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21./22./23.05.2006 - Letzte Aktualisierung: 23.05.2006 Bundesliga

Noch einen Punkt: THW kann am Dienstag gegen Lemgo Meister werden

DSF überträgt live

Update #2 KN-Vorbericht und living-sports-Artikel ergänzt...

Der TBV Lemgo - die letzte Hürde auf dem Weg zum zwölften Titel?
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Der zwölfte Meistertitel für den THW Kiel ist zum Greifen nahe: Nur noch einen Punkt benötigen die Zebras aus den letzten drei Partien, um die Schale endgültig zu sichern und zudem mit Rekordmeister VfL Gummersbach gleichzuziehen. Dieser Punkt soll so schnell wie möglich gesammelt werden, am besten gleich am Dienstag im Spitzenspiel gegen den TBV Lemgo. Anwurf in der Kieler Ostseehalle ist um 20 Uhr, das DSF überträgt ab 19.45 Uhr live.
Alles andere als eine leichte Aufgabe für den THW Kiel, denn der TBV Lemgo ist der erfolrgeichste Club des Jahres 2006: Von 19 Pflichtspielen gewannen die Lipperländer deren 17, mit 26:2 Punkten ist die Mannschaft von Trainer Volker Mudrow punktgleich mit dem THW die beste Rückrundenmannschaft der Liga. Hinzu kommt der Triumph im EHF-Pokal, als der TBV zunächst in dramatischen Halbfinals den VfL Gummersbach ausschaltete, um sich dann in den Endspielen gegen Frisch Auf Göppingen mit zwei Erfolgen den zweiten Europapokalsieg nach 1996 zu sichern.

Filip Jicha ist bester Feldtorschütze beim TBV.
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Dennoch hat Lemgo die erfolgreiche Saison noch lange nicht abgeschlossen, denn ein großes Ziel, das nach der Hinrunde noch utopisch wirkte, verfolgt der aktuelle Tabellenvierte im Saisonendspurt: die Qualifikation für die Champions League. Bei lediglich drei Punkten Rückstand auf den VfL Gummersbach, der in seinen letzten beiden Partien auf Flensburg und den THW trifft, wäre mit einem Sieg in der Ostseehalle noch alles möglich für die Ostwestfalen. Es wäre der verdiente Lohn für eine starke Rückrunde des TBV, der lediglich in Magdeburg (28:30) nicht gewinnen konnte. Dafür aber verhalf Lemgo dem THW durch Siege über Gummersbach (28:26) und Flensburg (30:25), seinen Vorsprung an der Tabellenspitze auszubauen. Insbesondere gegen den Erzrivalen der SG Flensburg-Handewitt wuchsen die Ostwestfalen über sich hinaus, Torhüter Carsten Lichtlein darf sich ob seiner Weltklasse-Leistung sogar auf Kosten des THW über ein Wochenende auf Sylt freuen (siehe Extrabericht). Siehe auch Gegnerkurve Lemgo und Tabelle.

Zuletzt siegte Lemgo mit einer allerdings nicht sehr überzeugenden Leistung mit 35:27 gegen Tabellenschlusslicht Concordia Delitzsch. Nicht mitgespielt hatten dabei National-Rechtsaußen Florian Kehrmann und der ehemalige Auswahlspieler Daniel Stephan - beide Leistungsträger sind angeschlagen, werden aber sicherlich bis das Schlüsselspiel in Kiel wieder voll einsatzfähig sein. Gleiches gilt auch für Linksaußen Logi Geirsson, der in der Rückrunde häufig im Rückraum eingesetzt wurde und dort brillierte: Der Isländer musste gegen Delitzsch grippegeschwächt pausieren. Für Sebastian Preiß ist das Spiel in der Ostseehalle ebenfalls ein besonderes, spielte der TBV-Kreisläufer bis zur vergangenen Saison noch für den THW, mit dem er zweimal Meister wurde und zum Nationalspieler heranreifte. Beste Torschützen im Kader des TBV, den wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Pokalspiel vorstellten, sind Florian Kehrmann (166/24) und der tschechische Halblinke Filip Jicha (163/14) vor Kreisläufer Christian Schwarzer (116) und Daniel Stephan (88/25).

