omeyer scheiterte und es auch Kreisläufer Späth und Rechtsaußen Häfner nicht schafften, den Franzosen zu überwinden, stand es nach zwei verwandelten Siebenmetern Kavticniks plötzlich wieder 21:18 für die Zebras, die rechtzeitig wieder aufdrehten. Oprea verkürzte noch einmal vom Kreis, doch durch zwei Zeitstrafen gegen Späth und Horak schwammen den Gastgebern nun endgültig die Felle davon.

Kim Andersson erzielte sechs Treffer, davon drei in der entscheidenden Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit.
Klicken Sie zum Vergrößern! Kim Andersson erzielte sechs Treffer, davon drei in der entscheidenden Phase zu Beginn der zweiten Halbzeit.
Denn statt das Tempo nun ein wenig zu drosseln, unterliefen den nun müder werdenden Göppingern reichlich Konzentrationsfehler und Dummheiten. So beispielsweise, als Manojlovic nach einem Treffer Ahlms einen Wurf direkt vom Anstoßpunkt auf das Kieler Tor losließ, obwohl Omeyer schon fast wieder zwischen den Pfosten stand und keine Probleme hatte, den Ball zu entschärfen. Die Zebras hingegen nutzten eiskalt diese geschenkten Chancen aus: Zwei Treffer von Andersson, einmal Jicha im Nachwurf, Ahlm künstlerisch aus spitzem Winkel - binnen vier Minuten schraubten die Kieler das Ergebnis auf 26:19 (42.). In der Porsche-Arena war es längst mucksmäuschenstill geworden.

Nationalspieler Manuel Späth erzielte sechs Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Nationalspieler Manuel Späth erzielte sechs Treffer.
Frisch Auf hatte sich so schon früh seinem Schicksal ergeben, die Zebras spielten nun kräfteschonend ihren Handballstiefel runter. Dem nur in der Abwehr eingesetzten Börge Lund gelang per zweiter Welle sein Comebacktreffer zum 28:21 (46.), Jicha schraubte den Abstand erstmals auf zehn Tore (33:23, 52.), Nachwuchskeeper Morten Michelsen schnupperte in den Schlussminuten erstmals "richtig" Bundesligaluft. Den Schlusspunkt zum 38:30 setzte einmal mehr Filip Jicha, der mit seinen sieben Treffern zum besten Torschützen der Kieler avancierte.

Letztlich kamen die Kieler auch ohne den geschonten Nikola Karabatic zu einem souveränen Erfolg bei der "Mannschaft der Stunde", wobei Alfred Gislason sogar auch allen anderen Schlüsselspielern eine Menge Ruhepausen gönnen, Börge Lund wieder Spielpraxis geben und mehrere Angriffs- und Abwehrformationen - ob nun erfolgreich oder nicht - testen konnte. Dennoch: Gegen den kroatischen Meister RK Zagreb wartet am Samstag ein ganz anderes Kaliber und eine Partie, die womöglich bis in die letzte Minute auf des Messers Schneide stehen wird.

(Sascha Krokowski)

Lesen Sie auch den ausführlichen Spielbericht der Kieler Nachrichten.

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Alfred Gislason:
Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft, sie hat heute einen Riesencharakter gezeigt. Wir haben am Anfang schlecht ins Spiel gefunden, aber Titi hat uns mit seinen gehaltenen Siebenmetern und anderen Paraden im Spiel gehalten. Danach hat sich unsere Deckung gefangen, welche durch Börge stabiler wurde. Es ist schön, hier gewonnen zu haben, denn Göppingen hatte zuletzt einen großen Lauf und wir hatten großen Respekt vor unserem Gegner.

[zu Nikola Karabatic:]
Ich hatte schon vor dem Spiel entschieden, ihn nur in allergrößter Not einzusetzen und hier notfalls sogar eine Niederlage zu riskieren. Es ist wichtig, dass Nikola am Samstag gegen Zagreb spielen kann.

[gegenüber dem DSF:]
Es war sehr schwer in den ersten 15 Minuten. Ich wollte ein paar Dinge probieren, das ging in die Hose. Göppingen hat sehr gut Druck gemacht, aber wir haben dann immer besser ins Spiel gefunden. Riesenkompliment an die Mannschaft, ich habe - bis auf Karabatic - ja fast alle eingesetzt, sie hat richtig gut gespielt gegen einen schweren Gegner, der zuletzt einen super Lauf hatte. Es war sehr wichtig, sich heute nicht hängen zu lassen und sich auf dieses Spiel zu konzentrieren und nicht schon mit dem Kopf im Spiel gegen Zagreb zu sein. In Zagreb hätten wir mit fünf Toren gewinnen müssen, das wird zu Hause aber noch eine ganz schwere Partie, Zagreb ist eine abgezockte Mannschaft.

