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13.-16.03.2008 - Letzte Aktualisierung: 16.03.2008 Champions League

Champions League: 32:26 - THW stürmt ins Halbfinale!

CL, Gruppe 1, 6. Spieltag: 13.03.2008, Do., 19.15: THW Kiel - Ademar Leon: 32:26 (18:14)
Update #3 Europacup-Ergebnisse, KN-Spielbericht, Fotos, weitere Stimmen und Spielbericht ergänzt...

Daumen hoch für eine starke Leistung:  Thierry Omeyer und  Nikola Karabatic.
Klicken Sie zum Vergrößern! Daumen hoch für eine starke Leistung: Thierry Omeyer und Nikola Karabatic.
Der THW hat es geschafft! Nach einem überzeugenden 32:26 (18:14)-Sieg in der entscheidenden Champions League Hauptrundenpartie der Gruppe 1 gegen den spanischen Spitzenclub Ademar Leon stehen die Zebras im Halbfinale der Königsklasse. Angefeuert von einem euphorischen Publikum in der ausverkauften Sparkassen-Arena-Kiel ragten Thierry Omeyer mit 18 Paraden und Kim Andersson mit 7 Treffern und vielen tollen Anspielen aus einer starken Mannschaftsleistung heraus.
Von Anfang an standen die Fans wie ein achter Mann hinter dem THW, der Endspielcharakter der Partie war allen bewusst. Dennoch begannen beide Teams etwas nervös: Der erste Kieler Angriff verpuffte, Stranovsky scheiterte per Gegenstoß am sehr stark beginnenden Thierry Omeyer. Dann endlich der erste Treffer: Kim Andersson fasste sich aus dem Rückraum ein Herz, man merkte ihm an, dass er seine schwache Leistung aus dem Hinspiel schnell vergessen machen wollte. Omeyer hielt darauf auch den ersten Wurf von Valcic, konnte erst per Strafwurf von Stranovsky überwunden werden. Dennoch hatte der Franzose gegenüber dem zuletzt hochgelobten Mirko Alilovic zunächst klare Vorteile, parierte nach Kavticniks Rückraumtreffer zum 2:1 auch den nächsten Wurf von Sarmiento und schickte zudem erneut den Slowenen auf die Reise, der gleich das 3:1 markierte. Als dann auch noch ein Schubser von Castresana als Stürmerfoul geahndet wurde und Andersson den Ball zum 4:1 mit 105 km/h in die Maschen wuchtete, konnte man den Start in die Partie als äußerst gelungen bezeichnen.

Marcus Ahlm war dreimal erfolgreich.
Klicken Sie zum Vergrößern! Marcus Ahlm war dreimal erfolgreich.
Ademar Leon versuchte, mit aller Ruhe die eigenen Angriffe aufzubauen, die beiden Kreisläufer Castresana und Aginagalde rackerten gemeinsam, sollten Räume freisperren und Strafwürfe herausholen. Die Kieler hatten die Spanier aber in der Anfangsphase gut im Griff, auch wenn erneut Stranovsky auf 2:4 verkürzte. Dann wurde es übersichtlich auf dem Parkett, die slowenischen Schiedsrichter schickten hintereinander Aginagalde, Martins und Lövgren auf die Bank. Diese Überzahlsituation nutzten die Zebras durch Andersson und Ahlm zum 7:3, ließen dabei aber gegen den kurzzeitig erstarkten Alilovic noch viele gute Chancen aus. Leon schienen die Halbfinal-Felle an der Förde schon sehr früh wegzuschwimmen, zumal der noch am Montag gegen Barcelona überragende ungarische Linkshänder Balazs Laluska frühzeitig mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ausfiel. So musste Jordi Ribera früh umdisponieren und bot mit dem starken Martin Stranovsky den pfeilschnellen Linksaußen im rechten Rückraum auf.

Filip Jicha erzielte im ersten Durchgang vier wichtige Treffer.
Klicken Sie zum Vergrößern! Filip Jicha erzielte im ersten Durchgang vier wichtige Treffer.
Als eben dieser Stranovsky, bislang Alleinunterhalter in Ademars Angriff, in der 12. Minute ebenfalls eine Zeitstrafe bekam, hatte der THW die Chance, die Führung in Überzahl weiter auszubauen. Doch Ahlm und Lundström scheiterten an Alilovic, während Urdiales mit zwei Treffern auf 5:7 verkürzen konnte. Die Kieler vergaben nun zu viele Chancen im Angriff, Karabatic und Andersson verzogen, nur Filip Jicha konnte Alilovic überwinden. Auf der anderen Seite knüpfte Stranovsky nach dem Absitzen seiner Strafe nahtlos an die vorherige Leistung an, traf zweimal aus dem Rückraum zum 7:8 (19.).

