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22./23.04.2007 - Letzte Aktualisierung: 23.04.2007 Champions League

Champions League: Remis in Flensburg: Gute Ausgangsposition für das Rückspiel

CL, Finale, Hinspiel: 22.04.2007, So., 17.30: SG Flensburg-Handewitt - THW Kiel: 28:28 (10:12)
Update #3 KN-Berichte, Spielbericht, Stimmen und Fotos ergänzt...

Starkes Spiel: Christian Zeitz setzt sich gegen Lars Christiansen durch
Klicken Sie zum Vergrößern! Starkes Spiel: Christian Zeitz setzt sich gegen Lars Christiansen durch
Der THW Kiel hat sich mit einem 28:28 (12:10)-Unentschieden bei der SG Flensburg-Handewitt eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel in einer Woche verschafft. Im Champions League-Finalhinspiel vertrat Christian Zeitz den verletzten Spielmacher Stefan Lövgren und erfüllte diese Aufgabe gut. Bester Torschütze eines geschlossen auftretenden Kieler Teams war Nikola Karabatic mit acht Torerfolgen, auf Flensburger Seite war Lars Christiansen mit 9/7 Toren am erfolgreichsten.
Das Objekt der Begierde stand bereits unübersehbar in der Mitte der Campushalle, als sich 14 Flensburger und die nach der Verletzungsmisere verbliebenen 10 Zebras vor dem Spiel warm machten. Eine Vorentscheidung, in welche Vitrine der Champions League Pokal für die nächsten 12 Monate wandern wird, ist am Sonntag beim Hinspiel allerdings noch nicht gefallen.

Stefan Lövgren sollte im Angriff auf der Mittelposition von Christian Zeitz ersetzt werden, in der Abwehr von Pelle Linders, was zur Folge hatte, dass Kim Andersson und Andrei Xepkin zwischen Offensive und Defensive wechselten.

Pelle Linders, Nikola Karabatic  und Andrei Xepkin stoppen Marcin Lijewski.
Klicken Sie zum Vergrößern! Pelle Linders, Nikola Karabatic und Andrei Xepkin stoppen Marcin Lijewski.
Auf das erste Tor mussten die 6300 Zuschauer in der Campushalle, darunter rund 700 lautstarke Kieler Fans, bis zur vierten Minute warten, bis dahin stand die Partie ganz im Zeichen der starken Torhüter: Omeyer parierte gegen Lackovic und Lijewski, sein Gegenüber Beutler gegen Karabatic und Andersson. Erst Lars Christiansen konnte dann per Siebenmeter das 1:0 markieren, das Christian Zeitz aber postwendend egalisierte.

Die Kieler setzten auf eine konsequente Abwehrarbeit um den Mittelblock Karabatic und Xepkin, womit die SG im ersten Durchgang große Probleme hatte. Ohne ihren gesperrten Spielmacher Ljubomir Vranjes wirkte die SG ideenlos und biss sich an der Kieler Granitabwehr oft die Zähne aus. Dennoch ging Flensburg zunächst in Führung - zum einen, weil Marcin Lijewski einen guten Start erwischte, zum anderen, weil Dan Beutler seinen Kasten in den Anfangsminuten vernagelte und mehrfach blendend gegen Zeitz, Karabatic und Kavticnik parierte. So führten die Gastgeber nach einem Rückraumkracher von Kasper Nielsen mit 4:2 (7.).

Doch die Zebras machten ihre Sache gut, spielten ihre Angriffe konzentriert herunter und suchten die Lücken in der Flensburger Abwehr. Einen guten Eindruck in der Anfangsphase hinterließ vor allem Dominik Klein, der per Tempo-Gegenstoß und aus dem Rückraum seine ersten beiden Treffer erzielte. Nach dem ersten Tor von Nikola Karabatic stand es 5:6 (13.) aus Kieler Sicht, ehe Andrei Xepkin nach einem Foul an Jensen eine Zeitstrafe kassierte. Die Überzahl nutzte Flensburg konsequent aus, fand zweimal Lücken am Kreis, die Jensen und Boldsen zum 8:5 nutzten. Der THW aber blieb seinem gemäßigten Tempo treu, was auch belohnt wurde: Zunächst bediente Zeitz Vid Kavticnik auf Rechtsaußen zum 6:8, nach einem Stürmerfoul von Michael Knudsen drosch Kim Andersson den Ball aus neun Metern zum 7:8 in die Maschen.

