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21./22.04.2013 - Letzte Aktualisierung: 22.04.2013 Champions League

VELUX EHF Champions League: THW dreht Partie gegen Veszprem in der Schlussviertelstunde

Nach 32:31-Heimsieg noch alles drin

CL, Viertelfinale, Hinspiel: 21.04.2013, So., 17.15: THW Kiel - MKB Veszprem KC: 32:31 (15:16)
Update #4 PK-Video, KN-Spielbericht, weitere Stimmen, Fotos und Spielbericht ergänzt ...

Filip Jicha und Daniel Narcisse klatschen sich nach der Partie ab.
Klicken Sie zum Vergrößern! Filip Jicha und Daniel Narcisse klatschen sich nach der Partie ab.
Mit einem Kraftakt in der Schlussviertelstunde hat der THW Kiel seine Chance auf das Erreichen des "VELUX EHF Final4" in Köln gewahrt. Am späten Sonntagnachmittag besiegten die "Zebras" im Viertelfinal-Hinspiel in der Sparkassen-Arena den bärenstarken ungarischen Serienmeister MKB Veszprem mit 32:31 (15:16), nachdem sie zwischenzeitlich mit bis zu sechs Toren ins Hintertreffen geraten waren. Die Entscheidung um den Halbfinaleinzug fällt am kommenden Samstag ab 16.00 Uhr in der Veszprem-Arena.
Bester Torschütze beim THW Kiel war Marko Vujin, der gegen seinen Ex-Klub achtmal erfolgreich war. Bei Veszprem überragte wieder einmal Dreh- und Angelpunkt Laszlo Nagy, der am Ende gar auf elf Treffer kam.
Veszprem mit besserem Start
Vor 10.000 schon vor Spielbeginn euphorischen Zuschauern in der Sparkassen-Arena erwischten die Gäste vom Plattensee den besseren Start: Nagy besorgte per Hüftwurf den ersten Treffer, und nach einem Missverständnis zwischen Jicha und Vujin im Angriff legte Cristian Ugalde das 2:0 für die Magyaren nach. Der Spanier bildete die Spitze einer 5+1-Deckung der Gäste und erschwerte den Gastgebern gehörig das Aufbauspiel. Durch einen Sprungwurf Jichas gelang den Kielern nach zweieinhalb Minuten dennoch der erste Treffer, doch Veszprem blieb zunächst weiter am Drücker: Obwohl die "Zebras" mit einer defensiven 6:0-Deckung spielten mit Jicha und Ahlm im Mittelblock sowie Momir Ilic auf halb für Vujin, kamen die Ungarn in der Folgezeit gleich dreimal über Kreisläufer Sulic zum Torerfolg. Und obwohl Vujin von Beginn an im Angriff ein Feuerwerk abbrannte, Marcus Ahlm zum 2:3 bediente und selbst zum 3:4 vollstreckte, war Veszprem nach einem Steal Ugaldes nach zehn Minuten auf 6:3 davongezogen.
THW findet dank Vujin in die Partie
Laszlo Nagy erzielte acht seiner elf Treffer nach der Pause.
Klicken Sie zum Vergrößern! Laszlo Nagy erzielte acht seiner elf Treffer nach der Pause.
Alfred Gislason nahm seine Auszeit und brachte Aron Palmarsson für Daniel Narcisse auf der Rückraummitte. Aber es war erneut Marko Vujin, der eine Lücke in der Gäste-Abwehr fand und zum 4:6 verkürzte. Als wenig später dann nach einem Stürmerfoul Ugaldes Filip Jicha von der Mittellinie aus losstürmte und energisch zum 5:6 traf, wurden die Kieler Fans erstmals richtig laut - ihr THW schien in der Partie angekommen zu sein. Veszprem aber legte auch weiter vor, der von Nagy eingesetzte Oneto traf vom Kreis zum 7:5, und Terzics abgefälschter Wurf trudelte unhaltbar für Omeyer zum 8:6 ins Netz. Zum Glück hatte der THW aber Marko Vujin, der seine neue Mannschaft gegen die alten Kollegen fast im Alleingang in der Partie hielt: Der Serbe traf per Sprungwurf zum 7:8 und beantwortete zwei Treffer des Iraners Jamali jeweils postwendend. Als Filip Jicha dann Jamali den Ball stibitzte und per Gegenstoß erfolgreich war, hatte der THW nach 18 Minuten erstmals in der Partie ausgeglichen - es stand nun 10:10.
Sprenger sorgt für Kieler Führung
Zunächst aber legte Veszprem in einer rasanten ersten Halbzeit, in der sich keiner der vier Torhüter besonders auszeichnen konnte, weiter vor: Jamali erzielte mit einem weiteren Wurfgeschoss das 11:10 für die Gäste, ein von Toft Hansen geblockter Rodriguez-Wurf landete genau bei Nagy, der in Unterzahl zum 12:11 traf. Doch der von Ilic bediente Sprenger sowie einmal mehr Marko Vujin mit seinem mittlerweile sechsten Treffer egalisierten jeweils, ehe Toft Hansen einen Csaszar-Versuch blockte und Sprenger mit einem Heber die erste Kieler Führung zum 13:12 erzielte. Jamali glich zwar aus, doch per schneller Mitte legte Toft Hansen erneut vor.

