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Nachrichten im Monat 03/2000:


Brand: THW hat keine Schwächen

In der aktuellen Sport-Bild (Ausgabe vom 29.3.2000) vergleicht Bundestrainer Heiner Brand die Meisterschaftsfavoriten THW und Flensburg. Sein Fazit "Kiel hat keine Schwächen".

Hier ein Überblick seiner Einzelkategorien:

THW Kiel Sport-Bild-Wertung SG Flensburg-Handewitt
Abwehr Die durchgängige 6:0-Deckung des THW ist kein Nachteil, damit kann er jede gegnerische Angriffsreihe stoppen. unentschieden Flensburg kann 3:2:1- oder 6:0 spielen, kann damit auf den Gegner reagieren. Ist Holpert in Form, ziehe ich ihn Ege vor.
Angriff Die Schweden geben den Ton an, Jacobsen ist Torgarant, Perunicic kann ein ein Spiel allein entscheiden - eine internationale Top-Besetzung. Vorteil Kiel Die SG ist auf den zentralen Positionen doppelt besetzt (RL: Fegter/Knorr, RM: Lavrov/Berge, RR: Jörgensen/Bjerre), die Variationsmöglichkeiten sind enorm.
Mentale Stärke Der THW profitiert von der Erfahrung seiner schwedischen Welt- und Europameister, die wissen, wie man wichtige Spiele entscheidet. Bewunderswert: Können auch Spiele entscheiden, wenn sie nicht in bester Form sind. Vorteil Kiel Sind unglaublich motiviert, da sie die ganz großen Ziele noch nicht erreicht haben. Das Problem: Können mit dem Druck nicht so umgehen wie Kiel, ihnen fehlt die Routine, wissen nicht, wie man zum Erfolg kommen soll.
Trainer Noka Serdarusic hat sehr viel Erfolg, kann die hochkarätigen Stars zusammenschweißen. unentschieden Rasmussen brachte neue Ideen, kombiniert die verschiedenen Mentalitäten gut.
Fazit Kiel hat zwei entscheidende Vorteile: Der Angriff und die mentale Stärke. Aber die Entscheidung fällt in den direkten Duellen im Pokal und der Bundesliga.


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Lövgren wurde Vater

Stefan Lövgren ist stolzer Vater. Seine Lebensgefährtin Ann-Sophie Clason brachte gestern morgen einen Jungen zur Welt. Herzlichen Glückwunsch!


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Meisterschaft wieder total offen: THW schlägt Magdeburg, Flensburg verliert in Großwallstadt

Kurz vor Spielbeginn Das war ein Abend ganz nach dem Geschmack der THW-Fans. Nicht nur, daß ihre Zebras den SC Magdeburg mit 21:19 (8:10) schlugen, kurz zuvor hatte auch der momentane Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt beim TV Großwallstadt mit 20:25 (9:13) verloren. Damit ist die Meisterschaft für den THW bei einem Minuspunkt Rückstand auf Flensburg offener denn je, denn der THW kann wieder - da er noch Flensburg zu Hause empfängt - aus eigener Kraft Meister werden!

Das Match gegen den SCM war ein Spiel mit zwei Halbzeiten, wie sie unterschiedlicher kaum sein können. Dank einer starken Anfangsleistung von Steinar Ege - vier Paraden in acht Minuten - führte der THW schnell mit 3:1 (8. Minute). Der norwegische Torhüter sollte der einzige beim THW bleiben, der über 60 Minuten glänzte. Seine Vordermänner dagegen brachen nun leider ein und der SCM glich durch Tore von Stefansson und Abati zum 3:3 (10.) aus.
Zwar konnte der THW noch einmal durch zwei Tore von Jacobsen mit 5:4 (12.) in Führung gehen, doch das war's dann erstmal mit der schwarz-weißen Herrlichkeit. Inzwischen hatte SCM-Trainer Gislason auf der Spielmacher-Position den Russen Oleg Kuleschow für Sven Liesegang gebracht. Das sollte sich zunächst bezahlt machen, der russische Nationalspieler sah die Lücken in der THW-Deckung, setzte Uwe Mäuer in der Folgezeit mehrere Male gut in Szene. Der machte in der 15. Minute vom Kreis seinen ersten Treffer zum 5:5-Ausgleich, dann traf Kervadec per Gegenstoß zur ersten Führung für die Magdeburger (6:5, 15.) Minute. Zu allem Überfluß kassierte Staffan Olsson auch noch eine Zwei-Minutenstrafe durch die Brüder Methe / Methe. Die Zwillinge aus Vellmar zogen sich auch dieses Mal wieder mit einem in beide Richtungen verteilenden Zeitstrafenfestival den heftigen Unmut des Publikums zu.
In der 19. Minute hatte Stefan Lövgren dann die große Chance zum Ausgleich, er hatte alles richtig gemacht, die Magdeburger Deckung ausgewackelt, kam frei an den Kreis, zog ab - und warf vorbei. Stattdessen machte der Magdeburger Mäuer seinen zweiten Treffer und baute die Führung zum 7:5 (21.) aus. Zusätzlich hatte sich Staffan Olsson seine zweite Zeitstrafe eingehandelt, er wurde nun fortan von Serdarusic nur noch im Angriff gebracht. Für den Schweden rückte der angeschlagene Nenad Perunicic (Achillessehnenprobleme) trotz heftiger Schmerzen - er humpelte deutlich - in den Deckungsverband.
Spielszene THW - SCM Nachdem Stefan Lövgren den 6:7-Anschlußtreffer erzielt hatte, war es wieder Mäuer, der ins Kieler Netz traf, 8:6 für Magdeburg (22.). Der bullige SCM-Kreisläufer markierte auch das 9:7 (24.). Doch der SCM legte noch eine Schippe drauf. Nach einer unerklärlichen Zeitstrafe gegen Martin Schmidt trafen die Gäste durch den ansonsten wieder einmal sehr blassen Stefan Kretzschmar zum 10:7 (29.), die höchste Führung für die Bördestädter.
Nachdem Stiebler eine Minute vor dem Pausenpfiff sich ebenfalls seine zweite Zeitstrafe abgeholt hatte, konnte Staffan Olsson immerhin auf 8:10 verkürzen. Noch besser wurde die Ausgangssituation der Zebras, als der Magdeburger Abati nach einer völlig unnötigen Rangelei mit Steinar Ege in der letzten Sekunde der ersten Halbzeit auch noch eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt. Daß das Rückstand in Grenzen geblieben war, war allerdings zuvorderst ein Verdienst von Steinar Ege, der bis zur Pausensirene schon zehn Paraden gezeigt hatte.
Der THW startete nun also mit einer doppelten Überzahl in die zweiten dreißig Minuten. Zusätzlich Motivation mußte das Halbzeit-Ergebnis aus Großwallstadt gegeben haben, dort führte der TVG gegen den Nordrivalen Flensburg mit 13:9. Lövgren verkürzte per toller Einzelaktion zum 9:10 (31.), Steinar Ege parierte gegen Kuleschow und den inzwischen für Michael Jahns eingewechselten Atawin. Die Zebras waren wie verwandelt aus der Kabine gekommen, standen nun in der Deckung aggressiver und sicherer und nutzten in der Offensive ihre Chancen besser.
In den 33. Minute gelang dem THW dann endlich wieder der Ausgleich durch Olsson, Ege zeigte weiter eine Weltklasse-Leistung. Nun gab es auf Magdeburger Seite Zeitstrafen gegen Kervadec und Kretzschmar, der deutsche Meister ging mit 13:10 (38.) in Führung, hielt den Drei-Tore-Vorsprung zunächst bis zum 14:11 (40.). Inzwischen hatte man auch einen weiteren Zwischenstand aus Großwallstadt gehört: 18:12 führten die Mainfranken gegen Flensburg.
Die Männer aus dem Osten der Republik schlossen zwar noch einmal auf 14:12 per Strafwurf zum THW auf (41.), doch dann lief der Zebra-Express weiter: Drei Tore in vier Minuten, das Spiel war mit dem 17:12 (46.) gekippt und befand sich nun fest in der Hand der Gastgeber. Nikolaj Jacobsen, bei dem heute Licht und Schatten ein wenig wechselten, machte aus unglaublichem Winkel das 18:12.
Der SCM wollte nun möglichst schnell wieder aufschliessen und lief dem THW in das offenene Messer. Die aufmerksame Deckung zwang die Gäste zu Ballverlusten und nach zwei verwandelten Gegenstößen von Perunicic und Jacobsen hatte der THW seine Führung zum 19:13 (50.) ausgebaut, die Olsson sogar noch auf 20:13 erhöhte. Einen zusätzlichen Schub gab es für die Hausherren, als Hallensprecher Rolf Körting das Endergebnis aus Großwallstadt verkündete: Die SG hatte mit 20:25 verloren.
Bei der 20:13-Führung des THW machte es auch nichts mehr, daß die Unparteiischen in der 54. Minute eine doppelte Zeitstrafe gegen den Olsson und Magdeburgs Stiebler aussprachen. Für beide war es die dritte, so konnten beide Duschen gehen. Magdeburg konnte in den folgenden vier Minuten zwar noch auf 17:20 (58:38) verkürzen, doch mit dem 21:17 durch Lövgren in Unterzahl war die Partie entschieden. Die letzten beiden Tore durch Mäuer und Stefansson waren nur noch Ergebniskorrektur.
[Bild: Steinar Ege] Bester Spieler auf Seiten des THW war Steinar Ege (Foto), der 20 gehaltene Feldwürfe und einen parierten Siebenmeter auf seinem Konto gutschreiben konnte. Am erfolgreichsten trafen für die Zebras Nikolaj Jacobsen (6/3) und Staffan Olsson (4). Bei Magdeburg trafen Mäuer (5) und Abati (4/3) am besten.

Stimmen zum Spiel:

[Bild: Pressekonferenz]
Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Hallensprecher Körting, SCM-Trainer Alfred Gislasson
SCM-Trainer Alfred Gislason:
Wir hatten uns vorgenommen, den THW so sehr wie möglich zu ärgern - möglichst bis zum Ende. Wir hatten schon auf die Überraschung gehofft. Das Ärgern ist uns in der ersten Halbzeit auch gut gelungen, da haben wir unser Spiel durchgezogen, aber nach den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit, wo wir fünf Tore hintereinander bekommen haben und wir ständig in Unterzahl waren, war das Spiel für uns gelaufen. Die Halle stand da noch mehr als sonst hinter dem THW, ab diesem Punkt haben wir dann nicht mehr viel Land gesehen.
Gratulation an den THW und alles Gute für die kommenden Aufgaben.

[Frage: Warum haben Sie Atawin nicht früher ausgewechselt?]
Atawin war sicherlich nicht in Bestform, aber er hat auch zu 2/3 der Saison gefehlt. Aber der restliche Rückraum hatte genauso eine Quote wie er. Wenn er nur unter seinen Möglichkeiten geblieben wäre, hätte ich ihm vielleicht die Schuld gegeben, aber so?

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Alfred, ich glaube Dir nicht ganz, daß Du uns hier nur ärgern wolltest, Du wolltest hier gewinnen. Geärgert hast Du mich in der ersten Halbzeit trotzdem. Ich weiß nicht, woran es gelegen hat, daß wir im ersten Durchgang so konfus agiert haben, so drucklos gespielt haben. Wir kamen viel zu weit auf Kuleschow heraus, der hat zwei-, dreimal den Kreis angespielt. In der zweiten Halbzeit, als Petersen dann auf der Linie blieb, hat man von Kuleschow nicht mehr viel gesehen. Generell haben wir in den zweiten 30 Minuten kaum noch Fehler gemacht, das freut mich.
Nach den ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit, wo wir 6:1 Tore erzielt haben, und den nächsten zehn, wo wir 6:2 Treffer gemacht haben, und über 14:11 auf 20:13 fortgezogen waren, war für Magdeburg nur noch Ergebniskorrektur drin.
[Grinst] Naja, ohne Staffan Olsson ist der THW sowieso nicht so viel wert...

[Frage: Seid Ihr nach dem Spiel in Zagreb kaputt gewesen, tat Euch die zusätzliche Motivation durch das Ergebnis aus Flensburg gut?]
Wir hatten eher ein anderes Problem: In erster Linie haben die Spieler momentan Barcelona im Kopf, das ist auch verständlich, ist das doch noch alles so frisch. Wir haben schließlich das erste Mal in unserer Vereinsgeschichte den Sprung ins CL-Finale geschafft. Da träumt dann jeder von einem Sieg in Barcelona mit sieben Toren, der großen Feier hinterher usw...
Aber dann muß das Spiel gegen Magdeburg leider nun mal sein... Unser Hallensprecher Rolf Koerting hatte schon richtig bemerkt, daß wir nach der ersten Halbzeit drauf und dran waren, daß Spiel zu verlieren. Das lag schon in der Luft. Deswegen versuchte er mit dem Hinweis auf die mehr als 800 Tage, die der THW in eigener Halle ungeschlagen ist, das Team und die Zuschauer noch einmal zusätzlich zu motivieren.
Die Mannschaft war dann im zweiten Durchgang wesentlich aggressiver, der SCM hat keine Chance mehr gehabt. Steinar Ege hat mit 20 Paraden super gehalten, er hatte großen Verdienst am Sieg.

[Frage: Ihr könnt jetzt ja wieder aus eigener Kraft Meister werden. Gibt das noch einen Motivationsschub?]
Ich hatte die Meisterschaft eigentlich schon lange verabschiedet, aber das hatte ich im letzten Jahr auch, deswegen glaubt mir das dieses Jahr keiner mehr. Wir müssen aber auch noch nach Großwallstadt, müssen noch nach Minden, das sind schwere Spiele. Auch die Heimspiele sind nicht einfach, die Brocken kommen mit Flensburg, Lemgo und Nordhorn erst noch. Dazu vielleicht dann noch ein Finale gegen Flensburg und und und...
Flensburg dagegen hat auswärts nur noch ein schwereres Spiel, nämlich hier in Kiel. Ansonsten müssen sie nach Dormagen, nach Schutterwald usw... Trotzdem bin ich optimistisch. Ich bin eben Sportler, da will man immer gewinnen!

[Frage: Ist Nenad Perunicic mental am Boden? Müssen Sie da ein wenig Psychologe spielen?]
Ok, Nenad hat angefangen, einen Ball verworfen, dann trat sein Achillessehnenproblem auf, er hat gehumpelt, sich durch's Spiel gequält. Da kann man nicht sagen, daß er einen Psychologen braucht. Zuallererst muß er wieder fit werden: Jetzt die Achillessehne, zuvor in Zagreb die Adduktorenzerrung, davor die Halswirbelprobleme...
Psychologe schön und gut, erstmal bräuchte ich ihn gesund!

THW-Manager Uwe Schwenker:
[Grinst] Noka hat scheinbar gute Laune, weil er so viel redet...
Kompliment an die Mannschaft! Wir haben im Augenblick nur wichtige Spiele, da ist es nicht so leicht, wenn die Physis runter ist. Aber alle Spieler haben den totalen Willen gezeigt, ihren inneren Schweinehund zu überwinden, dafür ein großes Kompliment! Ich hoffe, daß wir am Wochenende zwei Spiele spielen, dann haben wir schon wieder schwere Bundesliga-Spiele, aber wir sind überall noch drin. Da kann man nicht immer schön spielen, aber das die Spieler es immer wieder schaffen, mit ihrem Willen über den Kampf die Spiele zu entscheiden, das freut mich. Wir haben eben eine sehr charakterstarke Mannschaft.
Christian Scheffler deutete noch einmal auf die nun noch breitere Brust der Zebras hin:
Wir trainieren zwar so gut wie gar nicht, aber wir werden Meister!

26. Spieltag: 29.03.00, Mi., 20.00: THW Kiel - SC Magdeburg: 21:19 (8:10)

Logo THW Kiel:
Ege (1.-60.), Geerken (ein 7m); Wislander (3), Jacobsen (6/3), Schwenke (1), Perunicic (1), Petersen (2), Lövgren (3), Schmidt (1), Scheffler, Kibat (n.e.), Olsson 4; Trainer: Serdarusic
Logo SC Magdeburg SC Magdeburg:
Fritz (1.-36., 45.-60.), Gaudin (36.-45.); Atawin (2), Stefansson (3), Kervadec (2), Liesegang (1), Stiebler, Abati (4/3), Jahns, Mäuer (5), Kretzschmar (2); Trainer: Gislassson
Schiedsrichter:
Methe / Methe (Vellmar)
Zeitstrafen:
THW: 6 Wislander, Perunicic, Schmidt, dreimal Olsson);
Magdeburg: 8 (Stefansson, zweimal Kervadec, dreimal Stiebler, Abati, Kretzschmar)
Rote Karten:
THW: Olsson nach dritter Zeitstrafe, 54.;
Magdeburg: Stiebler nach dritter Zeitstrafe, 54.
Siebenmeter:
THW: 5/3 (Jacobsen wirft vorbei, Lövgren scheitert an Fritz);
Magdeburg: 4/3 (Abati scheitert an Ege)
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:1, 3:1, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:7, 6:7, 6:8, 7:8, 7:10, 8:10;
2. Hz.: 13:10, 13:11, 14:11, 14:12, 19:12, 19:13, 20:13, 20:17, 21:17, 21:19
Zuschauer:
7250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik


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Hamburger Morgenpostet berichtet über "linke Dänen"

In ihrer aktuellen Ausgabe ist unter der Schlagzeile "Zwei linke Typen" ein interessanter Artikel über THW-Linksaußen Nikolaj Jacobsen und seinen guten Freund und Konkurrenten Lars Christiansen (SG Flensburg-Handewitt) zu finden.

Lesen Sie den ganzen Artikel in der Online-Ausgabe der Hamburger Morgenpost.


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Interview mit Uwe Schwenker zur Auslosung

[Bild: Uwe Schwenker] Hier ein aktuelles Interview mit THW-Manager Uwe Schwenker zur heutigen Auslosung in Wien, die ergab, daß der THW im Hinspiel Heimrecht gegen Barcelona hat (siehe Bericht).
Zebra:
Uwe, ein Wort zur Auslosung. Der THW Kiel muß zuerst zuhause gegen den FC Barcelona antreten - ein Nachteil?
Uwe Schwenker:
Wir nehmen es so, wie es kommt. Natürlich hätten wir aus sportlichen Gründen lieber zuerst auswärts in Barcelona gespielt. Aber wir werden auch mit dieser Situation leben können.
Zebra:
Sie haben bereits vor den Halbfinals gesagt, Barcelona sei den als gleichstark einzuschätzenden Mannschaften aus Celje, Zagreb und Kiel einen deutlichen Schritt voraus. Hat Ihre Mannschaft denn trotzdem Chancen im Finale?
Uwe Schwenker:
Der FC Barcelona ist aus mehreren Gründen der absolute Favorit. Zum einen ist Barcelona die Mannschaft der letzten drei Jahre weltweit. Die Erfolge im Europapokal der Landesmeister der vergangenen Jahre sprechen für sich. Zum anderen hat Barcelona im Laufe einer Saison keinen so hohen Substanzverlust wie ein Deutscher Meister zu verzeichnen. Die spanische Liga ist im Gegensatz zur Bundesliga in der Breite nicht so ausgeglichen, in der man Spieltag für Spieltag sein ganzes Potential abrufen muss. Zudem haben wir bis zum ersten Finalspiel noch etliche wichtige Spiele, unter anderem das Final Four um den DHB-Pokal und natürlich einige im Hinblick auf die Deutsche Meisterschaft sehr brisante Bundesligaspiele. Wir werden in jedem Spiel unsere Leistung bringen müssen. Aber dennoch, auch gegen den FC Barcelona sind wir nicht ganz chancenlos. Wir werden unsere Möglichkeiten bekommen.
Zebra:
Hat sich mit der Finalteilnahme nun das Saisonziel des THW Kiel erfüllt, war doch offiziell nur von Finale, nicht vom Gewinn der Champions League, die Rede?
Uwe Schwenker:
Wir haben immer gesagt, wir wollen ins Finale des Europapokal. Was nun international noch kommt, wäre das "Sahnehäubchen". Unser Traum, im Finale der Champions League einmal gegen den FC Barcelona zu spielen, hat sich erfüllt.


