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13./14.10.2004 - Letzte Aktualisierung: 14.10.2004 Bundesliga

Zebras nach Sieg über Nordhorn wieder Zweiter

Bundesliga, 7. Spieltag: 13.10.2004, Mi., 20.00: THW Kiel - HSG Nordhorn: 31:26 (20:14)
Update #2 KN-Spielbericht ergänzt...

Johan Pettersson erzielte gegen Nordhorn 6/3 Tore.
Klicken Sie zum Vergrößern! Johan Pettersson erzielte gegen Nordhorn 6/3 Tore.
Der THW hat am Mittwoch Abend in der Kieler Ostseehalle den Tabellenfünften HSG Nordhorn klar mit 31:26 (20:14) geschlagen und sich damit - zumindest vorläufig - wieder auf Platz zwei der Tabelle vorgeschoben. Bester Schütze beim THW war Marcus Ahlm mit sieben Toren. Bei Nordhorn traf Piotr Przybecki zehn Mal.
Bis Mitte der ersten Halbzeit war die Partie ausgeglichen (9:9, 16.), dann aber leistete sich Nordhorn einige Ballverluste - Christian Zeitz kam zu seinen gefürchteten Steals. So zog der THW auf 14:9 (22.) davon und führte zur Pause klar mit 20:14. In der zweiten Halbzeit ließen die Zebras einige klare Chancen aus, doch der 31:26-Sieg war nie gefährdet.

Lesen Sie auch den ausführlichen Spielbericht der Kieler Nachrichten.

Hier geht's zu den Fotos vom Spiel gegen Nordhorn.

Stimmen zum Spiel:

HSG-Manager Bernd Rigterink:
Wir konnten an unsere Leistung gegen Flensburg heute nicht anknüpfen. Unser Saisonziel ist, einen anständigen Tabellenplatz zu erreichen und schönen Handball zu bieten.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Das Spiel hat sich in der ersten Halbzeit entschieden. Im zweiten Durchgang ließ unsere Konzentration nach. Przybecki konnte zehn Tore werfen, weil wir ihn zu nah heran ließen.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Dass wir so sicher gewonnen haben, war für uns sehr wichtig in Hinblick auf die kommenden schweren Spiele, für die wir unser Selbstverwußtsein gestärkt haben.

Stefan Lövgren ist nicht hundertprozentig fit, aber dass er von der ersten bis zur 60. Minute gespielt hat, hat der Mannschaft Sicherheit gegeben.

In den kommenden schweren Spielen sind wir auf die Unterstützung der Zuschauer angewiesen.


7. Spieltag: 13.10.04, Mi., 20.00: THW Kiel - HSG Nordhorn: 31:26 (20:14)

Logo THW Kiel:
Andersson (1.-52., 13 Paraden), Fritz (52.-60. und bei einem 7m, 3 Paraden); Preiß (n.e.), Pettersson (6/3), Lundström (3), Hagen (4), Petersen (n.e.), Lövgren (4), Wagner, Ahlm (7), Boquist (1), Zeitz (6); Trainer: Serdarusic
Logo HSG Nordhorn:
Gentzel (31.-60. und bei einem 7m, 13 Paraden), Larsson (1.-30., 6 Paraden); Machulla, Ursic (1), Arrhenius (3), Riedel (n.e.), Filip (2), Glandorf (5), Przybecki (10), Vranjes (4), Leissink, Schumann, Franzen, Bult (1); Trainer: Lindgren
Schiedsrichter:
Brauer (Hamburg) / Holm (Hagen)
Zeitstrafen:
THW: 0;
Nordhorn: 3 (Glandorf (39.), Vranjes (40.), Arrhenius (48.))
Siebenmeter:
THW: 4/3 (Pettersson scheitert an Gentzel (53.));
Nordhorn: 1/0 (Filip scheitert an Fritz)
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0 (3.), 1:1 2:1, 2:2, 3:2, 3:3 (6.), 5:3 (7.), 5:5 (8.), 7:5, 7:6 (11.), 8:6, 8:7, 9:7, 9:9 (16.), 12:9 (19.), 14:9 (22.), 14:10, 15:10 (23.), 15:11, 16:11, 16:13 (26.), 18:13, 18:14, 20:14;
2. Hz.: 20:15, 22:15, 22:16, 23:16 (35.), 23:17, 24:17 (39.), 24:18, 24:19, 25:19, 25:20, 26:20 (45.), 27:20, 27:21, 28:21 (50.), 28:22, 29:22, 29:23, 29:24, 30:24 (55.), 30:25, 31:25, 31:26
Zuschauer:
10250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 14.10.2004:

Lövgren führte Kiel auf das richtige Gleis

Starker THW-Kapitän beim 31:25-Sieg gegen Nordhorn
Kiel - Der THW Kiel hat gestern Abend nicht nur die HSG Nordhorn mit 31:25 (20:14) besiegt. Nach zuletzt mäßigen Vorstellungen zeigten die Zebras, wozu sie bei disziplinierter Spielweise in der Lage sind. Trotz eines zehnfachen Torschützen Piotr Przybecki in ihren Reihen, waren die Niedersachen völlig chancenlos.

In Flensburg verschenkten die Kieler den Sieg, weil sie am Ende ihr Konzept verloren. In Göppingen kosteten viele Fehler wichtige Punkte. Zum Champions-League-Auftakt in Island passte gar nichts mehr zusammen. "Wir sind genervt", brachte Stefan Lövgren die Stimmung innerhalb der Mannschaft vor dem Nordhorn-Spiel auf den Punkt.

Doch gestern Abend zeigten die Kieler ein anderes Gesicht. Ohne eine einzige Zeitstrafe stand die Abwehr felsenfest. Der einzige Spieler, der einen Schlüssel für den engen Gürtel um den guten Mattias Andersson besaß, war ein alter Bekannter - Piotr Przybecki. Der Pole wurde in Kiel drei Jahre gewogen und für zu leicht empfunden. Für Nordhorn warf er gestern zehn Tore. "Es war ein schönes Gefühl, den Zuschauern zu zeigen, dass ich es doch kann", blieb seine Freude dennoch gedämpft. "Wir haben verloren. Das zählt."

Viel mehr als den Ex-Kieler hatten die Gäste im Angriff nicht zu bieten. Jung-Nationalspieler Holger Glandof hatte sein Frühstücksei mit Streusalz gewürzt und der säbelbeinige Pierre Littbarski des Handballs, Ljubomir Vranjes, konnte die Kieler nur am Anfang schrecken.

Im Angriff spulte das Team von Noka Serdarusic die Spielzüge ohne Hast ab. Auch Christian Zeitz hatte das Dynamit in seinem linken Arm gut im Griff. In der Abwehr klaute er gleich dreimal den Ball, vorne glänzte er mit intelligenten Anspielen und sechs Treffern. Was zu beweisen war: Der 24-Jährige ist auch Mannschaftsspieler. Seine Ballgewinne legten in der ersten Halbzeit den Grundstein dafür, dass Kiel von 9:9 (16.) vorentscheidend auf 14:9 (22.) davonzog.

Ein kleiner Bruch in das Spiel der Kieler kam erst in der zweiten Halbzeit, als HSG-Coach Ola Lindgren ("Wir waren nicht in der Lage, diese starken Kieler zu schlagen") den Schrecken jeden Handballers einwechselte. Weltklasse-Torhüter Peter Gentzel ließ nur elf Treffer zu und brachte vor allem seine schwedischen Landsleute schier zu Verzweiflung. Besonders Johan Pettersson zog er den Zahn. "Gentzel hat den Kasten richtig zugemacht. Das kann er." Vor der Leistung seines Ex-Kollegen Przybecki zog der THW-Rechtsaußen tief den Hut. "Wir haben uns in der Abwehr immer wieder abgesprochen. Aber wenn Piotr trifft, dann trifft er."

Noka Serdarusic ging gegen die hoch gehandelten Niedersachen auf Nummer sicher und schickte nach den zuletzt schwachen Vorstellungen von Martin Boquist seinen Kapitän Lövgren als Mittelmann auf die Platte. "Es war sehr wichtig für unser Spiel, dass Lövgren wieder 60 Minuten dabei war."

Er könne richtig Gas geben, hatte der 33-Jährige nach dem Abschlusstraining signalisiert. Und er hielt Wort. Die Anspiele auf Marcus Ahlm waren wieder Güteklasse eins, und wenn der Vorsprung schmolz, dann warf er den Ball einfach selbst ins Tor. Rechtzeitig vor den wichtigen Spielen in der Champions League und dem Bundesliga-Gipfel gegen den HSV Hamburg stellte der Kapitän höchstpersönlich die Weichen, um den neuen Tabellenzweiten wieder ins richtige Gleis zurückzuführen.

(Von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 14.10.2004)


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