Ein wichtiges Tor von Kavticnik von außen brachte den neunten Kieler Treffer, doch Leon witterte nun Morgenluft und verkürzte wieder durch Spielmacher Sarmiento, nachdem dieser Filip Jicha "vernaschte". Der Tscheche machte seinen Fehler aber postwendend wieder gut, konterte zum 10:8. Die Kastilier blieben weiter bei ihrem gemächlichen Spielaufbau, wurden nun aber erstmals vom Schiedsrichtergespann mit dem Zeitspiel bestraft. Der THW schaltete schnell, Henrik Lundström wurde sofort auf die Reise geschickt, der sich auch von einem unfairen Schubser von Krivoshlykov nicht aufhalten ließ - 11:8 für den THW, zwei Minuten für den Russen. Als kurz darauf noch Kim Andersson auf 12:8 erhöhte, war der alte Vier-Tore-Vorsprung endlich wieder hergestellt.

Nur selten gab es für Daniel Sarmiento und Co ein Durchkommen.
Klicken Sie zum Vergrößern! Nur selten gab es für Daniel Sarmiento und Co ein Durchkommen.
Leon änderte nun seine Taktik im Angriff, suchte schneller den Abschluss, was Sarmiento und Valcic auch gelang. Doch die Kieler hatten ihre Abschlussstärke ebenfalls wiedergefunden, nach feinem Anspiel von Karabatic auf den am Kreis lauernden Jicha hielt man die Spanier auf Distanz. Als dann auch noch die Franzosen aufdrehten, Thierry Omeyer einen Strafwurf von Stranovsky parierte und Nikola Karabatic mit seinen ersten beiden Treffern den Spielstand auf 15:10 hochschraubte, schienen die Kieler schon vor der Pause die Entscheidung zu suchen. Doch die nun nicht mehr ganz so sattelfeste Kieler Abwehr machte diesem Unterfangen einen Strich durch die Rechnung: Leon kämpfte sich bis kurz vor dem Wechsel wieder auf 14:17 heran, ehe Filip Jicha mit seinem vierten Treffer kurz vor der Schlusssirene den Halbzeitstand markierte. Vier Tore Vorsprung für den THW zur Pause - der Titelverteidiger befand sich auf einem guten Weg ins Halbfinale, Leon konnte aber noch hoffen.

Um so wichtiger also, dass Henrik Lundström den Kielern einen guten Start in die zweiten dreißig Minuten bescherte: Lövgren knallte seinen Rückraumwurf an die Latte, doch der schwedische Linksaußen passte auf, angelte sich den Abpraller und verwandelte gegen den nun im Tor stehenden Saric zum 19:14. Es entwickelte sich nun eine rasante Partie, in der sich die Torhüter auszeichnen konnten: Omeyer parierte stark gegen Aguirrezabalaga und Stranovsky, erreichte einen 7m-Heber von Urdiales noch mit den Fingerspitzen und lenkte ihn noch neben den Pfosten. Dabei stand er allerdings im Schatten von Danijel Saric, der in den ersten zehn Minuten des zweiten Durchgangs gleich zehn Paraden zeigte: Lundström, Ahlm, Karabatic, Kavticnik - sie alle scheiterten am serbischen Nationalkeeper. Und dennoch: Die Zebras hatten das Spiel nun gut im Griff, ließen keine klaren Chancen für die Gäste zu. Zudem konnte Saric dem "Dauerbombardement" der Kieler nicht völlig standhalten, Kim Andersson konnte ihn mit zwei Rückraumgranaten überwinden. Da die Kieler Feldspieler auch insgesamt wacher wirkten als die Spanier, sammelten sie auch die Abpraller Sarics, Ahlm und Lövgren erhöhten so auf 23:16 (40.).

Kollektiver Jubel der Kieler über den Halbfinaleinzug.
Klicken Sie zum Vergrößern! Kollektiver Jubel der Kieler über den Halbfinaleinzug.
In der Halle war längst Feierstimmung eingekehrt, bei sieben Treffern Vorsprung sollte eigentlich nichts mehr anbrennen. Trotz mangelnder Chancenverwertung hielten die Kieler, mittlerweile mit Klein und Zeitz auf den Außenpositionen, den Vorsprung. Doch nachdem Kim Andersson mit einem erneut starken Rückraumwurf das 27:20 erzielte, keimte bei Leon doch noch einmal kurz Hoffnung auf: Martins und Aguirrezabalaga verkürzten innerhalb weniger Sekunden auf 22:27. Dann aber nahm sich Karabatic ein Herz, traf zum 28:22, während Urdiales an Omeyer scheiterte. In Überzahl - Sigurdsson bekam nach einem Foul an Karabatic zwei Minuten - machten die Kieler den Halbfinaleinzug dann perfekt: Kim Andersson bediente mit einem weiten Ball auf außen Dominik Klein, der das 29:22 erzielte, eine schöne Co-Produktion von Jicha und Karabatic brachte das 30:22.

Unter "Oh wie ist das schön"-Gesängen des nimmermüden Publikums bekamen in den Schlussminuten auch Viktor Szilagyi und Mattias Andersson ihre Einsatzzeiten, das zuvor nur in der Abwehr eingesetzte "Geburtstagskind" Börge Lund durfte zudem im Angriff die Rolle von Marcus Ahlm übernehmen. Sie alle freuten sich am Ende mit ihren Fans über einen äußerst gelungenen Handballabend, der den THW Kiel erneut ins Halbfinale der Champions League gebracht hat. Zeit zum Verschnaufen haben die Zebras indes nicht, denn bereits am Sonntag steht ihnen eine schwere Auswärtspartie in Balingen bevor. Erst danach darf man gespannt auf den Dienstag gucken, wenn die Halbfinals im Europapokal in Wien ausgelost werden.

(Sascha Krokowski)

Hier geht's zu weiteren Fotos vom Spiel...

In der zweiten Partie der Gruppe 1 demontierte Chehovski Medvedi Moskau den französischen Meister US Ivry mit 41:31 (20:15) (siehe Spielbericht). Damit sicherten sich die Russen am Ende sogar noch den zweiten Platz vor Ademar Leon, weil der direkte Vergleich mit den Spaniern zugunsten Moskaus ausfiel.

Lesen Sie auch den Spielbericht der Kieler Nachrichten.

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Ich denke, das Publikum hat ein gutes Spiel gesehen. Wir haben in der Abwehr und im Angriff sehr gut gespielt, wobei es schade war, dass wir am Ende der ersten Halbzeit nicht eine höhere Führung hatten. Wir haben aber zu viele einhundertprozentige Chancen vom Kreis und beim Tempogegenstoß verworfen, so dass der Torhüter zu viele Bälle weggenommen hat, die wir uns zuvor aus einem super Spiel herausgearbeitet hatten. Wenn Nikola in der 24. Minute erst sein erstes Tor erzielt, wir aber trotzdem sehr gut spielen, sieht man, welche Qualität wir im Team haben. Wir wissen aber alle, was wir an Nikola haben. Er spielt bei uns - und das ist auch gut so.

Wichtig war es, heute zu gewinnen. Jetzt stehen wir im Halbfinale und warten ab.

[gegenüber den KN:]
Ich weiß nicht, ob das unser bestes Saisonspiel war. Ich weiß, dass dieser Sieg reine Kopfsache war.

Leons Trainer Jordi Ribera:
Der THW Kiel hat eine große Mannschaft, die in einer unglaublichen Halle mit einem unglaublichen Publikum spielt. Heute war der THW deutlich besser als wir. Uns hat ein wenig die Konzentration gefehlt, weil wir schon mit wenigen Spielern angereist waren und auch noch unseren Halblinken Laluska durch eine Verletzung früh verloren. Das alles war schwer zu verkraften, wir mussten viel zwischen Abwehr und Angriff wechseln, was der THW perfekt ausgenutzt hat. Ich bin zufrieden mit der kämpferischen Einstellung meiner Spieler, die nie aufgegeben haben. Wir hatten uns vorher Chancen auf eine Halbfinal-Qualifikation ausgerechnet, das hat leider nicht geklappt.
THW-Torhüter Mattias Andersson:
Jeder wusste heute, worum es geht. Deshalb waren wir von Anfang an hoch motiviert und konzentriert.
Leons Abwehrhüne Sigfus Sigurdsson:
Der THW Kiel ist im Vergleich zu meinem letzten Spiel mit dem SC Magdeburg hier in der Ostseehalle auf den Positionen besser besetzt. Bei meinem letzten Auftritt hier habe ich mit 34:54 verloren, da war das heute schon viel besser (lacht). Insgesamt mussten wir heute aber zu viele Ausfälle verkraften.

[gegenüber den KN:]
Ich habe mit dem SC Magdeburg schon oft in Kiel gespielt, aber so stark habe ich sie noch nie erlebt. Für uns war es Pech, dass wir mit Laluska einen Rückraumspieler früh wegen einer Gehirnerschütterung verloren haben. Er hat uns gefehlt. Kiel hat auch Glück gehabt. Sie haben oft die Abpraller bekommen und wir viele Chancen ausgelassen.

THW-Kreisläufer Marcus Ahlm gegenüber Eurosport:
Wir hatten auswärts verloren und wollten heute zeigen, was wir drauf haben und das haben wir auch gemacht.

[Frage: Warum gewinnen Sie den Titel?]
Weil wir sehr stark zu Hause sind und uns auch auswärts - bis auf Leon - gut präsentiert haben.

[Zur Stimmung in der Halle:]
Es war heute wieder eine unglaubliche Stimmung - gerade bei den CL-Spielen. Hervorragend!

THW-Rückraumspieler Filip Jicha gegenüber Eurosport:
Unser Trainer hat uns gut vorbereitet, wir haben gestern ein langes Videostudium gemacht und wussten genau, was die Spanier taktisch vorne spielen. Daher haben wir gut und konzentriert in der Abwehr gestanden - das war der Schlüssel zum Sieg. Im Hinspiel standen wir schlecht in der Abwehr, das wollten wir unbedingt besser machen.

[Zu seiner eigenen Leistung:]
Es geht von Tag zu Tag besser. Nach der viermonatigen Verletzungspause dachte ich, es würde gleich wieder voll gehen, aber nun schaue ich von Spiel zu Spiel und hoffe, dass ich bald die Kurve kriege.

[Wunschgegner im Halbfinale?]
Völlig egal, wir müssen einfach unsere Spiele gewinnen.

THW-Rückraumspieler Kim Andersson gegenüber den KN:
Wir waren alle richtig heiß, weil wir uns für die Niederlage in Leon revanchieren wollten. Da haben sie uns mit ihren beiden Kreisläufern kaputt gemacht. Aus dem Rückraum sind die nicht so gefährlich. Einen Wunsch im Halbfinale habe ich nicht. Wer den Titel gewinnen will, muss jeden Gegner schlagen können. Und wir wollen den Cup.
THW-Kapitän Stefan Lövgren gegenüber den KN:
Ich denke nicht, dass wir diesen Sieg nur unserer Abwehr verdanken, obwohl wir sehr gut gestanden haben. Im Angriff haben wir zwar viele Chancen verballert, aber bis zum Abschluss haben wir nur wenige technische Fehler gemacht. Das war gut. Im Halbfinale wünsche ich mir einen internationalen Gegner, gegen die Deutschen spielen wir oft genug.

Champions League, Gruppe 1, 6. Spieltag: 13.03.08, Do., 19.15: THW Kiel - Ademar Leon (ESP): 32:26 (18:14)

Logo THW Kiel:
Omeyer (1.-55., 18/2 Paraden), M. Andersson (56.-60., keine Parade); Lund, K. Andersson (7), Lundström (2), Kavticnik (3), Anic (n.e.), Lövgren (3), Ahlm (3), Szilagyi, Zeitz (1), Karabatic (6), Klein (3), Jicha (4); Trainer: Serdarusic
Logo Leon Ademar Leon (ESP Flagge ESP):
Saric (31.-60., 16/2 Paraden), Alilovic (1.-30., 6 Paraden); Ruesga, Valcic (1), Castresana, Aginagalde (1), Laluska, Sarmiento (4), Krivoshlykov, Aguirrezabalaga (3), Stranovsky (9/2), Martins (4/3), Urdiales (4/1), Sigurdsson; Trainer: Ribera
Schiedsrichter:
Darko Repensek / Janko Pozeznik (SLO)
Zeitstrafen:
THW: 5 (Lövgren (9.), 2x K. Andersson (25.,53.), Jicha (42.), Lund (45.));
Leon: 7 (Aginagalde (8.), 2x Martins (9.,25.), Stranovsky (12.), 2x Krivoshlykov (22.,58.), Sigurdsson (52.))
Siebenmeter:
THW: 2/0 (Saric hält Karabatic (38.) und Jicha (48.));
Leon: 8/6 (Omeyer hält Stranovsky (25.) und Urdiales (36.))
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:1, 4:1 (6.), 4:2, 5:2, 5:3, 7:3 (11.), 7:5, 8:5, 8:7 (19.), 9:7, 9:8, 12:8 (23.), 12:9, 13:9, 13:10, 15:10 (26.), 15:12, 16:12, 16:13, 17:13, 17:14, 18:14;
2. Hz.: 19:14, 19:15, 21:15 (36.), 21:16, 23:16 (40.), 23:17, 24:17, 24:18, 25:18 (45.), 25:19, 26:19, 26:20, 27:20, 27:22 (50.), 30:22 (54.), 30:23, 31:23, 31:25, 32:25, 32:26.
Zuschauer:
10250 (ausverkauft) (Sparkassen-Arena-Kiel, Kiel)

 

Kurzumfragen:

Wie schneidet der THW in der CL ab?
Erneut CL-Sieger 76.5%
Finale 17.1%
Halbfinale 6.4%
Anzahl Stimmen: 2545

 


Die anderen deutschen Europapokal-Teilnehmer

Nach dem FC Barcelona und dem THW hat auch der HSV Hamburg das Halbfinale der Champions League erreicht. Den Hanseaten reichte sm Samstag in Pamplona ein 32:32 (14:15)-Unentschieden bei Portland San Antonio, um sich den Sieg in Gruppe 3 zu sichern. Überragend: Kyung-Shin Yoon mit 11/4 Treffern. Somit ging es in der zweiten Partie der Gruppe am Sonntag nur noch um die Ehre, als die SG Flensburg-Handewitt beim 36:29 gegen HC Croatia Osiguranje-Zagreb (CRO) endlich den ersten Hauptrundensieg einfahren konnte.

Als letzter Club konnte sich am Sonntag Topfavorit Ciudad Real für das Halbfinale qualifizieren. In der Gruppe 2 kam es in Spanien zum "Endspiel" um den Gruppensieg gegen den VfL Gummersbach, der den spanischen Meister tatsächlich an den Rand einer Niederlage trieb. Nach überragender erster Halbzeit (12:8) des Bundesligisten siegte Ciudad Real aber noch mit 25:23.

Alle Ergebnisse des CL-Spieltages finden Sie hier.

Im EHF-Pokal hatte die HSG Nordhorn dem ukrainischen Vertreter HC Portovik Yuzhny das Heimrecht abgekauft, daher spielten die Clubs beide Partien an diesem Wochenende aus. Das Hinspiel gewann die HSG am Freitag in Bielefeld mit 39:32, das Rückspiel wurde am Sonntag in Nordhorn ebenfalls gewonnen: Nach dem 32:28-Sieg steht die HSG Nordhorn im Halbfinale.

Im Pokalsieger-Cup standen sich mit dem SC Magdeburg und den Rhein-Neckar Löwen beide deutschen Starter gegenüber. Den Sachsen-Anhaltingern gelang dabei am Samstag nicht, die 26:28-Niederlage aus dem Hinspiel wettzumachen, sie verloren auch das Rückspiel knapp mit 29:31 (12:13).

 

Aus den Kieler Nachrichten vom 14.03.2008:

"Zebras" spielten sich in einen Rausch

THW feierte beim 32:26 über Leon den Einzug in das Halbfinale der Champions League - und ein Handballfest
Kiel - Wenn am 18. März in Wien die Lose für das Halbfinale der Champions League gezogen werden, sind die "Zebras" im Topf. Beim Gruppenfinalspiel gestern Abend gegen Ademar Leon hatte der THW Kiel seine eigenen Nerven und den Gegner voll im Griff, siegte bis in die Haarspitzen motiviert mit 32:26 (18:14) Toren und hat sein Unternehmen Titelverteidigung fester denn je im Visier.

Knisternde Spannung legte sich lange vor dem Anpfiff auf die Atmosphäre in der Sparkassen-Arena. Die THW-Fangemeinde war bereit für ein packendes Match. Bereit waren auch die Mannen von Trainer Noka Serdarusic. Die Körpersprache von Lövgren, Karabatic, Klein und Co verriet: Hier geht nur einer als Sieger vom Parkett: der THW!

Kein leeres Versprechen: Schon nach sechs Minuten zeigte die Anzeigetafel ein 4:1 für die Hausherren. Zweimal Kim Andersson, zweimal Vid Kavticnik, die zuletzt kritisierte rechte Seite der Linkshänder sorgte für eine furiose Spieleröffnung. "Zebra"-Fäuste reckten sich gegen die Hallendecke - in dieser Mannschaft steckte das pure Leben. Ademar antwortete wie erwartet mit dem Versuch, Tore und Siebenmeter über den Kreis zu erzielen. Ein Unterfangen, das nur mäßig gelang. Nach 14 Minuten stand es 7:3. Stranovsky, mit zehn Toren schon bei der 24:28-Hinspiel-Niederlage erfolgreichster Leon-Torschütze, traf zweimal vom Siebenmeterpunkt, einmal aus der Distanz. Die zwei Stunden Video-Extra-Einheit, die Serdarusic seinem Team vorher verordnet hatte, zahlte sich aus. Kiels Abwehr fing die Doppel-Kreisläufer-Strategie der Spanier ab, bevor sie Unheil anrichten konnte. "Die spielen einen komischen Handball", sagte Stefan Lövgren, "gegen so eine Mannschaft spielt man selten, darauf waren wir aber dank der Videos vorbereitet, der Schlüssel zum Erfolg".

Weg kamen die Kieler zunächst dennoch nicht. Zwar passierten auf dem Weg nach vorn kaum Fehler, doch im Abschluss haperte es. Fünfmal scheiterten Ahlm (2), Lundström, Karabatic und Andersson nacheinander. Die kurze Flaute hätte Folgen haben können, doch auf der anderen Seite, der eigenen Abwehr, hatten die "Zebras" eine Wand errichtet. Kiels Mittelblock mit Karabatic und Jicha ließ Ademars Rückraum ganz trocken abprallen, auch die anderen Kieler Abwehrspieler hechteten bissig und aggressiv nach jedem Ball. Dahinter stand Thierry Omeyer. Hatten Leons Angreifer die Abwehrbastion überwunden, raubte Kiels Torhüter ihnen mit großen Taten den letzten Nerv. Keine Frage, nach seiner dreiwöchigen Verletzungszeit hat Omeyer wieder jenes Niveau erreicht, das ihn über andere erhebt: Weltklasse.

Das engagierte Kieler Spiel trug Früchte. Angriff auf Angriff ging Richtung Tor des guten Mirko Alilovic. Doch gegen die Wucht der Würfe von Kim Andersson (insgesamt 7 Tore), Karabatic (6) oder Filip Jicha (4) zog auch der kroatische Nationaltorhüter den Kürzeren. Die Kieler 18:14-Halbzeitführung schmeichelte den Gästen.

In der Kabine ließen die "Zebras" nur die nassen Hemden zurück, Elan und Begeisterung brachten sie auch in die zweite Hälfte mit. Und die verging wie im Flug. Die "Zebras" spielten sich in einen Rausch, ließen sich auch von Stoiker Danjel Saric und dessen Glanztaten im Ademar-Tor nicht vom Halbfinal-Weg abbringen und nahmen ihre Fans mit auf die Reise. Spätestens nach dem 27:20 (49.) von Kim Andersson, ein Wurf wie ein Strich, war die Entscheidung gefallen. Handballkost vom Feinsten auf dem Parkett, Begeisterungsstürme in den Zuschauerreihen: Kiels Handball-Tempel feierte ein weiteres Fest, die La Ola kreiste. Selbst nach dem Abpfiff blieben die Ausgänge lange leer. Stehende Ovationen, pitschnasse, klatschende Spieler: Die Helden feierten mit ihren Fans. "So eine Halle", keuchte Nikola Karabatic, "braucht man, um die Champions League zu gewinnen." Kiel hat sie.

(von Reimer Plöhn, aus den Kieler Nachrichten vom 14.03.2008)


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