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21.-23.11.2004 - Letzte Aktualisierung: 23.11.2004 Bundesliga

THW empfängt Magdeburg zum Spitzenspiel

Update #3 Aktualisierung vom 23.11. (#2), 23.11. (#1) und vom 22.11...

Das Team des SC Magdeburg.
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Am kommenden Dienstag kommt es in der Ostseehalle zum lang ersehnten Spitzenspiel: Der Tabellenzweite THW Kiel (16:4 Punkte) empfängt den Tabellenfünften SC Magdeburg (14:4). Anwurf ist um 20 Uhr, das DSF überträgt live.
Beide Teams hatten in der Vorbereitung auf das mit Spannung erwartete Duell mit Nationalmannschafts-Abstellungen zu kämpfen. Während Noka Serdarusic mit Sebastian Preiß, Mattias Andersson, Martin Boquist, Johan Pettersson, Marcus Ahlm und Stefan Lövgren sechs Spieler zum World Cup nach Schweden schickte, musste sein Magdeburger Pendant Alfred Gislason gleich auf acht Akteure verzichten. Neben sechs Spielern für den World Cup, darunter die deutschen Jungnationalspieler Bitter, Theuerkauf, Grafenhorst und Sprenger, waren auch Bielecki und Tkaczyk für das polnische Nationalteam im Einsatz. Erst am Montag Nachmittag kann der SCM-Coach deshalb wieder mit seinem kompletten Kader trainieren, ehe die Bördestädter am Dienstag mittag per Bus die Reise an die Förde antreten werden.

Stefan Kretzschmar: "Es läuft nichts!"
Stefan Kretzschmar: "Es läuft nichts!"
In welcher Form sich der SCM dann in der Ostseehalle präsentieren wird, ist aufgrund der schwankenden Leistungen im bisherigen Saisonverlauf noch unklar. Während Magdeburg alle bisherigen Auswärtsspiele beim Wilhelmshavener HV, der HSG Düsseldorf, dem TuS N-Lübbecke, bei GWD Minden und Post Schwerin souverän gewinnen konnte, haperte es ausgerechnet in der heimischen Bördelandhalle bereits zwei Mal (siehe Kurve Magdeburg). TuSEM Essens Rumpfteam (24:19) und auch der SG Flensburg-Handewitt (39:32) stürmten die einstige Heim-Festung des SCM und sorgten damit für große Verunsicherung beim kommenden Gegner. "Ich mache mir große Sorgen, schließlich kommen erst jetzt die Spiele gegen Spitzenteams", sprach SCM-Star Stefan Kretzschmar nach der deprimierenden Niederlage gegen Flensburg Klartext, "es läuft nichts, vor allem unsere Abwehr steht in dieser Saison nicht!"

Besserung in der Defensiv-Arbeit versprechen sich die Magdeburger Verantwortlichen vor allem von der Rückkehr Sigfus Sigurdssons, der nach seiner Bandscheiben-Operation wieder einsatzfähig sein wird. Aber auch in der Offensive gelang den Bördestädtern bisher noch längst nicht alles, den wurfgewaltigen Neuzugängen Renato Vugrinec und Karol Bielecki fehlte allzu oft die Abstimmung mit den Nebenleuten. Deshalb stützen sich die Magdeburger Hoffnungen vor allem auf einen konstanter haltenden Torhüter Johannes Bitter, Linksaußen Stefan Kretzschmar und den erst 20 Jahre alten Kreisläufer Christoph Theuerkauf, dessen Rückenprobleme Gislason allerdings beunruhigen (siehe Gegnerkader Magdeburg). Auch der jüngste klare Erfolg im EHF-Pokal gegen Paris Handball, beim 36:23 wurden die SCM-Spieler trotz der aktuellen Diskussionen freundlich empfangen, sorgte wieder für mehr Selbstbewusstsein in der sachsen-anhaltinischen Landeshauptstadt.

