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21./22.05.2003 - Letzte Aktualisierung: 22.05.2003 Bundesliga

Schlussspurt: THW überholt Gummersbach - Europapokal-Quali greifbar nahe

Gummersbach verliert in Nordhorn - Mit Sieg in Willstätt qualifiziert sich der THW für Europapokal

Bundesliga, 32. Spieltag: 21.05.2003, Sa., 19.30: THW Kiel - Wilhelmshavener HV: 37:28 (20:15)
Update #4

Martin Schmidt traf in seinem letzten Heimspiel zweimal.
Klicken Sie zum Vergrößern! Martin Schmidt traf in seinem letzten Heimspiel zweimal.
Sichert sich der THW im Schlussspurt doch noch die Qualifikation für den EHF-Pokal? Mit einem klaren 37:28 (20:15) über Wilhelmshaven taten die Zebras das ihre und Nordhorn trug mit seinem 34:30-Sieg über den THW-Konkurrenten VfL Gummersbach das seine dazu bei. Damit haben der THW (nun 6., 38:28 Punkte, +64 Tore) und Gummersbach (7., 37:29, +40) die Plätze getauscht. Die Zebras können sich nun am letzten Spieltag in Willstätt aus eigener Kraft den sechsten Platz sichern, der die Qualifikation für den EHF-Pokal bedeutet.
Der THW hatte die Verabschiedung der scheidenden Spieler extra nicht vor das Spiel gelegt, um dem bekannten negativen Effekt aus den Vorjahren zu vermeiden. Doch auch diesmal verschliefen die Zebras in Abschiedsstimmung den Anfang der Partie. Hellwach war dagegen der THW-Neuzugang der kommenden Saison, Roman Pungartnik. Der slowenische Nationalspieler brachte seinen WHV mit 1:0 (aus dem Rückraum) und 3:1 (Gegenstoß) in Führung. Nach neun Minuten führten die Niedersachsen sogar mit 6:3.

Dann aber kämpfte sich der THW durch Tore von Lövgren und Pettersson (dreimal) auf 7:7 heran. Nachdem der scheidende Davor Dominikovic sich clever den Ball stibitz hatte und nach einem Sololauf um die Gegner herum zum 9:8 (15.) traf, lag der THW erstmals in Führung. Zuvor hatte sich der vom THW zum HSV wechselnde Morten Bjerre mit dem 8:8 bereits in die Torschützenliste eintragen können.

Doch die Gäste vom Jadebusen blieben dran, glichen nach 10:12-Rückstand (20.) wieder aus (12:12, 21.). Auch beim 14:15 durch Kieselhorst, der den verletzten WHV-Topschützen Caillat vertrat, schnupperte Wilhelmshaven noch an einem Punktgewinn. Doch dann zog der THW durch Preiß und Kontertore von Pettersson und Jacobsen über 18:14 (27.) auf 19:15 (29.) davon. Mit einem tollen Kempa-Treffer von Lövgren nach Anspiel von Jacobsen zum 20:15 endete der Torreigen der ersten Halbzeit.

Auch Staffan Olsson konnte sich in die Torschützenliste eintragen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Auch Staffan Olsson konnte sich in die Torschützenliste eintragen.
Nach dem Seitenwechsel zog der THW dann kontinuierlich davon, Schweden-Heimkehrer Staffan Olsson besorgte mit seinem letzten Ostseehallen-Tor für den THW die Sechs-Tore-Führung (26:18, 42.). "Handball-Ruheständler" Martin Schmidt schraubte mit seinem ersten Treffer per "Zweiter Welle" den Vorsprung auf neun Tore (30:21, 50.) hoch und traf mit dem 32:24 (53.) noch ein zweites Mal. Auch Christian Scheffler, wie Schmidt zwölf Jahre in Diensten des THW, blieb sein letztes OStseehallen-Tor nicht versagt: "Ritchie" traf zum 34:25 vom Kreis (56.).

Beste Schützen beim THW waren Stefan Lövgren (8) und Nikolaj Jacobsen (8/3). Für Wilhelmshaven waren Oliver Köhrmann (9/6) und Rasmussen (7) am erfolgreichsten, THW-Neuzugang Roman Pungartnik, der in der zweiten Halbzeit aus dem rechten Rückraum auf die Rechtsaußen-Position wechselte, traf sechs Mal.

Durch den "Welle Nord-Ergebnisdienst" war jedermann in der Halle bestens über die Lage im für den THW so wichtigen Spiel der HSG Nordhorn gegen den VfL Gummersbach informiert. Als nach dem Abschied das Endergebnis aus dem Euregium - Nordhorn schlug Gummersbach mit 34:30 - bekannt wurde, war klar: Der THW ist nun Sechster und will diesen für den Start im EHF-Pokal berechtigenden Platz im letzten Saisonspiel bei der SG Willstätt/Schutterwald verteidigen.

Hier das Restprogramm der beiden Kontrahenten um den sechsten Platz und unsere Prognose (siehe auch Restprogramm Verfolger).

THW Kiel VfL Gummersbach
6. Platz, 33 Spiele
38:28 Punkte, +64 Tore
GUV 7. Platz, 33 Spiele
37:29 Punkte, +40 Tore
GUV
Datum Gegner H A Datum Gegner H A
24.05.: Willst./Sch. G 24.05.: Pfullingen G
40:28 Punkte   39:29 Punkte  
GUV: G=gewinnt, U=spielt unentschieden, V=verliert gegen diesen Gegner

Berechnen Sie mit unserem Prognoserechner Ihre eigene Prognose und stimmen Sie über die Chance des THW auf einen EC-Platz ab:

Erreicht der THW einen EC-Platz?
Ja 78.4%
Nein 21.6%
Anzahl Stimmen: 694

Stimmen zum Spiel:

Pressekonferenz. Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Moderator Dautwiz, WHV-Trainer Carstens, WHV-Manager Koopmann.
Pressekonferenz. Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Moderator Dautwiz, WHV-Trainer Carstens, WHV-Manager Koopmann.
WHV-Trainer Jürgens Carstens:
Wir hatten ein Ziel in Kiel: Nicht unter die Räder zu kommen. Ich bin mit dem Ergebnis zufrieden, der THW hat auf sehr hohem Niveau gespiet, uns fehlte unser bester Schütze aus den letzten Spielen, Christian Caillat, auch wenn Kieselhorst ihn gut vertreten hat. Wir haben ordentlichen Handball gespielt.