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Erst Heimspiel gegen Barcelona - Vorverkauf ab 3.4.

Heute um 11 Uhr fand in Wien die Auslosung des Heimrechts für die Europapokal-Finalspiele statt. Im Finale der Champions League empfängt der THW zunächst am 22./23.4. in der Ostseehalle den FC Barcelona (ESP). Das Rückspiel findet dann am 29./30.4. in Spanien statt. "Wir hätten lieber zuerst auswärts gespielt. Jetzt fällt die Entscheidung in Barcelona, und wir müssen vorher ein Tore-Polster schaffen", meinte THW-Manager Uwe Schwenker. "Aber wir nehmen es, wie es kommt. Sportlich würde uns das Rückspiel in Kiel besser in die Rechnung passen. Aber vielleicht können wir ja wieder mal Kapital daraus schlagen." Zunächst muß der Termin für das Spiel in der Ostseehalle bestimmt werden. Die Vorgabe der EHF würde auch den Ostermontag zulassen, der Termin, der momentan von Schwenker favorisiert wird. "Entscheidend wird sein, wie die EHF die Fernseh-Vertragsverhandlungen mit der Agentur SportA führt", meinte Uwe Schwenker. Die Rechte liegen bei der EHF und nicht beim Endspielteilnehmer (siehe auch Interview mit Uwe Schwenker zur Auslosung).
"Natürlich hätten wir lieber zuerst in Spanien gespielt", meint THW-Trainer Noka Serdarusic. "Es immer leichter, wenn klar ist, wie's steht und man eine Chance hat, auf Alles oder Nichts zu gehen. Im Hinspiel ist die Lage unsicher, die Entscheidung fällt in Barcelona." Grundsätzlich ist er aber optimistisch, im Halbfinal-Rückspiel gegen Celje hätten die Spanier erstmals seit Jahren Schwäche gezeigt. "Barcelona ist sicher eine überragende Mannschaft, ist auf den ersten Blick auch Favorit, aber wir besitzen ebenfalls ein gutes Team, das gute Chancen hat, unseren Traum vom Gipfelsturm zu erfüllen.
Auch der TV Großwallstadt muß im Finale des City-Cupszunächst zu Hause spielen, Gegner ist CBM Valladolid (ESP). Die SG Flensburg-Handewitt hatte dagegen mehr Losglück. Im EHF-Pokal-Finale tritt sie zunächst auswärts bei Metkovic Jambo (CRO) an.

Bis jetzt gibt es schon mehr als 250 Interessierte für das Auswärtsspiel in Barcelona. Infos und Anmeldung für die Reise, die wahrscheinlich vom 28.4. bis 1.5. stattfinden wird, gibt's im TUI-ReiseCenter Hamburger Chaussee 75, Tel.: 0431/690490.

Vorverkauf beginnt am 3. April

Der Vorverkauf für das Heimspiel gegen Barcelona beginnt am 3. April an den Kassen der Ostseehalle. Bis einschließlich fünften April haben die Inhaber von Karten vom Halbfinale gegen Zagreb die Möglichkeit, sich ihre Tickets zu sichern. Ab dem 6. April beginnt dann der freie Vorverkauf.

Die Preise:

Alle Preise zzgl. Vorverkaufsgebühr.


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Mittwoch geht's in der Liga weiter: Magdeburg kommt

Hier geht's zur letzten Aktualisierung

Logo SC Magdeburg Nach den Europapokalstrapazen hat der THW keine Zeit zum erholen. Mittwoch tritt der SC Magdeburg in der Kieler Ostseehalle an. Die Ostdeutschen liegen momentan auf Platz vier der Tabelle, haben bei 37:13 Punkten ebensoviele Minuszähler wie der THW. Der vorzeitig aus dem EHF-Pokal ausgeschiedene SCM hat zudem den Vorteil, daß er zuletzt am 18. März spielen mußte (26:20-Heimsieg gegen Dormagen) und seitdem regenerien konnte.
Das Team des neuen isländischen Trainers Alfred Gislason (zuvor SG Hameln) hat sich seit Saisonbeginn stets im oberen Tabellendrittel behauptet (schlechteste Plazierung war der 6. Tabellenplatz, siehe Bundesligakurve SCM). Doch zum Sturm auf die Tabellenspitze fehlte im ersten Teil der Saison die Konstanz. Die scheint jetzt aber vorhanden, 8:0 Punkte aus den letzten vier Spielen halten die Magdeburg im engsten Verfolgerfeld des momentan Tabellenführers SG Flensburg-Handewitt.
Auswärts hat der 10fache DDR-Meister bisher 15:11 Punkte gesammelt. In Dormagen, Nettelstedt, Schutterwald, Schwartau und Willstätt gelangen Siege, in Wetzlar, Essen, Lemgo, Großwallstadt und Wuppertal reichte es immerhin zu einem Unentschieden. Nur in Flensburg, Frankfurt und Nordhorn mußte sich der sachsen-anhaltinische Traditionsverein geschlagen geben.
Den Kader des SCM stellten wir schon ausführlich im Vorbericht zum Hinspiel und im Vorbericht zum Pokal-Achtelfinale vor.
Das Bundesliga-Hinspiel verlor der THW in Magdeburg Anfang Januar mit 25:28, im DHB-Pokal-Achtelfinale im Februar siegten die Zebras dagegen mit 29:27. Seit der Wiedervereinigung hat der THW in der Ostseehalle noch keinen Punkt gegen den SCM abgegeben (siehe Gegnerdaten Magdeburg). Im letzten Jahr gewann der deutsche Meister mit 27:24.

ODDSET-Quote:
Sieg THW:1,25
Unentschieden:6,05
Sieg Magdeburg:3,55

Letzte Aktualisierung vor dem Spiel (29.03.2000):

SCM-Trainer Alfred Gislason hat schon vor Wochen angekündigt, daß in Kiel etwas passieren müsse, wenn es für die Magdeburger um mehr als den internationalen Wettbewerb gehen solle.
Noka Serdarusic weiß, daß er nicht nur deswegen seinem Team die Bedeutung dieses Spiels besonders klar machen muß: "Ich weiß nicht, ob mir das gelingt. Allen schwirrt die Barcelona-Arie im Kopf herum. Ich werde alles versuchen, ihre volle Konzentration auf Magdeburg auszurichten." Probleme bereitet ihm auch die körperliche Verfassung von Stefan Lövgren, Staffan Olsson und Nenad Perunicic: "Daß von den dreien keiner so richtig fit ist, hat uns schon in Zagreb in arge Schwierigkeiten gebracht."

Radio-Tips:


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Erste Infos über Barcelona

Logo FC Barcelona Ab sofort sind erste Informationen über den Champions League-Finalgegner des THW, den FC Barcelona (ESP), abrufbar. Springen Sie zum Kader der wohl besten Vereinsmannschaft der Welt, oder sehen Sie sich die allgemeinen Daten des katalanischen "Über-Teams" an.
In den nächsten Wochen werden wir den spanische Rekordklub dann ausführlich vorstellen.

Der erste Flieger mit 180 Voranmeldungen für Barcelona ist übrigens schon voll, ein zweites Charterflugzeug wird geplant!


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Bundesliga beschließt Allstar-Event

Auf der Ligatagung der Handball-Bundesliga-Vereinigung HBVM wurde die endgültige Ausrichtung des "Allstar Events" beschlossen. Am 26. Mai spielt in Münster eine Auswahl der besten Bundesligaspieler aus Nord/West gegen ein Team aus Süd/Ost (19.30 Uhr). Per Internet können die Fans ihre favorisierten Mannschaften zusammenstellen. Nach der Partie soll in der Münsterlandhalle ein Gala-Abend stattfinden, in dessen Verlauf "Awards" in verschiedenen Kategorien unter anderem für den besten Trainer und den besten Nachwuchsspieler vergeben werden. Veranstalter sind der Ligaausschuss und die HBVM. Das DSF wird zwei Stunden vom "Allstar Event" übertragen. "Diese Veranstaltung soll zu einer ständigen Einrichtung werden", betonte Liga-Boß Heinz Jacobsen.

Unterstützen Sie den THW bei der Wahl von sport1.de:

Oder schreiben Sie ihre Favoriten für jede Position auf eine Postkarte und senden Sie diese an:

Kennwort "Handball-All-Star-Spiel"
Sport-Bild
20777 Hamburg

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Drei deutsche Vereine in EC-Finals

Die Bundesliga hat in den internationalen Wettbewerben bewiesen, daß sie eine der stärksten Ligen der Welt ist, drei deutsche Vereine zogen in das Finale eines Europapokal-Wettbewerbs ein.
Der THW hatte sich gestern für das Champions League-Finale qualifiziert (siehe Bericht). Ebenfalls gestern machte der TV Großwallstadt alles klar für den Einzug in das Finale des City-Cups. Nach einem deutlichen 33:28-Heimspiel-Sieg über Pfadi Winterthur (SUI) konnten sich die Mainfranken im Rückspiel sogar noch eine 22:23-Niederlage bei den Schweizern erlauben.
Dagegen hatte die SG Flensburg-Handewitt genauso große Probleme wie der THW. Nach der 18:23-Niederlage beim ABC Braga (POR) starteten der Bundesliga-Tabellenführer wunschgemäß in das Rückspiel, doch in der zweiten Halbzeit brachen die Flensburger ein. Nach 50 Minuten stand es 18:18, die SG war vor dem Aus. Doch mit einer Energieleistung und lautstarken Fans im Rücken reichte es dann doch noch zu einem 23:18-Sieg, der im dritten Jahr in Folge den Einzug in das EHF-Pokal-Finale bedeutet.


(26.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Großes Interview mit Magnus Wislander im Hamburger Abendblatt

Das Hamburger Abendblatt führte ein langes, ausführliches Interview mit unserem Kapitän Magnus Wislander. Max betont die Wichtigkeit des Handballs in Schweden, erklärt warum er Handballer und nicht Profi-Golfer oder Fußballer wurde, ob Stefan Lövgren ihn ersetzen kann, spricht über Vorbilder im Handball und die Zukunft des deutschen Handballs.

Lesen Sie das ganze Interview in der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblattes.


(25.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Ja, geschafft! THW erstmals im CL-Finale! Gegner: Barcelona!

Das war kein Meisterstück, doch das Ergebnis zählt!

Zu Beginn hatte der THW noch alles im Griff... Der THW hat heute abend in Zagreb den letzten notwendigen Schritt ins Champions League-Finale, nachdem er am leztzten Sonntag die Tür zum Finale beim 32:21-Sieg über Badel Zagreb (CRO) sehr sehr weit aufgestossen hatte.
In einem in der zweiten Halbzeit mehr als dramatischen Rückspiel unterlag ein schwacher THW dem kroatischen Meister mit 22:13 (7:8), was bei dem Elf-Tore-Vorsprung aus dem Hinspiel dennoch den erstmaligen Einzug in das Finale bedeutet. Die Finalspiele finden am 22./23.4. und 29./30.4. statt, Gegner ist der FC Barcelona (ESP), der nach einem 39:25-Hinspielsieg über Celje Pivovarna Lasko (CRO) im Rückspiel nur 20:27 unterlag und damit wieder einmal das Finale erreicht hat.

Es war zunächst nicht der gefürchtete Hexenkessel, in dem der THW antreten mußte. Der "Dom Sportava" war bei möglichen 12000 Besuchern nur mit 3000 Fans bevölkert. Zagreb hatte im Vorverkauf nur 1000 Karten abgesetzt, 4000 Freikarten wurden unter das Volk gebracht. Der deutsche Meister startete mit einer 4:0-Führung (8. Minute), Wislander, zweimal Jacobsen und Petersen hatten getroffen, Saracevic hat getroffen nach sage und schreibe elf Minuten kam Badel Zagreb zum ersten Treffer, doch dann schlichen sich einige Schludrigkeiten in das Spiel der Zebras ein. Besonders ärgerlich dann der Wechselfehler bei einer Zeitstrafe, der für den THW die doppelte Unterzahl bedeutet. Der kroatische Meister nutzte die Chance und verkürzte durch Saracevic (Foto) auf 3:4. Steinar Ege verhinderte in der Anfangsphase mit fünf Paraden eine mögliche Führung der Gastgeber.
Die Stimmung im Dom Sportava steigerte sich langsam... Die gab es dann aber erstmals beim 5:4 für Zagreb, doch der THW hielt dagegen, machte seinerseits das 7:5. In der 18. Minute hatte Noka Serdarusic seinen Linksaußen Jacobsen herausgenommen, der Nerven zeigte und deutlich zu viele Fehler gemacht hatte, doch auch sein Nachfolger Scheffler hatte offensichtliche Probleme mit der aggressiven 4:2-Deckung der Kroaten. Auch Nenad Perunicics Angriffsleistung blieb mehr als bescheiden. Sechs Versuche, kein Treffer, das war die Anfangsbilanz des als sensibel geltenden Jugoslawen, der von den fanatischen kroatischen Anhänger konstant ausgepfiffen wurde. Ihm merkte man deutlich an, daß er der nervlichen Belastung ihm feindlich gesinnten Halle nicht gewachsen war. Zudem handicapte ihn eine Adduktoren-Zerrung.
Doch diese kleinen Aussetzer in den Reihen der Zebras waren dank des komfortablen Elf-Tore-Vorsprungs aus dem Hinspiel zur Pause kein Grund zur Sorge, der Gastgeber konnte nur eine 8:7-Führung aufweisen konnte.
Im zweiten Durchgang änderte sich dann die Atmosphäre schlagartig. Plötzlich war es auf dem Spielfeld und den Rängen mehr als hitzig geworden, die Kroaten führten nach 13:8-Zwischenstand nach 45 Minuten mit 14:9. Nach der Pause hatte der THW nur zwei Tore durch Wislander und Lövgren erzielen können. Das Spiel war jetzt dominiert von einer überharten Gangart der Gastgeber, immer wieder kam es zu unschönen Szenen, so wurden nach einem üblen Foul an Staffan Olsson gleich zwei Badel-Spieler für zwei Minuten vom Feld gestellt. Die Halle kochte nun, erste Feuerwerkskörper explodierten.
Die Zebras hatten weiter große Probleme mit der offensiven Deckung von Zagreb, Perunicic hatte sich bei inzwischen mehr als zehn Versuchen immer noch nicht in die Torliste eintragen können. Nun sahen die Gastgeber ihre Chance, erhöhten noch einmal das Tempo und die Härte, führten plötzlich mit 19:10. Sicherheitskräfte sperren das Spielfeld ab Spielstand: 21:11 Drei Minuten vor Abpfiff stand es 21:11 für den kroatischen Meister, der Elf-Tore-Vorsprung war auf ein mageres Törchen zusammengeschmolzen. Seit der 45. Minute hatten nur Wislander und Schmidt für die Zebras getroffen, reihenweise Fehlpässe und Abspielfehler beim deutschen Meister. Es gab nun tumultartige Szenen auf und am Rande des Spielfeldes, Sicherheitskräfte zogen auf (Foto links). Die Schiedsrichter Bürgli / Heutschi wurden angerempelt, Staffan Olsson (Foto unten) förmlich umgerannt.
Auch Staffan mußte einiges einstecken...
Auch Staffan mußte einiges einstecken...

Wie gut das Stefan Lövgren die Nerven behielt und den fälligen Siebenmeter zum 12:21 verwandelte (Foto unten links). Ege konnte dann einen Wurf der Kroaten parieren und Staffan Olsson machte im Gegenzug in der 59. Minute mit seinem ersten Tor(!) das 13:21 für den THW, das war die Entscheidung (Foto unten rechts). Auch der langhaarige Schwede hatte eine miserable Quote, benötigte insgesamt sieben Versuche für seinen Treffer.
Stefan Lövgren verwandelt zum 12:21 Staffan Olsson bejubelt seinen entscheidenden Treffer zum 13:21
Stefan Lövgren verwandelt zum 12:21 Staffan Olsson bejubelt seinen entscheidenen Treffer zum 13:21

Zwar erhöhte Bilic für die Gastgeber noch einmal auf 22:13, doch das war reine Ergebniskorrektur. Bezeichnend für die heutige Leistung des THW war dann die letzte Aktion von Nenad Perunicic zwölf Sekunden vor Abpfiff. Auch diesmal konnte er das Leder nicht im Netz von Andrej Lavrov unterbringen, blieb also ohne ein einzigen Treffer.
Am Ende durfte sich die Mannschaft bei Torwart Steinar Ege, der 17 schwere Bälle parierte, für den Einzug ins Endspiel bedanken. Bester Werfer in den Reihen des THW waren noch Wislander und Lövgren (beide 3). Für Zagreb war Saracevic siebenmal erfolgreich.
Noka konnte sich zunächst nicht freuen Von Feierlaune war abends beim THW zunächst keine Spur, die Mannschaft schottete sich ab, wollte alleine sein. Aber wie schreibt Lothar Böttcher von den Kieler Nachrichten so zutreffend: "Abhaken, Schwamm drüber, nun freut euch endlich mal! Ihr steht im Finale!

Am Dienstag findet um 11.00 Uhr bei der EHF in Wien die Auslosung des Final-Heimrechts statt. "Es wäre schön, wenn wir zuerst in Barcelona spielen könnten", sagt THW-Manager Uwe Schwenker: "Wir sind Außenseiter, aber nicht chancenlos."

Stimmen zum Spiel:

Martin Schmidt:
Martin Schmidt konnte es kaum fassen
Ja, das ist wirklich unfaßbar, mir fehlen auch fast die Worte, ich weiß auch gar nicht, was ich sagen soll. Wir haben mit viel, viel Dusel irgendwie noch das Finale erreicht. Wir sind in der zweiten Halbzeit, das war vielleicht Angst vor dem Sieg, völlig eingebrochen, und dann das Ding noch irgendwie über die Zeit gekriegt. Wir sind noch mal mit einem blauen Auge davongekommen und dicht an einer Blamage vorbeigeschrammt.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
In der ersten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft. Wir mußten deutlich führen. Aber wir haben zu viele Chancen vergeben. Und wenn's mal nicht läuft, kommt im Handball eben so etwas heraus. Die vorgezogenen Badel-Abwehrspieler waren wie Catcher, hingen wie Klammer-Affen am Hemd oder Hals meiner Spieler.

