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19.-21.12.2013 - Letzte Aktualisierung: 21.12.2013 Bundesliga

Vorweihnachtliche Bescherung: Am Sonnabend kommt der TV Emsdetten

Update #2 KN-Vorbericht ergänzt ...

Das Team des TV Emsdetten.
Klicken Sie für weitere Infos! Das Team des TV Emsdetten.
Nach dem deutlichen 38:25-Erfolg gegen den TBV Lemgo steht der THW Kiel wieder an der Tabellenspitze der DKB Handball-Bundesliga. Am Sonnabend wollen die "Zebras" nachlegen und sich und ihre Fans im vorletzten Spiel des Jahres mit zwei weiteren Pluspunkten beschenken, wenn der Aufsteiger TV Emsdetten in der Sparkassen-Arena zu Gast ist. Der Anpfiff zur Partie gegen den Tabellenletzten ertönt um 19.00 Uhr, im Vorverkauf sind noch einige Tickets erhältlich. Dauerkartenbesitzer nutzen am Sonnabend bitte die Karte mit der Spielnummer 9.
160 Fans begleiten den TV Emsdetten nach Kiel
"Herzblut. Zeigt Wirkung!" Mit diesem Werbespruch begleitet der TV Emsdetten das Abenteuer erste Liga. Doch bisher musste der Aufsteiger aus Nordrhein-Westfalen eine Menge Lehrgeld in der DKB Handball-Bundesliga zahlen. Doch aufgeben gilt nicht: Mit der Hilfe eines großartigen Publikums will der TV Emsdetten jetzt das Unternehmen Klassenerhalt angehen.

Jeffrey Boomhouwer bleibt auf jeden Fall der ersten Bundesliga erhalten. Der Linksaußen wechselt zur MT Melsungen.
Jeffrey Boomhouwer bleibt auf jeden Fall der ersten Bundesliga erhalten. Der Linksaußen wechselt zur MT Melsungen.
Mehr als 160 Fans werden den TV Emsdetten am Sonnabend in der Sparkassen-Arena unterstützen. Keine Frage: Die Kleinstadt im Norden Nordrhein-Westfalens ist noch immer euphorisiert. In der 32-jährigen Geschichte der zweiten Handball-Bundesligisten gehörte der TV Emsdetten beinahe zum Inventar: 27 Spielzeiten absolvierten die Westfalen seit 1985 direkt unterhalb der Beletage, nur ein einziges Mal (1990) konnte die Spielklasse nicht gehalten werden. Bis zur vergangenen Spielzeit, als der souveräne Spitzenreiter der "Ewigen Zweitliga-Tabelle" endlich den Aufstieg in die Erstklassigkeit bejubeln durfte. Am 8. Mai 2013 wurden die Spieler des TVE zu Helden, die von mehreren tausend Fans gefeiert wurden. Dabei zeigten die Emsdettener Anhänger, dass sie längst reif für die "stärkste Liga der Welt" sind.