Indes: Es sollte die letzte Kieler Führung bis zur Schlussminute bleiben. Einen Pfostentreffer des völlig unbedrängten Nagy wussten die "Zebras" in dieser Phase nicht auszunutzen: Filip Jicha setzte einen von Vujin erkämpften Siebenmeter auf die Latte, Ilic verzog aus dem Rückraum und Palmarsson scheiterte an Fazekas. Urplötzlich war Veszprem trotz Unterzahl-Situation nach einem Ivancsik-Konter wieder auf 16:14 enteilt. Immerhin gelang Sprenger vor dem Pausenpfiff noch der 15. Kieler Treffer, und Palicka hielt mit einem Reflex gegen Ugalde den knappen 15:16-Rückstand zur Halbzeit fest.

Bitterer Start in Hälfte zwei
Momir Ilic verwandelte seine Siebenmeter gewohnt eiskalt.
Klicken Sie zum Vergrößern! Momir Ilic verwandelte seine Siebenmeter gewohnt eiskalt.
Hatten die Kieler am vergangenen Wochenende im DHB-Pokal noch sowohl im Halbfinale gegen Melsungen als auch im Endspiel gegen Flensburg direkt nach Wiederanpfiff aufgedreht, verpassten sie dieses Mal den Start in den zweiten Durchgang komplett: Reihenweise wurden nun vorne die Bälle weggeworfen, die wenigen guten Chancen fischte sich der nun aufblühende Fazekas. Da zudem Sigurdsson einen Gegenstoß nur unfair verhindern konnte und dafür für zwei Minuten auf die Bank musste, erspielte sich Veszprem innerhalb von nicht einmal vier Minuten durch jeweils zwei Treffer von Nagy und Sulic eine komfortable 20:15-Führung. In der Sparkassen-Arena wurde es auch auf den Rängen etwas unruhig, Alfred Gislason zog sofort die Notbremse, um seine Mannschaft neu einzustellen.
Veszprem zieht bis auf sechs Tore davon
Zwar vergab Jicha den nächsten Wurfversuch, doch so langsam fanden die "Zebras" in die Partie zurück. Toft Hansen traf nach Jicha-Anspiel zum 16:20, nachdem Sulic eine Zeitstrafe kassiert hatte. Bei der Aufholjagd stand sich der THW aber in der Folgezeit selbst im Weg: So vergab Jicha nach einem Narcisse-Steal in arger Bedrängnis einen Gegenstoß, während Terzic zum 21:16 für Veszprem traf. Und es kam auch noch Pech dazu: Nach einer tollen Parade Omeyers gegen Gulyas entschied sich der Ball für das Seiten- statt für das Tor-Aus, statt Kieler Ballgewinns sorgte Nagy für das 22:17. Und nachdem in Überzahl ein Anspiel Palmarssons auf Sprenger leicht abgefälscht wurde, der Ball auf dem Fuß des Kieler Rechtsaußens landete und der nicht mehr zu bremsende Nagy bei angezeigtem Zeitspiel im zweiten Versuch zum 24:18 traf, betrug der Rückstand des THW auf die Ungarn sogar erstmals sechs Tore.
Nagy, Nagy, Nagy
Auch dank mehrerer Omeyer-Paraden konnte der THW die Partie noch drehen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Auch dank mehrerer Omeyer-Paraden konnte der THW die Partie noch drehen.
Im Angriff lief es bei den Kielern zwar nun wieder besser, Vujin traf aus dem Rückraum, Toft Hansen wurde zweimal mustergültig bedient und Ilic vollstreckte seine Strafwürfe souverän. Der Rückstand aber hielt sich weiter konstant, weil Laszlo Nagy nicht mehr aufzuhalten war: Der Linkshänder erzielte die nächsten drei Treffer für Veszprem, den ersten davon sogar per Kempatrick - ein deutliches Zeichen für das Selbstbewusstsein, mit dem die Mannschaft von Trainer Ortega an die Kieler Förde gereist war. Als dann auch noch ein Kreisanspiel Nagys, das eigentlich für Oneto gedacht war, glücklich bei Ugalde landete, der zum 28:22 für die Gäste traf, glaubten 13 Minuten vor Schluss auch von den THW-Fans nicht mehr viele an eine Wende - auch wenn die "Zebras" nun mit ihrer offensiven 3:2:1-Deckung antraten.