Börge Lund hat unglaublich gearbeitet, um so schnell wieder zurück zu sein. Es hat heute überragend in der Abwehr gespielt. Ich habe mir zwischenzeitlich etwas Sorgen um ihn gemacht, weil er auch wieder leicht humpelte, aber er signalisierte, dass alles ok ist. Ich habe mich total gefreut, dass er endlich wieder da ist.

FAG-Trainer Velimir Petkovic:
Wir hatten einen guten Lauf in den ersten Minuten, aber die verworfenen Siebenmeter haben uns alles kaputt gemacht. Wir müssen das Spiel jetzt schnell abhaken und uns nun voll und ganz auf Großwallstadt konzentrieren.
FAG-Geschäftsführer Gerd Hofele:
Wir haben gut gespielt, aber durch den enormen Kräfteverschleiß konnten wir nicht über 60 Minuten mithalten.
FAG-Kreisläufer Manuel Späth gegenüber dem DSF:
Wir sind gut in die Partie gestartet, führten mit 4:0, auch zur Halbzeit sah es mit zwei Toren Rückstand noch ganz ordentlich aus, aber dann hat der THW die zweite Halbzeit klar gewonnen. Kiel ist auf jeder Position doppelt besetzt und kann das Tempo über 60 Minuten gehen. Uns ist in der zweiten Halbzeit etwas die Kraft ausgegangen. Nun gilt die volle Konzentration dem Spiel gegen Großwallstadt am Samstag.
THW-Geschäftsführer Uwe Schwenker gegenüber den KN:
Souverän! Das habe ich mir hier schwerer vorgestellt.
FAG-Rückraumspieler Pavel Horak gegenüber den KN:
Wir haben zu viele technische Fehler gemacht. Ich bin enttäuscht, denn wir wollten gewinnen.
THW-Torhüter Thierry Omeyer gegenüber den KN:
Am Anfang haben wir zu viele leichte Fehler gemacht. Unsere Abwehr war danach sehr stark.
THW-Kapitän Stefan Lövgren gegenüber den KN:
Wir haben Göppingen überrascht. Müde waren nicht wir, müde waren am Ende die. Mit Börge haben wir eine Alternative mehr.
THW-Rückraumspieler Börge Lund gegenüber den KN:
Ich hatte das Gefühl vergessen, das man hat, wenn man ein Tor geworfen hat.

30. Spieltag: 01.04.09, Mi., 20.15: Frisch Auf Göppingen - THW Kiel: 30:38 (15:17)

Logo Frisch Auf Göppingen:
Tahirovic (1.-51., 12 Paraden), Weiner (51.-60. und bei einem Siebenmeter, 2 Paraden); Schweickardt (3), Kneule (n.e.), Oprea (10), Thiede (5/2), Schöne, Späth (6), Anusic, Garcia, Häfner, Gutbrodt (n.e.), Manojlovic (1), Horak (5); Trainer: Petkovic
Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-56., 20/2 Paraden), Michelsen (56.-60., 1 Parade); Lund (1), Andersson (6), Lundström (1), Kavticnik (6/5), Anic (3), Lövgren (3), Ahlm (2), Zeitz (6), Karabatic (n.e.), Klein (3), Jicha (7); Trainer: Gislason
Schiedsrichter:
Ralf Damian (Bingen) / Frank Wenz (Mainz)
Zeitstrafen:
FAG: 3 (Anusic (6.), Späth (38.), Horak (39.));
THW: 1 (Zeitz (57.))
Siebenmeter:
FAG: 6/2 (Omeyer hält Schweickardt (3.); Oprea an die Latte (4.); Omeyer hält Oprea (9.); Schweickardt an die Latte (18.));
THW: 5/5
Spielfilm:
1. Hz.: 4:0 (6.), 4:1, 5:1, 5:2, 6:2, 6:5 (11.), 7:5, 7:7 (13.), 9;7, 9:8, 10:8, 10:9, 11:9 (19.), 11:12 (24.), 12:12, 12:13, 13:13, 13:16 (28.), 15:16, 15:17;
2. Hz.: 17:17, 18:18, 18:18 (33.), 18:21 (38.), 19:21, 19:26 (42.), 21:26, 21:30 (49.), 22:30, 22:31, 23:31, 23:33 (52.), 24:33, 24:34, 25:34, 25:35, 28:35 (57.), 28:36, 29:36, 29:37, 30:37, 30:38.
Zuschauer:
6200 (ausverkauft) (Porsche-Arena, Stuttgart)
Spielgrafik:
Spielgrafik