Die Brisanz des Duells zweier Titel-Mitfavoriten sorgte bereits in der vergangenen Saison für viel Gesprächsstoff. Im Hinspiel eroberten die Zebras am Nikolaustag die Bördelandhalle und brachten dem SCM nach über 19 ungeschlagenen Monaten wieder eine Heimniederlage bei. Nach dem 31:30-Erfolg, den Mattias Andersson mit einem in der Schlusssekunde gehaltenen Siebenmeter von Stefan Kretzschmar sicherte, sorgten vor allem die roten Karten für Henning Fritz wegen einer angeblichen Spieler-Beleidigung und Johan Pettersson nach drei umstrittenen Zeitstrafen für erregte Diskussionen So stand auch das Rückspiel in der Ostseehalle unter großer Beachtung der Handball-Öffentlichkeit. In einer dramatischen Partie, die die Magdeburger zur Halbzeit mit 14:12 in Führung sah, sorgte der THW Kiel mit einem in der letzten Minute durch Demetrio Lozano erzielten 33:31 für eine Vorentscheidung im Kampf um die Champions League-Qualifikation (siehe Gegnerdaten Magdeburg).

Schiedsrichter der Partie am Dienstag sind Ralf Damian (Bingen) und Frank Wenz (Mainz).

Aktualisierung vom 22.11.

Gegen seinen Ex-Klub beißt Henning Fritz trotz seiner Ellenbogenverletzung auf die Zähne, so Sport1. Freie Gelenkkörper sorgen für "leichte Probleme", so Fritz, aber "die Verletzung beeinträchtigt nicht meine Leistung." Gegen seinen alten Verein will der 30-Jährige unbedingt dabei sein: "Spiele gegen Magdeburg sind etwas ganz Besonderes." "Flensburg, Magdeburg und Kiel sind meine absoluten Top-Favoriten", so Fritz gegenüber Sport1. Da "zählen die direkten Vergleiche doppelt. Wenn man sich ansieht, wie wenige Punkte die letzten Meister-Mannschaften abgegeben haben, darf man sich keinen Ausrutscher erlauben. Erst recht nicht zu Hause".

Aktualisierung vom 23.11.

Lesen Sie auch den Vorbericht der Kieler Nachrichten.

2. Aktualisierung vom 23.11.

Lesen Sie auch den Vorbericht von living sports.

Lesen Sie auch das Interview mit Henning Fritz.

Dieser Vorbericht wird wie gewohnt ständig aktualisiert...

 

 

Gladiatoren, tretet an!

Der SC Magdeburg kämpft heute um Punkte und Selbstvertrauen
Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports:

Seit Saisonbeginn 2002/2003 und einer groß angelegten Image-Kampagne des Vereins tragen die Grün-Roten aus Magdeburg den kämpferisch anmutenden Beinamen "Gladiators". Doch was steckt hinter diesem Namen? Wem sein Wissen aus den spannenden Erzählungen von Asterix und Obelix nur zweifelhaft erscheint, dem sei hier eine Definition gegeben: Gladiatoren, das waren im antiken Rom Berufskämpfer, die in öffentlichen Schaustellungen auf Leben und Tod gegeneinander kämpften (erstmalig 264 v. Ch.). Ebenso beliebt war es, Gladiatoren gegen wilde Tiere kämpfen zu lassen (sog. venatio). Die Kämpfe, die nicht selten blutig endeten, fanden in der Arena statt.

Heute, genau 2268 Jahre später, finden ganz andere Wettkämpfe statt als damals in Rom. Keine Kriegsgefangenen oder Sklaven kreuzen heute Abend in der Ostseehalle die Klingen - nein, man wendet sich einer weit zivilisierteren Art des Kampfes zu, dem Handball! Dass die beiden sich gegenüber stehenden Mannschaften diese Kunst des Sportes bestens beherrschen, ist in der Handballwelt nur zu gut bekannt. Schließlich treffen mit dem THW Kiel, als erfolgreichstes deutsches Team der letzten 15 Jahre und dem SC Magdeburg, als 10-maligen DDR-Meister und Deutschen Meister 2001, zwei echte Schwergewichte der Branche aufeinander, die in Sachen Meisterschaft auch in diesem Jahr ein gehöriges Wörtchen mitzureden haben.

