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21./22.12.2003 - Letzte Aktualisierung: 22.12.2003 EHF-Pokal

EHF-Pokal: THW erreicht nach souveränem Sieg in Paris das Viertelfinale

EHF-Pokal, Achtelfinale, Rückspiel: 21.12.2003, So., 16.00: Paris Handball (FRA) - THW Kiel: 30:32 (14:19)
Update #4 Spielbericht der KN und andere Viertelfinal-Ergebnisse ergänzt...

Geburtstagskind Stefan Lövgren traf sechs Mal.
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Der THW hat auch das Rückspiel im Achtelfinale des EHF-Pokals gewonnen. Vor einer dürftigen Kulisse von 1000 Zuschauern schlugen die Zebras den chancenlosen französischen Gastgeber Paris Handball mit 32:30 (19:14). Die Begegnungen des Viertelfinals werden bereits morgen, am Montag, um 14 Uhr in Wien ausgelost.
Der THW, der ohne Jacobsen und Wisotzki in Paris antrat, war von Beginn an konzentriert und setzte sich nach dem 3:3 (5.) auf 7:3 (8.) ab und ließ von dort an keinen Zweifel mehr am Erreichen des Viertelfinals aufkommen. Nach 15 Minuten führte der THW mit 10:4, Paris nahm eine Auszeit. Nach Wiederanpfiff spielte Pitti Petersen für Stefan Lövgren in der Deckung.

Nach 20 Minuten lagen die Zebras 13:8 vorn und Przybecki und Pungartnik kamen auf das Feld. Gerade der Pole führte sich gut ein, traf zum 15:10 und 16:10 (23.) und konnte mit dem 19:14-Pausenstand seinen vierten Treffer erzielen. Auf Pariser Seite stach besonders Ivan Simonovic hervor, der bis zum Kabinengang sechs Mal traf.

Nach dem Wiederanpfiff und dem 20:15 durch Przybecki verkürzte Paris über 17:20 (35.) auf 20:21 und schaffte mit dem 22:22 durch Girault (40.) den ersten Ausgleich nach dem 3:3. Doch der THW zog die Zügel wieder an und ging nach dem 23:23 (43.) mit 26:23 (44.) und 28:24 (49.) wieder in Führung. Auch die dritte Zeitstrafe und die damit verbundene Rote Karte gegen Ahlm (49.) brachte den THW nicht von der Siegerstraße ab - ebenso wenig wie zwei Zeitstrafen gegen Ahlm-Ersatz Preiß (52. und 54.).

Aufsteigende Formkurve: Piotr Przybecki erzielte in Paris sechs Tore.
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Zwar glich Paris Handball noch einmal auf 30:30 (56.) aus, doch trotz zweier Zeitstrafen gegen die Zebras in der Schlussminute (Pungartnik, 59:10; Petersen, 59:19) konnte der THW auch das Rückspiel am Ende mit 32:30 für sich entscheiden.

Beste Schützen beim THW waren "Geburtstagskind" Stefan Lövgren (sechs Tore) und Piotr Przybecki (ebenfalls sechs Tore). Bei Paris trafen Simonovic (9) und Pogorelov (6/4) am besten.

Das zweite deutsche Team im EHF-Pokal, die HSG Nordhorn, erreicht nach einem 31:30 (18:14)-Heimsieg über Jugopetrol Zeleznicar Nis (SCG) das Viertelfinale. Weiterhin das Viertelfinale erreicht haben Altea (ESP) (gegen Gradec (SLO)), Santander (ESP) (gegen Warszawianka (POL)), Aalborg (DEN) (gegen Meshkovo (BLR)), Dunaferr (HUN) (gegen Valencia (ESP)), Astrachan (RUS) (gegen Aarhus (DEN)) und Bukarest (ROM) (gegen Karis (FIN)).

Lesen Sie auch das Live-Ticker-Protokoll...

So spielten die anderen deutschen EC-Teilnehmer

Das zweite deutsche Team im EHF-Pokal, die HSG Nordhorn, erreichte nach einem 31:30 (18:14)-Heimsieg über Jugopetrol Zeleznicar Nis (SCG) das Viertelfinale.