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 02.04.2009:

"Unbesiegbare" wahrten Nimbus

Nach Fehlstart 38:30 über Göppingen - Starkes Lund-Comeback
Stuttgart - In der Handball-Bundesliga macht das Wort von den "Unbesiegbaren" die Runde. Gemeint sind die "Zebras" des THW Kiel, die sich gestern auch bei Frisch Auf Göppingen nicht aufhalten ließen und nach verpatztem Start mit 38:30 (17:15) als Sieger das Feld verließen.

Nach der Partie, die Göppingens Trainer Velimir Petkovic zur "Jahrhundertchance" stilisiert hatte, blicken die Kieler nun auf phänomenale 51:1 Punkte. Jahrhundertchance, Spiel der Spiele - der Hallensprecher in der ausverkauften Porsche-Arena schreckte auch nicht davor zurück, den Zuschauern den großen Traum von der Champions League bei den Baden-Württembergern schmackhaft zu machen. Dazu spielte er als Untermalung Bruce Springsteens "Working On A Dream". Nicht wissend, dass die ganze Schinderei der Göppinger am Ende doch nichts Traumhaftes bewirken sollte.

Zunächst regierte in der schmucken Arena jedoch nur der "eingemietete" Gastgeber, der sich auf 4:0 (6.) und 6:2 (8.) davon-"trickste". Immer wieder tauchte der rotzfreche Linksaußen Dragos Oprea, mit zehn Treffern bester Schütze des Tages, auch am Kreis auf, düpierte die Kieler Deckung. Im Angriff probte Alfred Gislason zunächst die Taktik mit zwei weit auseinander stehenden Kreisläufern. Doch das ging gründlich in die Hose.

Gislasons erste Reaktion auf ein hartes, aber faires, ein schnelles und doch zähes Spiel: Er verhalf Börge Lund schon nach elf Minuten zu seinem Comeback nach fünfeinhalbmonatiger Verletzungspause. Aus dieser Randnotiz erwuchs schnell der Schlüssel zum Sieg. Lund schob, hielt, klammerte, antizipierte und forcierte in der Deckung, als sei er nie weg gewesen. "Beeindruckend" fand das sein Coach. "Wir brauchen Börge", sagt Thierry Omeyer, der sich hinter Lund und dem Rest der Deckung in gewohnt grandiose "Titi"-Form spielte. Lund selbst zeigte sich gelöst und glücklich, ohne viele Worte dafür zu finden: "Ich konnte der Mannschaft helfen plus zwei Punkte plus ein Tor. Ich bin super zufrieden." Besonders gefreut haben wird sich am Fernsehschirm sicher auch Freundin Tone über die Leistung ihres "Barbarossa", denn nach seiner Rückkehr aufs Parkett hat Lund sich seinen fünfeinhalb Monate sprießenden Rotbart noch in der Kabine abrasiert.

In etwa so, wie der 30-jährige Norweger und seine Nebenleute in der zweiten Halbzeit den Gegner stutzten. Noch vor der Pause hatte Christian Zeitz dem Spiel positive wie negative Impulse verliehen - unkonventionell, ungestüm, ein bisschen verrückt wie gehabt. Er traf und traf nicht. Sein 12:11 (25.) bedeutete die erste Kieler Führung überhaupt, das 17:17 (32.) den letzten FA-Ausgleich, ehe Gislasons "Unbesiegbare" auf 26:19 (42.) davonzogen. Stefan Lövgren zog jetzt wieder die Fäden, der zwischenzeitlich von Kim Andersson abgelöst worden war. Und auf Seiten der Göppinger stand Jaliesky Garcia im Rückraum symbolisch für den Kräfte- und Qualitätsverfall der ambitionierten Frisch-Auf-Akteure. Lunds Comeback-Tor zum 28:21 (46.) läutete die Kür ein, ein Katz-und-Maus-Spiel mit beliebigen Tempowechseln, Aktionen über erste und zweite Welle, verteilt auf alle Schultern. Alfred Gislason, der seinen Spielern heute nach der Heimkehr trainingsfrei (und Zagreb-DVDs als Hausaufgaben) gibt, weiß: "Meine Mannschaft glaubt einfach nicht, dass sie noch verlieren kann."

(von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 02.04.2009)


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