[Anmerkung: Durch die anderen Ergebnisse stand trotz der WHV-Niederlage fest, dass Wilhelmshaven ohne Relegation die Klasse hält.]
Ein Riesenerfolg für uns, dass wir nicht abgestiegen sind und nicht in die Relegation müssen, wir sind überglücklich.

WHV-Manager Dieter Koopmann:
Ein großer Tag für uns: Wir haben die Klasse erhalten und heute hat sich entschieden, dass die Nordseesporthalle ausgebaut wird. Keiner hat uns den Klassenerhalt zugetraut, wir haben zu Saisonbeginn eine Riesenmotivation aus Kiel erhalten, als uns Magnus Wislander zum klaren Absteiger erklärt hat...
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Es fällt mir nicht so leicht, nach dieser Verabschiedung, bei der der eine oder andere Spieler Tränen in den Augen hatte, über das Spiel zu reden.

Wir hatten Angst vor der Verabschiedung, weil wir bei einer Verabschiedung vor dem Spiel meist ein schlechtes Spiel hatten. Wir haben auch diesmal nervös angefangen, standen schlecht in der Abwehr, haben eine Viertelstunde gebraucht, um ins Spiel zu finden.

Normalerweise spielen wir gegen eine aggressive Abwehr durch unser Kombinationsspiel besser als gegen eine 6:0-Deckung, das war heute zunächst nicht der Fall, später dann schon. Im Verlauf des Spiels hatten wir in der Abwehr dann nicht mehr so viel zu tun und wir konnten und das eine oder andere Kabinettstückchen erlauben.

[Frage: Nun machen Sie in Willstätt alles klar?]
[Lacht] Der THW ist ja bekannt dafür, dass er bei den Absteigern Punkte lässt, aber das war in den Jahren so, als wir Erfolg hatten. Diesmal haben wir keinen Erfolg in der Saison gehabt, daher haben wir eine Chance zu gewinnen...

THW-Manager Uwe Schwenker:
Es ist nicht so einfach, sich von verdienten Spielern zu verabschieden, die einen Großteil einer erfolgreichen Mannschaft gestellt haben. Eine Dekade, eine Ära, geht zu Ende. Dies wurde begonnen durch den Weggang von Magnus Wislander, nun ist eine Runderneuerung eingeleitet.

Ein großes Danke an die Spieler, die sich mit Herz eingesetzt haben. Das war wichtig, die Fans haben das gemerkt. Alle Spieler haben sich mit ganzem Herzen für den THW eingesetzt.

Es wird schwierig sein, für die Zukunft solche Spieler zu finden, die sich so einem Verein verschreiben. Unser Ziel ist: Wieder eine solche Mannschaft mit solch einem Identifikationspotenzial zu schaffen.

Noch einmal ein großes Dankeschön an die Spieler. Nun herrscht ein bißchen Wehmut.

WHV-Rückraumspieler Roman Pungartnik, ab der kommenden Saison beim THW:
[Zum Kieler Publikum gegenüber den Kieler Nachrichten:]
Die feiern den sechsten Platz, irre diese Stimmung. Ich freue mich auf Kiel.

33. Spieltag: 21.05.03, Mi., 19.30: THW Kiel - Wilhelmshavener HV: 37:28 (20:15)

Logo THW Kiel:
Fritz (1.-24. und zwei 7m, 3 Paraden), Andersson (24.-60., 15 Paraden); Preiß (4), Pettersson (6), Jacobsen (8/3), Przybecki (3), Bjerre (2), Petersen, Lövgren (8), Schmidt (2), Scheffler (1), Dominikovic (2), Olsson (1); Trainer: Serdarusic
Logo Wilhelmshavener HV:
Weiner (1.-30., 5 Paraden), Bitter (31.-60., 5 Paraden); Kirschke, Rasmussen (7), Kieselhorst (4), Fathallah, C. Köhrmann, Gylfason (1), O. Köhrmann (9/6), Bilanovic (1), Pungartnik (6), Frackowiak; Trainer: Carstens
Schiedsrichter:
Pioro (Heßlar)/ Strick (Erkelenz)
Zeitstrafen:
THW: 5 (Petersen, Lövgren, zweimal Dominikovic, Olsson);
Wilhelmshaven: 2 (C. Köhrmann, Frackowiak)
Siebenmeter:
THW: 3/3;
Wilhelmshaven: 5/5
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:1, 1:3, 2:3, 2:5, 3:5, 3:6, 5:6, 5:7, 7:7, 7:8, 9:8, 9:9, 11:9, 11:10, 12:10, 12:12, 14:12, 14:13, 15:13, 15:14, 18:14, 18:15, 19:15, 20:15;
2. Hz.: 21:15, 21:16, 22:16, 22:17, 24:17, 24:18, 26:18, 26:19, 27:19, 27:20, 28:20, 28:21, 30:21, 30:23, 31:23, 31:24, 33:24, 33:25, 34:25, 34:26, 35:26, 35:27, 36:27, 36:28, 37:28
Zuschauer:
10000 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik


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