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14.-15.12.2003 - Letzte Aktualisierung: 15.12.2003 EHF-Pokal

THW verspielt gegen Paris höheren Vorsprung

EHF-Pokal, Achtelfinale, Hinspiel: 14.12.2003, So., 15.30: THW Kiel - Paris Handball (FRA): 34:27 (19:12)
Update #4 Stimmen ergänzt...

War kaum zu stoppen: Christian Zeitz - neun Mal erfolgreich.
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Der THW hat zwar mit einem 34:27 (19:12)-Hinspielsieg über Paris Handball (FRA) im Achtelfinale des EHF-Pokals eine passable Ausgangsposition für das Rückspiel (So., 21.12., 16 Uhr) erreicht, durch eine unkonzentrierte letzte Viertelstunde aber eine 12-Tore-Führung, die die Zebras noch ruhiger in die französische Hauptstadt hätte reisen lassen, verspielt.
Stellte den THW zeitweise vor Probleme: Die 5:1-Deckung der Franzosen.
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Dass Paris keine schlechte Truppe beisammen hatte, deutete sich schon an, als die Franzosen aus einer 5:1-Deckung heraus von 0:2 per blitzschnellem Konter auf 2:2 ausglichen (3.). Zwar legten die Zebras durch zwei Tore des sehr gut aufgelegten Christian Zeitz und einen Siebenmeter-Treffer von Johan Pettersson (5.) auf 5:2 vor, doch die Drei-Tore-Führung, die auch in der 9. Minute beim 7:4 noch Bestand hatte, schmolz dann innerhalb von sechs Minuten völlig dahin: 7:7 (15.). Bis dahin hatte Mattias Andersson, der eine sehr gute Leistung im Tor zeigte, bereits zwei Siebenmeter pariert.

Nach 19 Minuten kam der THW dann aber mit der aggressiven offensiven Deckung der Franzosen wieder besser zurecht und ging über 10:7 (17.) mit 12:8 (19.) in Führung. Nach dem 10:12-Anschluss (21.) der Pariser konnten sich die Zebras gar eine Fünf-Tore-Führung (15:10, 25.) erarbeiten, die zur Pause sogar auf sieben Tore (19:12) ausgebaut wurde.

Traf ebenfalls neun Mal: Johan Pettersson.
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Als der THW in der zweiten Halbzeit diesen Vorsprung nochmals ausbauen konnte und nach 37 Minuten mit 23:13 und nach 45 Minuten sogar mit 27:15 führte, schienen die Franzosen vollends in der mit 6700 Zuschauern gut gefüllten Ostseehalle unterzugehen. Der THW drosselte nun etwas das Tempo, wollte länger ausspielen, doch leider steigerte sich die Fehlerquote deutlich. Paris, jetzt mit einer 3:2:1-Deckung spielend, nutzte die Chance und verkürzte über 20:29 (51.) auf 24:30 (56.). In den Schlussminuten konnte der THW dann immerhin noch eine Sieben-Tore-Führung zum 34:27-Endstand retten.

Beste Spieler beim THW waren Mattias Andersson (21 Paraden, darunter zwei Siebenmeter), Johan Pettersson (9/2 Tore) und Christian Zeitz, der nicht nur durch seine neun Tore, sondern auch durch einige Steals und kluge Pässe, insbesondere bei Kontern, glänzte. Bei Paris waren die ehemaligen Prule-Ljubljana-Spieler Zoran Lubej (siehe Interview, zehn Tore) und Ivan Simonovic (5) am treffsichersten.

Das zweite deutsche Team im EHF-Pokal, die HSG Nordhorn, gewann das Hinspiel bei Jugopetrol Zeleznicar Nis (SCG) mit 32:27 (14:14).

Hier geht's zu den Fotos des Spiels gegen Paris...

So spielten die anderen deutschen EC-Teilnehmer

Der zweite deutsche Teilnehmer im EHF-Pokal, die HSG Nordhorn, gewann das Hinspiel bei Jugopetrol Zeleznicar Nis mit 32:27 (14:14).

Im Achtelfinale der Champions League schlug Flensburg in eigener Halle Kolding KIF (DEN) mit 34:29 (16:13). Im gleichen Wettbewerb spielte der SC Magdeburg bei Skjern Handball (DEN) 25:30 (12:13). Prule 67 Ljubljana und der TBV Lemgo trennten sich in Slowenien 28:28 (16:13).

