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02./04.03.2009 - Letzte Aktualisierung: 04.03.2009 Bundesliga

Heißes Duell am Mittwoch: Der THW erwartet den VfL Gummersbach

Update #1 KN-Vorbericht ergänzt...

Das Team des VfL Gummersbach.
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Keine Verschnaufspause für den THW Kiel: Bereits am Mittwoch muss das dezimierte Zebra-Team in der TOYOTA Handball-Bundesliga das nächste Mal ran. Gegner in der Sparkassen-Arena ist ab 20.15 Uhr der Altmeister VfL Gummersbach. Ein Wiedersehen gibt es bei dieser Partie mit Viktor Szilagyi, der vor dieser Saison zu den Oberbergischen wechselte. Den umgekehrten Weg ging Alfrd Gislason, weshalb die Begegnung eine ganz besondere sein wird - nicht nur wegen dieser Personalien, sondern auch wegen der wiedererstarkten Gäste, die im Jahr 2009 noch ungeschlagen sind und deshalb mit viel Selbstbewusstsein an die Förde reisen.
Der Abschied Alfred Gislasons vor der Saison war natürlich ein harter Schlag für den VfL, Ex-Coach Sead Hasanefendic kehrte auf die Kommandobrücke zurück und brachte den VfL auf seinen Kurs. Der Vertrag von Mittelmann Oleg Kuleschow wurde in beiderseitigem Einvernehmen "auf Ruhe gestellt", auch dem ehemaligen Zebra Roman Pungartnik wurde im Saisonverlauf mitgeteilt, dass man nicht mehr mit ihm plane. Pungartnik wechselte in die Schweiz zu den Kadetten Schaffhausen.

VfL-Trainer Sead Hasanefendic im Gespräch mit Geschäftsführer Francois-Xavier Houlet.
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Gleichzeitig begann Hasanefendic dann mit der Integration der sieben Neuzugänge, die wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vorstellten. Kurzfristig schlugen die Oberbergischen in der WM-Pause noch einmal auf dem Transfermarkt zu: Aus der Essener Konkursmasse verpflichtete der VfL Kreisläufer Jörg Lützelberger, der schon 2006/2007 für Gummersbach auf der Platte stand (siehe auch Gegnerkader Gummersbach).

Bester Torschütze des VfL ist in dieser Saison einmal mehr Momir Ilic. 163 bislang in der TOYOTA Handball-Bundesliga erzielte Treffer brachten Ilic auf Platz drei der Bundesliga-Torjäger-Tabelle sprechen eine deutliche Sprache über die Stärke des Serben. Ebenso deutlich waren die Worte, die Ilic in der WM-Pause in Richtung der Klubführung richtete. Er wolle möglichst bald in der Champions League spielen, dieses Ziel sehe er mit den Gummersbachern in Gefahr, sagte der Serbe einer Kölner Boulevardzeitung: "Der VfL spricht nur Billigspieler an." Daraus leiteten Handball-Experten Wechselgedanken Ilics ab, der wegen seiner konstanten Torquote und seiner Defensivqualitäten bei vielen europäischen Spitzenklubs auf der Wunschliste stehen dürfte - auf der Platte merkte man dem Gummersbacher Star bisher aber nicht an, dass er sich davon beeinflussen ließe. Unlängst sorgte er mit acht Treffern dafür, dass seine Farben beim heimstarken SC Magdeburg den Einzug in die nächste Runde des EHF-Pokals feiern konnten. Beim 30:20 in der Bördelandhalle bewiesen die Gummersbacher, zu welchen Leistungen sie an guten Tagen in der Lage sein können.