Florian Kehrmann und Nikola Karabatic,  die jeweils besten Torschützen ihres Teams, trafen zuletzt  bei der EM in der Schweiz aufeinander.
Klicken Sie zum Vergrößern! Florian Kehrmann und Nikola Karabatic, die jeweils besten Torschützen ihres Teams, trafen zuletzt bei der EM in der Schweiz aufeinander.
Auch wenn die Zebras die letzten 6 der insgesamt 56 Pflichtspielduelle für sich entscheiden konnten, dürften die Kieler gewarnt sein: Es waren immer ganz enge Partien. So lag der THW im Achtelfinale des DHB-Pokals bis 12 Minuten vor Schluss in der Ostseehalle zurück, ehe die Gastgeber mit dem überragenden Vid Kavticnik (12/4 Tore) das Spiel noch drehten und mit 40:36 gewannen. Nur drei Wochen später drehten die Zebras die Bundesligapartie beim TBV, als sie nach einer verschlafenen ersten Halbzeit mit dem zehnfachen Torschützen Karabatic und ihrem Hochgeschwindigkeits-Handball doch noch beide Punkte zum 36:34-Sieg einfahren konnten (siehe auch Gegnerdaten Lemgo).

Die Schiedsrichter des Duells zwischen dem THW und Lemgo sind Matthias Dang / Thorsten Zacharias (Mainz).

Wer keine Karte für das Spiel in der Ostseehalle hat, das Spiel aber dennoch mit weiteren THW-Fans zusammen verfolgen möchte, kann dies am Dienstag im Holsteiner Wirtshaus am Holstein Stadion (Westring 501), wo die DSF-Übertragung gezeigt wird.

(Sascha Krokowski)

Lesen Sie auch den KN-Vorbericht.

Lesen Sie bitte auch den Vorbericht von living sports und den living sports-Artikel über Volker Zerbe.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Mit Kampf zu alter Stärke?

Der frisch gekürte EHF-Pokalsieger TBV Lemgo greift wieder an
Die Saison des nächsten Gegners vom TBV Lemgo verlief bisher nicht so, wie man es sich in Ostwestfalen erhofft hatte. Derzeit weilt man auf dem fünften Tabellenrang mit nur geringen Chancen, den erhofften Champions-League-Startplatz doch noch zu erreichen. Unnötige Punkteverluste schmerzen noch heute, gegen die direkten Konkurrenten wie den SC Magdeburg konnte man sich nicht behaupten oder gar Ansprüche für höhere Aufgaben geltend machen.

Carsten Lichtlein: Der große Rückhalt des TBV Lemgo
Klicken Sie zum Vergrößern! Carsten Lichtlein: Der große Rückhalt des TBV Lemgo
Trotzdem geben weder Spieler noch Trainer den Traum von der internationalen Königsklasse auf, obwohl sie inzwischen auf Fehler der Konkurrenz angewiesen sind. "Von den vier Teams, die neben dem THW Kiel noch Chancen haben, hat der TBV im Moment die schlechtesten Karten. Wir haben es leider nicht selbst in der Hand und sind abhängig von den Fehlern der Gegner. Aber da die auch noch gegeneinander spielen, schauen wir einfach auf uns und müssen unsere Spiele gewinnen. Dann werden wir sehen, wie weit uns das trägt", sagt Manager Fynn Holpert. Für dieses Vorhaben muss Trainer Volker Mudrow seine Mannschaft nicht extra einstellen. "Wir treten immer an, um zu gewinnen, egal wie der Gegner heißt."

Dass in der Mannschaft die Resignation nicht die Oberhand gewonnen hat, zeigt auch der jüngste große Erfolg in der Liga. Anfang Mai war die SG Flensburg-Handewitt zu Gast in der Lemgoer Lipperlandhalle. Die Nordlichter wollten eigentlich mit einem Sieg ihren zweiten Tabellenplatz festigen und die Chance wahren, trotz eines Vier-Punkte-Rückstands den THW Kiel am Ende der Saison doch noch abzufangen. Aber das Team von Trainer Kent-Harry Andersson hatte die Rechnung ohne Christian Schwarzer und Co. gemacht. Lemgo kämpfte mit vereinten Kräften und hatte am Ende mit 30:25 die Nase vorn. Garant des Erfolges war Carsten Lichtlein, der die Flensburger schnell entnervte und seinen Kasten des Öfteren regelrecht vernagelte. THW Kiel-Manager Uwe Schwenker wusste daher auch, bei wem er sich nach dem Spiel zu bedanken hatte und schenkte dem Nationalkeeper einen Kurztrip nach Sylt. "Das stiften wir ihm, Carsten war einfach großartig", freute sich der Kieler über die Schützenhilfe aus dem Lipperland.