[Erst viel später war Serdarusic wieder zu Scherzen aufgelegt:]
Das ist alles nichts Neues, das wird es immer wieder geben. Sonst wäre es ja auch langweilig!

[Zur Leistung von Steinar Ege:]
Er war mit Abstand unser bester Mann. Bei den anderen muß ich vergeblich suchen, um einem eine solide Leistung zu bescheinigen.

THW-Manager Uwe Schwenker zur Leistung von Nenad Perunicic:
Wenn ein Großteil der Fans die ganze Zeit schreit "Tötet den Serben", dann ist es natürlich ein ganz besonderer Druck, unter dem er gestanden hat. Von daher muß man bei ihm sicherlich einiges relativieren.

[Zum Ergebnis allgemein:]
Ein reines Nervenspiel, unnötig nach dem guten Start. Ich konnte mich direkt nach der Partie gar nicht richtig freuen. Der Schreck saß noch zu tief. Ich war froh, daß die Halle nicht voll war. Die Mannschaft war nach dem Spiel geknickt. Wir alle müssen uns bei Steinar Ege für seine Leistung bedanken. Ich kann nach diesem Spiel nicht jubeln. Aber wir sind im Finale, ist das nichts? Das war unser großer Traum, jetzt wollen wir das Sahnehäubchen obendrauf setzen.

Stefan Lövgren zu seinem verwandelten Siebenmeter in der 58. Minute zum 12:21:
Stefan Lövgren im Interview
Ich habe dabei eigentlich nichts gedacht, nur "Du mußt ruhig bleiben". Dann habe ich das Tor gemacht, das war ganz einfach.
Steinar Ege:
Ich wäre lieber mit einer überzeugenderen Leistung der Mannschaft ins Finale gekommen. Die Freude darüber kommt wohl erst später, wenn man das Ergebnis hier vergessen hat.
Klaus-Dieter Petersen zu seinem Wechselfehler in der 12. Minute:
Das tut mir furchtbar leid. Es war ein Reflex. So machen wir das immer, wenn wir in der Abwehr sind: Lövgren kam raus, ich lief rein. Ich hatte vergessen, daß ich eine Zeitstrafe absitzen mußte. Klar, daß das nicht passieren darf. Aber: Wenn man nur 13 Tore wirft, dann kommt so etwas raus. Wir sind im Endspiel, nur das zählt wirklich.
Nikolaj Jacobsen:
Nach zwei Fehlversuchen bin ich unsicher geworden. Da begann das Zittern. Wir hatten überhaupt keine Sicherheit und Übersicht im Spiel. Es ist enttäuschend, hier mit neun Toren zu verlieren. So stark sind die auch nicht. Ich glaube, wir alle haben heute etwas gelernt: Wenn man in der Champions League nicht 60 Minuten lang konzentriert ist, wird man bestraft.
Nenad Perunicic:
Ich bin mit der Indianer-Abwehr nicht klar gekommen, Lavrov hat toll gehalten. Das war mein schlechtester Tag, ich war irgendwie völlig kalt und bin nie warm geworden. Wir sind mit viel Glück ins Finale gekommen.
Ich weiß nicht, was mit mir los war.
Magnus Wislander:
Ja, wir sind im Finale! Aber ich muß erst mal zwei Mal schlucken und ganz tief durchatmen.
Staffan Olsson:
Wir sind mit der ungewöhnlichen Abwehr nicht klar gekommen. Wir sind im Endspiel, das ist das Einzige, worüber wir uns freuen können.
Zagrebs Torhüter Andrej Lavrov:
Der THW hatte nur die elf Tore Vorsprung aus dem Hinspiel im Kopf und war heute in Zagreb nur zu 90 Prozent konzentriert. Aber man hat wieder gesehen: Im Handball und in dieser Atmosphäre ist immer alles möglich.

Noka und Niko im N3-Interview:

Noka und Niko im N3-Interview
Noka und Niko im Gespräch mit Sport 3-Moderator Uwe Bahn
N3:
Es war - glaube ich - ein unglaubliches Spiel. Noka Serdarusic, haben Sie sich schon einmal über eine Niederlage so gefreut wie über diese?
Noka Serdarusic:
Noka im N3-Interview Ich habe mich nicht sehr gefreut über diese Niederlage. Noch zehn Minuten nach dem Spiel war mir nicht richtig klar, ob wir durch sind oder nicht. Ich wußte natürlich eigentlich, daß die neun Tore für Zagreb nicht gereicht haben - ich habe trotzdem nach dem Spiel einige Zeit gebraucht, um mich zu freuen.
N3:
Wie war das bei der Mannschaft?
Nikolaj Jacobsen:
Niko im N3-Interview Das war genauso. Wir waren alle ein bißchen enttäuscht, daß wir so hoch verlieren konnten und haben auch ein wenig Zeit gebraucht, um uns richtig zu freuen.
N3:
Zählt man denn da während des Spiels mit? Weiß man genau, wieviel Tore es noch sind, wie war das während der Partie?
Nikolaj Jacobsen:
Das weiß man genau. Man guckt natürlich auch während der Partie oben auf die Anzeigetafel, aber das hilft auch nicht, da muß man einfach nur positiv denken.
N3:
Das beruhigt auch nicht unbedingt, oder?
Nikolaj Jacobsen:
[Grinst] Zum Schluß hat es nicht beruhigt, das war da schon sehr eng. Es wäre natürlich besser gewesen, wenn wir nur mit zwei, drei Toren zurückgelegen hätten.
N3:
Was ruft man denn da zu so einem Zeitpunkt auf das Spielfeld? Kann man da überhaupt noch was verstehen?
Noka Serdarusic:
Es war sehr schwer. Die Halle war zwar nicht voll, es waren aber einige Fans, die sehr laut waren, die eine super Atmosphäre gemacht haben. Ich mußte ziemlich früh in der zweiten Halbzeit eine Auszeit nehmen, mein Kollege auf der anderen Seite hat genau gewußt, daß ich am liebsten eine weitere Auszeit genommen hätte, deswegen hat er keien genommen. So kam ich an meine Mannschaft kaum heran.
Innerhalb von zehn Minuten haben meine Spieler total den Faden waren verloren, waren in diesen zehn Minuten wie Anfänger.
N3:
Nicht alle Fans im Dom Sportava sahen so aus... Nicht so brav war es ja in der Halle. Da sah ja so ein bißchen aus wie die Köpfe der Hooligans-Bewegung, was man da so auf der Tribüne gesehen hat. Bilder die man sonst ja nur aus den extremen Kurven beim Fußball kennt.
Noka Serdarusic:
Vor drei Jahren spielten wir ja schon einmal in Zagreb, da war es genauso, wenn nicht noch schlimmer. Meine Spieler waren fast alle zur Europameisterschaft in Kroatien vor zwei Monaten da, die Nationalspieler ja sowieso, der Rest von der Mannschaft war mit mir dort zusammen im Trainingslager. Das heißt, die kannten schon alles. Ich glaube nicht, daß das der alleinige Grund war, daß wir in der zweiten Halbzeit den Faden verloren haben.
Das erste Spiel haben wir ja ganz klar mit elf Toren gewonnen, waren die überlegene Mannschaft. Wir haben das Rückspiel mit 4:0 angefangen, waren dreißig Minuten die stärkere Mannschaft. Wir haben in der Deckung super gespielt, keiner hätte sich träumen lassen, daß in der zweiten Halbzeit sowas passiert. Und wo es dann passiert ist, waren wir nicht mehr da, deswegen haben wir dann so hoch verloren.
N3:
Siebenmeter sind ja eigentlich ihre Stärke, Niko, hat die Hand zu sehr gezittert in dem Hexenkessel oder warum haben Sie dann doch gesagt, "ich möchte nicht"?
Nikolaj Jacobsen:
Ich habe in der ersten Halbzeit auch nicht so gut gespielt, hatte schon zwei Siebenmeter verschossen, und Lövgren hatte da in der zweiten Halbzeit schon ein paar Tore gemacht. Da habe ich zu Stefan gesagt, "Du schießt den rein!" und da hat der ja gesagt.
N3:
Was macht man da in solcher Phase auf der Trainerbank, wie hält man sich da ruhig?
Noka Serdarusic:
Das ist schwer. In der Mannschaft hatte ich eigentlich nur einen, der Normalform gebracht hat, das war mein Torwart Steinar Ege. Bei Nikolaj lief's nicht so gut, über Nenad Perunicic haben Sie schon alles gehört. Bei Staffan Olsson war es so, daß das schöne Tor erst zum Schluß kam, zuvor hatte er schon einige Male verschossen. Wislander am Kreis kam auch nicht ins Spiel, weil das Spiel der Kroaten nicht unbedingt sauber war. Da gab es einige Szenen, die haben eher an Ringen als an Handball erinnert. Aber man kennt das von Europapokal-Auswärtsspielen, das ist eben so. Einigermaßen gut gespielt hat außerdem vielleicht noch Stefan Lövgren.
Und dann ist es eben sehr schwer, in solchen Momenten an die Mannschaft heranzukommen. Und dann passiert sowas eben. Aber zum Glück passiert sowas nicht nur uns. Ich habe jetzt das zweite Ergebnis von Barcelona erfahren. Die lagen zur Halbzeit auch schon mit sieben Toren hinten, haben Glück gehabt, daß sie in der zweiten Halbzeit nicht untergegangen sind. Das passiert eben nicht nur dem THW, sondern den großen Mannschaften überhaupt.
N3:
Wie sieht's aus mit der Meisterschaft? Sie haben ja momentan drei Punkte Rückstand auf Flensburg.
Nikolaj Jacobsen:
Das wird dieses Jahr sehr schwer. Flensburg muß am Mittwoch in Großwallstadt antreten, da müssen die aus unserer Sicht unbedingt verlieren, sonst wird es schwer, wenn die da zwei Punkte holen.

Bemerkungen am Rande:

Polizei-Eskorte:
Wie auch schon der TV Suhr wurde auch der THW mit Blaulicht und Polizei-Eskorte durch Zagreb bugsiert. Schon auf der Fahrt vom Flughafen wurden rote Ampeln plötzlich grün..
Paß-Kontrolle:
Es war zu erwarten: Wenn Nenad Perunicic, Montenegriner mit jugoslawischer Staatsbürgerschaft, in andere Balkan-Länder einreist, gibt's Probleme. Diesmal dauerte die Paß-Kontrolle eine Viertelstunde, bis er endlich einreisen durfte.
Mutige Schiedsrichter:
Die Schweizer Unparteiischen Bürgi und Heutschi hatten keinen leichten Stand im berüchtigten Dom Sportava von Zagreb. Doch sie ließen sich nicht beirren, zeigten sich korrekt, pfiffen sogar noch in den hektischen Schlußminuten Stürmerfoul gegen die Gastgeber. Und das trotz tieffliegender Feuerzeuge und Geldmünzen...

TV- und Radio-Tips:

Halbfinale, Rückspiel: 25.03.00, Sa., 18.15: Badel Zagreb (CRO) - THW Kiel: 22:13 (8:7)

Logo Badel 1862 Zagreb (CRO Flagge CRO):
Lavrov, Kelentric; Koulintchenko, Maglajlija, Rasikevicius (1), Bilic (5), Jovic, Sprem (3), Tomljanovic (2), Dzomba (1), Saracevic (7/2), Valcic (3); Trainer Zovko
Logo THW Kiel:
Ege, Geerken; Wislander (3), Jacobsen (2/1), Schwenke, Perunicic, Petersen (1), Lövgren (3/1), Schmidt (2), Scheffler (1), Olsson (1); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Bürgi / Heutschi (Schweiz)
Zeitstrafen:
Zagreb: 8 (u.a. Dzomba);
THW: 5 (u.a. Scheffler, dreimal Petersen)
Rote Karte:
THW: Petersen nach dritter Zeitstrafe (34.)
Siebenmeter:
Zagreb: 2/2;
THW: 2/1 (Jacobsen an den Pfosten)
Spielfilm:
1. Hz.: 0:4, 5:4, 5:7, 8:7;
2. Hz.: 9:7, 9:8, 13:8, 13:9, 16:9, 16:10, 19:10, 21:11, 21:13, 22:13
Zuschauer:
5000 (Dom Sportava, Zagreb)


(25./26.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Macht der THW in Zagreb den letzten Schritt zum Finale?

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Logo Badel Zagreb Am Samstag - Anpfiff 18.15 Uhr - hat der THW in Zagreb die große Chance, erstmals in seiner Geschichte das Finale der Champions League zu erreichen.
Die Chancen stehen mehr als gut: Mit dem grandiosen 32:21-Hinspielsieg über Badel Zagreb haben die Zebras sich ein mehr als komfortables Polster für das Rückspiel im "Dom Sportava" von Zagreb geschaffen. Das war 1997 noch ganz anders: Damals schaffte man im Hinspiel nur ein 23:23-Unentschieden und schied nach grandiosem Kampf mit einer knappen Auswärtsniederlage (23:25) eine Woche später aus. Doch Spiel in Zagreb vor drei Jahren sollte dem THW Hoffnung machen. Damals behielten sie in der "kalten Hölle" kühlen Kopf, ließen sich nicht von der fanatischen Atmosphäre beirren.
Positiv ist auch, daß die gesamte Truppe des THW während der EM im Rahmen eines Traingslagers in Zagreb sich mit der Stimmung und den Gegebenheiten vor Ort bestens vertraut gemacht hat. Dennoch zeigt auch unserer international mehr als erfahrene Kapitän Magnus Wislander Respekt vor dem kommenden Spiel: "Wir haben in dieser Atmosphäre auch bei der EM gespielt. Bei diesen verrückten Kroaten ist es nicht einfach zu bestehen" meinte "Max" vor dem Hinspiel. Nach dem Spiel in Hamburg kam dann doch großer Optimismus bei unserem "alten Schweden" auf: Mit "Mit diesem Vorsprung können wir relativ beruhigt nach Zagreb fahren. Sicher im Endspiel sind wir allerdings noch nicht", versucht er, etwas den Druck von der Mannschaft zu nehmen.
Badel Zagreb (CRO) - A.S. Ionikos Athen (GRE):40:20
Badel Zagreb (CRO) - ZTR Zaporoshye (UKR):28:25
Badel Zagreb (CRO) - Skjern Handboll IF (DEN):22:19
Badel Zagreb (CRO) - TV Suhr (SUI):26:23
Badel Zagreb (CRO) - Fotex Veszprem (HUN):30:26
Auch die bisherigen Champions League-Heimspielergebnisse der Kroaten sollten den Zebras Mut machen: Nur die international drittklassige Mannschaft von A.S. Ionikos Athen ging mit 20 Toren unter, ansonsten war ein Sieg mit drei bis vier Toren die Regel.
Doch eins ist gewiß: Badel Zagreb dürfte heiß sein, die 21:32-Schlappe von Hamburg noch wettzumachen. Selten war der kroatische Meister so vorgeführt worden wie am letzten Wochenende. Badels Trainer Zagreb Schuld gab Trainer Zovko zum Teil auch den Unparteiischen:

Ich wünsche mir, daß wir in Zagreb Schiedsrichter bekommen, die genauso solche Kriterien anlegen, wie heute. Normalerweise kommentiere ich keine Schiedsrichter-Leistungen, aber ich muß heute betonen, daß die Unparteiischen ein sehr schwaches Niveau hatten. Ich appelliere an die EHF, in solchen entscheidenden Spielen wie einem CL-Halbfinale in Zukunft qualitativ bessere Schiedsrichter zu stellen.
Ich will die Leistung vom THW nicht schmälern, habe aber die Hoffnung, daß wir in eigener Halle die THW-Führung noch aufholen können.

THW-Coach Noka Serdarusic hat da aber keine großen Bedenken:

Wir haben - genau wie Badel Zagreb - auch sehr erfahrene Spieler, deshalb hoffe ich, daß uns in Zagreb nichts mehr passiert.

Auf den THW wartet die "kalte Hölle"

In Europa gefürchtet: Der Dom Sportova in Zagreb Ob es am Samstag bei elf Toren Vorsprung des THW in Zagreb genauso heiß her geht, wie 1997, ist nicht sicher. Dennoch: die heißblütigen, fanatischen Fans im "Dom Sportova", in Fankreisen auch "Ledena" - "Die Kalte" - genannt, sind berühmt-berüchtigt. Von den 10000 mehr als enthusiastischen Zuschauern sind ein nicht geringer Teil die straff oganisierten "Bad Blue Boye", mit denen auch der THW 1997 Bekanntschaft machte. Einige rühmen die bedingungslose Unterstützung der "BBB", dem Fanclub des Fußballvereins Dinamo Zagreb, andere kritisieren die "militanten 'Fans'" als "hasserfüllt und unsportlich", so etwa die schweizerische Handball-World.
Beim Spiel des schweizer Meisters TV Suhr in den Champions League Gruppe C in Zagreb blieb jedenfalls alles im Rahmen. Laut eigener Aussage wurde man als Gegner mit Respekt behandelt. Bereits am Flughafen wurde man von der Polizei abgeholt und mit Blaulicht begleitet, sobald man im Bus saß. Dafür hagelte es dann beim Einlaufen Feuerzeuge und Lippenstifte von den Tribünen...

Letztes Update vor dem Spiel (25.03.)

THW unbeeindruckt

Badel Zagreb hat vor dem Spiel noch einmal versucht, die Stimmung anzuheizen. Die Sport-Fachzeitung "Sportske Novosti" widmete dem Ereignis die komplette Titelseite. Und in einem Interview wettete Badels Trainer Zovko um 1000 Mark, daß Zagreb doch noch in das Finale einzieht. "Die Eintrittskarten werden gar nicht richtig verkauft, die laden die ganze Stadt ein. Da läuten die Alarmglocken", weiß THW-Trainer Serdarusic. Aber: "Mir hat das immer viel Spaß gemacht, wenn die Zuschauer gegen mein Team waren", erinnert er sich an seine aktive Laufbahn, "das hat mich nur zusätzlich motiviert."
Auch die THW-Spieler zeigen sich unbeeindruckt. Stefan Lövgren meint: "Das ist da immer heiß, das kennen wir schon. Man darf nicht vergessen: Zagreb steht unter Druck, die müssen aufholen und werden Fehler machen." So sieht es auch sein Landsmann Staffan Olsson: "Ich habe keine Respekt vor der Atmosphäre."

Sorgen um Olsson und Perunicic

Stefan Lövgren hat zwar noch Schmerzen im Großzeh-Gruzndgelenk, doch er beißt auf die Zähne und wird mitspielen können. Sorgen bereitet dagegen der Einsatz von Nenad Perunicic und Staffan Olsson: Perunicic zog sich gestern im Abschlußtraining eine Adduktoren-Zerrung zu, Olsson wird immer noch wegen seiner Nebenhöhlenentzündung behandelt.

Im schwedischen EM-Hotel einquartiert

Einquartiert ist der THW in Zagreb im Hotel intercontinental. Da wohnten die Schweden auch vor fünf Wochen, als sie Europameister wurden. Ein gutes Zeichen?

Nur 15 Fans mit dabei

Nur 15 THW-Fans begleiten den THW mit nach Zagreb - scheinbar rechnen alle mit dem Finaleinzug, wollen lieber mit dem THW nach Barcelona fliegen: "Für das Finale haben wir schon einen Flieger voll", meint THW-Manager Uwe Schwenker.