Bester Torschütze und heiß umworben: Momir Ilic.
Klicken Sie zum Vergrößern! Bester Torschütze und heiß umworben: Momir Ilic.
Da sie allerdings in dieser Spielzeit allzu häufig auch ihr anderes, schlechtes Gesicht zeigten, geriet Hasanefendic rund um den Jahreswechsel unter Druck: "Er ist der Sache nicht mehr gewachsen", kritisierte beispielsweise der ehemalige VfL-Präsident Hans-Peter Krämer. Vor allem das Überwintern auf Platz neun der Tabelle hatte die Fans und Krämer auf die Palme gebracht - obwohl Gummersbach im Pokal und im Europacup noch mit von der Partie war. Die Niederlagen zum Saison-Auftakt und zum Rückrundenstart gegen Göppingen hatten die Gesamtbilanz ordentlich verhagelt. Zwischendurch hatte der VfL mit zahlreichen Siegen die Hoffnungen auf eine Rückkehr zu alten Zeiten genährt. Die Heimniederlage gegen Magdeburg war dabei sicherlich nicht einkalkuliert, schmerzhafter aber waren für die Gummersbacher die Unentschieden: In Dormagen, in Großwallstadt und Berlin kam das Team nicht über ein Remis hinaus. Dennoch: Nach dem 31:29 gegen den TBV Lemgo schien der Altmeister endgültig in die Spur zurückgefunden zu haben, dann unterlag der VfL Göppingen mit 23:27 - und die Kritiker kamen. "Wir haben nur einen kleinen Kader, mit dem wir immer am Limit spielen", wehrte sich Hasanefendic. "Gummersbach ist in erster Linie ein großer Name und mit der Lanxess-Arena eine große Halle. Sonst sollten wir bescheidener sein", mahnte der Trainer an. Er sollte bis heute recht mit seiner Linie behalten: Mit einem Remis in Nordhorn, einem Sieg gegen Flensburg und dem klaren Auswärtserfolg in Balingen ist der VfL wieder klar auf Kurs Europapokalplätze (siehe auch Gegnerkurve VfL Gummersbach).

Und Hasanefendic sieht den VfL noch längst nicht am oberen Ende seines Leistungsvermögens: "Wir haben eine schwere Phase hinter uns. Es kamen viele neue Spieler, ein neuer Trainer, neue Methoden. Nun sind wir näher zusammengerückt. Die Mannschaft ist charakterstärker als in der Hinrunde. Ich habe das Gefühl, der Gegenwind am Ende der Hinrunde hat uns stärker und reifer gemacht." Offensichtlich, sind die Oberbergischen im Jahr 2009 doch noch ohne Niederlage.

Audray Tuzolana ist einer der Neuzugänge der Gummersbacher.
Klicken Sie zum Vergrößern! Audray Tuzolana ist einer der Neuzugänge der Gummersbacher.

Ein harter Kampf steht dem THW Kiel also im bisher 69. Bundesliga-Aufeinandertreffen der beiden Traditionsvereine bevor. Bisher 32-mal ging der VfL als Sieger von der Platte, zweimal trennte man sich unentschieden. (siehe auch Gegnerdaten Gummersbach). Feiert der THW am Mittwoch seinen 36. Sieg, dürfte dies ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg zum Titel sein. Allerdings ist weiterhin unklar, wer am Mittwoch auf der Platte die Zebra-Kastanien aus dem Feuer holen wird. Marcus Ahlm und Filip Jicha haben weiterhin mit den Auswirkungen einer Grippe zu kämpfen, Nikola Karabatic laboriert weiterhin an seiner Knieverletzung, und auch Stefan Lövgrens Einsatz ist nach seinem Muskelfaserriss vor dem Ciudad-Spiel weiterhin fraglich. Deshalb hofft die Mannschaft auch auf ordentlich Rückendeckung ihrer Fans - mithilfe der Sparkassen-Arena sollen die personellen Engpässe überwunden werden.

Schiedsrichterinnen der Partie am Mittwoch sind Jutta Ehrmann-Wolf und Susanne Künzig (Odenthal/Karlsruhe).

(Christian Robohm)

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

Bitte lesen Sie auch

 

Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Zurück: Viktor Szilagyi

Viktor Szilagyi fühlt sich momentan wohl bei den Oberbergischen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Viktor Szilagyi fühlt sich momentan wohl bei den Oberbergischen.
Viktor Szilagyi ist zurück. Der Österreicher, der nach seiner Verletzungspause beim THW Kiel nie wieder ganz zu seiner Form fand, ist bei seinem neuen Verein VfL Gummersbach innerhalb kurzer Zeit zur Stütze gereift.

