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15.-19.11.2007 - Letzte Aktualisierung: 19.11.2007 Champions League

Champions League: THW nach deutlichem Erfolg gegen Montpellier Gruppensieger

CL, Gruppe B, 5. Spieltag: 15.11.2007, Do., 19.15: THW Kiel - Montpellier HB: 32:24 (18:14)
Update #3 Europacup-Ergebnisse der deutschen Teams, KN-Spielbericht, weitere Stimmen, Fotos und Spielbericht ergänzt...

Jubelfaust: Dominik Klein nach dem klaren Erfolg gegen Montpellier HB.
Klicken Sie zum Vergrößern! Jubelfaust: Dominik Klein nach dem klaren Erfolg gegen Montpellier HB.
Mit einem deutlichen Erfolg gegen den ersatzgeschwächten französischen Vizemeister Montpellier HB hat sich der THW Kiel am Donnerstag Abend den Gruppensieg in der Gruppe B gesichert. Gegen zumeist zahme Franzosen war es die Kieler Defensive, die vor allem im zweiten Abschnitt die Gäste kaum zum Luftholen kommen ließ. Ein starker Thierry Omeyer hinter einer Beton-Defensive und sieben Tore von Kim Andersson ließen am Ende die Kieler Fans "Oh wie ist das schön!" singen. Bei den Gästen wusste einzig Kreisläufer David Juricek zu überzeugen, der neunmal traf.
Trotz der Ereignisse im Hinspiel wurden die Gäste auch mit Applaus empfangen. Ein Grund wohl auch: Issam Tej, der Karabatic
Erfolgreichster Torschütze der Partie: David Juricek.
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damals foulte, war ebenso nicht mit von der Partie wie Joel Abati, Mittelmann Heykel Megannem, Linksaußen Michael Guigou und Rückraumshooter William Accambray. Derart ersatzgeschwächt wollten die Franzosen trotzdem zeigen, dass sie zu den besten Teams in Europa gehören. Bis zur 10. Minute ging dieser Plan auch auf. In einer von Fehlern auf beiden Seiten geprägten Anfangsphase hatten die mit jeweils zwei Toren von Juricek und Ersatz-Mittelmann Bojinovic ein 4:4 halten können, ehe ausgerechnet Nikola Karabatic mit einem Hammer in Überzahl das Signal zur ersten Attacke setzte. Kapitän Stefan Lövgren, der in der ersten Hälfte nicht zu stoppende Marcus Ahlm und Kim Andersson mit einem wuchtigen 107-km/h-Wurf erhöhten binnen vier Minuten auf 8:4, zwei weitere Andersson-Treffer und Dominik Kleins mit 105 km/h abgeschlossener Tempogegenstoß bedeuteten die Kieler 12:6-Führung. Nach 19 Minuten schien die Partie in eine vorentscheidende Phase getreten. Dies bemerkte auch Montpelliers Coach Patrice Canayer, der den Kieler Lauf, der von tollen Paraden Omeyers eingeleitet wurde, mittels einer Auszeit stoppen wollte.

Starke erste Halbzeit: Marcus Ahlm erzielte fünf Tore in den ersten dreißig Minuten.
Klicken Sie zum Vergrößern! Starke erste Halbzeit: Marcus Ahlm erzielte fünf Tore in den ersten dreißig Minuten.
Das Time-Out war in der Tat auch genau das richtige Mittel - ehe es sich die Zebras versahen, waren die Gäste wieder dran. Vier schnelle Gegentore in weniger als 90 Sekunden, beim 10:12 waren die Franzosen urplötzlich wieder dran. In der Folge spielten diese auch gefällig mit, vor allem die jungen Ergänzungsspieler schienen die Ehrfurcht vor dem THW ein wenig abzulegen. Das größte Manko allerdings: Der gefürchtete Defensive Montpelliers merkte man das Fehlen vieler Leistungsträger besonders an, teilweise zahnlos versuchten die Franzosen, den THW zu beissen. Ein Unterfangen, das zum Scheitern verurteilt war - auch, weil sich die Kieler zum Ende des ersten Durchgangs wieder auf ihre Stärken besannen und nach dem zwischenzeitlichen 15:13 (27.) innerhalb von zwei Minuten durch einen Lövgren-Hüftwurf, einen Tempogegenstoß von Klein nach tollem Pass von Omeyer und Kavticniks einzigem Treffer des Spiels auf 18:13 davon zogen - Bojinovics Treffer besiegelte den Halbzeitstand von 18:14 für die Kieler.

Kein Durchkommen für Samuel Honrubia: Der THW Kiel mischte Abwehr-Beton an.
Klicken Sie zum Vergrößern! Kein Durchkommen für Samuel Honrubia: Der THW Kiel mischte Abwehr-Beton an.
Die schienen die Pause nach einigem Hin und Her zu Beginn der zweiten Hälfte besser "verdaut" zu haben. Drei Tore in weniger als zwei Minuten - das 21:14 riss die Fans von den Sitzen. Auch, weil Omeyer nun zur schier unüberwindbaren Wand wurde, auch, weil der THW nun in der eigenen Defensive begann, Beton anzumischen. Selbst in Unterzahl zwangen die Kieler ihre Gegner dreimal zum angezeigten Zeitspiel, doch im Angriff nutzte dies zunächst wenig. Was folgte, waren sechs torlose Minuten, in der MAHB-Torhüter Maggaiz sich ebenfalls mehrfach auszeichnen konnte. Börge Lund war es, der nach seiner Einwechslung der Zebra-Torflaute den Kampf ansagte. Ein Hammer unter die Latte zum 22:16, kurz darauf das 23:16 - die Kieler waren fortan auch im Angriff wieder in der Spur, während von Montpellier nur noch wenig Gegenwehr kam. So wurden die letzten 15 Minuten noch zur Lundström-Show, der in der letzten Viertelstunde rotzfrech fünf Tore erzielte, zwei davon vom Siebenmeterstrich. Er war es auch, der nach Szilagyis
Strahlende Gesichter: Nikola Karabatic und Vid Kavticnik
Klicken Sie zum Vergrößern! Strahlende Gesichter: Nikola Karabatic und Vid Kavticnik
108-km/h-Hüftgeschoss (28:20) mit einem Doppelpack die Kieler Champions-League-Fete beim 30:21 endgültig einläutete - während die Gäste die sich ihnen nun durch in der Konzentration nachlassende Zebras ermöglichte Chance nutzten, das Resultat ein wenig schmeichelhafter zu gestalten. Längst hatten sich die Zuschauer zu diesem Zeitpunkt schon von den Sitze erhoben, um den Gruppensieg zu feiern. Als ausgerechnet Karabatic gegen sein ehemaliges Team den 32:24-Endstand erzielte, huldigte das Publikum seinen Zebras bereits mit Gesängen.

Ungeschlagen die zweite Gruppenphase der Champions League erreicht, teilweise überzeugende Erfolge eingefahren und dadurch das Minimalziel erreicht: Mit dem THW ist wieder zu rechnen!

Nach dem Spiel durfte allerdings auch Montpellier jubeln, im zweiten Spiel der Gruppe B verpasste es Staffan Olssons Hammarby IF bei den bis dato sieglosen Rumänen von HCM Constanta, ein Endspiel um den Einzug in die nächste Runde am kommenden Wochenende gegen Montpellier zu erzwingen. Durch die 30:32-Niederlage in Constanta verpassten die Schweden die Zwischenrunde.

(Christian Robohm)

Hier geht's zu weiteren Fotos vom Spiel...

Lesen Sie auch den Spielbericht der Kieler Nachrichten.

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Wir haben in den ersten 30 Minuten nur zwei Fehler in der Abwehr gemacht. Die restlichen Gegentore resultierten aus Fehlern von uns im Angriff. Thierry Omeyer hat gut gehalten, daher haben wir letztlich nur so wenig Gegentore kassiert.
MAHB-Trainer Patrice Canayer:
Zunächst einen Glückwunsch an den THW für die gezeigte Leistung. Für uns war es natürlich schwer, hierher zu kommen, wenn die halbe Mannschaft verletzt ist. Von daher bin ich zufrieden, mein Team hat gut gekämpft. Ich hätte mir an manchen Stellen nur noch ein wenig mehr Aggressivität gewünscht. Aber da es so schwer für uns war, sich auf dieses Spiel vorzubereiten, sehe ich unsere Leistung nicht so negativ.

Aus den KN:
Canayer zum dolmetschenden Karabatic:
Sag Noka, dass wir Dich nächstes Jahr für sechs Monate ausleihen wollen!

Noka Serdarusic (zu Karabatic):
Ich glaube nicht, dass Du Dich irgendwo ohne mich wohl fühlst.

Patrice Canayer (zu Serdarusic):
Kein Problem, Du kannst Co-Trainer werden.

Nikola Karabatic:
Wir haben gut gespielt, dann einige Gegenstöße gespielt und hätten sogar noch deutlicher führen können. In der ersten Halbzeit waren wir in den letzten fünf Minuten zu hektisch, sonst wäre ein größerer Vorsprung drin gewesen.

In der Abwehr standen wir sehr gut, waren sehr aggressiv und Titi hat dahinter sehr gut gestanden.

Natürlich war dies ein besonderes Spiel für mich. Ich habe fünf Jahre in Montpellier gespielt, dies war eine schöne Zeit und wir hatten eine Menge Titel gewonnen. Jetzt bin ich in Kiel und gewinne nun hier eine Menge Titel. Natürlich wollte ich gegen meinen ehemaligen Verein gewinnen. Ich habe eine Menge dort gelernt, ohne das hätte ich niemals nach Kiel wechseln können.

Der Gruppensieg war ganz wichtig für uns. Wir sind Favoriten. So müssen wir uns auch verhalten und zeigen, dass wir die Champions League gewinnen wollen. Der Gruppensieg war dafür ein wichtiges Signal.

THW-Mittelmann Stefan Lövgren:
Wir haben gut gespielt, nur eine Phase in der ersten Halbzeit war weniger gut, aber ingesamt sind wir sehr zufrieden.

Man sollte nicht vergessen, dass Montpellier auch vier, fünf verletzte Spieler hat, aber wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und gehören zu Europas Spitze.

MAHB-Mittelmann Mladen Bojinovic:
Es macht natürlich Spaß, in so einer riesigen Halle mit so einer schönen Atmosphäre und 10.000 Zuschauern zu spielen. Trotz unserer Niederlage können wir zufrieden sein. Natürlich sind wir auch froh über die Niederlage Hammarbys in Constanta. Damit haben wir vorzeitig die zweite Runde erreicht, was nicht so leicht für uns war.

Gegenüber den KN::
Am Anfang der zweiten Halbzeit hat sich der THW endgültig klare Vorteile verschafft.

THW-Torhüter Thierry Omeyer gegenüber den KN:
Es war toll! Es ist nicht einfach, gegen alte Kollegen zu spielen, aber wir haben Montpellier gezeigt, dass wir sie schlagen können. Ich war von Anfang an konzentriert.
MAHB-Rückraumspieler Cedric Burdet:
Wenn man so schlecht spielt wie ich, hat man keine Chance in Kiel.

 


Champions League, Gruppe B, 5. Spieltag: 15.11.07, Do., 19.15: THW Kiel - Montpellier HB (FRA): 32:24 (18:14)

Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-60., 20 Paraden), M. Andersson (n.e.); Lund (2), K. Andersson (7), Lundström (5/2), Kavticnik (1), Anic, Lövgren (4), Ahlm (5), Szilagyi (1), Karabatic (2), Klein (5); Trainer: Serdarusic
Logo Montpellier HB (FRA Flagge FRA):
Karaboue (1.-18., 4 Paraden), Maggaiez (18.-60., 11 Paraden); Salou (2), Tomas, Burdet, Junillon (1), Francois-Marie, Honrubia (1), Juricek (9), Di Panda (2), Pongerad, Bojinovic (5/2), Hmam (4/1); Trainer: Canayer
Schiedsrichter:
Hlynur Leifsson / Anton Palsson (ISL)
Zeitstrafen:
THW: 2 (Klein (35.), Ahlm (47.)) ;
MAHB: 4 (Hmam (9.), Juricek (23.), Di Panda (54.), Salou (59.))
Siebenmeter:
THW: 4/2 (Karaboue hält Kavticnik (8.), Maggaiz hält Karabatic (25.));
MAHB: 5/3 (Omeyer hält Bojinovic (16.) und Hmam (44.))
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 3:1, 3:3 (5.), 4:4, (9.), 8:4 (14.), 10:5, 12:6 (19.), 12:10 (21.), 13:11, 14:12, 15:13 (27.), 18:13 (29.), 18:14;
2. Hz.: 21:14 (34.), 21:16 (41.), 23:16 (43.), 25:17 (45.), 25:18, 27:18 (52.), 28:21 (55.), 30:21 (56.), 30:24, 31:24.
Zuschauer:
10250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)

Kurzumfragen:

Die Umfragen sind nicht mehr verfügbar.

 


Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

In der Gruppenphase der Champions League sind für Hamburg und Gummersbach bereits alle Entscheidungen gefällt: In der Gruppe E siegte der HSV Hamburg am Samstagnachmittag beim dänischen Vertreter Viborg HK in einer umkämpften Partie mit 30:28 (13:15) und steht damit bereits als Gruppensieger fest. Der russische Meister Medwedi Tschechow sicherte sich vorzeitig den zweiten Platz.

Auch der VfL Gummersbach hat in der Gruppe F bereits den Gruppensieg sicher: Im Heimspiel gegen den isländischen Titelträger Valur Reykjavik gab es ein müheloses 34:22 (16:10). Im Kampf um Platz 2 schob sich Celje (SLO) durch ein 28:23 über den ungarischen Vizemeister Veszprem vor, benötigt aber einen Punkt aus der letzten Partie gegen den VfL, um das Weiterkommen aus eigener Kraft zu sichern.

Bereits am Mittwoch ging es für die SG Flensburg-Handewitt zum Top-Spiel: In der Gruppe G verloren die Flensburger nach ausgeglichener erster Hälfe bei Ciudad Real (ESP) mit 24:29 (15:16). Da sich Drammen und Lubin im zweiten Gruppenspiel 33:33 unentschieden trennten, reicht Flensburg beim abschließenden Spiel in Lubin ein Remis, um als Gruppenzweiter die Zwischenrunde zu erreichen.

Beachtlich: Alle spanischen Vertreter stehen bereits als Gruppensieger fest. Aufgrund der Regelung, dass zwei Gruppensieger aus einem Land in der Zwischenrunde nicht in einer Gruppe landen können, wird der THW Kiel auf jeden Fall auf ein Team aus der Liga ASOBAL treffen. Während man nicht auf den VfL Gummersbach und den HSV Hamburg treffen kann, ist ein Duell mit der SG Flensburg-Handewitt durchaus möglich.

Alle Ergebnisse des CL-Spieltages finden Sie hier.

Auch für die anderen für die europäischen Wettbewerbe qualifizierten Bundesligaklubs ging es am Wochenende endlich los, nur der TBV Lemgo startet erst eine Woche später: Das Hinspiel bei Aarhus GF (DEN) wird am 25. November um 16 Uhr angepfiffen, das Rückspiel in Lemgo steigt am 1. Dezember um 17 Uhr in Lemgo.

Im EHF-Pokal hatte die HSG Nordhorn dem serbischen Vertreter RK "Crvena Zvezda" Beograd das Heimrecht abgekauft und beide Partien an einem Wochenende auf deutschem Boden absolviert. Das "Auswärtsspiel" in Bielefeld gewann die HSG am Freitag überdeutlich mit 42:27, auch das Rückspiel in Nordhorn wurde am Sonntag deutlich mit 33:20 gewonnen - Nordhorn steht als erstes Team im Achtelfinale.

Weit reisen musste dafür der TV Großwallstadt. Das Spiel beim ukrainischen Spitzenclub HC Portovik Yuzhny (UKR) wurde am Samstagnachmittag knapp mit 28:30 verloren. Die Mainfranken haben damit aber eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel, das bereits am 21. November um 20 Uhr in Elsenfeld stattfindet.

Im Pokalsieger-Cup konnte sich der Krisen geschüttelte Titelverteidiger SC Magdeburg am Sonntag beim 41:27 gegen Sungul Chelyabinsk (RUS) den Frust von der Seele werfen. Eine mehr als gute Ausgangsposition also für das Rückspiel, welches am 25. November um 14 Uhr in Russland angepfiffen wird.

Mit einem Kantersieg in Östringen sind die Rhein-Neckar Löwen in die europäischen Wochen gestartet. RK Partizan Belgrad aus Serbien wurde am Samstag mit 46:19 deklassiert, so dass das Rückspiel am 25. November um 18 Uhr in Belgrad nur noch Formsache sein dürfte.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 16.11.2007:

"Zebras" mühelos zum Gruppensieg

Champions League: Montpellier ohne Chance
Kiel - Mit einem 32:24 (18:14)-Erfolg gegen Montpellier HB hat Handballmeister THW Kiel gestern Abend den Gruppensieg in der Vorrunde der Champions League perfekt gemacht. Die "Zebras" wurden in der ausverkauften Ostseehalle nie gefordert und mussten vor dem schweren Auswärtsspiel beim TBV Lemgo am Sonntag (15 Uhr) nie an ihre Grenzen gehen.

Es gibt Spiele, die klingen besser als sie sind. Kiel gegen Montpellier passt in diese Kategorie. Ein Sieg mit drei Toren Vorsprung in Kiel und der französische Vizemeister hätte nach der 32:34-Niederlage im Hinspiel gegen den THW sogar noch Erster in der Gruppe B werden können. Dass dieses Ziel unerreicht bleiben würde, war bereits nach wenigen Minuten klar. Ohne sechs Stammspieler angereist waren die Südfranzosen von Beginn an auf Schadensbegrenzung aus. Ohne die Eckzähne in ihrer sonst so aggressiven Abwehr, den verletzten Issam Tej und Joel Abati, legte der neunfache Meister die Gefährlichkeit eines Kinderriegels an den Tag. Nach dem Drama um Kiels Nikola Karabatic im Hinspiel, der nach einem Tej-Foul wochenlang pausieren musste, schien Montpellier nur die Samthandschuhe eingepackt zu haben. Auch die 10 250 Zuschauer, die den Gast zunächst mit einem gellenden Pfeifkonzert begrüßt hatten, verloren schnell die Lust daran, Mladen Bojinovic & Co nicht zu mögen. Als Feindbild fehlte ihnen einfach die entsprechende Ausstrahlung. "Uns war schon nach 15 Minuten klar, dass es hier sehr schwer werden würde", meinte der 2,02-Meter-Hüne Bojinovic, der sein Team in dem emotionsgeladenen Hinspiel mit elf Toren fast im Alleingang im Spiel gehalten hatte.

Die Kieler begannen mit ihrer Meister-Sieben und einem hochmotivierten Kim Andersson, der mit jedem Wurf zu sagen schien, dass alle Wechselgerüchte um ihn Unsinn sind. Die "Bild Hamburg" hatte in einem schmucklosen Sechszeiler bereits vermeldet, dass der Schwede 2009 zu Ciudad Real wechseln und Weltmeister Holger Glandorf seine Nachfolge in Kiel antreten würde. So heiß wie Andersson spielt aber keiner, der schon von spanischer Sonne träumt.

Obwohl die "Zebras" im Angriff nahtlos an die schwache Leistung anschlossen, mit der sie zuletzt das Derby gegen Hamburg verloren hatten, drohte ihnen nie Gefahr. Auch nicht, als Montpellier in der 25. Minute noch einmal auf 12:14 verkürzte. Auch nicht, als Nikola Karabatic und Vid Kavticnik die katastrophale Siebenmeterbilanz der Kieler komplettierten. Sechs Strafwürfe hatte der Meister gegen Hamburg verworfen. Gestern parierte der tunesische Nationaltorhüter Marouen Maggaiez die ersten beiden.

Die Kieler überstanden auch einen schwachen Start in die zweite Halbzeit, als ihnen sieben Minuten lang kein Tor gelingen wollte. Verlass war in dieser Phase einmal mehr auf Thierry Omeyer, der gegen seine ehemaligen Kollegen 18 Bälle parierte und auch bei zwei Siebenmetern gegen Bojinovic und Wissem Hmam Sieger blieb.

In der 35. Minute rauschte die erste La-Ola-Welle durch das Publikum, das sich mit Hausmannskost angefreundet hatte. Die Ersatzbank übernahm das Kommando und Lundström hübschte die düstere Strafwurfbilanz ein wenig auf. Die gute Laune wurde erst wieder in der 58. Minute eingetrübt, als Rechtsaußen Vid Kavticnik nach einem Tritt von der Platte humpelte und sich die linke Wade verbinden ließ. Christian Zeitz nach dem Zusammenprall mit Karabatic in Stockholm verletzt, Andersson nach seinem Bänderriss noch nicht in Bestform und nun Kavticnik - Linkshänder bleiben der große Mangel in den THW-Reihen. Eine erste Diagnose der Kavticnik-Wade sorgte aber schnell wieder für entspannte Mienen. Der Slowene ist gegen Lemgo voraussichtlich wieder an Bord.

(von Wolf Paarmann und Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 16.11.2007)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 16.11.2007:

2. Runde: Derby gegen Flensburg?

Wien - Am 27. November wird in Wien die zweite Runde der Champions League ausgelost, die am 6. Februar 2008 beginnen wird. Qualifiziert haben sich die Ersten und Zweiten der acht Vorrundengruppen.

Jeweils zwei Sieger und zwei zweitplatzierte Teams werden den vier Gruppen in der Hauptrunde zugelost. Folgende Einschränkungen: Gruppensieger aus einem Land spielen ebenso wenig gegeneinander, wie Teams, die bereits in der ersten Gruppenphase gegeneinander gespielt haben.

Aber: Einem Duell zwischen Kiel und der SG Flensburg, derzeit Zweiter der Gruppe G, steht nichts im Weg.

(von Wolf Paarmann, aus den Kieler Nachrichten vom 16.11.2007)


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