Im Europapokal der Pokalsieger schlug TUSEM Essen den ukrainischen Vertreter ZTR Zaporozhye in eigener Halle mit 24:19 (9:6).

Stimmen zum Spiel:

Pressekonferenz. Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Moderator Pipke, Paris-Trainer Spincer.
Pressekonferenz. Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Moderator Pipke, Paris-Trainer Spincer.
Paris-Trainer Luderce Spincer:
Luderce Spincer: "Die erste Halbzeit war für meine junge Mannschaft sehr überraschend."
Luderce Spincer: "Die erste Halbzeit war für meine junge Mannschaft sehr überraschend."
Wir wussten, dass der THW eines der führenden Teams in Europa ist. Bis auf vier Spieler haben wir nur junge Spieler. Die erste Halbzeit war für sie sehr überraschend. Ich sagte ihnen in der Pause: Wenn ihr hier nicht mit 20 Toren untergehen wollt, dann fangt an, Handball zu spielen.

Wir müssen in Paris vor unserem Publikum sehr guten Handball spielen.

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Wenn man mich vor dem Spiel gefragt hätte, wäre ich mit einem Sieben-Tore-Sieg zufrieden gewesen, aber nach diesem Spielverlauf...

In der ersten Halbzeit haben wir nicht viel riskiert, aus der Abwehr schnell herausgespielt und mit erster und zweiter Welle einen Vorsprung aufgebaut. Bis zur 45. Minute haben wir guten Handball gespielt, lagen zwölf Tore vor - das hatte ich vor dem Spiel nicht für möglich gehalten. Aber dann haben wir in der letzten Viertelstunde viele technische Fehler gemacht und unseren Vorsprung leicht verspielt. Wir werden sicherlich in einer Woche in Paris sehr gut spielen müssen, um weiter zu kommen.

[Frage: Warum haben Sie Zeitz in der 48. Minute heraus genommen?]
Er war der Spieler, der mit der meisten Power in den ersten 45 Minuten gespielt hat, aber dann durch die fehlende Luft kleine Fehler gemacht hat. Ich wollte dann ruhiger spielen, langsamer aufbauen, auf Konter setzen und brachte Pungartnik, damit Zeitz, gegen den Paris zu diesem Zeitpunkt sowieso eine 5:1-Deckung spielte, eine Pause bekam.

THW-Linksaußen Adrian Wagner:
Sieben Tore Vorsprung sollten genug sein, um mit breiter Brust nach Paris zu reisen.

Stimmen zur Vertragssituation um Klaus-Dieter Petersen und Johan Pettersson:

THW-Manager Uwe Schwenker:
Ich will mich gegen die Kritik der letzten Tage wehren, ich habe keinerlei Verfehlung begangen. Das DHB-Präsidium hatte sich mit "Pitti" über ein Engagement ab dem 1. Juli geeinigt, aber Pittis Forderungen konnten aber nicht erfüllt werden. Ich spreche aber derzeit mit dem DHB über die zukünftigen Aufgaben.

Und zum Thema Vertrag Johan Pettersson: Jeder weiß, dass wir in einer wirtschaftlich schwierigen Situation sind. Wir haben ihm dennoch auf sein sechsstelliges Gehalt einen fünfstelligen Betrag drauf gepackt und einen zwei Jahres-Vertrag angeboten. Das drückt den großen Respekt vor diesem Spieler aus. Doch die Spieler leben auf einer Insel der Glücksseligkeit, doch das Wirtschaftsleben ist anders.

Ich lasse mir diese Kritik nicht gefallen, denn ich bin der Meinung, dass es in diesem Bereich keinen faireren Verein als den THW gibt.

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Pitti wird 36, ich habe zwei jüngere Kreisläufer. Dass er als Co-Trainer bleiben soll, ist klar. Nur über die Bezüge ist noch nicht gesprochen worden, aber das ist auch nicht meine Aufgabe. Ich kann alles andere nicht begreifen.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Das Tischtuch [zu Klaus-Dieter Petersen, Anm. d. Red] ist in keinster Weise zerschnitten. Einem Spieler wie Klaus-Dieter Petersen muss man eine Brücke bauen, er hat seine Verdienste. Dass der Trainer mit ihm als Co-Trainer arbeiten will, ist klar, und dass er später einmal Cheftrainer wird, ob beim THW ist eine andere Frage, er soll auch noch zu Olympia, ich sehe eine optimale Gelegenheit mit Würde die Aufgabe zu wechseln.