Erinnern Sie sich noch an den 27. April des vergangenen Jahres? An diesem Sonntag wurde der 31. Spieltag der Saison 2007/08 gespielt. Das allein ist nichts Erinnernswertes, doch die an diesem Tag stattfindende Partie des THW bei den Füchsen Berlin hatte es in sich. Nun sollte nicht nur eingefleischten Zebra-Anhängern ein Name ins Gedächtnis kommen, der den 28:27-Sieg sprichwörtlich in letzter Sekunde nach Kiel "kullerte": Viktor Szilagyi hieß der Torschütze, der sich für die letzten drei Kieler Treffer der Partie verantwortlich zeigte. Der wohl wichtigste aber war der Siegtreffer, der die knapp dreitausend mitgereisten Kieler Fans pünktlich zur Schlusssirene in frenetische Jubelstürme versetzte. Das ist wahrscheinlich eines dieser Kieler Spiele, an die sich der sympathische Österreicher auch heute noch gerne zurückerinnert, obwohl er seit dieser Saison einen neuen Arbeitgeber hat. Szilagyi unterschrieb einen Vertrag beim Traditionsverein VfL Gummersbach und zog im Juli 2008 mit seiner Familie ins Bergische Land.

Dorthin gelotst hatte ihn der damalige VfL-Trainer Alfred Gislason, heute bekanntermaßen THW-Coach. In einem Interview stellte der 30-jährige Szilagyi dar, dass er den ersten Schock, nicht den erwünschten Gislason vorzufinden, schnell verkraften konnte. "Handball ist ein Profigeschäft, da geschieht so etwas. Alfred hat mich in einem langen Gespräch zwar überzeugt, nach Gummersbach zu wechseln, aber radikal hat sich nichts verändert. Jetzt trainiere ich unter Sead Hasanefendic." Und das mit Erfolg. Szilagyis Spielanteile haben sich in Gummersbach vergrößert, der Rechtshänder scheint sich in der neuen Heimat gut eingelebt zu haben. Beim THW Kiel gehörte er nicht zu den Stammspielern, heute kann er sich in beinahe jedem Spiel in die Torschützenliste eintragen. Eine wichtige Erfahrung machte er allerdings in Schleswig-Holstein: "Ich habe in Kiel so viele neue Situationen erlebt und musste lernen, mit den Ereignissen klar zu kommen. Da lernt man auch aus solchen Momenten, in denen man sich endlich wieder fit fühlt und trotzdem zuschauen muss."

Nun zeigte die persönliche Formkurve wieder nach oben, und auch die Erfolge mit der Mannschaft können sich derzeit sehen lassen. Ende Februar zogen die Gummersbacher nach zwei spannenden Spielen gegen den SC Magdeburg mit insgesamt sieben Szilagyi-Treffern ins Viertelfinale des EHF-Pokals ein. Seine Ziele für diese Saison: "Ein großer Traum ist die Qualifikation für die Champions League, das wollen aber acht bis neun andere Teams auch. Unbedingt wollen wir aber ins Pokal-Final-Four und in den Europapokal." In der Bundesliga ist man in Reichweite der Europapokal-Plätze, im DHB-Pokal treffen Szilagyi und Co. in einer Woche im Viertelfinale auf die HSG Nordhorn.

Szilagyi ist weiterhin hungrig auf Erfolg. Kein Wunder, feierte er doch mit TuSEM den Gewinn des EHF-Pokals, mit dem THW Kiel wurde er unter anderem dreimal Meister und hielt 2007 den Champions League-Pokal in die Höhe. Mit dem VfL sollen möglichst viele Titel folgen. Ein weiterer wäre im österreichischen Nationaldress möglich, haben die Alpenländer im kommenden Jahren doch ihren großen Auftritt auf internationalem Parkett. Als EM-Gastgeber ist das Team um Trainer Dagur Sigurdsson gesetzt und kann nicht wie zuletzt häufig in der Qualifikation scheitern. Szilagyi freut sich schon jetzt auf das Groß-ereignis in der Heimat. "Es wartet noch sehr viel Arbeit auf uns. Die Leistung des Teams wird 2010 passen. Das Publikum wird eine Mannschaft sehen, die sich zerreißt, und das hoffentlich honorieren." Und wer weiß, vielleicht titeln die Zeitungen Anfang kommenden Jahres wieder: "Szilagyi rettet seiner Mannschaft den Sieg!"