Trotz der unerwünschten Tabellensituation können die Lemgoer erhobenen Hauptes dem Saisonende entgegen sehen, denn Grund zum Feiern hatten sie in dieser Spielzeit trotzdem. Im EHF-Pokal zeigte der TBV große Kämpferqualitäten und besiegte auf dem Weg zum Titel so unbequeme Gegner wie Lukoil Astrakhan aus Russland oder auch den Ligakonkurrent vom VfL Gummersbach. Im Finale wartete dann nach den Gummersbacher mit Frisch Auf! Göppingen der nächste deutsche Gegner. Im Hinspiel in der Göppinger Hohenstaufenhalle behielten die Spieler von TBV-Trainer die Oberhand und legten mit einem 30:29-Erfolg den Grundstein für den internationalen Triumph. So einfach, wie es sich viele gedacht hatten, wurde das entscheidende Rückspiel allerdings nicht. Die Göppinger zeigten, dass auch sie kämpfen können und leisteten den Hausherren lange Widerstand. Doch am Ende reichten die Kräfte nicht mehr aus und die Lemgoer konnten mit den Fans den verdienten 25:22-Sieg und den damit verbundenen EHF-Pokal feiern.

Dieser EHF-Pokal-Erfolg war nach zehn Jahren der zweite internationale Triumph, den die Lipperländer feiern konnten. Dementsprechend überschäumend genoss man den Augenblick. So wurden die Ligasituation und das vorzeitige Aus im DHB-Pokal zumindest für kurze Zeit vergessen gemacht. Im erwähnten DHB-Pokal musste die Lemgoer nämlich, wie bereits im Vorjahr, beim THW Kiel antreten und - noch eine Parallele zur vergangenen Saison -schieden in der Ostseehalle aus dem Wettbewerb aus. Das letzte Ziel für diese Spielzeit heißt also der Kampf um die Champions League Plätze, bis man dann im Sommer das Vergangene Revue passieren lassen kann und mit den Planungen für die Zukunft beginnt, die einige Personaländerungen mit sich bringen werden.

Die wohl gravierendste ist der Abschied von Volker Zerbe. Zerbe, hochdekorierter Linkshänder im Trikot des TBV, erklärte Anfang des Jahres sein Karriereende zum Sommer, bleibt dem Verein, bei dem er seit 22 Jahren spielt, aber über die aktive Zeit hinaus erhalten und wird Sportlicher Leiter des TBV Lemgo. Fynn Holpert freut sich bereits auf seinen neuen Kollegen in der Geschäftsstelle: "Er wird sein Know-how in seiner ihm eigenen professionellen Art und eine weitere fundierte Meinung einbringen. Er wird mir eine Menge Dinge im sportlichen Bereich abnehmen, weil er näher an der Mannschaft ist, als ich es überhaupt sein kann."

Auch wenn Zerbe das Sportdress mit dem Anzug tauscht, lässt er den Kampfwillen, der in Lemgo speziell in dieser Saison gezeigt wurde, nicht in der Sporttasche liegen. "Genau das müssen wir uns auch auf die Fahne schreiben: Dass wir eine Spitzenmannschaft sind und dass wir auch künftig Spitzenhandball in Lemgo präsentieren wollen." Mit dem EHF-Pokal wurde der Grundstein für dieses Vorhaben gelegt.

(aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra")

 

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Der Lange sagt Tschüß

Volker Zerbe - ein Lemgoer Urgestein - tritt von der großen Bühne ab
Einer der bekanntesten Handballer der Bundesliga nimmt Abschied. "Ich wollte nicht warten, bis irgendjemand sagt: Hör auf. Ich wollte den Zeitpunkt selbst bestimmen - und der ist jetzt gekommen", kündigte Volker Zerbe, seit 22 Jahren Vereinsmitglied beim TBV Lemgo, Anfang des Jahres seinen Rücktritt vom Profisport an. Damit beendet der wohl bekannteste Bankkaufmann Ostwestfalens nach 20 Jahren in der höchsten deutschen Spielklasse und 284 Länderspielen nun zum Sommer seine ruhmreiche Laufbahn.