Frank von Behren versucht Nikola Karabatic zu stoppen
Klicken Sie zum Vergrößern! Frank von Behren versucht Nikola Karabatic zu stoppen
Nach vier torlosen Minuten mit spektakulären Torwartparaden - so lenkte Omeyer einen Heber von Lijewski mit den Fingerspitzen über die Latte - erzielte Nielsen das 9:7, ehe der THW zu seiner besten Phase im ersten Durchgang ansetzte: Mittlerweile stand Frank von Behren erstmals nach seinem Kreuzbandriss wieder in der SG-Abwehr seinen Mann, aber auch er konnte nicht verhindern, dass Kavticnik am Kreis von Karabatic bedient wurde und das 8:9 erzielte. In Überzahl nach Strafzeit gegen Knudsen stiebitzte sich Klein in der Abwehr den Ball und traf per Gegenstoß zum von den Kieler Fans umjubelten Ausgleich. Und als Andersson dann sogar aus dem Rückraum die erste Kieler Führung erzielte, wurde es kurzzeitig ruhiger in der Campushalle. Stryger gelang zwar von außen den erneuten Ausgleich, doch spätestens als Thierry Omeyer einen Gegenstoß gegen Kasper Nielsen hielt, war der THW endgültig obenauf: Karabatic ermöglichte das 11:10, ehe sich die SG an der Kieler Abwehr erneut die Zähne ausbiss. Zwei Minuten lang versuchten sie, den Ausgleich zu erzielen, bevor Christian Zeitz nach eigenem Steal per Gegenstoß gar den 12:10-Pausenstand erzielte.

Nach dem Wechsel legte der THW gleich nach, der starke Zeitz und Kim Andersson nach einem Lundström-Steal schafften das 14:10, und spätestens als Dominik Klein per Gegenstoß die Führung auf 19:14 (38.) ausbaute, läuteten bei Flensburg die Alarmglocken. Der schwächer gewordene Dan Beutler wurde fortan von Jan Holpert ersetzt, und mit ihm im Tor kamen die Gastgeber wieder etwas heran: Besonders Johnny Jensen blühte im zweiten Durchgang gegen den nun müder wirkenden Andrei Xepkin auf, erkämpfte seiner Mannschaft viele Siebenmeter oder versenkte die Bälle gleich selbst. So kam die SG binnen drei Minuten zum 17:19.

Nach dem Kopftreffer von Christian Zeitz ist Jan Holpert nur mit vereinten Kräften davon abzuhalten, sich  auf den Schützen zu stürzen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Nach dem Kopftreffer von Christian Zeitz ist Jan Holpert nur mit vereinten Kräften davon abzuhalten, sich auf den Schützen zu stürzen.
Die Zebras aber hielten Flensburg weiter auf Distanz, insbesondere der Rückraum um Zeitz, Karabatic und Kim Andersson fand immer wieder die Lücke und ermöglichte somit, dass der THW auch nach 48 Minuten noch mit 23:21 führte. Dann aber die ominöse 49. Spielminute: "Steal-König" Zeitz hatte in der Abwehr wieder einen Ball abgefangen und flitzte alleinauf das SG-Gehäuse zu, doch statt des Tornetzes traf er Torwart-Oldie Jan Holpert mitten im Gesicht. War die Partie bis dahin "nur" ein Final-Endspiel, so hatte sie nun endlich Derby-Charakter: Während Jan Holpert behandelt wurde, gab es eine Rudelbildung unter den Spielern, aus den Rängen flogen leere Plastikbecher aufs Spielfeld. Die souverän pfeifenden spanischen Unparteiischen Vicente Breto Leon und Jose Antonio Huelin Trillo verhängten zum Unmut der Zuschauer keine Strafe gegen Christian Zeitz, der aber dennoch auf der Bank Platz nahm und auf der Mittelposition von Dominik Klein abgelöst wurde. Der Auftakt zu einer turbulenten Schlussphase.