Kieler 6:0-Serie
Doch die Wende kam, und wie: Laszlo Nagy wurde für ein Foul an Jicha auf die Strafbank verbannt, Ilic verwandelte einen Siebenmeter zum 23:28. Dann weckte Thierry Omeyer mit einer fantastischen Doppelparade auch den letzten Zuschauer wieder auf, und nach einem schnellen Doppelpack Sigurdssons hatte der THW den Rückstand bereits halbiert. Dann blieb Omeyer Sieger gegen Tamas Ivancsik, und mit einem herrlichen Wackler sorgte Daniel Narcisse mit seinem ersten Treffer für das 26:28. Und dank einer weiteren Großtat Omeyers, der zweiten Zeitstrafe gegen Nagy sowie Treffern von Sprenger und Narcisse gelang dem THW sogar der Ausgleich. Die Sparkassen-Arena stand Kopf, während Ortega den Kieler 6:0-Lauf mit seiner letzten Auszeit zu stoppen versuchte. Narcisse sorgt für Kieler Happy-End
Daniel Narcisse erzielte vier der letzten sieben THW-Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Daniel Narcisse erzielte vier der letzten sieben THW-Treffer.
Und dies gelang dem Spanier erst einmal dadurch, dass er Mirko Alilovic zurück ins Tor beorderte. Der Kroate parierte gleich die ersten drei Kieler Würfe von Jicha und Vujin, und durch Ugalde und einen Sulic-Gegenstoß legte Veszprem wieder auf 30:28 vor. Mit einem energischen Sprungwurf beendete Marko Vujin dann aber die kurze Kieler Flaute. Dann erkämpften sich die "Zebras" in der Abwehr den Ball, Daniel Narcisse fing einen weiten Pass, doch Laszlo Nagy rutschte in den Franzosen hinein und verhinderte den Ausgleich auf unfaire Weise. Die mazedonischen Schiedsrichter verhängten keine Zeitstrafe gegen Veszprems Superstar, doch Narcisse zeigte sich unbeeindruckt und fand die Lücke in der Gäste-Abwehr zum 30:30. Wie so oft in dieser Partie aber schlug Veszprem trotz angezeigtem Zeitspiel zurück, Nagy sorgte in der vorletzten Minute mit seinem elften Treffer für das 30:31. Dann erkämpfte sich Sigurdsson einen Siebenmeter und eine Zeitstrafe gegen Csaszar. Ilic verwandelte erneut souverän und ließ wieder auf einen Kieler (Etappen-)Sieg hoffen - zumal Veszprem in Bedrängnis nicht zum Torerfolg kam. Alfred Gislason nahm acht Sekunden vor der Schlusssirene seine Auszeit, um den letzten Spielzug zu besprechen. Eine Finte: Denn Daniel Narcisse schnappte sich den Ball nach Wiederanpfiff, stieg hoch und sorgte mit seinem Treffer zum 32:31 für Ekstase auf dem Parkett und auf den Rängen.
Rückspiel am Samstag
Somit benötigen die "Zebras" am kommenden Sonnabend im Rückspiel im Hexenkessel Veszprem-Arena mindestens ein Unentschieden, um das Ticket für Köln zu lösen. Auch eine Niederlage mit einem Tor Unterschied, wenn der THW selbst mindestens 32 Treffer erzielt, würde reichen. Doch auf solche Gedankenspiele wird sich bei der Mannschaft von Alfred Gislason sicherlich keiner einlassen - in Ungarn werden die Kieler auf Sieg spielen. Wer die entscheidende Partie in Kiel nicht alleine verfolgen möchte, kann sich ein Ticket für das Public Viewing in der Sparkassen-Arena sichern - dort wird das Spiel auf dem Videowürfel übertragen (siehe Extra-Bericht).