(Von Rika Finck, aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 04.03.2009:

"Zebras" haben knifflige Hausaufgabe zu lösen

Gummersbach machte vor allem mit deutlichem Sieg in Magdeburg auf sich aufmerksam
Kiel/Gummersbach - Ein einst ziemlich bekannter Fußballtrainer prägte den Satz "Lebbe geht weiter". Für den THW Kiel muss das Alltagsleben Handball-Bundesliga schon heute (20.15 Uhr, Sparkassen-Arena) weitergehen. Die "Zebras" empfangen den VfL Gummersbach und wollen ihre Serie von bis dato 21 Siegen in Folge fortsetzen.

Bleibt abzuwarten, welche Spuren die seit Sonntag kursierenden Bestechungsvorwürfe in der Mannschaft von Trainer Alfred Gislason hinterlassen haben. "Wir müssen das in der Mannschaft auf jeden Fall besprechen", sagt THW-Kapitän Stefan Lövgren. Und doch ist sich Gislason sicher: "Wenn die Presse endlich zur Ruhe kommt, wird sich jeder Spieler voll konzentrieren. Alle kommen seit Wochen mit den Dingen, die von der Seite kommen, gut klar." Gislason selbst habe sich nicht von der gewohnt akribischen Vorbereitung auf das Spiel gegen seinen ehemaligen Arbeitgeber abbringen lassen. Nach einem durchwachsenen Saisonstart inklusive Trainerwechsel (Sead Hasanefendic kam für Alfred Gislason) hat der VfL immer besser zu seiner Form gefunden und überzeugte seit dem Jahreswechsel mit fünf Siegen und einem Remis in sechs Spielen. Für Furore sorgten die Oberbergischen dabei besonders mit dem 30:20-Paukenschlag im Achtelfinal-Rückspiel des EHF-Cups in Magdeburg oder mit dem 27:24-Heimsieg gegen Flensburg. "Ilic ist natürlich der wichtigste Spieler. Aber auch Vukovic wird immer wichtiger, Szilagyi kommt rein und sorgt für die entscheidenden Szenen", weiß Gislason.

Viktor Szilagyi, 2007 selbst noch im Trikot des THW im Champions-League-Finale, zeigte sich gestern - auf dem Weg nach Kiel, wo seine Mannschaft heute am Morgen das Abschlusstraining absolviert - schockiert von den derzeitigen Gerüchten: "Ein komisches Gefühl: Damals haben wir gemeinsam den Erfolg gefeiert, der jetzt in den Dreck gezogen wird. Ich bin bei all den Gerüchten sehr vorsichtig, denn es scheint ja keine richtigen Beweise zu geben", so der 30-jährige Österreicher.

Sein Trainer Hasanefendic gibt sich vor dem Spiel bescheiden ("Wir wollen die Atmosphäre in Kiel genießen und können befreit aufspielen, weil niemand einen Punktgewinn von uns erwartet"). Szilagyi betont indes die eigenen Stärken: "Wir reisen mit Respekt nach Kiel. Aber wir haben uns immer besser gefunden, sind unberechenbarer geworden." Dass der Medienrummel seine ehemaligen "Zebra"-Kollegen lähmen könnte, glaubt Szilagyi indes nicht: "Die sind alle Profi genug, das haben sie oft genug bewiesen."

Nach der heiklen Hinrunde sei nun, so Szilagyi, Ruhe eingekehrt. Der VfL steht im Viertelfinale des EHF-Cups (Szilagyi: "Unser Ziel ist das Finale"), ist nur einen Schritt (Gegner Nordhorn) vom Final Four des DHB-Pokal entfernt. Und auch gesundheitlich geht es dem ehemaligen Kieler Mittelmann, der eine schwere Knieverletzung zu überstehen hatte, richtig gut in Gummersbach - auch wenn er noch immer mit einer Schiene das Handball-Parkett betritt. "Wir wollen in Kiel um die zwei Punkte kämpfen und uns noch weiter in ein positives Licht rücken."

(von Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 04.03.2009)

 


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