Deutlicher THW-Sieg in der Hinrunde
"Viele werden sich noch wundern, was hier abgeht", staunte THW-Trainer Alfred Gislason nach dem Hinspiel nicht schlecht über die Stimmung in der "Emshölle". Seine Mannschaft hatte auf dem Weg zum klaren 40:25-Sieg heftigen Widerstand der Hausherren brechen müssen. "Das Ergebnis ist zu hoch ausgefallen", stellte Gislason fest, während Geschäftsführer Klaus Elwardt auch nach der Partie noch beeindruckt von der frenetischen Stimmung in der kleinen, nur 2.300 Zuschauer fassenden Halle war: "Wie die Fans ihre Mannschaft auch bei diesem hohen Rückstand gefeiert haben, war beeindruckend. Das war eine tolle Handball-Stimmung."
Erst vier Punkte geholt
Top-Torschütze Janko Bozovic droht gegen den THW Kiel auszufallen.
Top-Torschütze Janko Bozovic droht gegen den THW Kiel auszufallen.
Auf die "Emshölle" setzt in den kommenden Wochen und Monaten auch Trainer Gennadij Chalepo: "Vielleicht bleiben wir mit Hilfe der Fans und ein wenig Glück in der Bundesliga." Denn trotz der Aufstiegseuphorie tut sich der TV Emsdetten schwer mit seiner Rolle in der "stärksten Liga der Welt". Bisher lief die Premierensaison nicht nach Plan. Nachdem die Emsdettener zum Ligaauftakt drei Niederlagen kassiert hatten, feierten sie am 11. September den historischen ersten Bundesliga-Sieg der Vereinsgeschichte über GWD Minden (24:23). Allerdings: In den folgenden zehn Partien setzte es - auch bedingt durch sehr viel Verletzungspech - wieder ausschließlich Niederlagen, wobei der Aufsteiger gegen Eisenach (24:25), die TSV Hannover-Burgdorf (28:31 nach 13:14 zur Pause) und in Flensburg, wo der TVE nach einem 16:16-Pausengleichstand letztlich klar mit 26:33 verlor, mit etwas Glück und mehr Konstanz im Spiel hätte Punkte sammeln können. So dauerte es aber bis Mitte November, bis die Bundesliga-Punkte drei und vier auf der Habenseite des TVE landeten: Im Heimspiel gegen den TuS N-Lübbecke gab es ein 27:23.
Aufgeben gilt nicht
"Wenn wir heute acht Punkte hätten, könnte ich sagen, dass wir in der ersten Liga angekommen sind", erklärte Chalepo nach der 31:37-Niederlage gegen den HSV Hamburg. "Mit nur vier Punkten auf der Habenseite tue ich mich mit dieser Aussage ein wenig schwer." Gleichwohl sei zuletzt ein Aufwärtstrend festzustellen gewesen, so der Trainer, der vor der Saison für den Aufstiegscoach Patrick Liljestrand verpflichtet wurde. "Wir können jetzt mithalten. Ich hoffe, dass wir Spiel für Spiel einen Schritt nach vorn machen. Wir müssen einfach weiter arbeiten, dann werden wir Punkte holen." Im wichtigen Heimspiel gegen den VfL Gummersbach am vergangenen Wochenende aber zog der TVE beim 25:27 erneut knapp den Kürzeren und verblieb damit mit 4:32 Punkten und sechs Zählern Rückstand auf das rettende Ufer ganz unten im Tabellenkeller (siehe auch Gegnerkurve Emsdetten und Tabelle). Doch "aufgeben werden wir nicht. So lange alles möglich ist, werden wir Gas geben", versprach Kapitän Stefan Thünemann.
Zwei Nachverpflichtungen im Herbst
Faruk Halilbegovic spielt erst seit November auf Emsdettens  "Königsposition" im linken Rückraum.
Faruk Halilbegovic spielt erst seit November auf Emsdettens "Königsposition" im linken Rückraum.
Den Großteil der Mannschaft des TV Emsdetten haben wir Ihnen bereits im Vorbericht zum Hinrundenspiel ausführlich vorgestellt. Neu hinzugekommen sind aufgrund der Verletzungsmisere aber zwei Spieler: Der dänische Linksaußen Morten Skou wurde bereits im September aus Nordsjaelland - skandinavische Erstligist hatte aufgrund einer finanzielle Schieflage zuvor alle seine Spieler freigestellt - verpflichtet, nachdem sich Jeffrey Boomhouwer verletzt hatte. Seit der "fliegende Holländer" - ab kommender Spielzeit bei der MT Melsungen unter Vertrag - sich Mitte Oktober zurückgemeldet hatte, wurde Skou allerdings nicht mehr berücksichtigt. Anders sieht es bei Rückraumspieler Faruk Halilbegovic aus. der 26-jährige Nationalspieler Bosnien-Herzegowinas wurde verpflichtet, nachdem der Vertrag mit dem erst im Sommer nach Emsdetten gekommenen Kroaten Nikola Prce offiziell aus "persönlichen Gründen" aufgelöst wurde. Und Halilbegovic schlug gleich mächtig ein, erzielte in seinen ersten drei Bundesligapartien satte 19 Treffer. Aus den letzten vier Partien allerdings erzielte der Rechtshänder nur noch drei magere Tore.
Ragnarsson: "Wir haben keinen Druck"
In der Sparkassen-Arena kann das Kellerkind am Sonnabend frei aufspielen. "Es werden auch viele Fans aus Emsdetten in der mit mehr als 10 000 Zuschauern ausverkauften Halle sein. Wir wollen dort ein gutes Spiel zeigen. Wir haben keinen Druck in diesen 60 Minuten", so der isländische Mittelmann Olafur Ragnarsson. Das Auswärtsspiel des Jahres für den Aufsteiger wird aber mindestens eine wichtige Stütze des Teams verpassen: Der dänische Kreisläufer Johan Koch hatte sich gegen den VfL Gummersbach eine schwere Rippenprellung zugezogen und wird erst nach der EM-Pause wieder eingreifen können. Und auch Janko Bozovic - mit 76 Treffern erfolgreichster Schütze Emsdettens - wird wohl nicht mit auflaufen können: Der österreichische Nationalspieler war im Training umgeknickt.

Livebilder von der Partie gibt es nur in Dänemark zu sehen, der Sender TV3sporten überträgt aus der Sparkassen-Arena. Auswärtige THW-Fans, die es nicht zur Halle schaffen, können aber aufs Internetradio zurückgreifen: Dirk Schmemann überträgt die Partie ab 18.30 Uhr live im Internetradio elive unter www.emsdetten.info.

Die Schiedsrichter am Samstag in der Sparkassen-Arena sind Philipp Dinges und Daniel Kirsch.

 

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

Lesen Sie bitte auch

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 20.12.2013:

THW-Tore für die Kieler Sporthilfe

Kiel. Während vermutlich ein Großteil der männlichen Bevölkerung der Bundesrepublik den letzten Sonnabend vor dem Fest nutzen wird, um in letzter Minute Weihnachtsgeschenke einzukaufen, müssen sich die Handballer des THW Kiel auf ihren Beruf konzentrieren. Morgen Abend empfängt der Bundesliga-Spitzenreiter um 19 Uhr in der Sparkassen-Arena den TV Emsdetten, und das Duell mit dem Tabellenletzten wird unter einem besonderen Stern stehen: die Kieler Volksbank spendiert für jeden Zebra-Treffer 100 Euro.

Nutznießer ist die Stiftung Kieler Sporthilfe, die damit nicht zum ersten Mal vom Torhunger des THW profitieren wird. "Mit dieser Aktion wollen wir unser Engagement für die Förderung des Sports in der Landeshauptstadt und der Region dokumentieren", sagt Jens Harder, Marketingleiter der Kieler Volksbank, und dankt zugleich dem deutschen Handball-Rekordmeister: "Als engagierter Partner des Sports sind wir dem THW dankbar, dass er sich und seine große Bühne zur Verfügung stellt, auch dem Sport und den Sportlerinnen und Sportlern Aufmerksamkeit zu verleihen, die sonst nicht so im Rampenlicht stehen." Die Stiftung Kieler Sporthilfe finanziert die Förderung von jungen Talenten seit fast 20 Jahren ausschließlich mit Spenden.

(von Gerhard Müller, aus den Kieler Nachrichten vom 20.12.2013)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 21.12.2013:

Bundesliga-Pole im Duell: Meister empfängt Lehrling

Neu-Zebra Jallouz will heute gegen Emsdetten wieder "Willi, Willi"-Ovationen genießen
Kiel. Handball-Meister gegen Aufsteiger, Tabellenführer gegen Schlusslicht, 32:4 Punkte gegenüber 4:32 Zähler: Vor dem heutigen Heimspiel des THW Kiel gegen den TV Emsdetten (19 Uhr) könnte das Kräfte-Gefälle steiler nicht sein. Im Aufeinandertreffen der Bundesliga-Pole in der Sparkassen-Arena sieht sich daher auch Gäste-Coach Gennadij Chalepo nur als Lehrling.

Die Frage nach den eigenen Ambitionen beantwortet Chalepo mit einem Lachen: "Wir wollen möglichst lange mithalten, vielleicht 59 Minuten lang." An ein Spiel mit 60 Minuten auf Augenhöhe mag der Weißrusse aber auch im Spaß nicht glauben. "Mit fehlen mit Johan Koch, Uros Paladin und Janko Bozovic drei wichtige Spieler. Tatsächlich wäre ich daher zufrieden, wenn wir eine Fünf-Tore-Niederlage kassieren. Mehr als zehn Treffer Unterschied sollten es nach Möglichkeit nicht sein." Dass selbst das schwer wird, weiß Chalepo nicht erst seit der Lemgoer 25:38-Schlappe in Kiel vor drei Tagen. Denn in der heimischen "Emshölle" ging sein Team im August mit 25:40 gegen den THW unter, kassierte die höchste Bundesliga-Niederlage. "Wir erwarten einen hochmotivierten Gastgeber. Alfred Gislason macht als THW-Trainer kaum Unterschiede bei den Gegnern", sagt Chalepo, der das TV-Team erst zu dieser Saison übernommen hat.

Die Nordrhein-Westfalen erleben nach 27 Jahren in der Zweiten Liga erstmals das Abenteuer Bundesliga. Dafür wurde der Jahres-Etat von ehemals 720000 Euro nahezu verdoppelt. Dennoch ist es das Minimal-Budget in der Erstklassigkeit. "Der Verein will solide wirtschaften, daher war es nicht möglich, einfach ein paar Spieler zu holen. Wir spielen fast mit der gleichen Mannschaft wie in der Zweiten Liga", so der TV-Trainer. Das Team solle die Erstklassigkeit nutzen, um viel Erfahrung zu sammeln und die Saison so gut wie möglich zu Ende bringen.

Und der Klassenerhalt? Chalepo: "Wir versuchen alles. Aber es müsste ein Wunder passieren. Ein paar Punkte mehr hätten es schon auf dem Konto sein sollen. Wir ärgern uns noch immer über die knappen Niederlagen gegen Eisenach und vor einer Woche gegen Gummersbach. Da hat sich gezeigt, dass uns noch die Erfahrung fehlt." Eine kleine Chance, das drohende Abstiegsschicksal abzuwenden, sieht Chalepo im Februar. Dann geht es in direkter Folge gegen die drei anderen Kellerkinder Minden, Balingen und Eisenach. Vielleicht sogar mit leichter Verstärkung. Ein Spieler - vielleicht ein zweiter - soll in der Winterpause dazukommen, wenn er die Qualität des Kaders erhöht, aber auch bereit ist, im Falle eines Abstiegs in Emsdetten zu bleiben. "Der Februar soll unser Monat werden. Da wollen wir noch einmal Selbstvertrauen aufbauen." In Kiel gelte es dagegen, mit Freude und Spannung anzureisen und die Ehre zu genießen, vor so einem Publikum zu spielen. "Das erlebt man schließlich nicht jeden Tag", so Chalepo.

Einer, der die Atmosphäre Sparkassen-Arena inzwischen aufgesogen hat, ist Wael Jallouz. Der 22-Jährige warf sich gegen Lemgo mit sieben Toren frei, genoss die "Willi, Willi"-Ovationen der Zehntausend. "Das war richtig gut und hat mir zusätzliche Courage gegeben. Die ganze Mannschaft hat sich mit mir gefreut", sagt der Tunesier. Trainer Gislason will das nutzen: "Wael wird viele Spielanteile bekommen, um darauf aufzubauen." Nicht erfüllt hat sich dagegen der Trainer-Wunsch, dass Rasmus Lauge kurz vor Weihnachten nach seiner Knieverletzung wieder fit werden würde. "Er ist noch nicht so weit. Daher wird es auch schwer, dass er in der kommenden Woche gegen Hamburg aufläuft." Der Showdown gegen HSV Hamburg steht aber erst nach Heiligabend im Fokus. "Jetzt wollen wir gerne einen Sieg wie gegen Lemgo wiederholen und dann Weihnachten feiern", sagt THW-Manager Klaus Elwardt.

(von Ralf Abratis, aus den Kieler Nachrichten vom 21.12.2013)

 

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