TV- und Radio-Tips:


(23./25.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

THW - Nordhorn verlegt

DSF-Logo Das Bundesliga-Heimspiel des THW gegen die HSG Nordhorn ist vom 12.4 auf den 13.4., 20.30 Uhr, verlegt worden. Grund: Das DSF wird das Match als "Spiel der Woche" live übertragen.


(12.02.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Wislander erneut in der Mannschaft der Woche

Logo Handball-Woche [Bild: Magnus Wislander] Die Handball-Woche hat Magnus Wislander zum dritten Mal in dieser Saison in die "Mannschaft der Woche" gewählt.


(21.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Entwarnung für Lövgren

[Bild: Stefan Lövgren] Stefan Lövgren (Foto) hatte nach dem CL-Spiel in Hamburg wieder Schmerzen im Großzeh-Grundgelenk. "Die Verletzung ist nicht wieder aufgebrochen, sie war noch gar nicht ganz verheilt", erklärte Mannschaftsarzt Dr. Brandecker. Lövgren ist dennoch zuversichtlich: "Es ist über Nacht besser geworden. So wie es aussieht, kann ich am Sonnabend das Rückspiel in Zagreb mitmachen."


(21.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Nokas Knie wird im Sommer operiert

[Bild: Noka Serdarusic] THW-Trainer Noka Serdarusic (Foto) wird sich im Sommer endlich der schon lange geplanten Knie-Operation unterziehen.
Die Spätfolgen seiner eigenen aktiven Karriere machen es nötig, daß er sich nach Ende der Saison in sein linkes Bein eine Knieprothese einsetzen läßt: "Mein linkes Knie hat keine Kreuzbänder, keine Außenbänder und keinen Meniskus mehr", erklärt Serdarusic, die Schmerzen wurden unerträglich.
Doch bis zum Saisonende will er noch durchhalten, dann folgt die Operation. "Danach werde ich 15 Wochen an Krücken gehen." So wird dann THW-Manager Uwe Schwenker in der Saisonvorbereitung und den ersten vier Bundesligaspielen der nächsten Saison als Interimscoach einspringen. "Ich werde das zusammen mit der Mannschaft machen. Außerdem ist unser Trainer in dieser Zeit ja nicht abwesend", meint Uwe Schwenker.
Eigentlich wollte sich Serdarusic wegen seiner Knieprobleme eine einjährige Auszeit nehmen, doch solange wollte der THW auf seinen Meistertrainer nicht verzichten. Serdarusic erhofft sich von seiner erzwungenen Pause auch ein Lernprozeß bei seinem Manager: "Vielleicht merkt er dann mal, daß das auch ein bißchen Arbeit ist", scherzt der 49-Jährige.


(21.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Spiel in Minden schon um 15.00 Uhr

Das Bundesliga-Spiel, das der THW am 9.4. in Minden bestreitet, wird aufgrund einer Kurzberichterstattung im ZDF von 16.00 Uhr auf 15.00 Uhr vorverlegt.


(20.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Kartenvorverkauf für das Final-Four beginnt heute!

Der Kartenvorverkauf für die Finalrunde im DHB-Pokal (1./2.4.2000) beginnt heute an den Kassen der Ostseehalle.


(20.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Wermutstropfen: Lövgren angeschlagen

Ein Wermutstropfen trübte gestern die Gala-Vorstellung des THW gegen Badel Zagreb: Die noch nicht ganz verheilte Zehen-Verletzung bei Stefan Lövgren ist wieder aufgebrochen.


(20.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Riesenschritt Richtung CL-Finale: 32:21-Klatsche für Zagreb

Logo Badel Zagreb Daran hätten auch die optimistischten THW-Fans nicht geglaubt: In wohl einem der wichtigsten Spiele seiner Vereinsgeschichte schlug der THW Kiel den kroatischen Meister Badel 1862 Zagreb mit 32:21 (14:11). Vor 4500 begeisterten Zuschauern zeigten die Zebras im Hinspiel des CL-Halbfinales eine fast unglaubliche Leistung und haben durch den Elf-Tore-Vorsprung die große Chance, das Rückspiel in Zagreb (25.3., 18.15) unbeschadet zu überstehen und erstmals das Champions League-Finale zu erreichen.

Schon vor dem Spiel herrschte in der ausverkauften Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg eine einmalige Atmosphäre. Die aus höchstens 30 Mann bestehende "Bad Blue Boys"-Fan-Gruppe der Zagreber ging in einem Höllenlärm der THW-Fans unter, als die Mannschaften in die Halle einliefen, der THW wurde mit Standing Ovations begrüßt, man verstand kaum sein eigenes Wort.
Nicht nur die Fans wußten, wie wichtig ein gutes Ergebnis im Hinspiel sein würde, auch der THW war sehr motiviert, zu Beginn vielleicht sogar etwas übermotiviert. Nach zwei Toren von Nenad Perunicic und zwei Treffern seines Zagreber Pendants Bilic stand es nach sechs Minuten 2:2. Badel ging per Tempogegenstoß-Treffer von Dzomba zum 3:2 erstmals in Führung, der THW hatte in dieser Phase noch Probleme mit der aggressiven 6:0-Deckung der Gäste, die in der Offensive ein schnelles Angriffsspiel aufzogen.
Nenad trifft zum 1:0 Bilic macht im Gegenzug das 1:1
Nenad trifft zum 1:0 Bilic macht im Gegenzug das 1:1

So blieb also zunächst der kroatische Abonnementsmeister am Drücker und führte in der 11. Minute mit 5:4 nach dem ersten Treffer des bulligen 38jährigen Saracevic. Martin Schmidt egalisierte per Tempogegenstoß, aber ein von Saracevic sicher verwandelter Strafwurf zum 6:5 (13.) ließ die Kroaten wieder in Führung gehen. Zagreb gelang es sogar, die Führung nach Gegenstoß-Treffer des Litauers Rasikevicius auf 7:5 zu erhöhen (15.).
Saracevic markiert das 5:4 Schmidt gleicht zum 5:5 aus
Saracevic markiert das 5:4 Schmidt gleicht zum 5:5 aus

Maglajlijas zweite Zeitstrafe Diese Zwei-Tore-Führung hatten die Gäste auch noch beim 6:8 (17.) inne, doch dann fing sich der THW, stand in der Deckung deutlich besser und überzeugte im Angriff immer mehr. Innerhalb von fünf Minuten drehten die Zebras den Zwei-Tore-Rückstand in eine Zwei-Tore-Führung um, nutzten clever die zweite Zeitstrafe des Bosniers Maglajlija (Foto), und führten nun mit 10:8 (22.); ließen sich auch nicht durch einen verworfenen Siebenmeter von Jacobsen verunsichern.
Die Kroaten ratlos: Zovko nimmt eine Auszeit Badels Trainer Zovko (Foto) erkannte die Wende im Spiel und nahm eine Auszeit, um gegenzusteuern. Das schien ihm zunächst auch gelungen zu sein, sein Team glich auf 10:10 (25.) aus. Doch dann wieder eine Rückraum-Granate zum 11:10 von Nenad Perunicic, der bei nur drei Fehlversuchen sechs blitzsaubere Tore erzielte.
Badel glich noch einmal zum 11:11 aus, doch der THW blieb cool: Max trifft zum Pausenstand von 14:11 Erst ein eiskalter Rückraumtreffer zum 12:11 (27.) von Staffan Olsson, dann eine tolle Einzelaktion von Stefan Lövgren zum 13:11 (28.). Zagreb scheiterte 30 Sekunden vor der Pausensirene an Steinar Ege und Max Wislander besorgte zehn Sekunden vor der Pause die 14:11-Führung (Foto). Das ließ berechtigte Hoffnung bei den lautstarken THW-Anhängern aufkommen.

Stimmen zur Pause:

THW-Kapitän Magnus Wislander:
Magnus Wislander im N3-Interview
[Frage: Woran lag's, daß es solange gedauert hat, bis Sie ins Spiel gefunde haben?]
Ich glaube, wir waren ein bißchen überrascht, daß Zagreb eine 6:0- statt einer 3:2:1-Deckung spielte. Und dann haben wir nicht so gut in der Abwehr gestanden. Zum Schluß haben wir aber ein bißchen besser gestanden. Auf jeden Fall müssen wir so weiterspielen, wie wir in der Abwehr zum Schluß gestanden haben. Und dann versuchen, ein paar einfache Tore zu machen.

[Frage: Was für einen Abstand müssen Sie herausspielen, damit Sie in Zagreb vor 12000 Zuschauern bestehen können?]
Zwanzig. [lacht] Nein, scherz beiseite. Fünf, sechs, damit müßte man zufrieden sein.

THW-Manager Uwe Schwenker:
Uwe Schwenker im N3-Interview
Die Mannschaft war heute von vorneherein gut eingestellt, aber ein bißchen Nervosität ist ganz normal bei so einer Begegnung. Wir haben zu anfang nicht so ganz ins Spiel gefunden, wie wir uns das vorgestellt haben, auch ein bißchen zu statisch gespielt. Ab der 10., 12. Minute wurde es besser, dann auch besser in der Deckung aufgepaßt. Ich denke, der Drei-Tore-Vorsprung ist schon ganz okay.

[Frage: Vorher sagte, Zagreb, mit der 6:0-Deckung von Kiel kommen wir klar...]
Ja, sie haben sehr sprunggewaltige Spieler mit Bilic und insbesondere Saracevic. Wir haben natürlich schon jahrelang 6:0 gespielt, haben auch ein bißchen Probleme, eine andere Deckungsvariante zu spielen, deshalb haben wir gesagt, okay, wir bleiben bei unserer Stärke und versuchen gegen diesen sprung- und wurfstarken Rückraum damit zum Erfolg zu kommen. Zum Schluß haben wir es dann ein bißchen besser gelöst, ich hoffe, wir werden es in der zweiten Halbzeit noch besser lösen...

[Zum Torhüter:] Ege hat sich im Laufe der ersten Halbzeit gesteigert, das ist auch notwendig, um gegen Zagreb bestehen zu könenn. Ich hoffe, daß er sich in der zweiten Halbzeit zusammen mit der Deckung noch weiter steigern kann, daß wir auch einmal zu etwas einfacheren Toren über die erste Welle, über die Tempogegenstöße kommen, das braucht man auch. Sonst ist es doch sehr kraftraubend, wenn man lange in der Deckung spielt gegen Zagreb und wenn man dann über das Positionsspiel im Angriff zu Toren kommen will. Wir brauchen einfach in der zweiten Halbzeit etwas einfachere Tore.

Wir haben eine erfahrene, routinierte Mannschaft, wir müssen hinten etwas engagierter und aggressvier spielen. Mit Jovic am Kreis kämpfen wir zuviel, gehen nicht genug auf Bilic und Saracevic raus, wobei das natürlich auch sehr schwierig ist. Wir müssen nicht unbedingt das Spiel in fünf Minuten entscheiden. Kühlen Kopf bewahren und mit heißem Herzen weiterspielen! Ich bin zuversichtlich, daß wir noch ein oder zwei Tore zulegen können.

Michael Menzel:
Michael Menzel im N3-Interview
[Frage: Wie geht es Ihnen nach der Operation?]
Jetzt geht's so langsam wieder besser, ich hatte die ersten zwei, drei Tage nach der Operation noch Schmerzen gehabt, aber so langsam wird es wieder.
Man spielt ja selbst unheimlich gerne, wenn man zugucken muß, ist das schon sehr hart für einen Spieler. Das Ergebnis der OP sieht bisher sehr gut aus, Handball spielen darf ich aber trotzdem nicht mehr. Das tut schon noch ein bißchen weh, daß man nie mehr spielen kann, damit muß ich mich aber jetzt abfinden...

Max trifft zum 15:11 Steinar Ege kam scheinbar mit einem verbesserten Wurfriecher aus der Kabine, parierte innerhalb der ersten zwei Minuten der zweiten Halbzeit drei Würfe der Gäste. Diesen verstärkten Rückhalt nutzte der THW und erhöhte durch Wislander auf 15:11 (33., Foto). Max spielte ab der 10. Minute am Kreis, für ihn war Stefan Lövgren auf die Mittelposition gerückt. Der "neue Schwede" entfaltete besonders im zweiten Durchgang durch seine bekannte Dynamik einen ungeheuren Druck auf die Zagreber Abwehr, dem sie sich immer weniger gewachsen sah. Er war es auch, der zum 16:12 (34.) traf.
Nachdem Nikolaj Jacobsen per Strafwurf zum 17:13 getroffen hatte, gab es eine erzwungene Spielunterbrechung von fast zehn Minuten: Die Hallenuhr war defekt, der Austausch langwierig... Die Spielpause schien dem THW besser getan zu haben als den Gästen: Saracevic scheiterte an Steinar Ege, unser THW-Kapitän Wislander machte prompt das 18:13 (37.).
Badel Zagreb wollte nun mit aller Macht gegenhalten, spielte zu hektisch und rannte blind in sein Unglück. Zwei Ballverluste der Kroaten bedeuteten zwei Tempogegenstoß-Tore für den THW zum 19:13 (Petersen, 38.) und 20:13 (Jacobsen, 39.). Zagrebs Trainer Zovko sah das Unheil kommen, nahm erneut eine Auszeit, doch es gelang ihm und seinem Team nicht mehr, das Ruder herumzureißen. Der THW spielte sich nun fast in einen Rausch, konnte die Sieben-Tore-Führung in den nächsten Minuten acht Minuten nicht nur bis zum 22:15 (43.) verteidigen, sondern sogar auf 25:17 (47.) ausbauen.
Niko verwandelt den Siebenmeter zum 17:13 Petersen und Jacobsen verwandeln ihre Tempogegenstöße zum 19:13 und 20:13
Niko verwandelt den Siebenmeter zum 17:13 Petersen und Jacobsen verwandeln ihre Tempogegenstöße zum 19:13 und 20:13

Trainer Zovko nahm jetzt die Torwart-Legende Andrej Lavrov - nur sechs Paraden - aus dem Kasten, brachte dafür Mirko Basic, Goldmedaillengewinner von 1996. Der konnte aber überhaupt keinen Ball anfassen, so hütete sein russischer Kollege ab der 50. Minute wieder das Tor.
Die erste Zehn-Tore-Führung durch Martin Schmidt Die Zebras waren jetzt nicht mehr zu stoppen! Riesenbegeisterung auf den Rängen, als Martin Schmidt von Außen zum 30:20 traf (56., Foto). Das war die erste Zehn-Tore-Führung für den THW! Wislander gelang es sogar noch, auf 31:20 zu erhöhen, das riß die THW-Fans von den Sitzen. Sie begleiteten ihr unglaublich aufspielendes Team in den letzten drei Minuten mit Standing Ovations. Zagreb verkürzte noch einmal auf 21:31 (60.), doch Staffan Olsson stellte in letzter Sekunde mit einer Einzelaktion den alten Elf-Tore-Vorsprung wieder her.
Beste Schützen bei einem mannschaftlich geschlossen stark auftretendem THW waren Wislander (7), Perunicic (6), Jacobsen (6/1) und Olsson (5). Bei Zagreb waren Saracevic (7/3) und Rasikevicius (5) am erfolgreichsten. Steinar Ege zeigte in der zweiten Halbzeit eine Weltklasse-Leistung Das Torhüter-Duell konnte Steinar Ege (Foto), der besonders in der zweiten Halbzeit eine Weltklasse-Leistung zeigte, klar für sich entscheiden. 14 Paraden standen auf dem Konto des Norwegers. Sein Gegenüber Lavrov konnte nur sechs Würfe, darunter einen Siebenmeter, parieren.

Jubel beim THW
Jubel beim THW nach dem Abpfiff

Schön übrigens nicht nur das Ergebnis für den THW, sondern auch die Tatsache, daß es sowohl auf dem Feld als auch auf den Tribünen sportlich sehr fair zuging.

In der zweiten CL-Halbfinal-Begegnung deklassierte der FC Barcelona (ESP) den slowenischen Meister Celje mit 39:25, nachdem es zur Pause noch 14:14 unentschieden gestanden hatte.

Stimmen zum Spiel:

N3-Interviews:

Martin Schmidt:
Martin Schmidt im N3-Interview
[Frage: Was war der Knackpumnkt für den deutlichen Sieg?]
In der zweiten Halbzeit hat fast alles geklappt. die Deckung stand sehr gut, die Kroaten haben nie die richtigen Mittel gefunden, uns zu stoppen. Das spiel über den Lreis lief sehr gut, Stefan Lövgren hat sehr viel Druck gemacht, und dadurch haben wir sie in der 2. Halbzeit wirklich an die Wand gespielt. Elf Tore sind schon ein sehr guter Vorsprung.

[Frage: War der Ausfall der Uhrelektronik für Sie ein Vorteil?]
Nein, auf keinen Fall. Davon läßt sich hier keiner aus dem Rhythmus bringen, das hier sind alles so erfahrene Spieler...

[Frage: War das die halbe Miete in Richtung CL-Finale?]
Ja, das hoffe ich doch, elf Tore müssen wir in Zagreb erstmal verlieren...

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Noka Serdarusic im N3-Interview
Das, was wir in der zweiten Halbzeit geboten haben, das war schon Weltklasse. Eine Motivation war heute überflüssig. Wir waren ein bißchen überrascht, daß die Kroaten mit einer 6:0-Deckung begonnen haben, was nicht unbedingt die kroatische Deckung ist. Dann waren wir lange wie gelähmt, in der Deckung war zu wenig Biß da. Erst in der 22. minute, wo wir 10:8 geführt haben und drei Chancen verschossen, da haben wir erst angefangen, in der Deckung richtig zu kämpfen. Und in der zweitenn Halbzeit standen wir in Deckung so, wie ich das kenne und wie ich mir das wünsche. Der Gegner war ratlos, wußte gar nicht, was er machen sollte, und Ege hat super gehalten, dann kommt es natürlich zu so einem Ergebnis.
Ich hatte vorher gesagt, daß man eine Mannschaft wie Zagreb nicht mit zehn Toren schlagen kann, aber das ist jetzt passiert. Ich freue mich jetzt erstmal über den Sieg. Ich hoffe, ich freue mich in einer woche wieder - darüber, daß wir dann im Finale stehen, aber wir müssen noch eine Woche warten...