Die Magdeburger begannen die Saison höchst erfolgreich und spielten sich mit einem blütenweißen Punktekonto an die Spitze der Liga. Erst die Schlappe gegen TUSEM Essen (19:24) und die kurz darauf zweite Heimspiel-Niederlage in Folge gegen Flensburg (32:39) stoppten den Magdeburger Höhenflug. Ein bisschen Katerstimmung und Angst, in den nächsten Spielen weiter durchgereicht zu werden machen sich breit. Trotz einer nach wie vorigen Top-Position in der Tabelle erscheint dies nachvollziehbar, wenn man einen Blick auf das kommende Programm der Magdeburger wirft. Schließlich steht dem SC mit Kiel, Gummersbach, Nordhorn, Lemgo und HSV in den nächsten Spielen ein Tanz mit der creme de la creme der Liga bevor. "Die Angst vor dem Absturz ins Mittelmaß ist nicht ganz unbegründet. Es muss etwas passieren, bevor das Kind ganz in den Brunnen fällt. Vor allem die Mannschaft ist jetzt gefordert", macht sich auch SCM-Torwart-Legende Wieland Schmidt (50) Gedanken um das Sorgenkind. Auch Manager Bernd-Uwe Hildebrandt gab sich "maßlos enttäuscht" von der Vorstellung seiner Mannschaft gegen Flensburg und machte seinem Unmut noch am selbigen Abend in einem "Unter-vier-Augen-Gespräch" mit Trainer Alfred Gislason Luft. "Nach diesem Spiel kann und darf man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Abstimmungsfehler in der Abwehr, Torhüter, Trefferquote, kopfloses Spiel ... Die Probleme waren zu offensichtlich und zu geballt. Da muss man schon das eine oder andere dazu sagen", so Hildebrandt. Die Zuschauer quittierten die Leistung ihrer Mannschaft mit einem Pfeifkonzert, für das Kreisläufer Stephan Just Verständnis zeigte. "Dass man diese Leistung mit Pfiffen quittiert, ist normal. Aber das war auch nicht unser wahres Können. Wir müssen uns zusammenreißen, bei den Großen punkten. Die erste Gelegenheit dazu wäre Kiel."

Personell fand in Magdeburg zu dieser Saison viel Auslese statt. Sieben Spieler, darunter auch Ex-THWer Nenad Perunicic, der zur SG Wallau/Massenheim wechselte, verließen den Verein, drei neue Rückraumspieler wurden verpflichtet. Karol Bielecki (KS Vive Kielce (POL)), Arnor Atlason (KA Akureyri (ISL)) und Renato Vugrinec (Celje Pivovarna Lasko (SLO)) sollen künftig mit für Tore sorgen. Frank Löhr, Ex-Bundesliga-Spieler und Co-Trainer der Nationalmannschaft, bewertete das Team um Kapitän Steffen Stiebler in der "Handballwoche" mit der Höchstwertung von fünf Sternen und hält das angestrebte Saisonziel, zumindest einen der möglichen drei Titel zu gewinnen, somit für möglich. Für dieses Ziel werden die Gladiatoren aus Sachsen Anhalt jedenfalls auch in der Ostseehalle ihr best Mögliches geben, sich mit Händen und Füßen zur Wehr zu setzen. Irgendwie sollen die verlorenen Heimpunkte ja schließlich wieder wett gemacht werden.

Doch wie war das noch mit der sog. venatio? Wilde Tiere kämpfen gegen Gladiatoren.ob damit nicht unsere Zebras gemeint sein könnten? Wir werden sehen, ob es die Magdeburger Jungs auch mit einer ganzen Zebraherde aufnehmen können - sodann: Gladiatoren, tretet an!

(Aus dem offiziellen THW-Bundesliga-Magazin "zebra", von living sports)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 23.11.2004:

"Ein eminent wichtiges Spiel"

THW muss beim Handball-Hit gegen Magdeburg weiter auf verletzten Lövgren verzichten
Göteborg/Kiel - Auf dem Weg zur Meisterschaft in der Handball-Bundesliga steht heute Abend wieder ein Meilenstein am Straßenrand. Mit dem SC Magdeburg stellt sich in der Ostseehalle (20 Uhr, live im DSF) ein Gast vor, der wie der THW Kiel zum engsten Kandidatenkreis zählt. Zudem garantiert die schwankende Formkurve beider Klubs ein spannendes Drehbuch mit ungewissem Ende.