Andrei Xepkin reißt nach dem Unentschieden die Arme hoch
Klicken Sie zum Vergrößern! Andrei Xepkin reißt nach dem Unentschieden die Arme hoch
Zunächst schaffte Lundström das 24:21, ehe der THW-Kader durch die dritte Zeitstrafe für Pelle Linders weiter dezimiert wurde. Dan Beutler hatten die zwölf Spielminuten Pause offenbar gut getan: Mit Paraden gegen Karabatic und Klein verhinderte er das 25. Kieler Tor, auf der Gegenseite sorgte Christiansen mit einem Hattrick zum ersten Ausgleich seit dem 10:10. Die Halle war nun vollends aufgewacht und peitschte Flensburg nach vorne, den THW ließ dies aber kalt: Zweimal Karabatic und Lundström legten wieder vor, Jensen, Christianen und Boldsen konterten. Einen Wurf von Karabatic 75 Sekunden vor Schluss konnte Dan Beutler parieren, nun ergab sich sogar noch die Chance auf einen Heimsieg. 17 Sekunden vor Schluss stoppte Xepkin Blazenko Lackovic unfair, und auch den achten Siebenmeter konnte Flensburg im THW-Tor unterbringen. 12 Sekunden vor dem Abpfiff nahm Noka Serdarusic seine Auszeit. Und seine Zebras spielten den letzten Angriff ganz routiniert herunter: Über Xepkin landete der Ball drei Sekunden vor Ende bei Kim Andersson, der ihn quasi mit dem Schlusspfiff zum verdienten Ausgleich versenkte.

Zur "Halbzeit" des Champions League Finals ist somit noch alles ausgeglichen. Während Flensburg nächsten Sonntag wieder auf Spielmacher Ljubomir Vranjes setzen kann, hoffen die Kieler auf den Heimvorteil - immerhin haben sie in dieser Saison im Europapokal alle Heimspiele gewonnen...

(Christian Robohm / Sascha Krokowski)

Hier geht's zu weiteren Fotos vom Spiel...

Lesen Sie bitte auch den Spielbericht der Kieler Nachrichten und den Artikel über Christian Zeitz.

Aus kiel4kiel.de:

Kiel erkämpft sich Remis

Der THW Kiel hat sich für das Final-Rückspiel der Handball Champions League eine gute Ausgangsposition verschafft. In der letzten Runde der europäischen Königsklasse erkämpften sich die aufgrund von Verletzungen stark dezimierten Zebras bei der SG Flensburg-Handewitt ein 28:28-Remis und können damit weiterhin vom Titelgewinn träumen. Zu den besten Spielern auf Seiten der Kieler gehörte der Linkshänder Christian Zeitz, der überraschend auf der Mittelposition spielte. Der 26-Jährige glänzte mit klugen Anspielen und trug sich selber mit sieben Toren in die Torschützenliste ein. mehr...

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Ich habe das Spiel gesehen wie alle anderen: Es war ein harter Kampf von Beginn an, beide Mannschaften haben versucht, alles zu geben. Die ersten zwanzig Minuten standen wir sehr gut in der Abwehr. Wenn Flensburg nur zehn Tore in einer Halbzeit schafft, ist das ein klares Zeichen, und es spricht auch für die Leistung von Omeyer.

In der zweiten Halbzeit war der "alte Mann" in der Abwehr dann müde und langsamer, was Flensburg mit leichten Toren bestraft hat. Dennoch bin ich mit dem Ergebnis zufrieden, zumal wir nur mit sieben Feldspielern und einem Handball-Rentner aufgelaufen sind.