Pressekonferenz:

Zagrebs Trainer Zdravko Zovko:
Erst einmal Gratulation an den THW für den verdienten Sieg. Wir haben es nicht geschafft, den Rhythmus aus der ersten Halbzeit mit in den zweiten Durchgang mitzunehmen. In der Abwehr waren wir in der zweiten Halbzeit nicht so gut, der THW hatte da eine sehr gute Trefferquote. Auch im Angriff waren wir nicht mehr so stark, waren selbst schuld, daß wir Steinar Ege warmgeschossen haben.
Obwohl wir eine so erfahrene Truppe haben, haben wir es nicht geschafft, beim Sieben-Tore-Rückstand in der zweiten Halbzeit das Spiel in die Breite zu ziehen. Stattdessen sind wir ins offene Messer gelaufen. Doch in sieben Tagen mag es vor 10000 begeisterten Zuschauern schon wieder ganz anders aussehen.
Ich wünsche mir, daß wir in Zagreb Schiedsrichter bekommen, die genauso solche Kriterien anlegen, wie heute. Normalerweise kommentiere ich keine Schiedsrichter-Leistungen, aber ich muß heute betonen, daß die Unparteiischen ein sehr schwaches Niveau hatten. Ich appelliere an die EHF, in solchen entscheidenden Spielen wie einem CL-Halbfinale in Zukunft qualitativ bessere Schiedsrichter zu stellen.
Ich will die Leistung vom THW nicht schmälern, habe aber die Hoffnung, daß wir in eigener Halle die THW-Führung noch aufholen können.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Klar, mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Besonders bin ich stolz auf die Leistung meiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Wir hatten ja vor dem Spiel gesagt, daß man Zagreb nicht so einfach mal mit zehn Toren schlagen kann.
Ins Spiel sind wir dann etwas gehemmt gegangen, vielleicht waren wir zu motiviert - in der Kabine waren die Jungs bis zum Geht-Nicht-Mehr motiviert.
Wir waren etwas überrascht von der 6:0-Deckung von Zagreb, wir hatten mit einer 3:2:1-Variante gerechnet. Wir haben bis zur 20. Minute gebraucht, damit klarzukommen.
Wir haben dann - genau wie bei Barcelona gegen Celje - eine super zweite Halbzeit hingelegt, unsere Deckung hat gut gestanden, wir waren aggressiv genug, hatten den Rückraum dann voll im Griff - die Kreistore von Zagreb waren da vorhersehbar und verschmerzbar. Steinar Ege hat dann sehr gut gehalten, wir sind dann von 17:13 auf 20:13 davongezogen. Da hatte ich erwartet, daß Badel jetzt lange ausspielt, aber stattdessen haben sie weiter schnell gespielt und wir sind zu Kontertoren gekommen.
Wir haben - genau wie Badel Zagreb - auch sehr erfahrene Spieler, deshalb hoffe ich, daß uns in Zagreb nichts mehr passiert.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Wir haben in der ersten Halbzeit unsere Nervosität ein wenig zu spät abgelegt. Dennoch war es eine starke Vorstellung unseres Teams.
Wir haben nun heute die Tür zum Finale sehr weit aufgestossen, müssen nur noch durchgehen. Es ist sicherlich ein kleiner Vorteil für uns, daß wir bei der EM mit der ganzen Mannschaft in Zagreb waren. Wir kennen nun die Atmosphäre, auch in der Halle. Und dazu kommt unsere Erfahrung von 1997 (siehe Bericht). Deshalb hoffe ich, daß wir dort nicht erschrecken. Ich bin optimistisch, daß wir das Finale erreichen.
THW-Kapitän Magnus Wislander:
Mit diesem Vorsprung können wir relativ beruhigt nach Zagreb fahren. Sicher im Endspiel sind wir allerdings noch nicht.

Pressestimmen:

sport.de
"Kieler spielen wir im Rausch."
"Mit grandioser Leistung ... ins Finale katapultiert."
sid
"Gala-Vorstellung"

Halbfinale, Hinspiel: 19.03.00, So., 14.15: THW Kiel - Badel Zagreb (CRO): 32:21 (14:11)

Logo THW Kiel:
Ege (1.-60.), Geerken (zwei 7m); Wislander (7), Jacobsen (6/1), Schwenke, Perunicic (6), Petersen (1), Lövgren (4), Schmidt (3), Scheffler (n.e.), Olsson (5); Trainer: Serdarusic
Logo Badel 1862 Zagreb (CRO Flagge CRO):
Lavrov (1.-46., 50.-60.), Basic (46.-50.); Koulintchenko (1), Maglajlija (2), Rasikevicius (4), Bilic (3), Jovic (1), Tomljanovic, Dzomba (2), Saracevic (7/3), Valcic (1); Trainer Zovko
Schiedsrichter:
Arnaldsson / Vidarsson (Island)
Zeitstrafen:
THW: 1 (Schwenke);
Zagreb: 2 (zweimal Maglajlija)
Siebenmeter:
THW: 2/1 (Jacobsen scheitert an Lavrov);
Zagreb: 3/3
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:1, 2:1, 2:3, 3:3, 3:4, 4:4, 4:5, 5:5, 5:7, 6:7, 6:8, 10:8, 10:10, 11:10, 11:11, 14:11;
2. Hz.: 15:11, 15:12, 16:12, 16:13, 17:13, 20:13, 20:14, 21:14, 21:15, 22:15, 22:17, 25:17, 25:18, 26:18, 26:19, 28:19, 28:20, 31:20, 31:21, 32:21
Zuschauer:
4800 (ausverkauft) (Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(19.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Kann der THW gegen Zagreb einen Vorsprung herauspielen?

Hier geht's zur letzten Aktualisierung

In Europa gefürchtet: Der Dom Sportova in Zagreb Am Sonntag steigt für die Zebras wohl einer der Höhepunkte der Saison. Ab 14.15 Uhr treffen die Zebras im Hinspiel des Halbfinales der Champions League auf den kroatischen Abonnement-Meister Badel 1862 Zagreb. Spielort ist die Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg, denn die Ostseehalle ist wegen der Tanzveranstaltung "Riverdance" belegt. Wollen die Zebras erstmals in ihrer Geschichte das Endspiel um den wichtigsten europäischen Pokal - dem Pokal der Landesmeister - erreichen, sollten sie im Hinspiel mit einigen Toren Vorsprung gewinnen, denn das Rückspiel in "Dom Sportava" vor 10000 fanatischen Zuschauern (Foto rechts) wird ein ganz ganz schwere Aufgabe.
Wie schwer es gegen die Kroaten werden kann, davon konnte sich der THW schon in der Saison 1996/97 ein Bild machen. Genau wie in dieser Saison traf man auch damals im CL-Halbfinale auf Zagreb und mußte genau wie heute im Hinspiel ebenfalls auf die Alsterdorfer Sporthalle ausweichen. Dort erreichte der THW nur ein 23:23-Unentschieden (siehe Bericht). Dieses Hinspielergebnis reichte für ein Weiterkommen nicht. Nach großartigem Kampf unterlagen die Zebras eine Woche später in Zagreb knapp mit 23:25 (siehe Bericht) und waren ausgeschieden.

Für beide Seiten war es der Wunschgegner

Beide Seiten waren mit der Halbfinal-Auslosung zufrieden: "Badel kommt uns ganz gelegen. Die kennen wir am besten. Da haben wir noch eine alte Rechnung offen", meinte Uwe Schwenker nach der Auslosung in Anspielung auf das Ausscheiden 1996/97.
Zdravko Zovko, Trainer von Badel Zagreb Auch Zdravko Zovko (Foto), Trainer von Badel und auch Nationalcoach, äußerte sich gegenüber der "Vecernji list", der größten Tageszeitung Kroatiens, optimistisch: "Das ist der Gegner, den wir erhofft hatten. Dazu spielen wir zuerst auswärts und deshalb kann ich nicht unzufrieden sein." Auch den Kroaten sind die 1997er Halbfinalbegegnungen, aus denen sie siegreich hervorgingen, noch im Gedächtnis: "Ich habe nichts dagegen, daß sich das wiederholt. Wir müssen uns gut auf das Spiel vorbereiten. Wir wollen die Tribünen der Halle wieder in die Zeit der Europameisterschaft zurückholen. Diesmal muß die Stimmung richtig sein" sagt Zoran Gobac, der Manager des Vereins.
Badels Verantwortliche kennen den THW in- und auswendig. Aus dieser Kenntnis heraus meint dann auch Trainer Zovko: "In der Abwehr spielen sie hauptsächlich 6:0, was uns gut paßt. Ich glaube, daß Kiel Probleme mit unserer tiefen Abwehr hat. Beide Partien werden sehr ausgeglichen sein."

Nenad Klajic: Kiel nur wegen Bonus noch vorne dabei

Etwas deutlicher wird Nenad Kljaic (Foto), Kreisläufer beim TV Großwallstadt, Goldmedaillengewinner 1996 mt Kroatien und Sohn des kroatischen Erfolgstrainer Velimir Kljaic: "In letzter Zeit spielen der THW nicht mehr so gut. Dauernd ist jemand verletzt. Wenn sie nicht einen Bonus bei den Schiedsrichtern in der deutschen Liga hätten, wären sie überhaupt nicht mehr oben dabei. Das größte Problem ist, das Kiel dauernd nur mit sieben Spielern spielt. Sie haben keine Qualität auf der Bank. Für Badel ist Kiel wahrscheinlich das beste Los."

Badel Zagreb - Abonnementsmeister mit großer internationaler Erfahrung

Logo Badel Zagreb Auf nationaler Ebene gibt es keine Mannschaft, die an die Erfolge des kroatischen Meisters heranreicht: Hier die beeindruckende nationale Bilanz von Badel 1862 Zagreb: Momentan steht Badel Zagreb mit 30 Punkten wieder einmal klar an der Tabellenspitze, gefolgt von Metkovic Jambo, der Mannschaft, die Badel bisher auch die einzige Liga-Niederlage dieser Saison zufügen konnte. (siehe hrsport.hr: Handballergebnisse).
Auch international ist Zagreb eine der Top-Mannschaften Europas: Siebenmal in den 90ern standen die Kroaten im Finale des Landesmeister-Wettbewerbs. 1992 und 1993 gelang der Sprung auf Europas Thron, 1995 mußte man sich Bidasoa Irun (ESP) geschlagen geben. In den letzten drei Spielzeiten erreichte Zagreb jedesmal das Endspiel der Champions League, scheiterte aber auch jedesmal an der "Übermannschaft" FC Barcelona.

Ist der Austragungsort Hamburg ein Nachteil?

Ein Vorteil ist es sicher nicht für den THW, in der Alsterdorfer Sporthalle antreten zu müssen, das weiß auch Trainer Noka Serdarusic: "Obwohl die Stimmung für uns in Hamburg nicht schlecht ist, ist es kein richtiges Heimspiel. In der eigenen Wohnung fühlt man sich doch am wohlsten."
Und für Hamburg hat sich erneut eine große Anzahl kroatischer Fans angekündigt, unter ihnen auch die berüchtigten "Bad Blue Boys"-Zagreb, die schon 1997 im Spiel in Hamburg bei den Zuschauern durch ihr militantes Auftreten mehr als gemischte Gefühle hinterlassen hatten (siehe Bericht). Daß ein Ring von eilig herbeigerufener Bereitschaftspolizei den straff organisierten gegnerischen Fan-Block in die Schranken weisen mußte, sowas hatte man zuvor beim THW noch nicht erlebt.

Zagreb stellt die halbe kroatische Nationalmannschaft

Der Mannschaftskader von Badel Zagreb - Klicken Sie für Details Als ehemaliger Kroate weiß Noka Serdarusic natürlich genau, wie stark Badel Zagreb ist: "Das ist ein Spitzenteam", denn mit Kelentric, Basic, Jelcic, Jovic, Bilic, Dzomba, Valcic und Saracevic stehen acht Spieler im Badel-Team, die auch für den Olympiasieger Kroatien bei der Europameisterschaft im eigenen Land spielten. "Dazu kommen noch die Russen Kulintschenko und Andrej Lavrov [früher Torwart beim TV Niederwürzbach]", warnt Serdarusic.

Schaut man sich den Mannschaftskader von Badel Zagreb an, weiß man, wieso der THW großen Respekt vor den Kroaten hat:

Die Torhüter:
Holte Olympia-Gold: Zagrebs Torhüter Mirko Basic Weltklasse: Der russische Nationaltorhüter Andrej Lavrov Schon die drei Torhüter haben alle internationale Klasse: Mirko Basic (Foto links), der 1996 beim Goldgewinn in Atlanta das Tor der kroatischen Nationalmannschaft hütete, ist in seinem Heimatland Kult. Daß er trotz seines fortgeschrittenen Alters von 39 Jahren immer noch ein Guter seines Fachs ist, konnte die Fachwelt bei der EM 2000 feststellen. Dort wie bei Badel wechselte er sich mit dem zweiten kroatischen Nationaltorhüter Mario Kelenetric, 26, ab, der auch schon 88 Länderspiele für sich verbuchen kann. Anfang der Saison verstärkten sich die Kroaten dann noch mit Andrej Lavrov (Foto rechts), 37, dem Torhüter des russischen Nationalteams, den der THW aus seinen Zeiten beim TV Niederwürzbach noch allzu gut kennt.

Der Rückraum:
Gefährlich: Zvonimir Bilic im linken Rückraum Schwer zu stoppen: Zlatko Saracevic Im linken Rückraum glänzt der 104fache kroatische Nationalspieler Zvonimir Bilic (28, Foto links). Er traf bei der EM 19mal. Gegen den THW erziele er 1997 in zwei Spielen 16 Tore. Der zweite Mann auf RL, Tonci Valcic, ist mit seinen 21 Jahren ein großes Talent und stand auch im kroatischen EM-Kader. Beide harmonieren sehr gut mit den Kreisläufern.
Badels Regisseur ist der 28jährige russische Nationalspieler Stanislav Koulintchenko, der schon 112 Länderspiele für sein Heimatland bestritt. Weitere Spieler auf der Spielmacher-Position sind der 33jährige Ratko Tomljanovic (74 CRO) und der 20jährige Denis Spoljaric (3 CRO).
Im rechten Rückraum gibt Zlatko Saracevic (Foto rechts) den Alleinunterhalter. Wie gefährlich der 38jährige(!) bullige 81fache Nationalspieler immer noch ist, stellte er nicht nur in den CL-Gruppenspielen, wo er Top-Torschütze mit 54 Treffern war, unter Beweis. Auch bei der EM im eigenen Land war er mit 29 Treffern unter den Top-Scorern.
Die Außen:
Auch die Außenspielern können allesamt internationale Erfahrung aufweisen. Auf der linken Seite bietet Badel gleich drei Nationalspieler auf: Vladimir Jelcic (31 Jahre, 57 Länderspiele für Kroatien), Dalius Rasikevicius (25, 99 LIT) und Goran Sprem (21, 24 CRO). Rechts spielen Mirza Dzomba (24, 69 CRO) und Vedran Zrnic (22, 9 CRO).
Die Kreisläufer:
Erster Mann am Kreis ist der 2,02m große Hüne Bozidar Jovic, der bisher 116 Länderspiele für Kroatien bestritt. Weitere Kreisläufer sind der mit 2,01m kaum kleinere Kroate Igor Vori und der Bosnier Senianin Maglajlija.
Der Trainer:
Trainiert wird Badel von Zdravko Zovko, der bei der EM auch die kroatische Nationalmannschaft betreute.

Schwenker: Barcelona kein Maßstab - die anderen Drei sind gleich stark

Auch THW-Manager Uwe Schwenker ist sich über die Schwere der Aufgabe im Klaren: "Wir kennen die Mannschaft von Badel, mit denen wir 1997 das Halbfinale der Champions League gespielt hatten und wo wir ausgeschieden sind. Halbfinalspiele sind immer unberechenbar und es werden Nuancen entscheiden. Vielleicht ist es für Badel eine Erleichterung, daß statt in Kiel das erste Spiel in Hamburg gespielt wird. Doch ich bin überzeugt, daß die Stimmung gut sein wird. Ansonsten war es unser Hauptziel im Halbfinale nicht gegen Barcelona zu spielen, die in ihrer Qualität weit vor den anderen ist. Die anderen drei Mannschaften sind gleich stark."

Reicht die Kraft des THW?

Doch reicht beim Duell gegen den kroatischen Meister die Kraft? "Nach dem Sieg gegen Bad Schwartau hat die Mannschaft viel Selbstvertrauen getankt. Das sollte uns gegen Badel helfen, aber mich ärgert, daß wir gegen Bad Schwartau fast 60 Minuten am Limit spielen mußten, um zu gewinnen. Das hat Substanz gekostet", meint THW-Trainer Serdarusic.

Badel reist morgen an

Die Kroaten treffen morgen um 14.00 Uhr in Hamburg ein. Entgegen dem üblichen europäischen Procedere hat Badel kein vom THW gestelltes Hotel bezogen, sondern sich selbst um die Unterkunft gekümmert. Sie beziehen eine Herberge am Steindamm - mittem im Rotlichbezirk der Hansestadt. Im Gegenzug wohnt der THW in Zagreb dann auch in einem Hotel nach eigener Wahl.

Internet-Benutzer zuversichtlich

Trotz des schweren Brockens Badel Zagreb ist die Mehrzahl der THW-Internet-Benutzer zuversichtlich (siehe Kurzumfrage). Von fast 500 Usern glauben nur 25 Prozent, daß der THW gegen Zagreb ausscheidet. 25 Prozent glauben an eine Niederlage im Endspiel, 50 Prozent an den CL-Sieg. Doch an ein mögliches Endspiel versuchen die Spieler momentan noch nicht zu denken. Erst einmal gilt den Spielen gegen Zagreb volle Konzentration. "Wir haben uns in Kiel abgewöhnt, über mögliche Erfolge und Titel nachzudenken. Wir denken nur noch von Spiel zu Spiel, und was am Ende dabei herausspringt, werden wir sehen", erklärt "Pitti" Petersen die Strategie seiner Mannschaft.

Letztes Update vor dem Spiel (18.03.)

200 Freikarten

Badel Zagreb hat rund 200 Tickets aus seinem zehnprozentigen Kontingent an den THW Kiel zurückgegeben. Diese werden heute ab 8 Uhr am plaza-Informationsstand an Schüler und Jugendliche (je zwei) abgegeben. Auch die Busfahrt der von der Provinzial und plaza gesponsorten Aktion ist frei.

Fan-Busse

Fünf weitere Fan-Busse fahren vom ZOB um 11.30 Uhr Richtung Hamburg ab.

Kroaten sind sich sicher - Serdarusic will ihnen ein Bein stellen

Die kroatischen Medien sind sich sicher, daß Badel Zagreb das Finale erreichen wird. "Sollen sie doch sicher sein", meint Noka Serdarusic. "Wir haben ein Team, daß ihnen das vermiesen kann. Entscheiden wird die Tagesform, wer besser in Fahrt kommt. Ich erwarte eine heiße Kiste. Mit zehn Toren kann man die im Hinspiel nicht schlagen. Und wenn wir mit vier Toren Vorsprung gewinnen sollten, ist das auch keine Sicherheit für das Rückspiel."
THW-Manager Uwe Schwenker fordert von seinen Spielern volle Konzentration: "Das Finale der Champions League ist unser großer Traum. Aber dafür müssen wir morgen in Hamburg und am 25. März im Rückspiel in Zagreb zweimal hoch konzentriert in die Spiele gehen."
Noka Serdarusic ließ seine Taktik etwas offen: "Gegen Zagreb deckt kaum einer mit einer 6:0-Formation. Ich will es dennoch versuchen, weiß aber nicht, wie die damit klarkommen."