Im Achtelfinale der Champions League gewann Flensburg auch das zweite Spiel gegen Kolding KIF (DEN). In Aarhus gewann die SG souverän mit 33:20 (17:11). Im gleichen Wettbewerb setzte sich der SC Magdeburg mit einem 34:24 (18:11)-Rückspielsieg gegen Skjern Handball (DEN) durch, der TBV Lemgo schaltete mit einem 32:27 (15:15)-Heimsieg Prule 67 Ljubljana (SLO) aus. Ein Kracher-Ergebnis steht bereits fest: Fotex Veszprem (HUN) warf den FC Barcelona (ESP) mit einem 31:26-Heimerfolg (Hinspiel 29:33) aus dem Wettbewerb.

Im Europapokal der Pokalsieger schaltete TUSEM Essen den ukrainischen Vertreter ZTR Zaporozhye mit einem 24:22 (15:10)-Auswärtserfolg aus.

 

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Wir haben sehr konzentriert gespielt, eine gute Leistung im Angriff gezeigt, kaum Fehlwürfe in der ersten Halbzeit gehabt. Wir hätten die erste Halbzeit nicht nur mit fünf sondern mit sieben, acht Toren gewinnen können. In der zweiten Halbzeit haben wir die ersten zehn Minuten verschlafen, einige Fehler gemacht, da stand es dann unentschieden, aber unser Weiterkommen stand nie in Frage.

[Zur Leistung von Piotr Przybecki:]
Piotr hat nach der sehr guten Leistung bei der SG Kronau/Östringen auch wieder ein gute Leistung gezeigt. Wir werden zum Ende des Jahres entscheiden, ob der Vertrag verlängert wird.

THW-Manager Uwe Schwenker:
Eine souveräne Leistung unserer Mannschaft, die taktisch sehr gut eingestellt war und von Beginn an sehr konzentriert gespielt hat. Wir haben schnell geführt, standen gut in der Deckung und sind dann sicher weiter gekommen. Das Problem von Paris ist, dass sie zwar gute Individualisten haben, aber sich als Mannschaft noch nicht gefunden haben.

EHF-Pokal, Achtelfinale, Rückspiel: 21.12.03, So., 16.00: Paris Handball (FRA) - THW Kiel: 30:32 (14:19)

Logo Paris Handball (FRA Flagge FRA):
Martini (1.-15. und 31.-45., 4 Paraden), Siffert (15.-30. und 45.-60., 4 Paraden); C. Spincer (n.e.), Pogorelov (6/4), Lubej (5), Diaw, Arive (1), Malatchoumy, Simonovic (9), Molliex, Vojinovic (5), Chailly (1), Girault (3/1), Gregory; Trainer: L. Spincer
Logo THW Kiel:
Fritz (drei 7m und 50.-60., 7 Paraden), Andersson (1.-50., 12 Paraden); Preiß, Pettersson (4/1), Przybecki (6), Pungartnik (2), Lozano (n.e.), Petersen, Lövgren (6), Wagner (3), Ahlm (1), Boquist (5), Zeitz (5); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Imbronjev / Grkovic (Serbien und Montenegro)
Zeitstrafen:
Paris: 3 (Chailly (29.), Girault (42.), Malatchoumy (43.));
THW: 8 (dreimal Ahlm (17., 24., 49.), zweimal Petersen (19., 60.), zweimal Preiß (52., 54.), Pungartnik (60.))
Rote Karte:
THW: Ahlm nach dritter Zeitstrafe (49.)
Siebenmeter:
Paris: 7/5 (Girault scheitert zweimal an Fritz (7., 21.));
THW: 1/1
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3 (5.), 3:7 (8.), 4:7 (11.), 4:10 (14.), 5:10, 5:11 (17.), 7:11 (18.), 7:12, 8:12, 8:13, 9:13 (22.), 9:14, 10:14 (24.), 10:16 (25.), 12:16 (26.), 12:!7, 13:17, 13:18 (28.), 14:18, 14:19;
2. Hz.: 15:19, 15:20, 16:20, 17:20 (35.), 18:20, 18:21, 20:21, 20:22, 22:22 (40.), 22:23, 23:23 (41.), 23:26 (44.), 24:26, 24:28 (49.), 27:28, 27:29 (54.), 28:29, 28:30 (56.), 30:30 (56.), 30:32
Zuschauer:
1000 (Stade de Pierre Coubertin, Paris (FRA))

Live-Ticker-Protokoll:

Zeit Spiel-
minute
Spielstand
PHB-THW
Bemerkung
17:33 Endstand 30:32 Glückwunsch an den THW zum Erreichen des Viertelfinales, welches am Montag(!) um 14.00 Uhr in Wien ausgelost wird. Eine Statistik folgt auf der Homepage ab ca. 17.45., ein ausführlicher Spielbericht ab ca. 18.30 Uhr... Wir wünschen einen schönen Abend!
17:29 Endstand 30:32 Zeitz trifft noch einmal.
17:27 59. 30:31 Boquist trifft zum 30:28 (56.). Pogorelov (56.) und Lubej (56.) gleichen zum 30:30 aus. Nochmal Boquist: 31:30 (57.). In der 56. Zeitstrafe gegen den THW, nun noch einmal gegen Petersen.
17:24 56. 28:29 Lubej verkürzt (56.). Fritz schon mit drei Paraden.
17:19 55. 27:29 Zweite Zeitstrafe gegen Preiß (54.).
17:18 53. 27:29 Lövgren trifft von Linksaußen (53.).
17:17 52. 27:28 Vojinovic (49.), Lubej und Pogorelov (7m) verkürzen auf 27:28. In der 52. erste Zeitstrafe gegen Preiß (52.). Seit der 50. MInute ist Fritz im Tor.
17:13 49. 24:28 Pungartnik trifft zum 26:23 (44.), Simonovic und Malatouchmy treffen für Paris (24:27), Boquist erhöht aber auf 28:24 (49.). Nun erhält Marcus Ahlm nach einem Allerweltsfoul die dritte Zeitstrafe: Rot! (48.).
17:08 44. 23:25 Lövgren macht das 24:23 (43.). Konter durch Wagner, Foul, dadurch erster(!) Siebenmeter für den THW: Pettersson verwandelt zum 25:23 (44.).
17:05 41. 23:23 Pogorelov trifft zum 23:23 (41.). Zeitstrafen gegen Girault (42.) und Malatchoumy (43.).
17:04 41. 22:23 Pungartnik trifft zum 23:22 (41.).
17:03 40. 22:22 Lubej trifft zum 18:20, Zeitz macht das 21:18. Nochmal Siebenmeter-Treffer - diesmal gegen Andersson - zum 19:21, Simonovic macht das 20:21, Przybecki trifft zum 22:20, Simonovic und Girault gleichen zum 22:22 aus.
16:58 35. 17:20 Vojinovic trifft zum 15:19. Schon wieder Przybecki: 20:15. Pogorelov (7m gegen Fritz) und Arive verkürzen auf 17:20. Seit der 31. Minute ist wieder Martini im Pariser Tor.
16:56 Halbzeit 14:19 Halbzeitstatistik:
Paris Handball (FRA): Martini (1.-20., 1 Parade), Siffert (20.-30., 2 Paraden); C. Spincer, Pogorelov (1), Lubej (1), Diaw, Arive, Malatchoumy, Simonovic (6), Molliex, Vojinovic (3), Chailly (1), Girault (2/1), Gregory; Trainer: L. Spincer
THW Kiel: Fritz (drei 7m, 2 Paraden), Andersson (1.-30., 9 Paraden; Preiß, Pettersson (3), Przybecki (4), Pungartnik , Lozano (n.e.), Petersen, Lövgren (4), Wagner (3), Ahlm, Boquist (2), Zeitz (3); Trainer: Serdarusic
Zeitstrafen: Paris: 1 (Chailly (29.)); THW: 3 (zweimal Ahlm (17., 24.), Petersen (19.))
Siebenmeter: Paris: 3/1 (Girault scheitert zweimal an Fritz (7., 21.)); THW: 0/0
Spielfilm: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3 (5.), 3:7 (8.), 4:7 (11.), 4:10 (14.), 5:10, 5:11 (17.), 7:11 (18.), 7:12, 8:12, 8:13, 9:13 (22.), 9:14, 10:14 (24.), 10:16 (25.), 12:16 (26.), 12:!7, 13:17, 13:18 (28.), 14:18, 14:19;
16:51 Halbzeit 14:19 Seit der 20. Minute ist bei Paris Siffert im Tor. Er parierte zweimal. Martini konnte zuvor nur einen Ball halten. Beim THW hat Mattias Andersson neun Paraden, Fritz bei seinen drei Siebenmeter-Einsätzen zwei Paraden. Der THW steht in der Deckung sehr stabil. Piotr Przybecki kann mit vier Toren aus fünf Würfen eine sehr gute Quote aufweisen.
16:42 Halbzeit 14:19 Lubej trifft zum 13:17 (28.). Auszeit THW. Przybecki erhöht auf 18:13 (28.), Simonovic verkürzt: 14:18 (29.). Erste Zeitstrafe gegen Paris: Chailly (29.). Nochmal Przybecki zum 19:14-Pausenstand. Für die Zeitz-Fans: Zeitzi hat eine neue Frisur: Glatte Haare! :-)
16:37 27. 12:17 Vojinovic trifft zum 12:16 (26.), Lövgren erhöht auf 17:12 (27.).
16:34 25. 10:16 Andersson mit acht Paraden bisher. Simonovic trifft zum 10:14. Seit der 20. Minute sind Przybecki und Pungartnik im Spiel. Der Pole macht das 15:10 (23.) und 16:10 (23.). Simonovic trifft zum 11:16 (23.). Seit der 26. Minute ist Preiß am Kreis im Spiel, weil Ahlm schon zwei Zeitstrafen (17., 24.) kassiert hat. Auch Petersen hat schon eine Zeitstrafe (19.) erhalten.
16:32 23. 9:14 Wagner trifft zum 14:9 (24.).
16:29 22. 9:13 Simonovic trifft zum 8:12 (19.), Boquist markiert das 13:8 (19.). Fritz pariert seinen zweiten Siebenmeter gegen Girault (21.). Pogorelov macht das 9:13 (22.)
16:29 19. 7:12 Chailly macht das 5:10 (16.), Lövgren trifft zum 11:5 (17.). Girault (6:11, 17., Siebenmeter) und Vojinovic (7:11, 18.) verkürzen. Zeitz macht das 12:7 (19.).
16:21 15. 4:10 Zeitz (9:4, 12.) und Wagner (10:4, 14.) erhöhen für den THW. Auszeit Paris (15.). Nach der Auszeit nun Petersen für Lövgren in der Deckung. Paris fällt nichts mehr ein. Boquist mit einem "Steal".
16:17 12. 4:8 Pettersson macht das 7:3 (8.), Simonovic trifft zum 4:7 (9.). TWH-Deckung steht sehr gut. Wagner macht von Linksaußen das 8:4 (12.).
16:13 8. 3:6 Lövgren bringt den THW mit 4:3 in Führung. Fritz kommt für einen 7m ins Spiel und hält gegen Girault! Zeitz erhöht auf 5:3 (8.). Paris spielt eine aggressive 5:1-Deckung, doch Pettersson macht das 6:3 (8.). Andersson bisher mit vier Paraden.
16:09 5. 3:3 Vojinovic gleicht zum 1:1 aus, Lövgren trifft zum 2:1. Erneut Ausgleich druch Simonovic zum 2:2, Pettersson macht das 3:2 (4.). Wieder Ausgleich, Girault trifft zum 3:3 (5.)
16:05 1. 0:1 Boquist trifft nach 26 Sekunden aus dem linken Rückraum zum 1:0 für den THW.
16:05 1. 0:0 Die Anfangsaufstellungen:
Paris: Martini; Pogorelov, Lubej, Simonovic, Vojinovic, Chailly, Girault;
THW: Andersson; Pettersson, Lövgren, Wagner, Ahlm, Boquist, Zeitz; Trainer: Serdarusic
16:03 -. --:-- Die Mannschaften sind soeben eingelaufen. Die Halle ist mit ca. 700 Zuschauer nur spärlich besetzt. THW hat Anwurf.
15:59 -. --:-- Die Aufstellungen:
Paris: Martini, Siffert; C. Spincer, Pogorelov, Lubej, Diaw, Arive, Malatchoumy, Simonovic, Molliex, Vojinovic, Chailly, Girault, Gregory; Trainer: L. Spincer
THW: Fritz, Andersson; Preiß, Pettersson, Przybecki, Pungartnik, Lozano, Petersen, Lövgren, Wagner, Ahlm, Boquist, Zeitz; Trainer: Serdarusic
15:43 -. --:-- Der THW tritt - bis auf Florian Wisotzki und Nikolaj Jacobsen, die zu Hause geblieben sind - mit seiner kompletten Truppe an.
15:43 -. --:-- Die Schiedsrichter sind Imbronjev / Grkovic (Serbien und Montenegro). Das Stade de Pierre Coubertin im Sportzentrum Roland Garros fasst 4000 Zuschauer. Derzeit verlieren sich gerade einmal 300 Zuschauer in der Halle. Die Halle wird wohl nicht vollständig ausverkauft sein.
15:43 -. --:-- Unser Berichterstatter Wolfram wird uns regelmäßig (ca. alle 5 Minuten) Zwischenstände und weitere Informationen aus Paris per Telefon berichten. Zusätzlich berichtet NDR-Radio Welle Nord (Live-Einblendungen um ca. um ca. 16.30, 17.00 und ab 17.08 im Nordsport, dazu Interviews nach dem Spiel).
15:43 -. --:-- Herzlich Willkommen zum Live-Ticker des EHF-Pokal-Spiels Paris Handball (FRA) - THW Kiel. Anwurf in Paris ist um 16.00 Uhr. Einen ausführlichen Vorbericht gibt's unter http://www.thw-provinzial.de/thw/03121911.htm auf der Homepage.

Kurzumfrage:

Wie schneidet der THW im EHF-Pokal ab?
EHF-Pokal-Sieg 79.8%
Final-Aus 10.4%
Viertelfinal-Aus 5.9%
Halbfinal-Aus 4.0%
Anzahl Stimmen: 578

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 22.12.2003:

"Heißer Tanz" wurde nur ein Langsamer Walzer

EHF-Cup: THW Kiel nach 32:30-Sieg in Paris im Viertelfinale - Heute Auslosung
Paris - Einen heißen Tanz hatte Maxime Spincer, Trainer von Paris Handball, dem THW vor dem Achtelfinal-Rückspiel des EHF-Pokals gestern im Stade Pierre de Coubertin prophezeit. Die Zebras ließen die Franzosen eiskalt abblitzen. Nach dem 34:27-Hinspielsieg gewann Kiel vor 1000 Zuschauern in der 4300 fassenden Arena direkt neben dem Tennis-Mekka Roland Garros mit 32:30 (19:14).

Der THW liegt also heute in der Lostrommel der EHF-Zentrale in Wien. Kurz nach 14 Uhr soll der Viertelfinalgegner feststehen. Während Manager Uwe Schwenker keinen Wunschgegner nennen mochte, "schon gar nicht die Mannschaft, die wir nicht ziehen wollen, weil die dann bestimmt kommt", hofft Trainer Noka Serdarusic für die Runde der letzten Acht, die am 14./15. und 21./22. Februar ausgespielt wird, "auf einen Gegner möglichst nahe dran an Kiel."

Der gestrige büßte seine Chancen auf die nächste Runde schon in der ersten Halbzeit ein. Die Zebras hatten ihre Lehren aus dem Hinspiel gezogen. In der Ostseehalle schmolz ein Zwölf-Tore-Vorsprung auf sieben zusammen, weil Kiels Deckung Kreisläufer Zoran Lubej nicht in den Griff bekam und im Angriff von der Umstellung auf eine aggressive 5:1-Deckung irritiert wurde. Lubej war in der ersten Halbzeit überhaupt nicht zu sehen. Vorne wurde die offensive Pariser Abwehr mit blitzschnellen Ballstafetten ausgespielt. Geburtstagskind Stefan Lövgren erwies sich dabei als umsichtiger Regisseur, kurbelte mit Martin Boquist das Positionsspiel an, und nach neun Minuten, beim 3:7, war den Parisern fast schon der Glaube an eine Überraschung abhanden gekommen. "Wir standen sehr gut in der Abwehr, fast ein Abziehbild vom Spiel gegen Kronau. Die trauten sich gar nicht mehr zu werfen", analysierte Lövgren. Weil Andersson seinen Kasten mit insgesamt zwölf gehaltenen Bällen sauber hielt, Henning Fritz zudem zwei Siebenmeter abwehrte und die Gegenstöße über Johan Pettersson und Adrian Wagner fast immer umgemünzt wurden, war beim 19:14-Halbzeitstand bereits die Vorentscheidung gefallen. Und: Wie bei der SG Kronau, vertraute Noka Serdarusic wieder auf die Abwehrkünste von Klaus-Dieter Petersen. "Pitti" kam in der 15. Minute und half, die hinteren Reihen zu stabilisieren. Stark auch Piotr Przybecki. Der Pole kam in der 23. Minute, nahm sich bis zum Pausenpfiff fünf Bälle und versenkte vier davon.

In Gefahr geriet der Sieg dennoch, weil Paris im zweiten Abschnitt einen Gang hoch schaltete, aggressiver abwehrte und die Torgefährlichkeit von Ivan Simonovic (9) durchschlug. In der 40. Minute glich der französische National-Linksaußen Olivier Girault erstmals zum 22:22 aus, den zweiten Gleichstand besorgte Lubej zwei Minuten vor dem Ende zum 30:30. Tore von Boquist, der sich weiter verbessert präsentierte, und Christian Zeitz besiegelten den fünften THW-Sieg in Folge. "Die Tendenz zeigt nach oben", freute sich Serdarusic. Die Mannschaft wachse zusammen.

Einer genoss den Paris-Ausflug besonders: Piotr Przybecki. Schon gegen Kronau hatte der 31-Jährige voll überzeugt, gestern ließ er weitere (Tor)-Argumente im Ringen für eine Vertragsverlängerung folgen. "Er hat phasenweise sehr gut gespielt", bestätigte Serdarusic. "Piotr muss aber weiter mit guten Leistungen überzeugen."

(Von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 22.12.2003)

Zebra-Splitter

In der Stadt der Liebe ist der Teuro zu Hause
  • Touris - Handball und Paris hatte für 18 mitgereiste THWFans eine andere - ebenso einleuchtende Bedeutung: Sehenswürdigkeiten wie Louvre, und Eiffelturm standen dabei genauso auf dem Reiseplan wie eine Lichterfahrt auf der Seine, dazu präsentierte sich Paris in weihnachtlicher Beleuchtung. Auch die kleine Kieler Gruppe erfuhr: Der Ballungsraum Paris mit seinen neun Millionen Einwohnern ist grenzenlos und schön. Am Ende der dreitägigen Exkursion hieß es: Alles prima, leider viel zu kurz.
  • Kapitäns-Geburtstag - Stefan Lövgren wurde gestern 33 Jahre alt. Schnapszahl, mitten in der "Stadt der Liebe". Statt einer rauschenden Party musste sich Kiels Mannschaftskapitän asketisch auf sportliche Pflichten vorbereiten. Lövgren bekam ein kurzes Ständchen, die in Mannschaften üblichen Frozzeleien und kein Geschenk. "Der muss erst einmal einen ausgeben", meinte "Pitti" Petersen. Zurück in Kiel wartet morgen ein wichtiger Arzttermin. Der verletzte Knöchel, der Lövgren seit August zu schaffen macht, wird ein weiteres Mal geröntgt. "Hat sich die Situation stabilisiert, kann ich mein Aufbautraining fortsetzen, das wäre auch für meine Psyche wichtig", meinte der THW-Kapitän. Im negativen Fall droht ihm eine Operation. Dann wäre die EM-Teilnahme im Januar geplatzt.
  • Teuro - Okay, wenn sich die Manager des berühmten Pariser Kaufhauses "Galeries Lafayette" auf einen Preis von 140 Euro für eine schnöde Krawatte mit Weihnachtsmotiven festlegen und auch andere banale Dinge preislich in Bereiche von Kunstgegenständen befördern, ist das ihre Sache. Der Kunde entscheidet, ob er zugreifen oder zuschauen will. Die Preise in den Cafes, Restaurants oder Bars stellen die Menschen jedoch schlicht vor die Alternative: ausbeuten lassen oder im Hotelzimmer Fingernägel kauen. Beispiele: vier frisch gezapfte Biere (0,25 l) 18 Euro, ein Cafe au Lait 4,70 (die irische Version 9,20), Mineralwasser (0,5) 4,50, eine Flasche Rotwein ab 17, Eis (zwei Kugeln) 4,20, Menüs beginnen ab 28 Euro, Trinkgelder und Bedienung natürlich extra.
(Von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 22.12.2003)


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