Wir wissen aber auch, dass Flensburg nicht den besten Tag hatte heute. Das Rückspiel wird noch richtig schwer. Keiner kann sagen, wer den Pott holen wird.

[Zu der Szene zwischen Zeitz und Holpert:]
Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass es keine Absicht war und dass sich Zeitz gefreut hätte, wenn der Ball ins Tor gegangen wäre.

SG Trainer Kent Harry Andersson:
Wir hatten heute ein großes Problem in der Abwehr, zudem war Omeyer überragend. Wir haben viele technische Fehler gemacht. Da wir zum Schluss trotzdem unentschieden gespielt haben, können wir zufrieden sein.

Mit Ljubomir Vranjes im Rückspiel können wir mehr Tempo machen. Deshalb bin ich auch trotzdem noch recht optimistisch.

[Zu der Szene zwischen Zeitz und Holpert:]
Solche Szenen sind natürlich schlimm. Die große Frage ist: Hat Jan Holpert sich vorher noch bewegt? Ich habe es nicht genau gesehen und kann deshalb zu der Situation nichts sagen.

THW-Kapitän Stefan Lövgren:
Ich war natürlich sehr traurig, dass ich diese Spiele verpasse. Natürlich war auch ich ganz angespannt vor dem Spiel. Aber ich bin sehr stolz auf die Mannschaft. Es wird ein Kampf bis zur letzten Sekunde.

[gegenüber den KN:]
Ich bin stolz auf die Mannschaft. Ich glaube, die Chancen stehen 60:40 für Flensburg, aber wir werden bis zur letzten Sekunde kämpfen und das Kieler Publikum kann für uns zwei Mann extra bedeuten.

SG-Spieler Frank von Behren:
Erst einmal freu ich mich, überhaupt wieder dabei zu sein. Persönlich war es allerdings kein so gelungener Einstand. Aber mit dem Unentschieden können wir zufrieden sein. Wenn wir im Rückspiel alles mobilisieren, können wir den Pott holen.
THW-Torhüter Thierry Omeyer:
Wir haben ein gutes Spiel gemacht und ein sehr verdientes Remis hier in Flensburg geholt, schließlich hätten wir dem Spielverlauf nach sogar gewinnen können. Jetzt steht es wieder 0:0 und wir müssen zuhause mit einem Tor gewinnen. Wir wollen diesen Pott!

[gegenüber den KN:]
Flensburg hat schon in Kiel gewonnen, aber das ist Vergangenheit. Wir müssen alles geben, um am Ende ein Tor Vorsprung zu haben.

SG-Spieler Lars Christiansen:
Kiel hat heute super gespielt, wir lagen fast immer hinten. Trotzdem ist das Unentschieden verdient. Im Rückraum haben wir nicht optimal gespielt und das wird gegen Kiel bestraft. Nichts ist unmöglich, aber Kiel ist nach diesem Resultat nun Favorit. Aber wir können den Titel immer noch gewinnen, wir müssen in der Ostseehalle nur so spielen wie heute in der zweiten Halbzeit.
THW-Manager Uwe Schwenker gegenüber den KN:
Das ist ein super Resultat, aber auch gefährlich. Die Mannschaft war sehr diszipliniert. Wir haben jetzt alle Optionen. Aber keiner sollte glauben, dass wir schon durch sind.
SG-Spieler Joachim Boldsen gegenüber den KN:
Wir waren nicht überrascht, irgendeiner musste beim THW auf der Mitte spielen. Nach dem 8:5 haben wir zu viele technische Fehler gemacht und zu viel verworfen. Die Schiedsrichter waren keine Heimschiedsrichter. Aber: Wir haben noch nicht verloren.
SG-Manager Thorsten Storm gegenüber den KN:
Die Favoritenrolle liegt uns nicht, aber das ist ja jetzt vorbei. Nun müssen die Kieler zeigen, dass sie uns schlagen können. Es steht 0:0.
SG-Kreisläufer Johnny Jensen gegenüber den KN:
Kiel war einfach zu stark, hat unglaublich gut gespielt. Es ist schwer, Karabatic aus dem Spiel zu nehmen, weil dann Kim Andersson und Zeitz zu viel Raum bekommen. Aber vielleicht sollten wir es im nächsten Spiel einfach tun.