Während die Kieler zwischen Sternstunden (34:22 gegen Hamburg) und Besuchen in der Dunkelkammer (23:22 in Pfullingen) pendeln, hat sich das Starensemble der Gäste noch nicht als Mannschaft gefunden. "Wenn es bei denen nicht läuft, dann versuchen es alle im Alleingang. Das reicht aber nicht", hat auch THW-Kapitän Stefan Lövgren die bitteren Heimniederlagen von Stefan Kretzschmar & Co gegen Essen und Flensburg gesehen. "Außerdem haben die beiden Torhüter bisher nicht viel gehalten."

Das könne gern so bleiben, meint der 33-Jährige, der vor drei Wochen im Champions-League-Spiel bei IK Sävehof umknickte, sich den Fuß stauchte und die Bänder dehnte. Seitdem ist er Dauergast bei Physiotherapeut Uwe Brandenburg, einen Ball hat er noch nicht wieder in die Hand genommen. Eine bittere Rolle für den Schweden, der zwischen seinem Wohl und dem der Mannschaft nach einem Mittelweg sucht. "Ich möchte unbedingt mithelfen, dass wir Meister werden. Wir können das wirklich schaffen." Heute muss "Löwe" allerdings noch passen. Zwar ergab eine erneute Röntgenuntersuchung gestern keine neuen Erkenntnisse, "aber 14 Tage Pause wird Stefan voraussichtlich noch in Kauf nehmen müssen", befürchtet Mannschaftsarzt Dr. Brandecker.

Auf dem Weg der Besserung ist Landsmann Marcus Ahlm, der beim World Cup seine Schweden als Kapitän ins Finale führte und dort pausierte. Ein entzündeter Nerv im Rücken hatte Ahlm geplagt. "Ich bin zwar noch ein bisschen steif. Aber mir geht es wieder gut." Damit feiert der Kreisläufer bereits drei Tage nach dem gewonnenen Halbfinale gegen Deutschland ein Wiedersehen mit den Magdeburger Talenten Christian Sprenger, Christoph Theuerkauf und Yves Grafenhorst.

"Verlieren wir, werden uns die Medien wieder eine Krise einreden", meint der erst 20-jährige Grafenhorst. Eine große Boulevardzeitung hatte zuletzt versucht, einen Keil zwischen Bitter und Superstar Stefan Kretzschmar zu treiben, der den formschwachen Torhüter anrüffelte. "Eine Krise gibt es nicht. Unsere Hierarchie ist intakt", weiß Grafenhorst. "Kretsche ist der Chef." Grund zur Klage bietet auch Bitter nicht mehr, der wieder Rückenwind spürt. "Ich habe mich zu sehr unter Druck gesetzt, weil ich noch besser sein wollte als in der letzten Saison. Das ist abgehakt und diese Erfahrung hat mich nur stärker gemacht." In Kiel sieht der 23-Jährige seine "Gladiators" nur in der Außenseiterrolle. "Beim World Cup konnte man sehen wie ernst der THW dieses Spiel nimmt. Zeitz und Fritz waren gar nicht da, die Schweden haben kaum gespielt."

Die Kieler lassen sich indes keinen Sand in die Augen streuen. "Magdeburg ist und bleibt für mich neben Flensburg der Top-Favorit", sagt Torhüter Henning Fritz, "die haben einen riesigen Kader und gute Leute hinzubekommen." Den Hut vor dem SCM zieht auch Uwe Schwenker. Ein eminent wichtiges Spiel sei diese Partie, sagt Kiels Manager. "Wir können nur bestehen, wenn uns die Halle wie gegen den HSV als achter oder neunter Mann zur Seite steht. Von der ersten bis zur letzten Minute."

(Von Wolf Paarmann und Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 23.11.2004)

 


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