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24./25.02.2008 - Letzte Aktualisierung: 25.02.2008 Champions League

Champions League: THW erlebt schwarzen Sonntag in Leon

Keine Chance bei 24:28-Niederlage

CL, Gruppe 1, 3. Spieltag: 24.02.2008, So., 17.30: Ademar Leon - THW Kiel: 28:24 (14:11)
Update #2 KN-Spielbericht, THW-Splitter, Fotos, Stimmen und Spielbericht ergänzt...

Auch 16 Paraden von Mattias Andersson konnten die Niederlage  nicht verhindern.
Klicken Sie zum Vergrößern! Auch 16 Paraden von Mattias Andersson konnten die Niederlage nicht verhindern.
Der THW Kiel hat erstmals seit März 2007 wieder ein Spiel in der Champions League verloren. Am dritten Spieltag in der Hauptrunden-Gruppe 1 unterlag der Titelverteidiger dem spanischen Spitzenclub Ademar Leon in einer hitzigen Partie nach schwacher Leistung mit 24:28 (11:14). Um nun aus eigener Kraft das Halbfinale zu erreichen, benötigt der THW, bei dem Marcus Ahlm mit sechs Treffern und Mattias Andersson mit sechzehn Paraden die erfolgreichsten Akteure waren, am Donnerstag nun unbedingt einen Sieg bei Chehovski Medvedi Moskau.
Die Halle "Palacio de los Deportes" in Leon war prall gefüllt, über 5000 Fans wollten einen Sieg ihres Teams gegen den Titelverteidiger erleben und machten von Beginn an einen Höllenlärm. Dennoch blieb der THW, der auf den verletzten Thierry Omeyer verzichten musste, in der Anfangsphase cool und ging mit 3:1 in Führung. Stefan Lövgren begann auf der Spielmacherposition und gestaltete den Kieler Spielaufbau gegen die offensive, aggressive Abwehr der Gastgeber zunächst problemlos. Doch Ademar ließ sich durch den Blitzstart des THW nicht schocken, der 24-Jährige Daniel Sarmiento, der für den verletzten Dänen Claus Möller Jakobsen die Position im mittleren Rückraum bekleidete, und der erst 19-jährige slowakische Shootingstar Martin Stranovsky per Siebenmeter glichen aus. Und es kam noch besser für die Gastgeber: Der überragende Saric parierte Würfe von Lövgren und Karabatic, Valcic und erneut Sarmiento brachten Leon mit 5:3 in Führung.

Überragender Rückhalt bei Ademar: Torhüter Danijel Saric.
Überragender Rückhalt bei Ademar: Torhüter Danijel Saric.
Doch der THW hatte nach dem 6:4 per Siebenmeter durch Stranovsky nun seine beste Phase im Spiel. Die Deckung stand nun gut und zwang die Spanier zu Fehlern, zudem parierte Mattias Andersson nun mehrfach glänzend gegen Sarmiento. Im Angriff zog Lövgren weiterhin glänzend die Fäden, bediente zweimal Marcus Ahlm und erzielte einen Treffer nach einem Missverständnis in Leons Abwehr selbst. Als dann noch Nikola Karabatic mit seinem zweiten Tor auf 8:6 für die Zebras erhöhte, lagen sie wieder gut im Kurs, ließen sich auch durch Sarmientos dritten Treffer nicht aus dem Konzept bringen und legten sofort wieder nach - erneut dank der Achse Lövgren/Ahlm. Dieser Treffer zum 9:7 sollte aber der letzte Kieler Treffer für neun Minuten bleiben...

Schon vorher war im Kieler Angriff nicht alles Gold, Noka Serdarusic brachte deshalb Dominik Klein für Henrik Lundström und Christian Zeitz für Kim Andersson. Doch das Aufbauspiel beim Titelverteidiger lahmte nun noch mehr. Hektische Anspiele, Fehlwürfe von Karabatic, Zeitz und Kavticnik - den Kielern wollte im Angriff nichts mehr gelingen. Leon kam so nicht nur zum Ausgleich, sondern ging durch Stranovsky in Führung und baute diese durch Krivoshlykov, Valcic und erneut Stranovsky weiter aus. Plötzlich führte Ademar mit 13:9, die Kieler konnten sich hingegen sogar noch bei Mattias Andersson bedanken, dass der Rückstand nicht noch höher ausfiel. Erst ein Treffer von Karabatic brach den neunminütigen "Tor-Bann", dennoch ging es mit einem 11:14-Rückstand in die Kabinen.

Dominik Klein erzielte insgesamt vier Treffer.
Dominik Klein erzielte insgesamt vier Treffer.
Dort dürfte es klare Worte von Noka Serdarusic gegeben haben, insbesondere mit seiner rechten Angriffsseite war er nicht zufrieden. Konsequenterweise beorderte er Nikola Karabatic in den rechten Rückraum, als Spielmacher fungierte nun Viktor Szilagyi für den angeschlagenen Stefan Lövgren. Doch die Kieler konnten den Rückstand zunächst nicht verkürzen: Die Abwehr stand zwar immer noch passabel, doch das Angriffsspiel wurde immer konfuser und hektischer. So hielt Leon den knappen Vorsprung durch Treffer von Valcic und Stranovsky, der sich auch nicht davon irritieren ließ, dass Thierry Omeyer bei den Strafwürfen eingewechselt wurde.

Kieler Hoffnung keimte erst auf, als Dominik Klein mit zwei cleveren Treffern aufhorchen ließ, Omeyer einen Strafwurf von Costa sowie den Nachwurf von Aguinagalde parierte und Leon trotz dreier Strafzeiten für Kavticnik (zwei) und Karabatic den Vorsprung nicht ausbauen konnte.

Nikola Karabatic sah in der  48. Minute nach dritter Zeitstrafe die rote Karte.
Nikola Karabatic sah in der 48. Minute nach dritter Zeitstrafe die rote Karte.
Allerdings brachten sich die Zebras immer wieder selbst in die Bredouille, kopflose Angriffsaktionen von Szilagyi, Zeitz und Jicha verhinderten die Aufholjagd, während die Kieler in der immer hektischer werdenden Partie zunehmend mit dem überforderten ungarischen Schiedsrichtergespann haderten. Da Stranovsky vom Siebenmeter-Punkt weiter cool blieb, hielt sich der Vorsprung Leons auch weiterhin. Ein Glückstor von Filip Jicha - sein Rückraumwurf wurde von der spanischen Abwehr noch unhaltbar abgefälscht - war dann aber die Initialzündung für den Tschechen, der gleich im nächsten Angriff erneut erfolgreich war. Erstmals im zweiten Durchgang verkürzte der THW beim 18:20 (46.) bis auf zwei Tore.

Doch die Hoffnung auf eine Wende war nur von kurzer Dauer: Urdiales traf für Leon zum 21:18, Saric parierte auf der anderen Seite einen weiteren Gewaltwurf, der lange untergetauchte Sarmiento erhöhte gar auf 22:18. Und als Nikola Karabatic nach Kleins schönem Anschlusstreffer nach einem Foul an Valcic seine dritte Zeitstrafe und damit die rote Karte sah, waren die Chancen auf den ersten Punktgewinn bei einer spanischen Mannschaft in der Champions League seit 1999 fast gänzlich entschwunden.

Filip Jicha war in der Schlussphase stark.
Klicken Sie zum Vergrößern! Filip Jicha war in der Schlussphase stark.
Die Kieler versuchten noch einmal alles, insbesondere Filip Jicha stemmte sich gegen die drohende Niederlage. Doch auch die genommene Auszeit Serdarusic' sowie die ebenfalls durch die dritte Zeitstrafe verursachte rote Karte für Aguinagalde brachten den THW nicht in Schlagdistanz. Als dann auch noch Filip Jicha für zwei Minuten auf die Bank musste, brachen die Zebras endgültig auseinander: Zweimal Linksaußen Stranovsky, der immer wieder auch aus dem Rückraum traf, sowie Aguirrezabalaga erhöhten von 25:22 auf 28:22 und sorgten so für den endgültigen Knock-Out des THW.

Immerhin gelangen Ahlm und Klein in den letzten Minuten noch eine leichte Ergebniskosmetik, immerhin hielt Andersson noch zwei Würfe der Gastgeber. Sollte letztlich der direkte Vergleich zwischen Ademar und dem THW um den Halbfinaleinzug entscheiden, so müssen die Zebras am letzten Spieltag immerhin "nur" vier Tore aufholen - mit der in Spanien gezeigten Angriffsleistung aber schwierig genug.

(Sascha Krokowski)

In der zweiten Partie der Gruppe 1 setzte sich am Sonntagabend Chehovski Medvedi Moskau mit 34:29 (16:15) bei US Ivry durch (siehe Spielbericht). Während die Franzosen noch immer auf den ersten Punkgewinn warten, stehen Moskau, Leon und Kiel nun punktgleich mit 4:2 Punkten da.

 

Lesen Sie auch den Spielbericht der Kieler Nachrichten und die THW-Splitter.

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Unsere rechte Seite mit Andersson, Zeitz und Kavticnik hat komplett versagt. Das war ein total hektischer Nachmittag. Von Handball war nicht viel zu erkennen.

Bei den Schiedsrichtern hätten wir wochenlang spielen können, ohne zu gewinnen.

THW-Torhüter Mattias Andersson gegenüber den KN:
Wenn man lange nicht gespielt hat, dauert es eine Weile, bis man ins Spiel gefunden hat. Danach lief es ganz gut für mich. Aber ich kann nicht zufrieden sein, wenn die Mannschaft nicht gewinnt. Die Niederlage hatte viele Ursachen. So haben wir für unsere Verhältnisse sehr wenig Tore geworfen und die Schiedsrichter - naja, wir müssen auch auf unsere eigene Leistung schauen.
THW-Linksaußen Dominik Klein gegenüber den KN:
Dass die Atmosphäre hier so heiß sein würde, haben wir gewusst. Das darf keine Entschuldigung sein. Aber so laut wie die Fans geschrieben haben, so hart hat die Ademar-Abwehr zugeschlagen. Wir haben jetzt in Moskau die zweite Chance. Und die wollen wir nutzen.
THW-Rückraumspieler Filip Jicha gegenüber den KN:
Wir haben nicht gespielt, was wir uns vorgenommen hatten. Unsere Deckung war nicht konsequent. Im Angriff haben wir viele Chancen ausgelassen. Wir haben den Fehler gemacht, uns damit zu lange zu belasten. Der Kopf war nicht klar.

Champions League, Gruppe 1, 3. Spieltag: 24.02.08, So., 17.30: Ademar Leon (ESP) - THW Kiel: 28:24 (14:11)

Logo Leon Ademar Leon (ESP Flagge ESP):
Saric (1.-60., 18 Paraden), Alilovic (n.e.); Ruesga, Valcic (5), Castresana (1), Aguinagalde (1), Sarmiento (6), Krivoshlykov (1), Aguirrezabalaga (2), Stranovsky (10/5), Costa (1), Urdiales (1), Sigurdsson; Trainer: Ribera
Logo THW Kiel:
Omeyer (bei 4 Siebenmetern, 2/1 Paraden), M. Andersson (1.-60., 16 Paraden); Lund (1), K. Andersson (1), Lundström, Kavticnik (2/1), Anic (n.e.), Lövgren (1), Ahlm (6), Szilagyi, Zeitz, Karabatic (4), Klein (4), Jicha (5); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Peter Herczeg / Peter Südi (HUN)
Zeitstrafen:
Leon: 7 (3x Aguinagalde (11.,16.,53.), Stranovsky (37.), Valcic (42.), 2x Sigurdsson (56.,59.));
THW: 7 (3x Karabatic (26.,39.,48.), 2x Kavticnik (35.,37.), Zeitz (42.), Jicha (55.))
Rote Karten:
Leon: Aguinagalde (3. Zeitstrafe, 53.);
THW: Karabatic (3. Zeitstrafe, 48.)
Siebenmeter:
Leon: 6/5 (Omeyer hält Costa (39.));
THW: 1/1
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:1, 1:3, 5:3 (9.), 5:4, 6:4 (11.), 6:8 (18.), 7:8, 7:9 (19.), 13:9 (28.), 13:10, 14:10, 14:11;
2. Hz.: 15:11, 15:12, 16:12, 16:13, 17:13, 17:14, 18:14, 18:15 (36.), 19:15, 19:16, 20:16, 20:18 (46.), 22:18, 22:19, 23:19, 23:20, 24:20, 24:21 (53.), 25:21, 25:22, 28:22, 28:24.
Zuschauer:
4500 (Palacio de los Deportes, Leon (ESP))

 

Kurzumfragen:

CL: Wer wird Gruppensieger?
THW 94.7%
Leon 3.5%
Moskau 1.1%
Ivry 0.7%
Anzahl Stimmen: 2544

 


Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Bereits am Donnerstag sind der VfL Gummersbach und der HSV Hamburg in den dritten Hauptrunden-Spieltag der Königsklasse gestartet, allerdings mit unterschiedlichem Erfolg: Die Oberbergischen hatten bei ihrem Heimspiel vor nur 4700 Zuschauern in der Köln-Arena gegen den Top-Favoriten Ciudad Real (ESP) alle Chancen auf einen Sieg, führten kurz vor Schluss in Überzahl mit einem Tor und kassierten letztlich doch eine dumme 27:28-Niederlage. Damit dürfte beim VfL trotz acht Treffern von Alvanos der Traum vom Halbfinaleinzug ausgeträumt sein, in der in der Gruppe 2 führt Ciudad Real die Tabelle souverän mit 6:0 Punkten an.

Einen großen Schritt Richtung Vorschlussrunde hat aber der HSV Hamburg gemacht: Das Team von Martin Schwalb bezwang in der Color Line Arena dank 15/6 Treffern von Kyung-Shin Yoon den spanischen Spitzenclub Portland San Antonio mit 32:29 und führen die Tabelle der Gruppe 3 mit nunmehr 5:1 Punkten weiter an. Die SG Flensburg-Handewitt hingegen kann den erneuten Halbfinal-Einzug wohl abhaken: Auch im dritten Spiel konnte der letztjährige Finalist nicht gewinnen und unterlag am Sonntag bei Croatia Zagreb mit 25:29, nachdem man lange Zeit - bis zum 23:19 - wie der sichere Sieger ausgesehen hatte.

Alle Ergebnisse des CL-Spieltages finden Sie hier.

Die weiteren Europapokal-Wettbewerbe tragen ihre Viertelfinal-Duelle erst am 08./09. sowie am 15./16. März aus.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 25.02.2008:

THW Kiel: Jetzt beginnt das Zittern

Schwache "Zebras" verlieren 24:28 in Leon
Leon - Dämpfer für den THW Kiel in der Hauptrunde der Champions League. Der Titelverteidiger unterlag gestern Nachmittag bei Ademar Leon mit 24:28 (11:14) Toren und muss ab sofort um den Einzug in das Halbfinale bangen.

4500 Fans im "Palacia Municipal de los Deportes" feierten den Tabellendritten der Liga Asobal und sorgten für einen Ausnahmezustand. Schon am Donnerstag wartet in Russland mit Medwedi Moskau die nächste Hürde. Dort geht es für Kiel fast schon um Alles oder Nichts.

Jordi Ribera hatte den THW stark geredet. Kiel verfüge über die besten Einzelspieler der Welt und sei auch als Mannschaft kaum antastbar, hatte Ademars Trainer vor der Partie erklärt. Außerdem beklagte er den Ausfall seiner beiden verletzten Leistungsträger, Spielmacher Claus Möller Jacobsen und Linkshänder Mateo Garraldo. Dennoch, so Ribera, vertraue er seinem Kader. "Ich hoffe, die Spieler aus der zweiten Reihe können einspringen und über sich hinauswachsen. Dann schlagen wir mit Hilfe unserer Fans auch diese großartige Mannschaft."

Auf die Fans war tatsächlich Verlass. 60 Minuten lang verwandelte der Ademar-Anhang die Sportarena in ein Tollhaus. Der harte Kern mit Trommlern und Mikrofon hatte sich gar den Flensburger Fan-Block zum Vorbild genommen. "Scheiß THW", skandierten die jungen Leute. Mit spanischem Akzent klingt dieser Satz allerdings nicht ganz so hart.

Die "Zebras" starteten selbstbewusst und legten durch Nikola Karabatic, Kim Andersson und Filip Jicha eine 3:1-Führung vor. Nur schleppend fand Mattias Andersson in die Begegnung, als der Schwede nach elf Minuten seine erste von 15 Paraden zeigte, war der Knoten aber geplatzt. Mit seiner Hilfe hatten die Kieler bis zur 20. Minute und dem 9:7 leicht die Nase vorn. Dann genehmigten sie sich jedoch eine kollektive Auszeit. Einerseits verdichtete Leons serbischer Torhüter Danjel Saric sein Gehäuse zur Wand, andererseits ließen Karabatic, Kavticnik, Andersson und Marcus Ahlm erstklassige Gelegenheiten ungenutzt. Die Folge: acht lange Minuten Kieler Torflaute, Leon setzte sich auf 14:10 ab, bevor Vid Kavticnik per Siebenmeter den 11:14-Halbzeitstand perfekt machte.

300 Meter von der städtischen Stierkampfarena entfernt, verwandelte sich die Sporthalle in Halbzeit zwei komplett in einen Hexenkessel - auch weil das schwache ungarische Schiedsrichtergespann mit konfusen Entscheidungen in beide Richtungen das Feuer erst richtig entfachte. Spielfluss und durchdachte Aktionen hatten jetzt Seltenheitswert. Auf beiden Seiten wurde die Brechstange ausgepackt, nicht schön, aber spannend und unterhaltsam. Serdarusic ("Bei den Schiedsrichtern hätten wir noch wochenlang spielen können, ohne zu gewinnen") wechselte komplett durch, in den Griff bekam die Partie aber kein Kieler Spieler mehr. Einen rabenschwarzen Tag erwischten Christian Zeitz und Kim Andersson, denen gestern gar nichts gelingen wollte.

Längst hielt es keinen der Zuschauer mehr auf den Sitzen. Die Hektik spielte vor allem Ademar in die Karten, der THW kam nicht auf Tuchfühlung, lag stets zwei, drei Tore zurück, und als Nikola Karabatic nach angeblichem Foul an Valcic die dritte Zeitstrafe und Rot sah, sanken Kiels Hoffnungen auf ein Minimum.

Nacheinander scheiterten dann Börge Lund, Ahlm und nochmals Lund am überragenden Saric, der insgesamt 18 Bälle hielt, die Waagschale neigte sich auf die Seite Leons. Am Ende wurde die Handballhalle zur atmosphärischen Stierkampfarena. Mit "Hej, hej, hej" begleiteten die Fans jeden Leoner Ballkontakt. Drei Minuten vor der Schlusssirene traf Stranovsky zum 28:22 - die Entscheidung. Der Rest war nur noch Kosmetik.

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 25.02.2008)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 25.02.2008:

THW-Splitter

  • International:
  • Ademar ist eine hochkarätig besetzte Multi-Kulti-Truppe. Nicht weniger als sieben Nationalspieler waren im Januar bei der Europameisterschaft in Norwegen dabei. Insgesamt stecken neun unterschiedliche Nationen mit zusammen gerechnet 958 Nationalmannschaftseinsätzen im gemeinsamen Ademar-Trikot. Zu sieben Spaniern gesellen sich zwei Kroaten und je ein Serbe, Ungar, Portugiese, Slowake, Däne, Isländer und Russe.

  • Geschichtsbewusst:
  • Der 1956 gegründete Verein von Präsident und Ex-Spieler Juan Arias verdankt seinen Namen der Abkürzung von Asociacion De Ex alumnos MARistas", was auf die Tradition der Maristenbrüder in der 68 n. Chr. gegründeten Stadt hinweist. Den Aufstieg in die Liga Asobal feierte der Klub nach der Saison 1993/94, jenem Jahr, in dem der THW nach 31 Jahren Pause seine erste Meisterschaft unter Trainer Noka Serdarusic.

  • Schweißperle:
  • Perfekter Start in Lübeck, perfektes Schweben in 6000 Meter Höhe bei strahlendem Sonnenschein. Drei Stunden lang fühlte sich der Hinflug mit der zweimotorigen Chartermaschine der OLT an wie in Watte gepackt. Dabei sind Flüge mit den "Zebras" normalerweise nicht ohne "action" zu haben. Nun, der 35 Personen umfassende Tross aus Spielern und Begleitung wurde auch bei dieser Reise nicht "enttäuscht", musste jedoch bis zur Landung in Leon auf sein kleines Abenteuer warten. Die Maschine geriet in eine Windboe, und das geplante butterweiche Aufsetzen geriet zur Vollbremsung. Taschen, Hefte, Bücher und andere nicht befestigte Dinge rauschten quer durch das Flugzeug. Heimlich wischte sich der eine oder andere THW-Spieler beim Ausstieg Schweißperlen aus seinem Gesicht.

  • Besuch:
  • Unerwarteten Besuch bekamen die "Zebras" am Sonnabend in der Bar ihres Vier-Sterne-Domizils Hotel Luis de Leon. Bepackt mit Geschenktüten voller spanischer Leckereien schaute der Schwiegervater von Demetrio Lozano auf eine Stippvisite vorbei. Die Freude war groß. "Deme" Lozano trug das THW-Trikot von 2001 bis 2004, avancierte zum Publikumsliebling und fühlte sich auch privat mit Ehefrau Nuria pudelwohl in Kiel. In Schleswig-Holstein wurden auch die beiden Mädchen des Paares, Nuria und Lara, geboren. Ehefrau Nuria ist in Leon groß geworden. Sie lernte den gebürtigen Madrilenen Demetrio kennen, als dieser seine Handballkarriere 1994 in Leon startete. Der 32-Jährige spielt zurzeit wieder beim FC Barcelona, den er 2001 Richtung Kiel verlassen hatte.

    (von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 25.02.2008)


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