 


Champions League, Finale: 22.04.07, So., 17.30: SG Flensburg-Handewitt - THW Kiel: 28:28 (10:12)

Logo SG Flensburg-Handewitt:
Beutler (1.-37., 49.-60., 13/1 Paraden), Holpert (37.-49., 3 Paraden); von Behren, Lackovic (4), Nielsen (2), Eggert (n.e.), Jensen (6), Christiansen (9/7), Johannsen (n.e.), Stryger (2/1), Lijewski (2), Boldsen (3), Lauritzen, Knudsen; Trainer: Andersson
Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-60., 12 Paraden), M. Andersson (bei 1 Siebenmeter, keine Parade); Linders, Xepkin, K. Andersson (5), Lundström (2), Kavticnik (2), Zeitz (7), Karabatic (8), Klein (4); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Vicente Breto Leon / Jose Antonio Huelin Trillo (ESP)
Zeitstrafen:
SG: 7 (Jensen (9.), Knudsen (24.), Nielsen (42.), Lauritzen, 3x von Behren (49., 52., 55.));
THW: 9 (Karabatic (5.), Xepkin (14.), 3x Linders (21., 34., 50.), Zeitz (39.), 2x Kavticnik (41., 55.), Lundström (52.))
Rote Karte:
SG: von Behren (55.) nach dritter Zeitstrafe;
THW: Linders (50.) nach dritter Zeitstrafe
Siebenmeter:
SG: 8/8;
THW: 1/0 (Beutler hält Karabatic (8.))
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 4:2 (7.), 4:3, 5:3, 5:4, 6:4, 6:5, 8:5 (16.), 8:7 (18.), 9:7 (22.), 9:10 (26.), 10:10, 10:12;
2. Hz.: 10:14 (32.), 11:14, 11:15, 12:15, 12:16, 13:16, 13:17, 14:17, 14:19 (38.), 17:19 (41.), 17:20, 18:20, 18:21, 19:21, 19:22 (46.), 20:22, 20:23, 21:23, 21:24, 24:24 (53.), 24:25, 25:25, 25:26, 26:26, 26:27, 28:27, 28:28.
Spielgraphik:
Spielgraphik
Zuschauer:
6300 (ausverkauft) (Campushalle, Flensburg)

Kurzumfragen:

Gewinnt der THW das Finalrückspiel und damit die CL?
Ja 90.1%
Nein 9.9%
Anzahl Stimmen: 2049

Die anderen Europapokal-Finals

Gut möglich, dass gleich drei Europacups in dieser Saison nach Deutschland wandern. Im EHF-Pokal gelang dem SC Magdeburg dank eines stark auftrumpfenden Johannes Bitter im Tor und 9 Treffern von Karol Bielecki ein 30:30 bei CAI BM. Aragon (ESP). Damit haben die Bördeländer für das Rückspiel in eigener Halle alle Trümpfe in der Hand.

Der deutsche Pokalsieger HSV Hamburg kam Pokal der Pokalsieger am Sonntag gegen C.BM. Ademar Leon (ESP) in eigener Halle zu einem 28:24 (14:12). Kyung-Shin Yoon erzielte 10/5 Treffer und lässt den HSV weiter vom ersten Europapokal-Sieg der Vereinsgeschichte träumen.

Lesen Sie zu diesen beiden Spielen auch den Bericht der Kieler Nachrichten.

Im Challenge Cup trotzten der ehemalige Kieler Frode Hagen und der ehemalige Flensburger Glenn Solberg mit ihrem Heimatverein Drammen HK (NOR) dem rumänischen Club C.S. UCM Resita auswärts ein 26:26-Unentschieden ab.

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 23.04.2007:

Sieben Feldspielern und einem Rentner gelang das Wunder

THW Kiel hält nach dem 28:28 in Flensburg alle Champions-League-Trümpfe in seiner Hand
Flensburg - Der THW Kiel hat das Wunder von Flensburg geschafft! Mit dem letzten Hemd angereist, trotzten die Zebras dem favorisierten Gastgeber im ersten Finalspiel der Champions League ein 28:28 (12:10) ab. Nun haben die Kieler alle Trümpfe in der Hand, um im Rückspiel am Sonntag (17.30 Uhr) in der Ostseehalle den Traum vom ersten Sieg in der Königsklasse wahr zu machen.

Mit einem Hammer in die rechte Torecke beendete Kim Andersson in der letzten Sekunde ein denkwürdiges Spiel. THW-Trainer Noka Serdarusic, einst in Flensburg entlassen, riss die Faust nach oben. Von der Tribüne stürmte Ehefrau Mirjana in seine Arme - süße Momente des Triumphes für den 56-Jährigen, der seine kleine Schar zu einem erstklassigen Ergebnis geführt hatte: "Wir haben mit sieben Feldspielern und einem Handball-Rentner in Flensburg unentschieden gespielt. Dabei hätten die Experten vor dem Spiel nicht einen Cent auf uns gesetzt. Ich bin zufrieden."

Auf dem Feld lagen sich derweil die Kieler in den Armen, die sich am Ende sogar ohne Pelle Linders (49./Disqualifikation) erfolgreich gegen eine personelle Übermacht gestemmt hatten. Den Hausherren stand dagegen die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Matt, blass und mit gesenkten Köpfen verabschiedeten sie sich wie Verlierer. Nach dem Aus im Pokal-Halbfinale gegen Kiel und dem Sieben-Punkte-Rückstand in der Meisterschaft auf den Erzrivalen, hatten sie alles auf dieses eine Spiel gesetzt, um sich dann die Asse aus dem Ärmel ziehen zu lassen.

Kiel ohne die verletzten Stefan Lövgren, Viktor Szilagyi, Marcus Ahlm, Henning Fritz und Lars Krogh Jeppesen, Flensburg bis auf den gesperrten Ljubomir Vranjes in Bestbesetzung - was sollte der SG da passieren? Schließlich hatten sie in diesem Wettbewerb in den Runden zuvor bereits große Namen wie den FC Barcelona (31:21) und Celje (36:26) zu Hause gerupft.

Doch nach der 8:5-Führung (15.) verloren Joachim Boldsen & Co komplett den roten Faden. Langsam im Spielaufbau, fahrig im Abschluss - kein Konzept gegen einen starken Christian Zeitz, der immer dann traf, wenn es wichtig wurde. Bis zur Pause gelangen dem Team von Kent-Harry Andersson nur noch zwei Tore gegen einen Gast, der mit unglaublicher Leidenschaft kämpfte. Auf der Jagd nach dem Ball rauschte Vid Kavticnik fast in die Bande, Nikola Karabatic wurde nach einem Hechtsprung auf den Ball von Johnny Jensen und Boldsen begraben - symptomatische Szenen für den Willen der Schwarz-Weißen.

Mit heißem Herzen wehrte sich der Meister in der mit mehr als 6300 Zuschauern überfüllten Campushalle. 8:5 stand es für Flensburg, als Kim Andersson endlich warf. Der drittbeste Bundesliga-Schütze dieser Saison (167 Tore) steckte zuletzt in einem Formtief, begann auch gestern zögerlich. Sein Wurf knallte zwar an den Pfosten, es war aber das ersehnte Signal: Jungs, ich bin wieder da! Bis zur Pause traf der Linkshänder zweimal, nach dem Wechsel gelangen ihm drei schnelle Tore und in sein Gesicht kehrte das Lachen zurück.