(Sascha Krokowski)

 

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Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Alfred Gislason:
Das war ein richtig hartes Spiel. Wir wussten, dass Veszprem in der Gruppenphase hier nicht alles gezeigt hat. Für sie ging es damals um nichts. Heute hatten wir große Probleme, Tore zu erzielen. Die MKB-Defensive und die Torhüter waren stark. Ich bin glücklich, dass wir trotzdem gewonnen haben. Nun geht es auswärts gegen eine der besten Heimmannschaften Europas, die in einer der schwierigsten Arenen spielt. Wenn wir dort nicht fantastisch auftreten, geht es nicht nach Köln. Die Domstadt ist unser großes Ziel, dafür müssen wir nun auswärts bei einer der besten Mannschaften Europas bestehen. Aber das heutige Spiel hat gezeigt: Wir geben nie auf, und wir glauben immer an uns. Das heute war unser viertes schweres Spiel innerhalb einer Woche, und ich hoffe, dass wir die kurze Pause nutzen können, um zu regenerieren. Wir haben in der Gruppenphase in Veszprem verloren, das wollen wir gerade rücken.
Veszprems Trainer Antonio Carlos Ortega:
Das war ein gutes Match auf einem ganz hohen Niveau. In den letzten Minuten haben wir leider einen Sechs-Tore-Vorsprung verspielt, trotzdem bin ich stolz auf meine Mannschaft und das, was wir hier erreicht haben. Jetzt haben wir die Chance, vor unseren Fans die "VELUX EHF Final4"-Qualifikation zu schaffen. Das ist unser Ziel, aber es wird hart, denn Kiel kann auswärts überall gewinnen.
THW-Kapitän Marcus Ahlm:
Uns erwartet ein ganz heißes Rückspiel in einer der lautesten Arenen Europas. Aber wir freuen uns darauf, denn solche Partien sind besonders intensiv - und wir lieben solch eine Atmosphäre. Ich denke, das Rückspiel wird ähnlich spannend wie heute. Und letztlich wird dieses Viertelfinale wahrscheinlich in den letzten zehn Minuten entschieden.
Veszprems Kapitän Laszlo Nagy:
Das war ein großes Spiel. In den letzten zehn Minuten haben wir vorn zuviele Fehler gemacht, hinzu kamen einige Zwei-Minuten-Strafen. Das gab letztlich den Ausschlag in einem Spiel, in dem beide Mannschaften hinten wie vorne stark waren. Wir glauben an uns, aber wir wissen, dass der THW Kiel auch auswärts stark ist. Jetzt haben wir eine Woche Vorbereitung auf diese wichtige Partie.
THW-Rückraumspieler Filip Jicha gegenüber den KN:
Es war ein unglaublich schweres Spiel. Zu Beginn haben wir viel zu viele Fehler gemacht, haben zu viel verworfen. Trotzdem haben wir das Spiel gedreht, daher sind wir zufrieden mit dem Ergebnis, aber nicht mit dem Spiel. In Veszprem wird es laut und hart. Aber es ist ein K.o.-Spiel, wir sind heiß und wollen uns gut präsentieren.
THW-Torhüter Thierry Omeyer gegenüber den KN:
Wir haben erwartet, dass es zwei schwere Spiele werden. Jetzt sind 60 Minuten um, und in den zweiten 60 Minuten müssen wir besser spielen. Das wird ein schweres Stück Arbeit. Aber die Stimmung in Veszprem spornt uns an.
THW-Rückraumspieler Marko Vujin gegenüber den KN:
Der Anfang war nicht gut, aber das hatten wir auch im Pokal. Erst in der letzten Viertelstunde haben wir sehr guten Handball gespielt. In Veszprem müssen wir besser spielen. Wir sind Kiel, wir gewinnen in Veszprem und fahren dann nach Köln.
Video: Die Pressekonferenz

 


Champions League, Viertelfinale, Hinspiel: 21.04.13, So., 17.15: THW Kiel - MKB Veszprem KC (HUN): 32:31 (15:16)

Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-19., 31.-60., 8 Paraden), Palicka (19.-30., 2 Paraden); Toft Hansen (4), Sigurdsson (3), Sprenger (4), Ahlm (2), Wiencek (n.e.), Ekberg (n.e.), Palmarsson, Narcisse (4), Ilic (4/4), Klein (n.e.), Jicha (3), Vujin (8); Trainer: Gislason
Logo MKB Veszprem KC (HUN Flagge HUN):
Fazekas (18.-54., 10 Paraden), Alilovic (1.-18., 54.-60. und bei einem Siebenmeter, 5 Paraden); Gulyas, G. Ivancsik, Schuch, Csaszar, T. Ivancsik (2/1), Laluska, Nagy (11), Jamali (4), Ugalde (5), Rodriguez, Oneto (1), Terzic (2), Sulic (6); Trainer: Ortega
Schiedsrichter:
Slave Nikolov / Gjorgji Nachevski (Mazedonien)
Zeitstrafen:
THW: 1 (Sigurdsson (32.));
Veszprem: 7 (Schuch (20.), Gulyas (28.), 2x Sulic (36., 42.), 2x Nagy (48., 53.), Csaszar (60.))
Siebenmeter:
THW: 5/4 (Jicha an die Latte (26.));
Veszprem: 1/1
Spielfilm:
1. Hz.: 0:2, 1:2, 1:3, 2:3 (4.), 2:4, 3:4, 3:6 (10.), 5:6, 5:7, 6:7, 6:8, 7:8 (15.), 7:9, 8:9, 8:10, 10:10 (18.), 10:11, 11:11, 11:12, 13:12 (23.), 13:13, 14:13, 14:16, 15:16;
2. Hz.: 15:20 (34.), 16:20, 16:21, 17:21, 17:22, 18:22, 18:24 (43.), 19:24, 19:25, 20:25, 20:26, 21:26, 21:27, 22:27, 22:28 (47.), 28:28 (54.), 28:30, 30:30, 30:31, 32:31.
Zuschauer:
10.000 (Sparkassen-Arena, Kiel)
Spielgrafik:
Spielgrafik

Kurzumfragen:

CL: Wer kommt weiter?
THW 87.4%
Veszprem 12.6%
Anzahl Stimmen: 682

 

Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Für die drei Bundesliga-Vertreter im EHF-Pokal standen an diesem Wochenende ebenfalls die Viertelfinal-Hinspiele auf dem Programm.