Lange Zeit Weggefährten in der Nationalmannschaft, Dienstag noch einmal Gegner. Volker Zerbe und Henning Fritz
Klicken Sie zum Vergrößern! Lange Zeit Weggefährten in der Nationalmannschaft, Dienstag noch einmal Gegner. Volker Zerbe und Henning Fritz
In mehr als 560 Bundesliga-Partien wird Zerbe dann das TBV-Trikot getragen haben und steht damit hinter Flensburgs Torwart Jan Holpert auf Rang zwei der ewigen Bestenliste der Bundesliga-Einsätze. Ganz trennen wird sich Volker Zerbe von "seinem" Klub allerdings nicht. Der 2,11 Meter lange Rückraumspieler wird beim TBV Lemgo die neu geschaffene Funktion des Sportlichen Leiters übernehmen.

"Er hinterlässt aber eine große Lücke, da er immer noch Weltklasse ist", weiß auch Fynn Holpert um die Bedeutung seines dienstältesten Spielers auf dem Parkett. Doch mit 38 Jahren ist nun Schluss mit den alljährlichen Trainingslagern und den weiten Reisen, die das Leben als Profisportler so mit sich bringen. Das Leben nach dem Karriere-Ende wird aber nicht unbedingt ruhiger. "Ich möchte den TBV sowohl im sportlichen als auch im Management-Bereich unterstützen", freut sich Zerbe bereits auf neue Aufgaben. Neben der Arbeit beim TBV Lemgo wird sich Zerbe zudem wieder mehr seinem gelernten Beruf des Bankkaufmanns bei der Sparkasse Lemgo widmen. "Dieses Standbein ist mir wichtig und macht mir auch viel Spaß. Ich werde keineswegs nur daheim sitzen", schaut Zerbe gut gelaunt in die Zukunft.

Beim Blick zurück bleiben in erster Linie zwei deutscher Meistertitel, drei DHB-Pokalsiege und zwei Europapokaltriumphe, sowie 2004 die lang ersehnte Goldmedaille mit der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Slowenien. Seinen letzten Titel als Spieler gewann Zerbe übrigens erst Ende April. Im Finale um den EHF-Pokal setzten sich die Ostwestfalen gegen Frisch Auf! Göppingen durch und holten so zehn Jahre nach dem ersten internationalen Coup einen weiteren Titel nach Lemgo. "Einen Monat vor dem Laufbahnende solch einen Pokal zu gewinnen und den auch noch mit unseren Fans feiern zu können, ist sicherlich ein optimales Ende meiner Karriere", jubelte Zerbe.

Volker Zerbe und Florian Kehrmann
Klicken Sie zum Vergrößern! Volker Zerbe und Florian Kehrmann
Das Spiel beim THW Kiel ist das drittletzte seiner aktiven Karriere, doch bei aller Wehmut kommt ein Comeback für Zerbe auf keinen Fall mehr in Frage: "Die Entscheidung ist unumstößlich." Zerbe ist im Gegensatz zu manch extrovertiertem Kollegen als ruhiger Vertreter seines Sports bekannt. So ist es nicht verwunderlich, dass er sich für die Verkündung seines Rücktritts einen Zeitpunkt aussuchte, der parallel zu in der Schweiz laufenden Europameisterschaft lag, die damals die Seiten der Fachzeitschriften zur Genüge füllte. "Ich habe die Medien sicherlich nie gesucht, auch wenn ich weiß, dass wir im Sport die Medienlandschaft brauchen. Ich wollte nie im Mittelpunkt stehen. Dass nun vermehrt Anfragen kommen ist sicherlich normal, das gehört dazu. Ich war allerdings froh, dass wir mit einer Pressekonferenz meinen Rücktritt sozusagen mit einem Schlag verkünden konnten und das Thema nicht über Wochen in den Medien durchgekaut wurde." Auch wenn Zerbe sich selbst zurückhaltend gibt und nicht viel Aufsehen erregen will, weiß Teamkollege Daniel Stephan, dass Zerbes Rücktritt eine große Lücke reißen wird. "Ihn zu ersetzen - das geht nicht. Der Lange hat soviel Erfahrung mitgebracht, soviel Abgeklärtheit. Wir müssen seine Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen", sagt sein langjähriger Weggefährte.

Neben der Wertschätzung seiner Kollegen und den zahlreichen Auszeichnungen sportlicher Natur wird Zerbe noch eine andere Ehre zuteil. Eine Sporthalle in Lemgo wird bald seinen Namen tragen. In der zukünftigen "Volker-Zerbe-Halle" absolvierte der prominente Namensgeber in seinen Kindertagen selbst seine ersten wichtigen Übungseinheiten. Doch auch hier wird, ganz im Zeichen des großen Handballers Zerbe, auf großes Aufsehen verzichtet. Keine übergroße Beschriftung, sondern eine Tafel wird dann vom Namen der Halle zeugen. Understatement ,wie es auch eher Volker Zerbes Art ist - dafür aber hochwertig und dauerhaft.

(aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra")

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 23.05.2006:

Versalzt Lemgo noch die Kieler Meistersuppe?

THW reicht heute ein Punkt zum zwölften Titel - Ostwestfalen hilft nur ein Sieg weiter
Kiel - Die Ausgangslage vor dem heutigen Gastspiel des TBV Lemgo (20 Uhr, live im DSF) in der Ostseehalle ist klar: Gelingt dem THW Kiel mindestens ein Remis, feiern die Zebras bereits am drittletzten Spieltag der Handball-Bundesliga ihre zwölfte Meisterschaft.

6000 schwarz-weiße Luftballons unter der Hallendecke, mehr als 10 000 motivierte Zuschauer auf den Rängen, das Sportfernsehen DSF live dabei - der Rahmen ist eines "Endspiels" würdig. Zudem kommt mit dem TBV Lemgo ein hochkarätiger Gegner. Die Ostwestfalen gewannen zuletzt nicht nur den EHF-Pokal, mit 26:2 Punkten stellt der deutsche Meister des Jahres 2003 gemeinsam mit dem THW Kiel die erfolgreichste Mannschaft der Rückrunde.

"Wir haben noch Großes vor", meinte TBV-Trainer Volker Mudrow, der die Qualifikation für die Champions League noch nicht abgehakt hat. Dazu müssten die Gäste, die bereits gestern Mittag im Bus saßen, aber beide Punkte aus Kiel entführen. Ein schweres Unterfangen, gewann der THW doch bislang alle 15 Heimspiele. Zudem reist der Tabellenvierte mit einigen Sorgen kann. So stehen hinter dem Einsatz von Daniel Stephan (Schulter), Logi Geirsson (Atemprobleme) und Florian Kehrmann Fragezeichen. Der Nationalmannschafts-Rechtsaußen hatte gerade einen Innenbandriss auskuriert, als ihn eine Oberschenkelzerrung wieder in den Krankenstand versetzte. Sollte der zuletzt in überragender Form aufspielende Isländer Geirsson ausfallen, wäre das nicht nur eine schlechte Nachricht für Lemgo. Auch das isländische Fernsehen, das die Partie aus der Ostseehalle live übertragen wird, würde ihren Hauptdarsteller verlieren.

Der THW Kiel muss neben Viktor Szilagyi (Kreuzbandriss) auch auf Adrian Wagner verzichten, der sich beim 36:33-Sieg gegen den HSV Hamburg einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zuzog. Derzeit schuftet der Linksaußen, der zum Zweitligisten Bayer Dormagen wechseln wird, intensiv für ein Comeback im letzten Heimspiel gegen Gummersbach. "Ich will mich nicht im Sitzen aus Kiel verabschieden."

Mit einer gemütlichen Grillparty im Familienkreis feierten die Kieler am Sonntag den wichtigen Heimsieg gegen einen bärenstarken HSV Hamburg. Zeit für Apfelschorle und ruhige Töne. Bei aller Vorfreude auf den Titel "Rekordmeister", schwingt auch die Sorge vor einer Blamage mit. "Wenn wir jetzt noch die Meisterschaft verspielen, lacht das ganze Land über uns", meint stellvertretend Kapitän Stefan Lövgren, der als einer von drei Kielern die letzte Heimniederlage gegen Lemgo im September 2002 ( 27:29) noch miterlebt hat.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 23.05.2006)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 23.05.2006:

Die Ausgangslage

Sechs Punkte Vorsprung auf Flensburg und das klar bessere Torverhältnis (plus 63) sprechen eine deutliche Sprache. Sollte Flensburg heute in Kronau einen Punkt abgegeben, ist Kiel auch bei einer Niederlage gegen Lemgo Meister. Um das zu verhindern, müsste Flensburg die letzten Spiele gegen Kronau (A), Gummersbach (A) und Delitzsch (H) klar gewinnen, der THW müsste seine Spiele gegen Lemgo, in Magdeburg und das Saisonabschlussspiel gegen Gummersbach deutlich verlieren.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 23.05.2006)

 

Kurzumfragen:

Schlägt der THW Lemgo?
Ja 89.5%
Nein 6.6%
Unentschieden 3.8%
Anzahl Stimmen: 574

 


User-Tipp:

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