Gestützt auf eine bärenstarke Abwehr und einen erneut überragenden Torhüter Thierry Omeyer zogen die Gäste sogar auf 19:14 (38.) davon. Während SG-Coach Andersson ("Ich bin trotzdem für das Rückspiel optimistisch") seine vollbesetzte Bank rotieren ließ, ging den Zebras um ihren wackeren "Oldie" Andrei Xepkin (41) im Mittelblock die Luft aus. Der heißblütige Johnny Jensen und der coole Lars Christiansen knipsten nun wieder das Licht an. Als Christiansen mit seinem sechsten Strafwurf in den letzten Sekunden die erste SG-Führung nach 35 Minuten (28:27) gelang, da glimmte in Flensburg wieder ein kleiner Hoffnungsschimmer. Dann traf Andersson zum hochverdienten Ausgleich und Kiel war der moralische Sieger eines heißen Derbys.

(von Wolf Paarmann und Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 23.04.2007)

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 23.04.2007:

Holpert tobte: "Ich bring' dich um!"

Flensburg - Die Flensburger Volksseele kochte, ein Pfeifkonzert hob an, als Christian Zeitz sich doch noch einmal in die Abwehr stellte. Doch noch einmal den Ball in die Hand nahm. Sich doch noch einmal dem Zorn der 6000 Flensburger Fans preisgab. "Es war ein Versehen. Ich hätte viel lieber ein Tor gemacht", sagte der 26-Jährige später.

Es geschah bei einem Tempogegenstoß in der 49. Minute, an dessen Ende er Jan Holpert, Torhüter der SG Flensburg-Handewitt, den Ball an den Kopf knallte. Eigentlich war es kein Wurf, keiner dieser trickreich filigran abgeschlossenen Schnellangriffe. Vielmehr eine Art Geschoss, das den Routinier zwischen den Pfosten zu Boden streckte, für einen Moment nur, ehe sich Holpert aus dem Pulk seiner Mitspieler emporreckte, die Augen auf Zeitz gerichtet, das Gesicht zur Fratze entstellt, schreiend: "Ich bring' dich um!" Nach dem Spiel gab Holperts Mannschaftskollege Joachim Boldsen zu Protokoll: "Hätte ich ihn nicht festgehalten, hätte er ihn umgebracht."

Zeitz entschuldigte sich bei Holpert. THW-Trainer Noka Serdarusic nahm den Schlüsselspieler dieser Partie aus der Schusslinie, setzte ihn auf die Bank und stellte sich später hinter den siebenfachen Torschützen: "Allein die Frage danach unterstellt Absicht. Zeitz hätte sich über ein Tor sicher gefreut", sagte der 56-Jährige. SG-Torwart Dan Beutler hoffte, "dass es keine Absicht war. Ich habe das bei Zeitz schon fünf-, sechsmal gesehen." So hatte beispielsweise im März 2005 ein Vorfall für Aufsehen gesorgt, als der THW-Rückraumspieler in einer Partie gegen den TV Großwallstadt Nationaltorhüter Carsten Lichtlein schwer am Kopf getroffen hatte. SG-Trainer Kent-Harry Andersson zeigte sich diplomatisch: "Es kommt darauf an, ob Holpert sich bei dem Wurf bewegt hat. Das kann ich nicht beantworten." Und SG-Kreisläufer Johnny Jensen, generell ein Freund von körperlichem Einsatz bis zum Rande des Regelwerks, erlaubte sich einen Ratschlag an seinen Kontrahenten: "Hätte er nicht so hart geworfen, hätte er getroffen. Aber im Ernst: Es war bestimmt keine Absicht."

Als Interims-Kapitän hatte Christian Zeitz seine Mannschaft in den Kampf geführt, hatte die ersten zwei und später fünf weitere immens wichtige Tore erzielt. "Am Samstagabend habe ich erfahren, dass ich in der Mitte anfangen soll. Klar war, dass sich Kim Andersson, Dominik Klein und ich abwechseln", sagte Zeitz. Es wirkte, als habe Noka Serdarusic seinen Schützling stark machen wollen. Dieser Plan ging auf, daran änderte der unglückliche Kopftreffer nichts.

(von Wolf Paarmann und Tamo Schwarz, aus den Kieler Nachrichten vom 23.04.2007)


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