Hoher Besuch

Zum Spiel hat sich der schwedische EHF-Präsident Staffan Holmqvist als zusätzlicher EHF-Beobachter der Partie angekündigt.
Leiten werden das Spiel die Sportfreunde Arnaldsson / Vidarsson aus Island. Zweiter EHF-Deligierter ist Herr Szajna aus Polen

THW reist schon heute nach Hamburg

Der THW reist schon heute nach Hamburg, macht dort das Abschlußtraining und übernachtet im Parkhotel Norderstedt. "Wegen der frühen Spielzeit ist das schlecht zu planen", meint Serdarusic. Nach einem Brunch und einem Spaziergang am Morgen geht's dann in die Alsterdorfer Sporthalle.
Dort erwartet Dr. Brandecker schon Nenad Perunicic und Staffan Olsson zur letzten Behandlung vor dem Spiel. Perunicic laboriert immer noch an seiner Nackenwirbel-Blockade, Olsson leidet an einer Nebenhöhlenentzündung, er konnte gestern nicht trainieren.

Das schreibt die größte kroatische Tageszeitung

Die größte kroatische Tageszeitung "Vecernji list" weist zunächst auf die Verletzungssorgen beim THW hin: "'auf der Bank werde ich nur 11 Spieler haben', sagt Serdarusic."
Badel dagegen hat scheinbar keine Verletzungsprobleme: "'Im Training ist auch der Litauer Rasikevicius, so daß wir komplett sind. Für uns beginnen jetzt die entscheidenden Spiele in der kroatischen Liga und im Pokal, aber diese Woche ist die CL wichtiger. Ich glaube, daß diesmal die stärksten Handballmannschaften der Welt stehen. Das diesjährige Halbfinale ist mit Sicherheit das Stärkste bisher' sagt Zdravko Zovko, Trainer von Badel."
"Doch in letzer Zeit spielt Badel nicht so gut in der kroatischen Liga. 'Sicherlich sind die Spiele in letzter Zeit nicht ermutigend, was unser Spiel gegen Kiel betrifft, aber gegen Kiel spielen wir mit einer besonderen Motivation und meine Spieler wissen, daß es unser Ziel ist, ins Finale zu kommen', sagt Zovko."
"Vecernji list" weist noch einmal auf die große internationale Erfahrung des THW hin - "Interessant ist das die Spieler zusammen auf 1191 Länderspiel Einsätze kommen". Trainer Zovko kennt den THW in- und auswendig, hat sich über die Stärken und Schwächen exakt informiert: '"Sie spielen viele Jahre zusammen und sind ziemlich gut eingespielt. Im Rückraum haben sie Olsson, Perunicic, Lövgren, Schwenke und wenn nötig spielt auch Wislander, der ansonsten Kreisspieler ist. Am Kreis spielt noch der deutsche Nationalspieler Petersen. Auf der linken Seite ist der Däne Jacobsen und im Tor der Norweger Ege. In der Abwehr gehen sie nicht von ihrer 6:0-Variante ab und - wie wir auf den Videos gesehen haben - machen sie wenig technische Fehler."'
Andrej Lavrov kennt Kiel aus seinen Jahren beim TV Niederwürzbach natürlich gut: "Kiel ist in den letzten Jahren die beste deutsche Mannschaft. Gegen sie hatte ich Tage an denen ich gut gehalten hatte, aber manchmal auch schlecht. Sie haben gefährliche Schützen, aber Badel hat immerhin die letzten drei Jahre im Finale gespielt. Das ist ein Ergebnis, was wir in den Spielen gegen Kiel rechtfertigen müssen."

Vielen Dank an unseren kroatischen Sportsfreund Damir Loncarevic für die freundliche Unterstützung bei der Recherche!

Hinweis

Da die Redaktion natürlich auch beim Spiel in Hamburg ist, ist mit einem ersten Ergebnis-Update nicht vor 18.00 Uhr zu rechnen.

TV- und Radio-Tips:


(17./18.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

In eigener Sache

Für diejenigen, die bemängelten, daß das Update zum Schwartau-Spiel erst - wie zuvor angekündigt - um 23.30 Uhr stattfand, hier einmal ein kleiner Einblick in die Ein-Mann-Redaktions-Arbeit für die THW-Internet-Seiten:


(15.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Sieg in Bad Schwartau - THW mit Flensburg im Gleichschritt

Der THW läuft in die Hansehalle ein Der Showdown in der Bundesliga zwischen dem THW und Tabellenführer Flensburg geht weiter. Während der THW mit 26:24 (10:12) bei der SG VfL Bad Schwartau siegte, gewann die SG Flensburg-Handewitt bei der HSG Nordhorn mit 26:20. So wird es bei weiterhin drei Minus-Punkten Abstand in der Bundesliga immer spannender...

Wie schon in den letzten Jahren war es auch dieses Mal wieder ein sehr faires Schleswig-Holstein-Derby, Fairness herrschte auf dem Parkett und den Rängen, das begann schon bei der freundlichen Begrüßung der Zebras durch die Schwartauer Fans.
Siebenmeter: Niko trifft gegen Goran Nach dem 1:0 durch VfL-Spielmacher Karlov drosch Nenad Perunicic den Ball aus dem Rückraum an seinem besten Freund, Schwartaus Torhüter Goran Stojanovic, vorbei ins VfL-Netz um 1:1-Ausgleich (3.), Nenads Halswirbel-Probleme schienen vergessen. Nikolaj Jacobsen erhöhte per Strafwurf in der siebten Minuten sogar noch zum 2:1 (Foto), doch dann war es erst einmal vorbei mit der Zebra-Herrlichkeit.
"Addi" Wagner traf von Außen nach herrlichem Kempa-Anspiel zum 2:2 und zwei Treffer von Simen Muffetangen bedeuteten die 4:2-Führung der Gastgeber (10.). Bei zwei Fahrkarten von Perunicic ließ sich inzwischen doch erahnen, daß der Jugoslawe nicht gänzlich fit war. Jacobsen verkürzte mit einem Treffer aus schier unmöglichem Winkel in die kurze Ecke noch zum 3:4 (11.), doch sofort legte Schwartau durch ein Tor von Abwehrchef und Kreisläufer Peter Möller zum 5:3 nach (13.). Inzwischen war beim THW "Rotation" angesagt. Stefan Lövgren war in der 10. Minute ins Spiel gekommen, ersetzte in der Folge im Angriff mal Perunicic, mal Wislander, der dann seinerseits für Petersen an den Kreis rückte.
Der THW konnte in der 20. Minute noch einmal ausgleichen (6:6), dann zog Schwartau auf 8:6 (23.) und 10:7 (26., durch einen Rückraumwurf von Karlov) davon. Das war die erste Drei-Tore-Führung der Gastgeber. In dieser Phase sah es für den THW nicht sonderlich gut aus, die Deckung stand zwar halbwegs solide - nur von Thorsson und Karlov ließ man sich einige Male düpieren - doch in der Offensive wurden deutlich zu viele Chancen vergeben. Besonders Perunicic hatte in der ersten Halbzeit eine katastrophale Quote von einem Tor bei sechs Versuchen - das sind 17 Prozent. Schade, daß auch die THW-Torhüter Ege (1.-15. Minute) und Geerken (16.-30. Minute) in der ersten Halbzeit nicht allzuviele Bälle anfassen konnten. Steinar Ege bestritt dann wieder die zweite Halbzeit und konnte sich dort steigern.
Diskussion auf dem Spielfeld Kurz vor Pausenpfiff lag der THW mit 10:12 hinten, es waren noch 20 Sekunden zu spielen, als die SG VfL Bad Schwartau - Lübeck den Ball verlor. Magnus Wislander erzwang genau mit der Pausensirene einen Siebenmeter. Großer Protest der Schwartauer (Foto), Jacobsen trat an - und warf am Tor vorbei. Die Chance zum Anschlußtreffer war vergeben. Umso ärgerlicher, da der THW in der zweiten Halbzeit beim Anpfiff Ballbesitz hatte...
Nach Wiederanpfiff konnte der THW dennoch schnell zum 13:13 ausgleichen. Schwartau konterte noch einmal mit der 14:13-Führung durch Karlov, doch nach Treffern von Staffan Olsson, Magnus Wislander und Nenad Perunicic gelang dem deutschen Meister die erste Zwei-Tore-Führung des Spiels. Schwartau wurde nun nervös, bei den Gastgebern häuften sich die technischen Fehler, zudem stand der THW in der Abwehr noch einen Tick kompakter und sicherer. Das sollte den Ausschlag geben.
Der VfL blieb zwar dran am THW, der Ausgleich gelang in der Folge jedoch nicht mehr. Nach dem 19:17 durch Nikolaj Jacobsen eine der umstrittenen Entscheidungen des unsicheren Unparteiischen-Gespanns Becker/Hack aus Halberstadt: Jacobsen liegt am Boden, er war beim Wurf bedrängt worden. Als er aufsteht, entscheiden die Schiedsrichter auf Zwei-Minuten-Strafe gegen ihn - wegen Schauspielerei... Es sollte nicht die letzte Fehlentscheidung der Männer in schwarz bleiben. Bei einem Tempogegenstoß der Schwartauer in der 54. Minute spielte Staffan Olsson den freien Ball ohne Körperkontakt den Ball sauber weg, Becker/Hack entschieden dennoch auf Siebenmeter...
Zuvor hatte sich der THW glücklicherweise schon von 20:19 (49.) auf 23:19 (52.) abgesetzt, das war die Vorentscheidung. In einer kleinen Schwächephase der Zebras verkürzten die Lübecker Vorstädter noch einmal auf 21:23 (54.), doch unser THW ließ nichts mehr anbrennen, Wislander traf sicher vom Kreis zum 24:21 (55.). Staffan Olsson bereite mit seinem siebten Tor zum 25:22 die endgültige Entscheidung vor, sein "Schwedenkumpel" Wislander machte dann - ebenfalls mit seinem siebten Treffer - mit dem 26:23 in der 59. Minute endgültig alles klar, Schwartau gelang nur noch die Ergebniskorrektur zum 24:26 durch Karlov per Strafwurf.
Jubel beim THW und seinen Fans Beste Schützen auf Seiten des THW waren Magnus Wislander und Staffan Olsson mit sieben Toren, Jacobsen traf 6/3 mal. Unser langhaariger Schwede verdient ob seiner wieder einmal tadellosen kämpferischen Einstellung und seiner Gewalt-Rückraumtore in entscheidenen Phasen sicherlich ein Extralob, seine Wurfquote von 70 Prozent war auch überzeugend.
Für den THW waren "Dima" Karlov (9/7 Tore), Muffetangen (7/4) und Thorsson (5) am erfolgreichsten.

Stimmen zum Spiel:

[Bild: Pressekonferenz]
Von links: Schwartaus Team-Manager Thomas Gloth, Schwartaus Trainer Anders Fältnäs, Moderator, THW-Trainer Serdarusic, THW-Manager Schwenker,
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Ich glaube, die Zuschauer haben heute ein gutes Bundesliga-Spiel gesehen, es war ein packendes Spiel - bis in die letzte Minute voller Spannung. Beide Mannschaften haben alles gegeben. Mich freut, daß wir mit zwei Punkten nach Hause fahren, weniger freut mich, daß wir so eine große körperliche Leistung für diesen Sieg vollbringen mußten, denn in vier Tagen wartet schon wieder das Champions League-Halbfinale auf uns.
Für mich war es heute ein ganz normales Bundesliga-Spiel, für Schwartau war es vielleicht etwas besonderes, doch für uns normal. Vom THW erwartet man sowieso, daß er gewinnt.
In der zweiten Halbzeit standen wir kompakter in der Deckung, das war entscheidend.
Schwartaus Trainer Anders Fältnäs:
Glückwunsch an Kiel. Das war ein großer Schritt Richtung Deutsche Meisterschaft. Wir haben vor dem Spiel natürlich auf eine Überraschung gehofft, haben auch erst gut gespielt, dann aber zu Beginn der zweiten Halbzeit zu viele technische Fehler gemacht, das hat mich geärgert.
Wenn wir länger geführt hätten, hätten wir sicherlich mehr Druck auf den THW ausüben können, aber der THW hat in der zweiten Halbzeit eben sehr routiniert gespielt. Wir haben gegen eine wirklich gute Mannschaft verloren, unser Leben geht weiter...
THW-Manager Uwe Schwenker:
Man hat ein packendes Spiel gesehen, in der zweiten Halbzeit waren wir dann vielleicht die etwas glücklichere Mannschaft. Was mich aber sehr freut ist, daß durch die tolle Arbeit von Manfred Diebitz, Thomas Gloth und Anders Fältnäs hier in Schwartau Kontinuität hineingekommen ist. Für das Handball-Land Schleswig-Holstein freut es mich, daß wir eine dritte Macht in der Bundesliga haben. Nach den Ergebnissen des Spieltags - Flensburg hat ja ebenfalls gewonnen - ist noch keine Vorentscheidung gefallen, ich glaube aber, daß unser beider Hauptsponsor, die Provinzial-Versicherung, dieses Jahr einen Meister feiern kann...
Schwartaus Team-Manager Thomas Gloth:
Ja, es war ein packendes und gutes Schleswig-Holstein-Derby. Leider hatten wir nicht das glücklichere Ende. Wir wünschen dem THW nun alles Gute auf dem Weg zur deutschen Meisterschaft und auch in der Champions League. Wie ich Noka kenne, ist sein Ziel der Champions League-Sieg. Da wünschen wir natürlich alles Gute und auch das nötige Quentchen Glück.

25. Spieltag: 15.03.00, Mi., 20.00: VfL Bad Schwartau - THW Kiel: 24:26 (12:10)

Logo VfL Bad Schwartau:
Stojanovic (1.-60.), Engelhardt (n.e.); Schlegel (n.e.) Karlov (9/7), Moldestad, Möller (2), Thorrson (5), Wagner (1), Lüdtke, Kordowiecki (n.e.), Mellegard (n.e.), Muffetangen (7/4); Trainer: Fältnäs
Logo THW Kiel:
Ege (1.-15., 31.-60.), Geerken (16.-30.); Wislander (7), Jacobsen (6/3), Schwenke, Perunicic (3), Petersen, Lövgren (2), Schmidt (1), Scheffler, Olsson (7); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Becker / Hack (Halberstadt)
Zeitstrafen:
Bad Schwartau: 4 (Karlov, zweimal Möller, Thorsson);
THW: 3 (Jacobsen, Perunicic, Olsson)
Siebenmeter:
Bad Schwartau: 8/6 (Karlov scheitert an Geerken, Muffetangen an die Latte);
THW: 4/3 (Jacobsen wirft vorbei)
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:2, 4:2, 4:3, 5:3, 5:4, 6:4, 6:6, 8:6, 8:7, 10:7, 10:8, 11:8, 11:9, 12:19, 12:10
2. Hz.: 12:11, 13:11, 13:13, 14:13, 14:16, 15:16, 15:17, 16:17, 16:18, 17:18, 17:19, 18:19, 18:20, 19:20, 19:23, 21:23, 21:24, 22:24, 22:25, 23:25, 23:26, 24:26
Zuschauer:
3500 (ausverkauft) (Hansehalle, Lübeck)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(15.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Operation bei Menzel gut verlaufen

[Bild: Michael Menzel] Die Knorpeltransplantation bei Michael Menzel, die von Dr. Pries in Kronshagen durchgeführt wurde, ist gut verlaufen. Das Thema Leistungssport ist ja leider für "Memel" endgültig abgehakt, doch durch die Operation "dürfte Michael soweit wieder hergestellt werden, daß er normale Alltagsbelastungen verrichten kann", so THW-Arzt Dr. Brandecker.


(14.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Hinspiel gegen Zagreb live in N3

N3-Logo Jetzt steht es definitiv fest: Das "Norddeutsche Fernsehen N3" überträgt das CL-Halbfinal-Hinspiel des THW gegen Badel Zagreb (CRO), das am 19.3. in Hamburg stattfindet, live - Anpfiff ist um 14.15.
Wer hautnah dabei sein will, muß sich sputen: An den Kassen der Ostseehalle sind nur noch rund 200 Karten zu haben.


(14.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Pitti schaut nach vorne

In einem Artikel über "Petersens Strategie schaut Klaus-Dieter "Pitti" Petersen in die Zukunft: Die Siege gegen Jugoslawien "waren keine Wiedergutmachung" meint der Nationalmannschaftskapitän. "Die EM ist abgehakt, jetzt schauen wir nur noch über Spiel zu Spiel nach vorn." Diese Strategie wendet er auch beim THW an: "Wir haben uns in Kiel abgewöhnt, über mögliche Erfolge und Titel nachzudenken. Wir denken nur noch von Spiel zu Spiel, und was am Ende dabei herausspringt, werden wir sehen."
Doch neben Erfolgen mit dem THW hat er noch ein weiteres Ziel fest im Blick: Seine internationale Karriere mit der DHB-Auswahl: "Wenn meine Familie zustimmt und ich gesund bleibe, möchte ich auch in Athen 2004 an den Start gehen." Seine Familie kam in letzter Zeit schon etwas zu kurz: "In diesem Jahr werde ich nur 14 bis 18 Tage Urlaub machen." Aber Olympia lockt...


(14.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Kann der THW in Bad Schwartau punkten? - Perunicic-Einsatz gefährdet

Hier geht's zur letzten Aktualisierung

Logo SG VfL Bad Schwartau Lübeck Nach der Länderspielpause muß der THW morgen (20.00 Uhr) in Bad Schwartau antreten. Will er am Tabellenführer Flensburg, der zeitgleich in Nordhorn spielt, dranbleiben, so muß bei den Männern aus der Marmeladenstadt gepunktet werden.
Doch das dürften schwer werden, denn die SG VfL Bad Schwartau hat sich im Mittelfeld (Platz zehn, 24:24 Punkte, siehe Tabelle) stabilisiert. 8:0 Punkte in den letzten vier Spielen zeugen vom neuen Selbstbewußtsein bei unseren schleswig-holsteinischen Nachbarn. Dabei hatte die Saison für das Team des neuen schwedischen Trainers Anders Fältnäs nicht gut begonnen: Personalprobleme beutelten die Mannschaft, die sich Ende September nach 0:8 Punkten (u.a. Heimniederlagen gegen Flensburg und Lemgo) auf dem letzten Tabellenplatz wiederfand.
Doch von Katastrophenstimmung war beim Auftritt der SG VfL in der Ostseehalle im Hinspiel am 17.10.99 nichts mehr zu verspüren (siehe Bericht). Die ersten (Heim-)Siege gegen Wuppertal und Dormagen hatte den Rücken scheinbar frei gemacht, die Ostholsteiner trumpften stark auf, der THW hatte große Probleme. Am Ende gelang dem THW ein knapper 27:23 (13:10)-Sieg.
Gegnerkurve Bad Schwartau Dieser Aufwärtstrend bestätigte sich bis zum heutigen Tage - Bad Schwartau gewann u.a. in Wuppertal und gegen Essen. So ist dann die eigene Prognose "Platz neun bis zehn ist realistisch" schon jetzt eingetreten, mit dem Abstiegskampf wird unser Gegner jedenfalls nichts mehr zu tun haben.
[Bild: Goran Stojanovic] Das Team der Bad Schwartauer stellten wir im Vorbericht zum Hinspiel schon ausführlich vor. Der 33jährige russische Spielmacher Dimitri Karlov (72 Länderspiele) ist geade in den letzten Spielen in Superform und Ex-THW-Torhüter-Idol Goran Stojanovic (Foto) führt die Siebenmeter-Killer-Liste der Bundesliga an.
Verzichten muß die SG morgen auf den kampfstarken Norweger Jonny Jensen (K, 70 NOR). Er wurde nach einem vereiterten Abzess gestern operiert. Doch schwedische SG-Abwehrchef Peter Möller (Kreis) sieht nicht schwarz: "Dann müssen wir übrigen Jonny mitspielen". Schließlich sind die Norweger Muffetangen und Moldestad wieder voll einsetzbar und Pierre Thorsson (RA,RR, 215 SWE) und Adrian Wagner (LA, 4B-Nationaleinsätze für Deutschland) sind von ihren Nationalmannschafts-Lehrgängen unverletzt zurückgekehrt. Auf deren Treffsicherheit setzt Trainer Anders Fältnäs: "Sonst wird es schwer, die Kieler 6:0-Abwehr zu knacken."
Schwer wird es wohl eher für den THW, in der ausverkauften Hansehalle in Lübeck zu bestehen. Die SG-Fans sind voller Euphorie vor dem Landes-Derby, freuen sich schon auf das "Spiel des Jahres" gegen den Meister.
Im letzten Jahr verlor der THW nach einer "grausamen Leistung" mit 23:21 in der Hansehalle (siehe Bericht).
Leiten werden das Spiel die Unparteiischen Becker / Hack aus Halberstadt.