Am Samstag erarbeitete sich Titelverteidiger Frisch Auf Göppingen dank zehn Rnic-Treffern ein 26:26 (15:13)-Unentschieden beim slowenischen Vertreter RK Maribor Branik. Im Rückspiel am 27. April (19.30 Uhr) in der heimischen EWS-Arena reicht der Mannschaft von Trainer Velimir Petkovic somit ein einfacher Sieg zum Weiterkommen. Mit den Rhein-Neckar Löwen und dem SC Magdeburg spielen im zweiten von nur drei Viertelfinals - HBC Nantes qualifizierte sich als Gastgeber automatisch für das neu eingeführte Finalturnier - zwei Bundesligisten gegeneinander. Das Hinspiel gewannen die Magdeburger in der heimischen GETEC-Arena am Sonntagnachmittag mit 31:28 (16:12), das Rückspiel steigt am 27. April (19.00 Uhr) in der Mannheimer MWS-Halle am Herzogenried.

In der Königsklasse hat der HSV Hamburg am Sonntagabend das Tor zum "VELUX EHF Final4" in der Flensburger Flens-Arena weit aufgestoßen. Im bereits sechsten Nordduell dieser Saison siegte die Mannschaft von Trainer Martin Schwalb überraschend deutlich mit 32:26 (15:14) bei der SG Flensburg-Handewitt. Das entscheidende Rückspiel wird am 28. April (18.30 Uhr) in der Hamburger O2-World ausgetragen.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 22.04.2013:

Starker Endspurt: "Zebras" retten die Hoffnung ins Ziel

Nach 22:28 noch 32:31 - THW besiegt Veszprem im Champions-League-Viertelfinale
Kiel. Es ist die beste Mannschaft, die der THW Kiel jemals hatte, eine Ansammlung von Stars, die in den vergangenen Jahren auch gute Freunde geworden sind. Vier werden am Saisonende gehen. Vier, die sich auf einer großen Bühne von ihren Kollegen verabschieden wollen. In Köln soll das geschehen, am 1./2. Juni, dem "Final4" in der Champions League. Beim 32:31 (15:16)-Sieg im Viertelfinal-Hinspiel gegen MKB Veszprem sah es gestern aber lange so aus, als würde das größte Fest im europäischen Vereinshandball ohne den THW stattfinden.

In der 48. Minute lagen die "Zebras" mit sechs Toren zurück (22:28), die Stimmung in der mit 9300 Zuschauern gefüllten Arena erreichte einen Moment ungewohnter Stille. Im weiten Rund waren lediglich die rund 200 mitgereisten Fans des ungarischen Serienmeisters zu hören, eine Vorspeise für das Rückspiel am Sonnabend (16 Uhr/Eurosport). Dann, wenn die "Veszprem-Arena" sich in einen der heißesten Orte auf diesem Planeten verwandeln wird. In der Gruppenphase verloren die "Zebras" dort mit 30:31. Ein Ergebnis, das nicht reichen würde, um das "Final4" zu erreichen. Anders als in der Vorrunde zählen in der K.o.-Runde im direkten Vergleich die mehr erzielten Auswärtstore.

Im Vorfeld wollte sich Thierry Omeyer nicht auf eine Zahl festnageln lassen, auf die Größe eines Polsters, das die Nerven vor dem harten Gang an den Plattensee beruhigen könnte. Reichen vier Tore? Oder sollten es doch mindestens acht sein? "Es kommt immer darauf an, welches Ergebnis am Spieltag überhaupt möglich ist", sagte der Franzose, der 45 Minuten brauchte, um aktiv am Geschehen teilzunehmen. "Manchmal kann auch ein knapper Vorsprung ein sehr gutes Ergebnis sein." Vielleicht sollte der zweimalige Olympiasieger nach dem Ende seiner Karriere eine als Wahrsager einschlagen. Dieser Sonntag war ein solcher Tag, an dem ein hauchdünner Sieg für die Kieler letztlich noch ein hervorragendes Ergebnis war.

Christian Zeitz, der sich beim Pokal-Halbfinale die rechte Mittelhand brach, hatte sich zuvor sehr optimistisch gegeben, darauf gehofft, dass die Ungarn sich an das Rückspiel in der Gruppenphase erinnern würden, in dem sie mit elf Toren Differenz in Kiel untergegangen waren. "Vielleicht sind sie noch ein wenig eingeschüchtert", sagte der Linkshänder, der auch im eigenen Interesse darauf hofft, dass sich die Kollegen durchsetzen. "Für mich ist die Saison noch nicht beendet, sonst könnte ich jetzt ja auch in den Urlaub fahren", sagte Zeitz. "Ich will beim Final4 wieder mitspielen."

An Marko Vujin, dem zweiten Linkshänder im THW-Trikot, lag es nicht, dass die Kieler bis zur 45. Minute kein Rezept gegen einen Gegner fanden, der unglaublich selbstbewusst auftrat. Der Serbe, der sechs Jahre lang für den Gegner gespielt hat, warf acht Tore und hielt die neuen Kollegen im Spiel. Doch weil sonst sehr verlässliche Größen wie Filip Jicha keinen guten Tag erwischten, zogen die Ungarn, die sich auf ihre beinharte Deckung verlassen konnten, Tor um Tor davon. Angetrieben vom überragenden Laszlo Nagy, der schon ein THW-Alptraum war, als dieser vor 13 Jahren das Finale gegen den FC Barcelona verlor. Erst als bei dem elfmaligen Torschützen die Kräfte schwanden, er in der Deckung zweimal zu spät kam und Zeitstrafen kassierte, rückten die Kieler heran. Angetrieben von einem Publikum, das die Hoffnung aufgegeben hatte, die Charakterstärke der Hausherren aber nun mit stehenden Ovationen honorierte.

"Kiel hat uns gezeigt, was sie in fünf Minuten veranstalten können", sagte Mittelmann Gabor Csaszar. "Aber wir können mit uns trotzdem zufrieden sein." Csaszar & Co. verspielten zwar einen Sechs-Tore-Vorsprung (28:28/54.), doch anschließend zeigten sie, dass sie aus Hartholz geschnitzt sind. In dieser Atmosphäre gehen die meisten Gegner in der Kieler Arena unter, gegen einen Gastgeber, der wieder in die Spur gekommen war und mit Volldampf Kurs auf einen klaren Sieg nahm. Doch der bärenstarke Kreisläufer Renato Sulic und der flinke Außen Christian Ugalde ließen die Gäste wieder mit zwei Toren enteilen.

Letztlich verdankte der THW es Momir Ilic und Daniel Narcisse, dass es doch noch ein unerwarteter Sieg wurde. Ilic gelang, wie Jicha und Palmarsson, zwar aus dem Rückraum nichts, doch als Siebenmeterschütze bewies er Nerven aus Draht. Er traf zum 31:31, den umjubelten Schlusspunkt setzte Narcisse, der seine vier Tore in den letzten Minuten erzielte. Acht Sekunden vor dem Abpfiff nahm Gislason noch einmal eine Auszeit, Omeyer hatte den Ball, die Ungarn mussten mit fünf Feldspielern (Zeitstrafe Csaszar) auskommen. Jeder wartete auf einen Spielzug, doch Omeyer warf in alter Gewohnheit direkt zu seinem Landsmann Narcisse, und der marschierte in seiner unnachahmlichen Art durch die ungarischen Hünen zum 32:31.

(von Wolf Paarmann und Felix Haas, aus den Kieler Nachrichten vom 22.04.2013)


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