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07./08.10.2012 - Letzte Aktualisierung: 08.10.2012 Champions League

VELUX EHF Champions League: THW gewinnt irres Torfestival gegen Sävehof

CL, Gruppe B, 2. Spieltag: 07.10.2012, So., 16.45: THW Kiel - IK Sävehof: 43:34 (25:15)
Update #4 Video der PK, KN-Bericht, weitere Stimmen, Spielbericht und Fotos ergänzt ...

Marko Vujin war mit 9/4 Treffern bei nur zwei Fehlwürfen aus dem Feld bester Schütze der Partie.
Klicken Sie zum Vergrößern! Marko Vujin war mit 9/4 Treffern bei nur zwei Fehlwürfen aus dem Feld bester Schütze der Partie.
Insgesamt 77 Tore sahen die Handballfans in der Sparkassen-Arena zum Heimauftakt des THW Kiel in der Gruppenphase der "VELUX EHF Champions League" gegen den schwedischen Meister IK Sävehof. Die "Zebras" siegten am Sonntagnachmittag zwar deutlich mit 43:34 (25:15), doch die Gäste verkauften sich besonders in der zweiten Halbzeit sehr gut, als sie durch Unkonzentriertheiten der Kieler bis auf drei Treffer verkürzen konnten. Am Ende aber zog der THW, bei dem Marko Vujin mit 9/4 Treffern bester Schütze war, noch einmal erfolgreich an und feierte damit den zweiten Sieg im zweiten Spiel.
Das Heimdebüt des Titelverteidigers in der Königsklasse wollten insgesamt 9.800 Zuschauer - darunter rund 200 mitgereiste schwedische Schlachtenbummler - in der Sparkassen-Arena-Kiel verfolgen. Gekommen war auch GWD Mindens Trainer Ulf Schefvert, dessen Söhne Olle und Eric zwei der vielen jungen Talente von IK Sävehof sind und in Kiel auch tatsächlich eine Menge Spielzeit erhalten sollten.
Hohes Tempo von Beginn an
Mit seinen Paraden ebnete Palicka den Weg zur hohen Halbzeitführung.
Klicken Sie zum Vergrößern! Mit seinen Paraden ebnete Palicka den Weg zur hohen Halbzeitführung.
Nach einer Schweigeminute für das am Donnerstagmorgen verstorbene Handballidol Erhard Wunderlich legten die "Zebras" auch gleich gut los: Filip Jicha traf von außen zum 1:0, Andreas Palicka parierte gegen Bliznac, Marko Vujin schloss einen Gegenstoß ab und erneut Jicha legte nach einem Missverständnis im Rückraum der Gäste mit einem seiner unnachahmlichen Dreher zum 3:0 nach. Die Kieler, bei denen zudem Kapitän Marcus Ahlm am Kreis, Aron Palmarsson auf der Rückraummitte sowie Niclas Ekberg und Dominik Klein in der Stzartformation standen, mussten aber schnell anerkennen, dass Sävehof nicht einfach als Punktelieferant an die Förde gereist war. Die Gäste gingen das hohe Tempo mit und kamen durch zwei Gegenstöße der Flügelspieler Friden und Ottosson - jeweils nach Paraden Forsbergs - zum 2:3-Anschluss.
Palmarsson und Palicka mit starken Szenen
Der THW legte aber nach: Im Angriff zeigte sich der deutsche Rekordmeister in der ersten Halbzeit insgesamt konsequent und effizient und hatte in Aron Palmarsson einen Lenker, der auch gleichzeitig selbst für viel Torgefahr sorgte. So traf der Isländer per Hüftwurf zum 4:2, ehe Jicha nach einer Parade Palickas gegen Tönnesen auf 5:2 erhöhte. Nach zwei weiteren Palmarsson-Treffern zum 7:3 und 8:4 kämpften sich die Gäste aber durch einen Gegenstoß Fridens und einem Treffer des starken Kreisläufers Jesper Nielsen zunächst wieder bis auf 7:9 (12.) heran.
Erster 5:0-Lauf der Kieler
Kein Grund sich zu verstecken: Niclas Ekberg überzeugte mit vier Treffern aus vier Versuchen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Kein Grund sich zu verstecken: Niclas Ekberg überzeugte mit vier Treffern aus vier Versuchen.
Alfred Gislason brachte Momir Ilic für Filip Jicha und stellte die Deckung von der 3:2:1-Formation auf die defensivere Variante mit Ahlm und Ilic im Mittelblock um. Und nun drehte der THW so richtig auf: Zunächst verhinderte der stark beginnende Palicka den Anschlusstreffer Ottossons, dann traf Vujin aus dem linken Rückraum zum 10:7. Sävehof tat sich - wie auch schon zuvor gegen Kieler 3:2:1 - extrem schwer, scheiterte mit den zumeist früh genommenen Würfen häufig am Kieler Block oder an Palicka. So legten Palmarsson mit seinem bereits vierten Treffer und Klein nach Anspiel von Ilic das 12:7 nach. Sävehofs Trainer Magnus Johansson nahm seine Auszeit, doch Kiel ließ sich davon nicht beirren. Trotz einer Zeitstrafe gegen Marcus Ahlm und dank zweier weiterer Paraden Palickas gegen Apelgren und Friden stand es nach einem Klein-Doppelpack - das erste Tor vom Kreis nach schönem Anspiel Ekbergs, das zweite dann per Konter nach eigenem Ballgewinn in der Abwehr - bereits 14:7 für die Kieler.
THW auf 50-Tore-Kurs
Doch nach dem 16:8 durch Vujins Durchbruch schlich sich der Fehlerteufel bei den Gastgebern ein. Binnen zwei Minuten verkürzten die Skandinavier durch Larsson, Nielsen und zwei Gegenstöße von Kapitän Robert Johannson auf 12:16. Nun nahm Alfred Gislason seine Auszeit. Und nach Wiederanpfiff drehten seine Spieler wieder auf: Ilic, zweimal Vujin, Ekberg und Ahlm schraubten das Ergebnis auf 21:12, und nachdem der Wurf des noch immer torlosen Tönnesen geblockt wurde und Dominik Klein wenige Sekunden vor der Pausensirene Niclas Ekberg zum 25:15-Halbzeitstand auf die Reise schickte, lagen die Kieler sogar auf 50-Tore-Kurs.
Sävehof legt Respekt ab
Mit der zweiten Halbzeit konnte Gästetrainer Magnus Johannson zufrieden sein.
Klicken Sie zum Vergrößern! Mit der zweiten Halbzeit konnte Gästetrainer Magnus Johannson zufrieden sein.
Zum Wiederanpfiff hatte Alfred Gislason munter durchgewechselt: Auf der rechten Seite durften nun Christian Sprenger und Christian Zeitz ran, für Marcus Ahlm rückte Rene Toft Hansen an den Kreis und auf Linksaußen kam Gudjon Valur Sigurdsson zu seinem ersten Champions-League-Einsatz für den THW. Und nachdem Palicka sogleich einen abgefälschten Wurf Sävehofs parierte, schien der Lauf der Kieler auch in den zweiten 30 Minuten weiter zu gehen. Doch die Schweden, bei denen nun die beiden Schefvert-Brüder eine Menge Spielzeit erhielten, legten gegen etwas pomadig auftretende Kieler plötzlich ihren Respekt ab. Nach dem 26:16 durch Sprenger verkürzten Nielsen, Apelgren per Siebenmeter, Friden per Gegenstoß und der nun aufdrehende Kristian Bliznac im linken Rückraum mit einem 5:0-Lauf für das 21:26.
Bliznac und Co. verkürzen bis auf drei Tore
Und die "Zebras" kamen auch weiterhin nicht in Tritt: Christian Zeitz hatte nach zwei unglücklichen Zeitstrafen gegen sich erst einmal wieder auf der Bank Platz genommen. Und er musste mit ansehen, wie die jungen Schweden plötzlich über sich hinaus wuchsen. Der 20-jährige Torhüter Peter Johannesson parierte glänzend gegen Sprenger, Toft Hansen und Narcisse, und vorne drehten neben dem nicht mehr zu stoppenden Bliznac nun auch Tönnesen und Kreisläufer Nielsen auf. Während der THW nur noch über Einzelleistungen wie dem Zehn-Meter-Hammer Jichas zum 29:23 oder dem Durchbruch Narcisse' zum 30:24 zum Torerfolg kam, rochen die Skandinavier langsam Lunte, zumal auch Thierry Omeyer trotz zweier spektakulärer Gegenstoß-Paraden nur selten die Gegentreffer verhindern konnte. So robbte sich Sävehof bis Mitte der Halbzeit immer weiter heran, nach einem Fehlwurf Jichas und einem Strafwurftreffer Fridens zum 29:32 (46.) platzte Alfred Gislason schließlich der Geduldsfaden - der Isländer nahm seine Auszeit.
Narcisse, Ahlm und Zeitz sorgen für Entscheidung
Daniel Narcisse zeigte tolle Anspiele auf Marcus Ahlm in der entscheidenden Phase.
Klicken Sie zum Vergrößern! Daniel Narcisse zeigte tolle Anspiele auf Marcus Ahlm in der entscheidenden Phase.
Gislason beorderte Marcus Ahlm und Christian Zeitz zurück aufs Parkett und forderte von seinen Spielern, wieder mehr über den Kreis zu spielen. Die ersten Treffer aber fielen aus ungewöhnlichen Positionen: Daniel Narcisse traf aus spitzem Winkel von der rechten Seite zum wichtigen 33:29, nach dem Anschluss durch einen Nielsen-Gegenstoß nach einem Jicha-Blackout legte Christian Sprenger aus dem Rückraum zum 34:30 nach. Bliznac traf im Gegenzug nur die Latte, und auch Tönnesen verzog mit seinem nächsten Wurf, so dass sich die Kieler nun endlich wieder absetzen konnten. Drei Namen waren für den entscheidenden Zwischenspurt bis zum 39:30 (54.) verantwortlich: Zum einen funktionierte die Achse Narcisse/Ahlm nun prächtig, die gleich dreimal funktionierte. Zum anderen drehte Christian Zeitz auf und sorgte mit seinem Schlagwurf zum 37:30 und einem phänomenalen Knickwurf zum 39:30 für Raunen und Begeisterung auf den Rängen. Die Kieler Schlusspunkte einer rasanten Partie setzten Marko Vujin, der zwei von Ahlm herausgeholte Siebenmeter verwandelte, Niclas Ekberg und Christian Zeitz, so dass sich der THW trotz einiger schwächerer Phasen letztlich souverän mit 43:34 durchsetzte.
Am Doonerstag kommt Constanta
Alle Informationen zur "VELUX EHF Champions League" finden Sie hier.
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Trotz des klaren Sieges belegt der THW Kiel nach dem zweiten Spieltag weiterhin "nur" den zweiten Platz in der Gruppe B. Spitzenreiter ist weiterhin der ungarische Serienmeister MKB Veszprem. Die spektakulär verstärkte Mannschaft des neuen Trainers Antonio Carlos Ortega gewann bereits am Mittwoch bei HCM Constanta (ROU) mit 37:27 und weist damit ein um sechs Treffer besseres Torverhältnis als der THW auf. Am späten Samstagnachmittag konnte auch BM Atletico Madrid die ersten Punkte sammeln: Sechs Tage nach der Auftaktniederlage gegen die "Zebras" tat sich der dreifache Champions-League-Sieger beim slowenischen Vizemeister RK Celje Pivovarna Lasko lange Zeit schwer, ehe in der Schlussphase der letztlich doch noch deutliche 28:22 (13:15)-Erfolg sichergestellt werden konnte.

Für den THW Kiel geht es bereits am kommenden Donnerstag in der "VELUX EHF Champions League" weiter: Zu Gast in der Sparkassen-Arena ist dann der noch punktlose rumänische Meister HCM Constanta mit dem Ex-"Zebra" Milutin Dragicevic. Angepfiffen wird die Partie um 20.00 Uhr, im Vorverkauf sind noch Karten in verschiedenen Preiskategorien erhältlich.

(Sascha Krokowski)

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Lesen Sie bitte auch


Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Alfred Gislason:
Mit der ersten Hälfte bin ich zufrieden. Wir haben gut gespielt und sind mit einer Zehn-Tore-Führung in die Halbzeit gegangen. Was dann passiert ist, hat mir gar nicht gefallen. Es wirkte beinahe so, als ob wir das Handballspielen eingestellt hätten. Natürlich hat Sävehof gut gespielt und unsere Abwehr vor große Probleme gestellt. Aber im Angriff waren wir in den ersten 15 Minuten nach der Pause schlecht und haben die Schweden zu Gegenstößen eingeladen. Über diese Phase bin ich sehr enttäuscht, aber am Ende haben wir wieder zu unserem Spiel gefunden. Allerdings hat man auch heute gesehen, dass wir nicht so stabil wie im vergangenen Jahr spielen. Ich bin zufrieden mit dem Neun-Tore-Sieg, aber ich bin nicht zufrieden mit unserem Spiel direkt nach der Pause.
Sävehofs Trainer Magnus Johansson:
Wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gezeigt, bis Alfred die Auszeit genommen hat. Dann hat der THW wieder gezeigt, dass er das bessere Team war. In der ersten Halbzeit hatten wir vor diesem tollen Team zu viel Respekt, in der zweiten Halbzeit wurde es besser. Wir werden die guten Dinge mitnehmen.
THW-Kapitän Marcus Ahlm:
Es war schön, wieder mal gegen eine schwedisches Team gespielt zu haben. Sävehof hat eine Menge talentierter Spieler, und sie haben heute die Gegenstöße gut gespielt. Das war vor allem in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit ein Problem für uns, aber über 60 Minuten haben wir auch in der Höhe verdient gewonnen. Aber wir haben noch eine Menge Arbeit vor uns.
Sävehofs Rückraumspieler Eric Forsell Schefvert:
In der ersten Hälfte haben wir 25 Gegentore bekommen, weil wir zuviel Respekt hatten. In die zweite Halbzeit sind wir gut gestartet und haben den THW bis zur Auszeit unter Druck gesetzt. Dann hatten die Kieler das Gaspedal wieder gefunden, das war eine Lehrstunde. nach meinem ersten Spiel in Kiel freue ich mich auf das Rückspiel gegen diese fantastische Mannschaft.
THW-Linksaußen Dominik Klein gegenüber den KN:
Wie es zu den Schwankungen bei uns gekommen ist? Man hat gesehen, dass wir uns in jedem Spiel erst alles erarbeiten müssen, man bekommt nichts geschenkt. Diese Erkenntnis dürfen wir als gute Seite aus unserer schlechten Phase mitnehmen.
THW-Torhüter Andreas Palicka gegenüber den KN:
Das war ein komisches Spiel. Mit den in der ersten Halbzeit erzielten 25 Toren dürfen wir sehr zufrieden sein, aber wir haben auch 15 kassiert, davon sechs oder sieben über Tempogegenstöße. Danach ging es dann einige Prozentpunkte runter bei uns, da schließe ich mich mit ein. Allerdings haben wir mit neun Toren gewonnen. Das zählt.
Video: Die Pressekonferenz

 


Champions League, Gruppe B, 2. Spieltag: 07.10.12, So., 16.45: THW Kiel - IK Sävehof: 43:34 (25:15)

Logo THW Kiel:
Omeyer (39.-60., 3 Paraden), Palicka (1.-39., 9 Paraden); Toft Hansen, Sigurdsson (1), Sprenger (4), Ahlm (5), Wiencek (n.e.), Ekberg (4), Zeitz (3), Palmarsson (4), Narcisse (2), Ilic (2), Klein (4), Jicha (5), Vujin (9/4); Trainer: Gislason
Logo IK Sävehof (SWE Flagge SWE):
Forsberg (1.-17., 31.-33. und bei einem Siebenmeter, 4 Paraden), Johannesson (17.-31., 33.-60., 11 Paraden); R. Johansson (3), Rhodin, Apelgren (1/1), Nielsen (7), Florander (n.e.), Friden (5/2), T. Johansson (n.e.), Tönnesen (3), Albrechtson (1), E. Forsell Schefvert (3), Ottosson (2), Larsson (2), O. Forsell Schefvert, Bliznac (7); Trainer: M. Johansson
Schiedsrichter:
Oyvind Togstad / Rune Kristiansen (Norwegen)
Zeitstrafen:
THW: 3 (Ahlm (16.), 2x Zeitz (31., 37.));
Sävehof: 3 (Bliznac (27.), 2x Nielsen (51., 57.))
Siebenmeter:
THW: 4/4;
Sävehof: 3/3
Spielfilm:
1. Hz.: 3:0 (3.), 3:2, 5:2, 5:3, 7:3 (9.), 7:4, 8:4, 8:5, 9:5, 9:7 (12.), 14:7 (17.), 14:8, 16:8 (20.), 16:12 (22.), 21:12 (27.), 21:13, 22:13, 22:14, 23:14, 23:15, 25:15;
2. Hz.: 25:16, 26:16, 26:21 (36.), 27:21, 27:22, 28:22, 28:23, 29:23, 29:24 (40.), 30:24, 30:25, 31:25, 31:27, 32:27, 32:29 (46.), 33:29, 33:30, 39:30 (54.), 39:32, 41:32, 41:33, 43:33, 43:34.
Zuschauer:
9.800 (Sparkassen-Arena-Kiel, Kiel)
Spielgrafik:
Spielgrafik

Kurzumfragen:

Wie schneidet der THW in der CL ab?
CL-Sieger 65.9%
Finale 22.3%
Halbfinale 8.6%
Viertelfinale 2.8%
Achtelfinale 0.5%
Anzahl Stimmen: 3154

 

Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Die deutschen Teams im neu gestalteten EHF-Pokal werden erst Ende November ins Spielgeschehen eingreifen.

Bereits am Donnerstagabend hat der HSV Hamburg in der Gruppe A seinen dritten Punkt gesammelt. Nach dem Auftakterfolg in Leon trennten sich die Hansestädter vor rund 2.200 Zuschauern in der Sporthalle Hamburg vom russischen Serienmeister Chehovski Medvedi Moskau 27:27 (15:12) unentschieden.

Dem aktuellen Tabellenführer der DKB Handball-Bundesliga, den Füchsen Berlin, wurden am Samstagnachmittag hingegen eindrucksvoll die Grenzen aufgewiesen. Beim spanischen Meister FC Barcelona gingen die Hauptstädter sang- und klanglos mit 23:34 (10:15) unter und belegen mit 2:2 Punkten nun den vierten Platz der Gruppe D (siehe auch KN-Bericht).

Am Sonntagabend schloss letztlich die SG Flensburg-Handewitt den zweiten Spieltag ab. Nach dem Auftakt-Unentschieden gegen Montpellier siegte die Mannschaft von Trainer Ljumbomir Vranjes bei RK Partizan Belgrad im serbischen Nis letztlich souverän mit 37:31 (17:15) (siehe auch KN-Bericht).

Alle Ergebnisse des CL-Spieltages finden Sie hier.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 08.10.2012:

Die zwei Gesichter des "neuen" THW

Kieler Berg- und Talfahrt beim 43:34-Sieg über IK Sävehof
Kiel. Bei der Heimpremiere in der Champions League wurde Titelverteidiger THW Kiel gestern seiner Favoritenrolle gerecht, besiegte den schwedischen Meister IK Sävehof in einer lebhaften und torreichen Partie mit 43:34 (25:15). Die rund 9500 Zuschauer in der nicht ganz ausverkauften Sparkassen-Arena bekamen dabei ein Spiel mit grundverschiedenen Halbzeiten zu sehen. Nach klarer Führung wurden die "Zebras" nachlässig, holten die Schweden ins Spiel zurück und zeigten die zwei Gesichter ihres neuen Teams.

Die ehemaligen schwedischen THW-Stars Stefan Lövgren und Staffan Olsson stehen aktuell als Sportdirektor und Trainer in Diensten ihrer Nationalmannschaft, die in London überraschend die Silbermedaille gewonnen hatte. Momentan sind sie auf einer Rundreise, um ihre im Ausland beschäftigten Spieler unter die Lupe zu nehmen. Gestern machten sie in Kiel Zwischenstation. Die Halbzeitführung des THW sei verdient, selbst in dieser Höhe, konstatierte Lövgren in der Pause. "Sävehof hat hier keine Chance, der THW ist ein ganz anderes Kaliber, einfach Weltklasse." Wie Lövgren gab es wohl auch sonst niemanden in der Halle, der noch an ein relevantes Aufbäumen des mit vielen jungen Spielern aus dem eigenen Nachwuchs runderneuerten IK-Teams geglaubt hätte. Der souverän herausgespielte Zehn-Tore-Vorsprung aus der ersten Halbzeit schmolz dann zusammen wie Butter in der Mittagssonne. Als Rechtsaußen Viktor Friden per Siebenmeter das 32:29 (46.) erzielte, wurde es im Publikum unruhig, THW-Trainer Alfred Gislason handelte und machte seinen Fast-Komplett-Wechsel nach der Pause nahezu vollständig rückgängig. Auch Kapitän Marcus Ahlm kehrte ins Team zurück, gab der Abwehr wieder Halt, traf vorne und holte Siebenmeter heraus. "Nein", sagte Ahlm später mit fester Stimme, "ich habe keine Sekunde daran gedacht, dass wir verlieren könnten. Zwar gibt es Phasen, in denen es nicht gut läuft, aber diese Fehler stellen wir auch wieder ab. Mit Niederlagen beschäftige ich mich nicht."

Tatsächlich dauerte es nur fünf Minuten, in denen die "Zebras" die Verhältnisse wieder gerade rückten. Vom 34:30 (49.) enteilten sie zum 39:30 und beruhigten die Nerven im Publikum und auf der eigenen Ersatzbank. Wichtig waren in dieser Phase die Treffer von Christian Sprenger sowie Marcus Ahlm, außerdem die "Geschosse" von Christian Zeitz, dessen Seitfall-Stemmer mit 108 km/h zum 39:30 sogar Beifallsstürme auslöste.

Zeitz war es auch, der den letzten Kieler Treffer zum 43:33 warf. Weil Sävehofs Eric Schefvert aber den Schlusspunkt zum 43:34 setzte, verließen die Gäste den Kieler Handballtempel immerhin als Gewinner von Halbzeit zwei. Ein Trostpreis, den sich die aufopferungsvoll kämpfende Mannschaft verdient hatte. Bester Kieler Werfer war Marko Vujin, der neunmal traf, Kristian Bliznak erzielte als erfolgreichster IK-Spieler acht Tore.

Sein Team habe in der ersten Hälfte einfach zu viel Respekt vor Kiel gehabt, ärgerte sich IK-Trainer Magnus Johannsson über die Torflut, die seine Sieben in den ersten 30 Minuten überspülte. Sehr dominant hatte der Rekordmeister das Geschehen zunächst bestimmt. Das Startaufgebot mit Palicka, Jicha, Palmarsson, Vujin und Co. legte eine schnelle Führung vor, erlaubte sich zwar Fehler, die die schnellen Schweden vor allem über Tempogegenstöße bestraften, doch der Zehn-Tore-Vorsprung zur Pause entsprach den Kräfteverhältnissen. Am vergangenen Dienstag beim 39:20-Sieg über TV Neuhausen hatte Gislason in der Halbzeit fast komplett getauscht, trotzdem schnurrte der THW-Motor munter weiter. Gestern passte wenig zusammen. Die "Zebras" servierten Sävehof mit einem Fehlerfestival in Angriff und Abwehr Tore auf dem Silbertablett. Mit Leuten, die in Madrid gut gespielt hätten, habe er heute einen Rückschlag erlitten, sagte Gislason. "Aber ich habe viele neue Leute, da muss man damit rechnen, dass so etwas passiert."

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 08.10.2012)


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