ODDSET-Quote:
Sieg Schwartau:2,55
Unentschieden:6,20
Sieg THW:1,45

Letze Aktualisierung vor dem Spiel (15.03.)

THW-Manager Uwe Schwenker erklärt, wie wichtig ein Sieg in Schwartau wäre, denn "wir hätten dann von den restlichen zehn Punktspielen noch sieben in eigener Halle zu absolvieren, viele davon gegen die direkte Konkurrenz in der Meisterschaft."
Um den kompakten 6:0-Deckungsblock der Schwartauer zu knacken, braucht Noka Serdarusic vor allem einen wurfstarken Rückraum-Akteur. Doch der Einsatz von Nenad Perunicic ist stark gefährdet, er kam mit einer schweren Halswirbelblockade von den Länderspielen Deutschland - Jugoslawien zurück. "Ich gebe die Hoffnung auf seinen Einsatz nicht auf", erklärt THW-Arzt Dr. Brandecker. "Doch die Chancen stehen höchstens bei 50 Prozent."
Und ob Stefan Lövgren nach seiner Verletzungspause schon wieder total fit ist, sei dahingestellt: "Stefan hat vier Wochen kaum trainiert. Wenn er spielt, dürfen wir ihn noch nicht an seinen wahren Möglichkeiten messen", so THW-Coach Noka Serdarusic.
Ex-THW-Torhüter Goran Stojanovic glaubt fest an einen Sieg seines neuen Teams und: "Das Spiel läßt mich alles andere als kalt." Sein Tipp: "Wir gewinnen, aber der THW wird trotzdem Meister."
Ex-THW-Torhüter Goran Stojanovic glaubt an einen Sieg seines neuen Teams: "Das Spiel läßt mich alles andere als kalt. Der THW ist mehr als ein Verein, er ist Kult. Ich freue mich auf das Spiel. Wir können gewinnen." Sein Tipp: "Wir gewinnen, aber der THW wird trotzdem Meister." Auch Team-Manager Thomas Gloth sieht Sieg-Chancen für sein Team, denn "in der Außenseiterrolle fühlen wir uns wohl." Obwohl er natürlich heute auf eine Niederlage des deutschen Meisters setzt, wünscht er ihm für den Rest der Saison alles Gute: "Ich bin THW-Fan, ich wünsche ihnen den Titel."
Der Schwartauer Trainer Anders Fältnäs über den Ausfall von Jonny Jensen: "Ein großer Rückschlag für die Mannschaft." So fordert er von seinen verbliebenen Spielern noch größeren Einsatz, denn: "Ich erwarte aber einen hundertprozentig konzentrierten Meister, schließlich kämpft der THW erneut um den Titel. Wir wollen aber unseren hart erarbeiteten Heimnimbus verteidigen und unbedingt gewinnen."
Der THW weiß, was in der mit mehr als 3000 Zuschauer ausverkauften Hansehalle auf ihn zukommt. THW-Manager Uwe Schwenker: "Schwartau ist zu Hause eine Macht. Aber wenn wir unser Potential abrufen, werden wir gewinnen."

Radio-Tips:

Hinweis:

Da die Web-Redaktion natürlich auch live dabei ist, ist am Mittwoch mit einem ersten Update nach dem Spiel nicht vor 23.30 Uhr zu rechnen.


(14.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Kartenvorverkauf für's Final-Four voraussichtlich ab 20. März

Der Kartenvorverkauf für das DHB-Pokal-Final-Four in Hamburg (1./2. April) beginnt voraussichtlich am erst am 20. März.


(12.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Großes Wislander-Interview im Handball-Magazin

Logo Handball-Woche [Bild: Magnus Wislander] In der aktuellen Ausgabe des Handball-Magazins (3/2000) findet sich ein großes Interview mit THW-Kapitän Magnus Wislander (Foto). Unser "alter Schwede" äußert sich zum Erfolgsrezept des "Tre-Kroner-Teams", zum Unterschied zwischen der schwedischen und der deutschen Nationalmannschaft und seinen zukünftigen Zielen.
Kameradschaft beim THW Kiel hält er für wichtig: "Beim Training und bei Auswärtsspielen versucht man, mit allen zu reden. Keiner darf sich ausgeschlossen fühlen. Wenn wir am Wochenende spielfrei haben, gehen wir ab und zu ins Theater. In der Freizeit sind auch unsere Frauen dabei." Max erklärt im Gespräch mit hm-Mitarbeiterin Heike Greve auch, wie er ein so exzellenter Allround-Handballer geworden ist. Als eines seiner größten verbleibenden Ziele definiert der Welt-Handballer von 1990 den Gold-Medaillengewinn in Sydney.


(12.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Zwei DHB-Siege gegen Jugoslawien

Am Wochenende bestritt die DHB-Auswahl zwei Testspiele gegen Jugoslawien. Die erste Partie, die am Freitag um 19.30 Uhr in Dessau angepfiffen wurde, konnte das Team von Heiner Brand mit 24:20 (10:10) für sich entscheiden. Klaus-Dieter Petersen war zusammen mit Frank von Behren und Bernd Roos mit jeweils vier Toren bester Schütze. Auf Seiten der Jugoslawen traf Nenad Perunicic mit sechs Toren am häufigsten.
Auch im zweiten Testspiel (Sonntag, 17.00, Rotenburg/Fulda) gelang der deutschen Equipe ein Sieg. Diesmal siegte sie mit 21:13 (9:9). Klaus-Dieter Petersen wurde zwar eingesetzt, konnte aber keinen Treffer erzielen. Nenad Perunicic wurde wegen Halswirbelproblemen nicht eingesetzt.


(12./14.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Kibat in B-Nationalteam berufen

[Bild: Nico Kibat] THW-Youngster Nico Kibat ist von Bundes-Co-Trainer Bob Hanning in das Aufgebot der B-Nationalmannschaft berufen worden. Der Lehrgang läuft vom 6. bis 10. März, geplant waren waren Testspiele gegen den ThSV Eisenach und den Zweitligisten SG Melsungen/Böddiger


(10.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

CL-Rückspiel-Termin steht fest

Der Termin für das CL-Halbfinal-Rückspiel des THW in Zagreb steht nun fest: Das Spiel wird am Sonntag, den 25.3., um 18.15 im "Dom Sportava" angepfiffen.


(09.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Wislander und Perunicic in der Mannschaft der Woche

Logo Handball-Woche [Bild: Nenad Perunicic] [Bild: Magnus Wislander] Die Handball-Woche hat Magnus Wislander und Nenad Perunicic in die "Mannschaft der Woche" gewählt. Das Fachblatt sprach vom "Super Perunicic", in den Spielen gegen Frankfurt (7 Tore, siehe Bericht) und Eisenach (9 Tore, siehe Bericht) war er nach Meinung der Fachzeitung jeweils einer der besten THW-Spieler. Der Meinung schloß sich auch Frauen-Bundestrainer Dago Leukefeld an, der sich das Spiel in Eisenach ansah: "Der Unterschied hieß Perunicic"-.
Für Perunicic und Wislander war es jeweils die zweite Nominierung in dieser Saison.


(08.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Neue Infos über Zagreb

Im Champions League-Halbfinale trifft der THW im März auf den kroatischen Abonnementsmeister Badel 1862 Zagreb. Ab sofort sind der Badel-Kader und weitere Informationen über die kroatische Topmannschaft abrufbar.


(09.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Zagreb-Spiel auf 14.15 vorverlegt

N3-Logo Das CL-Halbfinal-Hinspiel des THW gegen Badel Zagreb (CRO), das am 19.3. in Hamburg stattfindet, ist um eine Dreiviertelstunde von 15.00 Uhr auf 14.15 Uhr vorverlegt worden.
Über eine Live-Übertragung von N3 wird nachgedacht.


(07.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Serdarusic "Trainer des Jahres"

Handball-Magazin-Logo [Bild: Noka Serdarusic] Die Leser des Handball-Magazins haben Noka Serdarusic (Foto) zum "Trainer des Jahres" gewählt. Mit 1552 Stimmen lag er deutlich von Erik Veje Rasmussen (Trainer der SG Flensburg-Handewitt, 992 Stmmen) und Bundestrainer Heiner Brand (869 Stimmen).
"So ein Titel", sagte Serdarusic, "zeichnet nicht nur meine Arbeit aus, er ehrt auch unser Team."


(04.05.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Zwei Big Points in Eisenach

Respekt! Souveräner, abgeklärter THW ohne Probleme - teilweise Traumhandball

Das könnten zwei "Big Points" gewesen sein, die der klare 30:26 (14:11)-Sieg des THW in Eisenach mit sich brachte, denn beim heimstarken ThSV muß man nicht gewinnen, kann man aber, wie der THW heute abend in beeindruckender Manier zeigte. Mit vier Punkten aus den zwei letzten Auswärtsspielen bleibt der THW im Titelkampf auf aussichtsreicher Position.

Die erste Halbzeit begann nach dem 0:1 durch Nenad Perunicic ausgeglichen. Eisenach legte vor, der THW zog nach. So kam man über das 2:2 (4.) und 4:4 (11.) zum 6:6 (16.), das Wislander abgeklärt von Linksaußen erzielte. Staffan trifft zum 9:8
Als unser schwedischer Kapitän beim Stand von 8:8 (21.) aus undurchsichtigen Gründen eine Zwei-Minuten-Strafe erhielt, dachte man, man müßte um den THW bangen, doch das Gegenteil war der Fall. Erst traf Staffan Olsson in Unterzahl mit einem eiskalten Rückraumkracher zum 9:8 (21., Foto), der ersten Führung für den THW. Dann machte Steinar Ege mit einer tollen Parade eine Chance von Stephane Joulin von Außen zunichte und schließlich traf der an den Kreis eingelaufene Nikolaj Jacobsen - der THW war immer noch in Unterzahl - zum 10:8 (23.). Da blitzte wieder einmal Weltklasse beim THW auf.
Nenad trifft zum 14:11 Diese Führung konnte der THW nach einer Rückraumgranate von Wislander sogar zum 12:9 ausbauen. Die sonst so lautstarken Fans in der Eisenacher Werner-Aßmann-Halle waren deutliche stiller geworden. Der THW blieb weiter bei seinem ruhigen, abgeklärtem Spielaufbau und machte "leichte Tore", wie das 13:10 (28.) und 14:11 (10 Sekunden vor Pausenpfiff, Foto) durch Nenad Perunicic.
Steinar Ege - wieder eine Super-Leistung Stark erneut auch die Leistung von THW-Torhüter Steinar Ege (Foto), der mit neun gehaltenen Bällen bei 20 Würfen in der ersten Halbzeit das Duell gegen Landsmann Frode Scheie (5/19) schon frühzeitig für sich entschied. Am Ende konnte Ege 20 Paraden auf seinem Konto gutschreiben - eine super Leistung. Die Statistik machte deutlich, warum der THW mit 14:11 führte: Der deutsche Meister hatte eine Angriffsquote von 58%, Eisenach nur 46%. Aus dieser enormen Effektivität sind Auswärtssiege gemacht!
Niko macht das 17:12 per Tempogegenstoß Perunicic war es dann erneut, der nach Wiederanpfiff auf 15:11 erhöhte. Toll dann der Treffer vom erneut clever eingelaufenen Niko Jacobsen nach einem Klasse-Anspiel vom wie immer leidenschaftlich fightenden Staffan Olsson zum 16:12 (33.). Der Dänen-Turbo war es auch, der die Führung zum Tempogegenstoß zum 17:12 ausbauen konnte (34., Foto).
Nur kurz am Boden: Nenad Perunicic Nach dem 18:13 (35.) von Wislander drohte die Partie überhart zu werden. Erst traf Just Nenad Perunicic am Kieler Kreis in den Unterleib (Foto), dann revanchierte sich Staffan Olsson am Ohr von Preben Vildalen und schließlich traf Schläger - das Spiel war schon längst unterbrochen - unseren langhaarigen Schweden in die Seite. Doch beide Teams rissen sich zusammen, es wurde wieder Handball gespielt, besonders auf Seiten des THW.
In der Eisenacher Deckung taten sich nun immer größere Löcher auf, Wislander traf vom Kreis und aus dem Rückraum, wie er wollte. Das konnte auch Vildalen, der in der EM-Pause extra zur Deckungs-Verstärkung verpflichtet worden war, nicht verhindern. Symptomatisch, als unser THW-Kapitän per Einzelaktion zum 22:16 (42.) traf. Zwei Tore in Folge von Jacobsen ließen den THW 120 Sekunden später sogar auf 24:16 enteilen - die Eisenacher Sporthalle war totenstill.
Wieder fit: Nenad markiert das 28:22 Beim Stand von 27:20 (52.) für den THW versuchte ThSV-Trainer Rainer Osmann mit einem Time-Out dem Spiel noch eine Wende zu geben, ließ Perunicic und Wislander in Manndeckung nehmen. Der ThSV verkürzte nun auf 27:22 (53.), der THW begann etwas in Bedrängnis zu kommen, doch Nenad Perunicic traf mit einem Freiwurf kurz und trocken zum 28:22 (56.).
Noch einmal schlossen die Gastgeber auf, Treffer von Casanova und Joulin bedeuteten das 24:28 (58.), doch mit dem 29:24 durch Wislander nach Anspiel von "Schweden-Kumpel" Olsson hatte der THW 90 Sekunden vor Abpfiff das Match definitiv für sich entschieden. Einer der wenigen Momente, bei dem Magnus Wislander völlig aus sich herausging - ihm war die Bedeutung dieses Sieges für die Mannschaft deutlich anzusehen.

Max und Staffan freuen sich über den Sieg in Eisenach
Max und Staffan bejubeln den Treffer zum 29:24, der den Sieg in Eisenach bedeutete


Bester Eisenacher Werfer: Stephane Joulin Mit 30:26 gewinnt der THW verdient in Eisenach und nimmt von der Hessen-Thüringen-Tour alle vier zu vergebenden Punkte mit nach Hause - genauso wie es Trainer Serdarusic vorab gefordert hatte. Diese tolle Leistung - sport1.de sprach von "Traumhandball" - und die Tatsache, daß man nun eine Länderspiel-bedingte Pause bis zum 15.3. hat, sollte dem THW Auftrieb geben. Zudem scheint Stefan Lövgren bald wieder spielen zu können, er kam in der letzten Minute zu einem Kurzeinsatz.
Aus dieser starken, geschlossenen Mannschaftsleistung einzelne Spieler herauszuheben, fällt schwer. Doch sowohl die 20 Paraden von Steinar Ege als auch die neun bzw. sieben Tore von Perunicic bzw. Wislander verdienen mehr als Respekt. Vorbildlich wieder auch einmal die kämpferische Leistung von Staffan Olsson, der in der ersten Halbzeit vier sehr wichtige Tore erzielte. Gut wie immer natürlich auch Nikolaj Jacobsen mit 9/4 Toren.
Auf Eisenacher Seite war Stephane Joulin (Foto) mit 11/6 Toren bester Schütze, ihm folgte Edgar Schwank mit 5 Treffern.

Serdarusic griff in die Trickkiste:

THW-Trainer Noka Serdarusic hatte in der Pause sicherheitshalber noch einmal in die Trickkiste gegriffen und seinen Spielern trainingsfreie Tage versprochen, wenn sie sich noch einmal voll reinhängen. Jetzt können sie sich heute und morgen, vielleicht auch noch Montag, von den Strapazen der letzten Wochen ausruhen.

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Es war in ähnlich wie in Frankfurt. 40 Minuten lang haben wir sehr gut gespielt. Am Ende hat dann wieder etwas die Kraft gefehlt. Wenn kurz gedeckt wird, muß man auch ohne Ball sprinten. Das konnten sie nicht mehr.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Diese Woche war ganz wichtig. Die Moral in der Mannschaft stimmt. Und die Stimmung ist jetzt natürlich blendend. Jetzt ist im Titelrennen wieder alles möglich.
Klaus-Dieter Petersen:
In einer solchen Halle muß man das Spiel bestimmen, sonst machen die dich fertig.
Steinar Ege, der sich immer besser mit seinen Vorderleuten versteht und abstimmt:
Wir haben das Spiel von Anfang an bestimmt.

7. Spieltag: 03.03.00, Fr., 19.30: ThSV Eisenach - THW Kiel: 26:30 (11:14)

Logo ThSV Eisenach:
Scheie (1.-43), Lehmann (43.-60. und ein 7m); Schwank (5), Wöhler (1), Joulin (11/6), Koppe (n.e.), Schläger (1), Bitterlich, Duranona (1), Just (3), Raduta, Ahrens, Casanova (3), Vildalen (1); Trainer Osmann
Logo THW Kiel:
Ege (1.-60.), Geerken (zwei 7m); Wislander (7), Jacobsen (9/4), Schwenke , Perunicic (9), Petersen, Lövgren, Schmidt (1), Scheffler, Kibat (n.e.), Olsson (4); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Jehle (Münstertal) / Muser (Kehl)
Zeitstrafen:
Eisenach: 3 (Joulin, Just, Vildalen);
THW: 4 (zweimal Schmidt, Petersen, Wislander)
Siebenmeter:
Eisenach: 7/6 (Joulin trifft an die Latte, verwandelt aber den Nachwurf);
THW: 3/3
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 4:3, 4:4, 5:4, 5:5, 6:5, 6:6, 7:6, 7:7, 8:7, 8:10, 9:10, 9:12, 10:12, 10:13, 11:13, 11:14;
2. Hz.: 11:15, 12:15, 12:17, 13:17, 13:18, 14:18, 14:20, 15:20, 15:21, 16:21, 16:24, 17:24, 18:24, 18:25, 19:25, 19:26, 20:26, 20:27, 22:27, 22:28, 23:28, 24:28, 24:29, 25:29, 25:30, 26:30
Zuschauer:
3500 (ausverkauft) (Werner-Aßmann-Halle, Eisenach)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(03.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Auch in Eisenach erfolgreich?