Natürlich möchten alle Spieler gerne noch ein Jahr länger spielen, aber finanziell geht es nicht, wir müssen irgendwann einen Schnitt machen, wollen und müssen den Spieler in Würde gehen lassen.

[Frage: Sind es Leistungsgründe, warum Petersen zuletzt nicht eingesetzt wurde?]
Es kann nicht sein, dass der Trainer wie die Sau durchs Dorf gehetzt wird. Er kann nicht gleichzeitig, wie von vielen gefordert, Preiß und Petersen spielen lassen. Kein Trainer auf der Welt wird Spieler auf die Bank setzen, wenn er glaubt, dass sie ihm auf dem Feld mehr helfen würden.

THW-Trainer Noka Serdarusic:
[Frage: Sind es Leistungsgründe, warum Petersen zuletzt nicht eingesetzt wurde?]
Man kann es keinem Recht machen. Wir haben gegen Eisenach zunächst gut gespielt, ich habe dann ausgewechselt, es sind Fehler passiert, ich wurde in meiner Halle ausgepfiffen, wir haben dennoch mit elf Toren gewonnen, was wenigen Teams gegen Eisenach gelungen ist. Hätte ich mit der ersten Sechs durchgespielt, hätten wir mit 20 Toren gewonnen, aber wäre dann nach dem Spiel gefragt worden: 'Warum hat der oder der nicht gespielt?'

Ich verstehe mich mit Petersen sehr gut, arbeite sehr eng mit ihm zusammen, bespreche mit ihm jede Kleinigkeit. Ich habe in Magdeburg ohne ihn gespielt, weil ich schnell nach vorne spielen wollte wie heute auch.

Ich werde als Mensch - nicht als Trainer - alles dafür tun, dass Pitti zu Olympia fährt, aber ich bin für den THW verantwortlich und nicht für die DHB-Auswahl.


EHF-Pokal, Achtelfinale, Hinspiel: 14.12.03, So., 15.30: THW Kiel - Paris Handball (FRA): 34:27 (19:12)

Logo THW Kiel:
Andersson (1.-55., 21 Paraden), Fritz (55.-60. und ein 7m, 2 Paraden); Preiß (n.e.), Pettersson (9/2), Przybecki (4), Pungartnik, Lozano (1), Petersen (n.e.), Lövgren (3/1), Wagner (4), Ahlm (4), Wisotzki (n.e.), Boquist, Zeitz (9); Trainer: Serdarusic
Logo Paris Handball (FRA Flagge FRA):
Martini (1.-30., 6 Paraden), Siffert (31.-60., 6 Paraden); Mandeng, Lubej (10), Pogorelov (2/2), Diaw (2), Arive (1), Malatchoumy (1), Simonovic (5), Molliex, Vojinovic (1), Chailly (3), Girault (2), C. Spincer; Trainer: L. Spincer
Schiedsrichter:
Carligeanu / Plesa (ROM)
Zeitstrafen:
THW: 4 (zweimal Wagner (8., 43.), Ahlm (30.), Zeitz (50.));
Paris: 4 (Vojinovic (24.), Lubej (25.), Pogorelov (30.), Malatchoumy (43.))
Siebenmeter:
THW: 4/3 (Pettersson scheitert an Siffert (54.);
Paris: 4/2 (Vojinovic (8.) und Simonovic (10.) scheitern an Andersson)
Spielfilm:
1. Hz.: 2:0, 2:2 (3.), 5:2 (5.), 5:3, 6:3, 6:4, 7:4 (9.), 7:7 (15.), 10:7 (17.), 10:8 (17.), 12:8, 12:10 (21.), 16:10 (26.), 16:11, 17:11, 17:12 (29.), 19:12;
2. Hz.: 21:12 (33.), 21:13, 23:13 (37.), 23:14, 24:14, 24:15, 25:15 (42.), 27:15 (45.), 27:17 (47.), 28:17, 28:19 (49.), 29:19 (51.), 29:22 (54.), 30:22, 30:24 (56.), 32:24 (57.), 32:26 (58.), 33:26, 33:27, 34:27
Zuschauer:
6700 (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik

TV-Tip:

  • NDR-TV TV: NDR: So., 22.30, Sportclub live: Kurzberichterstattung vom Spiel THW - Paris

Kurzumfrage:

EHF-Pokal: Wer kommt weiter?
THW 93.8%
Paris 6.2%
Anzahl Stimmen: 384


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