Zur letzten Aktualisierung vor dem Spiel

Logo ThSV Eisenach Nach einem Trainingstag in Rotenburg/Fulda muß der THW schon am Freitag erneut in der Handball-Bundesliga antreten. Diesmal wird er vom ThSV Eisenach erwartet (Anpfiff 19.30 Uhr, live im DSF ab 19.20). Wird er den Erfolg vom Mittwoch - 25:22-Sieg in Frankfurt - in der Werner-Aßmann-Halle wiederholen können?
Der 14. Tabellenplatz (19:27) der Eisenacher täuscht ein wenig über die Tatsache hinweg, daß die Thüringer in eigener Halle eine andere Klasse sind als auf fremdem Boden (auswärts erst ein Sieg - in Schutterwald). So darf dann auch der mehr als deutliche 30:17-Heimsieg des THW im Oktober sicher nicht als Gradmesser für das Leistungsvermögen des ThSV herangezogen werden. 17:3 Punkte in eigener Halle (ein Unentschieden gegen Lemgo, eine Niederlage gegen Großwallstadt, acht Siege) belegen, wie heimstark der ThSV ist, auch wenn die Spitzenmannschaften THW, Magdeburg, Nordhorn und Flensburg (am letzten Spieltag) erst noch in der Wartburgstadt antreten müssen.
Stephane Joulin Die Mannschaft von Trainer Rainer Osmann hat in den letzten Spielen scheinbar zueinander gefunden. Der vom Nordhorn zum ThSV gewechselte norwegische Nationaltorhüter Frode Scheie - nunmehr auch Kapitän - ist sicherer Rückhalt seines Teams, wurde schon zweimal von der Handball-Woche in die "Mannschaft der Woche" gewählt. Auch der "verlorene Sohn der Eisenacher", Stephane Joulin (Foto), vor Saisonbeginn aus Niederwürzbach zurückgekehrt, wird bislang den in ihn gesetzten Erwartungen mehr als gerecht und liegt mit 132/45 Toren in 22 Bundesligaspielen auf Platz vier der Bundesliga-Torjägerlliste.
Die Verpflichtung von Radovan Roganovic erwies sich jedoch als Fehlgriff, er wurde im Oktober beurlaubt. Weil Rainer Osmann Probleme in der Deckung sah, wurde der ThSV im Januar noch einmal auf dem Tranfermarkt aktiv: Preben Vildalen, norwegischer Nationalspieler, den Kielern schon aus den Champions League-Gruppenspielen gegen TIF Sandefjord bekannt, verleiht der Eisenacher Defensive seit Anfang Februar größere Festigkeit.
ODDSET-Quote:
Sieg Eisenach:2,20
Unentschieden:6,25
Sieg THW:1,60
Julian Duranona Weitere interessante Spieler sind der Kuba-stämmige isländische Nationalspieler Julian Duranona (RR, 270 Länderspiele für Kuba, 30 für Island), der deutsche Nationalspieler Jörn Schläger (RM/RL, 16 Länderspiele), der von Schwartau gekommene Edgar Schwank (RR, mehrere Länderspieleinsätze für Deutschland) und der Ex-Kieler Karsten Wöhler auf Linksaußen.
Im letzten Jahr verlor der THW in Eisenach knapp mit 22:24 (siehe Bericht).

Letzte Aktualisierung vor dem Spiel (03.03.2000)

"Meine Spieler sind müde und bräuchten eigentlich drei bis vier Wochen Urlaub. Die Frankfurter haben in der zweiten Halbzeit gemerkt, daß wir Sauerstoffzelte benötigten", erklärte Kiels Trainer Noka Serdarusic nach dem Spiel in Frankfurt. Auch THW-Manager Uwe Schwenker stößt ins gleiche Horn: "Wenn man nicht wechseln kann, fehlen am Ende die Kraft und die Spritzigkeit".
Stefan Lövgren hätte seine Mitspieler gerne entlastet, hatte in der Schlußphase in Frankfurt schon die Trainingsjacke ausgezogen und die Schuhe geschnürt. "Ich wollte spielen, aber ich durfte ja nicht", denn der Arzt hatte ihm wegen seiner Zehenverletzung den Spieleinsatz noch verboten. Vielleicht kann er ja heute eingesetzt werden, wenigstens für einige Minuten...
"Der Sieg in Frankfurt hat uns Schwung und Selbstvertrauen für das Spiel in Eisenach gegeben", meinte Staffan Olsson, der seit Monaten als einziger Rückraum-Linkshänder fast ohne Pause durchspielt. Hoffentlich behält er Recht, denn Kieler Nachrichten-Redakteur Lothar Böttcher machte in Frankfurt "offenkundige konditionelle Defizite" aus. Kein Wunder bei dem THW-Programm...

TV- und Radio-Tips:


(02./03.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Champions League gegen Zagreb: Termin und Vorverkauf

Der Termin für das Champions League-Halbfinal-Hinspiel gegen Badel Zagreb steht fest: Das Spiel findet am Sonntag, den 19. März 2000, 15.00 Uhr, in der Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg statt (die Anwurfszeit kann sich wegen möglicher TV-Übertragungen noch ändern).
Der Vorverkauf beginnt am 6. März; bis einschließlich 9. März haben die Inhaber von Viertelfinal-Tickets aus dem Spiel gegen Rishon Le Zion Vorkaufsrecht. Am 10. März beginnt dann der freie Verkauf. Jede Karte beinhaltet das Vorkaufsrecht für ein mögliches Finale.

Die Preise:

Alle Preise inkl. Vorverkaufsgebühren.


(02.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Menzel operiert

Michael Menzel ist heute in der Praxisklinik Kronshagen am Knie operiert worden. Die Knieverletzung, die für ihn das sofortige Karriereende bedeutete, machte eine Knorpeltransplantation notwendig.
Alles Gute, "Memel"!


(02.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Auch Zagreb mit CL-Auslosung zufrieden

Die CL-Halbfinalauslosung läßt den THW Kiel und Badel 1862 Zagreb nach 1997 erneut aufeinandertreffen. Nicht nur Uwe Schwenker war zufrieden (siehe Bericht). Auch in Kroatien war man froh, daß man im Semifinale auf den THW trifft, der von der kroatischen Sport-Site www.hrsport.hr als "einer der reichsten und einflußreichsten europäischen Klubs" bezeichnet wird. Besondere Aufmerksamkeit findet die "'schwedische Achse' Olsson - Wislander - Lövgren".
Zdravko Zovko, Trainer von Badel Zagreb So meint dann auch Zdravko Zovko (Foto), Trainer von Badel und auch Nationalcoach, gegnüber der "Vecernji list", der größten Tageszeitung Kroatiens: "Das ist der Gegner, den wir erhofft hatten. Dazu spielen wir zuerst auswärts und deshalb kann ich nicht unzufrieden sein." Auch den Kroaten sind die 1997er Halbfinalbegegnungen, aus denen sie siegreich hervorgingen, noch im Gedächtnis: "Ich habe nichts dagegen, daß sich das wiederholt. Wir müssen uns gut auf das Spiel vorbereiten. Wir wollen die Tribünen der Halle wieder in die Zeit der Europameisterschaft zurückholen. Diesmal muß die Stimmung richtig sein" sagt Zoran Gobac, der Manager des Vereins.
Badels Verantwortliche kennen den THW in- und auswendig. Aus dieser Kenntnis heraus meint dann auch Trainer Zovko: "In der Abwehr spielen sie hauptsächlich 6:0, was uns gut paßt. Ich glaube, daß Kiel Probleme mit unserer tiefen Abwehr hat. Beide Partien werden sehr ausgeglichen sein."

Nenad Klajic: Kiel nur wegen Bonus noch vorne dabei

Nenad Kljaic Etwas deutlicher wird Nenad Kljaic (Foto), Kreisläufer beim TV Großwallstadt, Goldmedaillengewinner 1996 mt Kroatien und Sohn des kroatischen Erfolgstrainer Velimir Kljaic: "In letzter Zeit spielen der THW nicht mehr so gut. Dauernd ist jemand verletzt. Wenn sie nicht einen Bonus bei den Schiedsrichtern in der deutschen Liga hätten, wären sie überhaupt nicht mehr oben dabei. Das größte Problem ist, das Kiel dauernd nur mit sieben Spielern spielt. Sie haben keine Qualität auf der Bank. Für Badel ist Kiel wahrscheinlich das beste Los."

Vielen Dank an unseren kroatischen Sportsfreund Damir Loncarevic für die freundliche Unterstützung bei der Recherche!

Auf den THW wartet die "kalte Hölle"

In Europa gefürchtet: Der Dom Sportova in Zagreb Der THW kann sich auf einen heißen Tanz in Zagreb gefaßt machen. Die heißblütigen, fanatischen Fans im "Dom Sportova", in Fankreisen auch "Ledena" - "Die Kalte" - genannt, sind berühmt-berüchtigt. Von den 10000 mehr als enthusiastischen Zuschauern sind ein nicht geringer Teil die straff oganisierten "Bad Blue Boys", mit denen der THW schon 1997 Bekanntschaft machte. Einige rühmen die bedingungslose Unterstützung der "BBB", dem Fanclub des Fußballvereins Dinamo Zagreb, andere kritisieren die "militanten 'Fans'" als "hasserfüllt und unsportlich", so etwa die schweizerische Handball-World.
Beim Spiel des schweizer Meisters TV Suhr in den Champions League Gruppe C in Zagreb blieb jedenfalls alles im Rahmen. Laut eigener Aussage wurde man als Gegner mit Respekt behandelt. Bereits am Flughafen wurde man von der Polizei abgeholt und mit Blaulicht begleitet, sobald man im Bus saß. Dafür hagelte es dann beim Einlaufen Feuerzeuge und Lippenstifte von den Tribünen. Doch der THW hat beim 97'er Rückspiel schon bewiesen, daß er auch in solcher Atmosphäre bestehen kann...

Schwenker: Barcelona kein Maßstab - die anderen Drei sind gleich stark

[Bild: Uwe Schwenker] THW-Manager Uwe Schwenker (Foto) ist sich über die Schwere der Aufgabe im Klaren: "Wir kennen die Mannschaft von Badel, mit denen wir 1997 das Halbfinale der Champions League gespielt hatten und wo wir ausgeschieden sind. Halbfinalspiele sind immer unberechenbar und es werden Nuancen entscheiden. Vielleicht ist es für Badel eine Erleichterung, daß statt in Kiel das erste Spiel in Hamburg gespielt wird. Doch ich bin überzeugt, daß die Stimmung gut sein wird. Ansonsten war es unser Hauptziel im Halbfinale nicht gegen Barcelona zu spielen, die in ihrer Qualität weit vor den anderen ist. Die anderen drei Mannschaften sind gleich stark."


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Souveräner THW siegt in Frankfurt

Hat der THW seine Auswärtsschwäche überwunden? Das werden wir erst nach dem Spiel in Eisenach am Freitag sicher wissen, aber die zwei Punkte in Frankfurt hat der THW souverän nach Hause gebracht, das steht jetzt schon fest. Beim 25:22 (15:8)-Sieg hatten die Zebras von Beginn an das Heft fest in der Hand, die nervösen jungen Panther der SG W.M. Frankfurt zu keiner Zeit eine Siegchance.

Noka Serdarusic hatte vor den Spielen gegen Wallau und Eisenach vier Punkte aus den beiden Spielen gefordert. Sofort nach Anpfiff in der Frankfurt Ballsporthalle machten sich die Zebras auf, der Forderung ihres Trainers genüge zu tun, nach 28 Minuten führte der deutsche Meister 13:7. Eine auch in dieser Höhe verdiente Führung, denn der THW hatte Katz und Maus gespielt mit den übernervösen Gastgebern, die gegen das 6:0-Bollwerk des THW bis kurz vor Ende des Spiels kein Mittel fanden. Noka war von seiner Deckung sehr angetan: "Wir haben uns auf Video noch mal angeschaut, warum wir im Hinspiel gegen Wallau 26 Tore kassiert haben. Das hat offensichtlich geholfen."
Wieder einmal war Jacobsen erfolgreichster Schütze der ersten Halbzeit: Zum Pausentee - der THW hatte die Führung sogar noch auf 15:8 ausgebaut - hatte er schon fünf Treffer auf seinem Torekonto. Nach dem Wiederanpfiff schien es so, als ob der THW angesichts der deutlichen Führung die Zügel nun etwas schleifen ließ. Bilanovic und Cordes brachten zunächst neuen Schwung in die hessische Offensive, doch trotz doppelter Unterzahl (Perunicic, Schmidt) geriet der THW nicht vom Kurs ab. Zwar kam Wallau beim 12:16 und 14:18 kurzzeitig auf vier Treffer heran, dDoch rechtzeitig zog der deutsche Meister das Tempo wieder an und führte in der 46 Minute mit 21:14. Am Ende hatten die Wallauer - nun in offener Manndeckung - dann zwar noch diverse Großchancen, das Ergebnis zu verbessern, verkürzten sogar noch von 16:24 auf 22:24, aber der sehr gute Kieler Torhüter Ege verhinderte mit tollen Paraden Schlimmeres. "Wegen dieses Einbruchs kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben ja kaum gewechselt", zeigte sich THW-Trainer Noka Serdarusic mit der Leistung seiner Spieler mehr als zufrieden. "Das war keine Absicht von uns, daß die so nahe heran gekommen sind. Wir haben in der Endphase einfach zu viele aussichtsreiche Bälle vergeben", meinte Niko Jacobsen grinsend.
Beste Kieler Schütze waren Nikolaj Jacobsen mit acht Treffern und Nenad Perunicic mit sieben Toren. Eine starke Leistung zeigte auch Steinar Ege im Kieler Tor, der ebenso wie sein Kollege Axel Geerken zwei Siebenmeter halten konnte.
Der THW überbrückt die Zeit vor dem Spiel gegen Eisenach in Rotenburg/Fulda.

Serdarusic: Spieler sind müde

"Meine Spieler sind müde und bräuchten eigentlich drei bis vier Wochen Urlaub. Die Frankfurter haben in der zweiten Halbzeit gemerkt, daß wir Sauerstoffzelte benötigten", erklärte Kiels Trainer Noka Serdarusic nach dem Spiel in Frankfurt.

23. Spieltag: 01.03.00, Mi., 20.00: SG W.M. Frankfurt - THW Kiel: 22:25 (8:15)

Logo SG W.M. Frankfurt:
Rominger, Djordjic; Rose (1), Immel (3), Steinke (2/1), Bengs (2), Rastner (3), Weber, Bilanovic (2), Meyer (3), Karrer (4), Cordes (2); Trainer Schwalb
Logo THW Kiel:
Ege, Geerken; Wislander (3), Jacobsen (8), Schwenke (1), Perunicic (7), Petersen (3), Schmidt (1), Scheffler, Kibat, Olsson (2); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
van Bergen / Schwarz (Stuttgart)
Zeitstrafen:
Frankfurt: 2 (zweimal Immel);
THW: 6 (dreimal Perunicic, zweimal Schmidt, Wislander)
Rote Karte:
THW: Perunicic nach dritter Zeitstrafe (60.)
Siebenmeter:
Frankfurt: 5/1 (Ege hält gegen Steinke und Karrer, Geerken gegen Steinke und Immel);
THW: 5/3 (Schwenke scheitert an Djordjic, Jacobsen an die Latte)
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:3, 2:3, 2:5, 4:6, 4:9, 6:13, 8:13, 8:15;
2. Hz.: 10:15, 12:16, 14:18, 14:21, 15:23, 16:24, 22:24, 22:25
Zuschauer:
3650 (Ballsporthalle, Frankfurt)


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THW-Rundreise nach Frankfurt und Eisenach beginnt

Der THW startet Mittwoch morgen seine Rundreise durch Deutschland. Mit dem Flieger geht's zum Gastspiel in Frankfurt, dort trifft man um 20.00 Uhr auf die SG W.M. Frankfurt. Nach dem Spiel geht es dann nicht zurück nach Kiel, sondern ins Quartier in Rotenburg/Fulda, wo auch trainiert wird, denn am Freitag muß der THW schon wieder in fremder Halle antreten, diesmal beim ThSV Eisenach (19.30 Uhr, live im DSF). "Wir brauchen alle vier Punkte", fordert Serdarusic vorab.

Logo SG W.M. Frankfurt Bei der SG lautete in den letzten Wochen das Motto "zurück in die Zukunft. Der frühere Präsident Bodo Ströhmann übernahm wieder das Zepter, und die SG W.M. Frankfurt wird in Zukunft wieder SG Wallau-Massenheim heißen, denn die Umbenennung in "SG W.M. Frankfurt" hatte für die Hessen keine spürbaren wirtschaftlichen Impulse gebracht.
Für die "Panther" ist es eines der "Spiele des Jahres": Bodo Ströhmann spricht vom Spiel gegen die schwedische Nationalmannschaft, Trainer Martin Schwalb sagt: "Wir können gegen den Meister nur gewinnen." Kein Wunder, daß der Kartenvorverkauf in Frankfurt gut angelaufen ist. Das liegt aber nicht nur am höchst attraktiven Gegner THW, gegen den es in der Vergangenheit immer packende, emtionale Duelle gab, sondern auch an der guten sportlichen Bilanz der SG in der Rückrunde:
Vor Weihnachten stand die SG mit 13:21 Punkten noch auf Platz 13 (siehe 17. Spieltag), dann folgten 6:0 Punkte (unter anderem ein Auswärtssieg in Lemgo). Leider verschlechterte dann eine Niederlage in Dormagen diese gute Bilanz. Dennoch - Wallau liegt nun mit 19:21 Punkten und Platz 11 (siehe Tabelle) im gesicherten Mittelfeld und kann sorgenfrei in die Zukunft schauen (siehe Bundesliga-Kurve SG W.M. Frankfurt).
So haben die Hessen dann auch in der Partie gegen den THW nichts zu verlieren - ganz im Gegensatz zu den Zebras, die in Frankfurt und Eisenach unbedingt punkten müssen, wenn sie den Anschluß an Flensburg und Lemgo nicht verlieren wollen. Diese beide Titelkonkurrenten haben dem THW vorgemacht, wie man beim Team von Martin Schwalb punktet. Auch Wetzlar und Essen konnten in Frankfurt gewinnen. Die Ballsporthalle scheint also keine uneinnehmbare Festung zu sein. Bleibt zu hoffen, daß der THW auch nach den Strapazen und dem Verletzungspech der letzten Wochen mental und körperlich fit genug ist, es Flensburg und Lemgo gleichzutun. Am Freitag waren die Zebras nach Nokas Aussage "platt". Und Niko Kibat der einzige THW-Spieler, der zur Zeit nicht in Behandlung ist.
ODDSET-Quote:
Sieg Frankfurt:2,05
Unentschieden:6,15
Sieg THW:1,70
Die letzten beiden Spiele konnte der THW für sich entscheiden: Am 10.3.99 gewannen die Zebras in Frankfurt knapp mit 25:23, auch das Hinspiel in dieser Saison war lange umkämpft. In einer hektischen Partie konnte sich der THW erst in der Endphase mit 30:26 durchsetzen (siehe Gegnerdaten).
Die Frankfurter Mannschaft stellten wir im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vor.

Radio-Tips:


(28.02-01.03.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite