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Nachrichten im Monat 04/2000:


Wählen Sie die THW-Spieler ins Allstar-Team

Allstar-Event Am 26. Mai findet in Münster das Allstar-Event, bei dem alle Bundesligateams ihre besten Spieler abstellen, statt (wir berichteten). Für die Nordwest-Auswahl sind auch sieben THW-Spieler nominiert (wir berichteten) Unterstützen Sie den THW bei der Wahl von sport1.de:

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(30.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Es hat nicht ganz gereicht: 24:29-Finalniederlage in Barcelona

Der Spielbericht wurde am 02.05., 10.00 Uhr, um weitere Infos, Stimmen und Fotos ergänzt. Weitere Infos folgen...

Die Cules - Barcas Anhänger - pfiffen den THW von der ersten Sekunde aus Schade, schade! In seinem fünften Anlauf fehltem dem THW ganze sechs Minuten, Europas-Handball-Thron erstmals zu erklimmen. Bis zur 54. Minute, der THW lag mit 23:25 hinten, hatte man eine Hand schon am Pokal. Zuvor gab ein fightender THW dem FC Barcelona mehr als Paroli, konnte mehrfach sogar in Führung gehen, die fanatischen Fans im "Palau Blaugrana" in der spanischen Metropole konnten es kaum glauben. Doch am Ende sicherte sich ihr "Barca" mit einem 29:24 (15:12)-Triumph wieder einmal den Champions League-Titel.

Schon vor dem Anpfiff herrschte eine unglaubliche aufgeheizte Stimmung in der Halle. 7500 Barca-Anhänger und 500 mitgereiste THW-Fans lieferten sich ein ohrenbetäubendes Duell. Wer heute noch von der "Hölle-Nord" oder anderen lautstarken Bundesliga-Fans spricht, war in Barcelona nicht live dabei. Gegen den Palau Blaugrana mit seinen fanatischen Barca-Anhänger ist jede Bundesliga-Halle ein Sanatorium. Aber nicht nur der THW, der beim Einlaufen gnadenlos ausgepfiffen wurde, bekam die aufheizte Atmosphäre zu spüren. Auch Spaniens König Juan Carlos wurde von den nach noch mehr Autonomie strebenden Katalanen mit Schlachtrufen wie "Nie wieder Spanien" und einem gellenden Pfeifkonzert begrüßt. Mehr Applaus bekam dagegen der Fußballstar des FC Barcelona, Rivaldo, der sich mit Frau und Sohn das Spiel ansah.
Kurz vor dem Anpfiff Kurz nach 18.00 Uhr war es dann aber endlich soweit, die slowenischen Unparteiischen Kalin/Koric pfiffen das Rückspiel im Champions League-Finale 2000 an. Nach dem 1:0 durch einen von Nikolaj Jacobsen sicher verwandelten Siebenmeter sah sich der THW dem enormen Druck des katalanischen Tempo-Handballs gegenüber. Innerhalb von vier Minuten zog "Barca" durch Treffer von Ortega, Schwarzer, Guijosa und noch einmal Schwarzer auf 4:1 (5.) davon - die THW-Fans befürchteten, ihr Team würde nun untergehen.
Doch weitgefehlt: Der THW hielt gegen und nach einem Fehlwurf von Guijosa traf Max Wislander zum 2:4 (6.). Zwar erhöhte der ehemalige Niederwürzbacher Christian Schwarzer für die Spanier noch einmal auf 5:2 (6.), doch dann kamen die Minuten des deutschen Meisters: Lövgren traf aus dem Rückraum zum 3:5 (7.), Martin Schmidt machte per zweiter Welle von Außen den 4:5-Anschlußtreffer (8.) und Wislander traf in Unterzahl (Olsson mußte eine Zeitstrafe absitzen) zum 5:5-Ausgleich.

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Als dann noch der für einen Strafwurf eingewechselte Axel Geerken gegen Enric Masip parieren konnte, hatte der THW zum ersten Mal sogar die Chance zur Führung, doch Jacobsen verlor den Ball und Masip traf zum 6:5 (11.). Nachdem Nenad Perunicic am spanischen Keeper Barrufet, der heute Nummer eins war, gescheitert war, erhöhte Schwarzer sogar noch auf 7:5 (12.).
Die Partie wurde nun hektischer. Beide Seiten kassierte kurz hintereinander eine Zeitstrafe, zwischendurch hatte Jacobsen erneut einen Siebenmeter verwandelt - Spielstand 7:6 (12.). Trotz Fehlversuche bei beiden Teams gelang es nun wieder Barca vorerst die Oberhand zu bekommen: Innerhalb von zehn Minuten erkämpften sich die Gastgeber ein 10:6 (22. Minute).
Auszeit beim 11:7
Auszeit beim 11:7 in der 23. Minute
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Doch der THW wollte so leicht nicht aufgeben, Trainer Noka Serdarusic nahm beim Stand von 11:7 für Barcelona eine Auszeit (23.). Die Barca-Fans skandierten: "Ganaremos! Ganaremos! Ganaremos!" (Wir werden siegen, ...), doch nun war wieder der Bruch bei der erfolgreichsten Vereinsmannschaft der Welt da, der THW schloß über 9:11 (24.) zum 12:12 (28.) aus - jetzt nahm FCB-Trainer Valero Rivera ein Time-Out. Schade daß die Zebras nach Wiederanpfiff ihre Konzentration nicht halten konnten. Barcelona nutzte die Ballverluste des THW in den letzten 120 Sekunden der ersten Halbzeit und schossen drei Tore in Folge zum 15:12-Halbzeitstand - eine Führung, die nicht unbedingt verdient war.

Niko trifft - Klicken Sie für eine größere Version Nenad verwirft - Klicken Sie für eine größere Version
Niko trifft!
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Nenad verwirft.
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In der zweiten Halbzeit ließ der THW dann die Gastgeber zunächst nicht weiter als drei Tore enteilen, im Gegenteil: Nach dem 13:16 (34.) durch Jacobsen kämpfte man sich auf 15:16 (36.) heran. Nachdem Wislander vom Kreis per Rückhand eines der vielleicht schönsten Tore der Partie zum 16:17 (37.) erzielt hatte, kamen die starken Minuten des THW-Schlußmannes Steinar Ege. Der Norweger parierte innerhalb von drei Minuten vier schwere Bälle und ermöglichte dem THW durch das erste(!) Tor von Nenad Perunicic auf 17:17 auszugleichen. Leider konnte der Montenegriner über den gesamten Spielverlauf nicht an seine Leistung aus dem Hinspiel (elf Tore) anknüpfen, erzielte insgesamt nur zwei Treffer bei acht Fehlversuchen.
Nach einem erneuten Time-Out des THW gelang den Zebras mit einem Außentreffer von Jacobsen das erste Mal nach dem 1:0 wieder in Führung zu gehen. 18:17 stand es nun für die Zebras (42. Minute), die Halle war deutlich leiser geworden - daß eine Gastmannschaft ihrer "Übermannschaft Barca" nicht nur Paroli bot, sondern sie sogar in die Schranken wies, das waren die zum Großteil fachlich unkundigen katalanischen Zuschauer nicht gewohnt. Die 500 THW-Fans machten sich jetzt noch deutlicher bemerkbar, auch sie hatten jetzt alles im Griff...
Nach zwei Toren von Guijosa (Strafwurf und von außen) lag in der 44. Minute zwar der Titelverteidiger wieder vorn, doch zwei Minuten später hatte sich der THW nach Toren von Wislander (Nachwurf vom Kreis, nachdem Perunicic nur den Pfosten getroffen hatte) und Lövgren (schöne Einzelaktion) die Führung wieder zurückerkämpft: 20:19 führte der deutsche Meister in der Handballhölle "Palau Blaugrana", in der man durch die besondere Akkustik, die die Sprechgesänge der Fans extrem verstärkte, meist kaum ein Wort verstehen konnte.
Diesen Ein-Tore-Vorsprung hatte der THW beim 21:20 (47.) immer noch inne, doch nach Treffern von Masip und Schwarzer war Barca seinerseits nun wieder ein Tor vor - zur Titelverteidigung reichte das jedoch noch nicht aus. Und der THW machte keine Anstalten, aufzugeben: Der überragende Akteur der Zebras - Kapitän Wislander besorgte den 22:22-Ausgleich (50.), die schwarz-weiße Hand war weiter am Pott...
Auch beim Stand von 23:23 (51.) - Guijosa und Jacobsen hatten für ihre Mannschaften getroffen - war der THW noch Titelgewinner, doch dann vielleicht der Knackpunkt des Spiels: Die slowenischen Unparteiischen knickten unter dem Druck des in den letzten Minuten aufgewachten Publikums ein, gaben Wislander eine Zeitstrafe. Die Atmospähre in der Halle war kurz vor dem Explodieren. Barca nutzte die Überzahlsituation aus, traf zum 24:23 durch O'Callaghan (52.).
Dann eine Serie von Fehlern auf beiden Seiten: Olsson verlor den Ball, Urdangarin - heute nur ein Tor - traf auf der Gegenseite nur den Pfosten, auch Jacobsen ließ sich das runde Leder abnehmen und Xepkin machte auf der Gegenseite das 25:23 (54.). Noch war der THW Titelgewinner, doch als Ortega per Gegenstoß das 26:23 (55.) markierte, waren die Spanier wieder vor dem Titelerfolg. Jacobsen brachte mit seinem Außentreffer zum 24:26 (56.) den THW noch einmal ins Rennen, doch nach einem sehr umstrittenen Stürmerfoul-Pfiff gegen Lövgren brachte Guijosa per Strafwurf zum 27:24 sein Team wieder in Front (56.).
Die dramatischen Schlußsekunden: Unterbrechung beim 28:24
Die dramatischen Schlußsekunden: Unterbrechung beim 28:24.
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Die THW-Fans wollten nun mit aller Macht das 25. Zebra-Tor herbeischreien, hätte dies doch die Chance auf den Titelgewinn oder zumindest auf ein Siebenmeterwerfen bei Gleichstand nach 60 Minuten bedeutet. Steinar Ege gab erneut sein Bestes, hielt innerhalb von 30 Sekunden zwei schwere Bälle und Barcelona verlor nach Stürmerfoul-Pfiff gegen O'Callaghan den Ball (58:20). Die Chance war jetzt wieder zum Greifen nah, doch die Schiedsrichter wollten sie dem THW nicht gewähren. Nach zehn Sekunden Angriffsspiel entscheiden sie auf "passives Spiel" gegen den THW - ein Pfiff, der auch bei vielen objektiven Beobachtern mehr als Verwunderung auslöste.
Im Gegenzug traf der 2,10 große Andrei Xepkin zum 28:24 (Spielzeit 59:30), doch noch immer war zumindest die Möglichkeit da, durch das 25. Tor ein Siebenmeterwerfen zu erzwingen. Noka Serdarusic nahm nun Steinar Ege heraus, brachte für den Norweger Klaus-Dieter Petersen als siebten Feldspieler. Doch Nenad Perunicic zog völlig überhastet aus dem Rückraum ab, Xepkin blockte den Ball und Barcelona traf ins leere Kieler Tor zum 29:24-Endstand.
Wie versteinert standen die THW-Spieler und ihre 500 tollen Anhänger nach Abpfiff auf dem Spielfeld, während Barcelonas Spieler in überschwenglichen Jubelrausch fielen. Bei Noka Serdarusic flossen erstmals sogar einige Tränen - zu nah war der THW dem lange ersehnten Erfolg gekommen. Auch der erfolgsverwöhnte Barca-Trainer Rivera heulte wie ein Schloßhund. Der drohende Verlust des Pokals hatte mächtig am Nervenkostüm des 47-jährigen Katalanemn gezerrt.

Barca jubelt Barca jubelt
Barca jubelt. Barca jubelt.

Wislander empfängt die Medaille des Zweiten von König Juan Carlos - Barrufet empfängt den Pokal Doch der THW braucht nicht in Sack und Asche nach Kiel zurückkehren. Die Mansnchaft hat bewiesen, daß sie nicht nur mit dem FC Barcelona mithalten kann, sondern auch in der Lage gewesen war, die als "Übermannschaft" deklarierten Spanier zu bezwingen. So nah war der FCB seit Jahren einem Debakel nicht mehr gekommen, kein Wunder daß die Stimmung der Fans teilweise ins Aggressive umschwang. Bizarr dann, daß die Barca-Anhänger im slowenischen Schiedsrichtergespann, das mit einigen Pfiffen in der entscheidenen Schlußphase den THW sicherlich nicht bevorteilt hatte, ein gellendes Pfeifkonzert erhielt. Erst als Barcelonas Kapitän David Barrufet den Pokal wieder einmal in den Händen hielt, war wieder positive Stimmung in der Halle.

Überzogener Sicherheitseinsatz

Polizei pferchte die THW-Fans ein Befremdung hinterließ bei den mitgereisten 500 THW-Fans das Verhalten der spanischen Polizei. Wegen der Vorkommnisse im letztjährigen Finale Barcelona gegen Zagreb hatten die Behörden deutlich mehr Polizeikräfte eingesetzt. Der THW-Fan-Block wurde zunächst von Schlagstock und Helm tragenden Polizisten abgeriegelt, erst mit Spielbeginn zog man einen Teil der Ordnungshüter ab. Ein bißchen mehr Augenmaß - die mitgereisten THW-Anhänger gehörten nun wirklich nicht zur Kategorie "Hooligans" - wäre angemessen gewesen. Auch nach Spielende dann weiter Mißstimmung. Erst nach 45 Minuten durfte der Zebra-Troß das Hallengelände verlassen, es kam sogar zu einem Schlagstock-Einsatz...

Fanatisches Publikum

Die Presse-Agenturen schrieben von einem "frenetischen" Publikum, in einigen Phasen war es sicher angebrachter, das Wort "fanatisch" zu benutzen. Eine unglaubliche Lautstärke empfing den THW, jede Aktion wurde mit einem gellenden Pfeifkonzert von einem Publikum begleitet, daß zum Großteil von großer Sachunkenntnis geprägt war - nach jeweils zehn Sekunden THW-Angriff forderten die katalanischen Zuschauer von den Schiedsrichtern sofort Zeitspiel. Doch es gibt noch andere Handballstile als den der Tempo machenden Barceloneser...

Ein würdiger Rahmen?

Nicht nur der überzogene Polizeieinsatz trug wenig zum würdigen Rahmen eines Europapokal-Endspieles bei. Kein Hallenheft, kaum Erfrischungsstände, keine Eigenwerbung der Klubs. Selbst das Abspielen der Nationalhymnen fiel aus. Und sofort nach Spielende begannen die Aufbauarbeiten für ein Basketball-Play-Off-Spiel.

In eigener Sache

Leider war es uns nicht möglich, nach Spielende ausführlich aus Barcelona zu berichten - die Technik machte uns einen Strich durch die Rechung. Viel Spaß aber nun mit dem kompletten Bericht und den kommenden Ergänzungen...

Stimmen zum Spiel:

Barcelonas Trainer Valero Rivera:
Es war das schwierigste Finalspiel der letzten zehn Jahre.
Ein großes Lob an Magnus Wislander. Er ist für mich der Jahrhundert-Handballer.
Zu unserem Plan gehörte, daß die letzten Minuten des Spiels unsere sind. Dafür rannten und kämpften wir in den Minuten zuvor. Dennoch benötigten wir heute eine Riesenportion Glück, um diese bärenstarke Kieler Mannschaft zu bezwingen.
Wir haben demonstriert, daß wir stärker sind. Nur ein bißchen stärker, aber eben stärker als diese großartige Mannschaft. Für den Handball ist es besser, wenn es den Stil von uns oder Celje bekommt, weil die Leute eben mehr die Geschwindigkeit lieben. Diese Art des Spiels hat Barcelona zu dem gemacht, was es heute ist.
THW-Trainer Noka Serdarusic - mit Tränen in den Augen:
Wir haben in den 120 Minuten aus beiden Spielen gezeigt, daß wir die bessere Mannschaft sind. Noch in zehn Jahren werden ich traurig sein, wenn ich an diesen Abend denke. Wir hatten schon eine Hand am Pokal, aber dann waren höhere Mächte nicht mit uns. Am Ende haben Kleinigkeiten entschieden. Die Atmosphäre in der Halle hat den Ausschlag gegeben.
Ich weiß, daß so eine Chance nicht so oft kommt. Hätten wir mit zehn Toren verloren, hätten wir leicht zur Tagesordnung wechseln können. So geht es nicht.
Barcelonas Kreisläufer Christian Schwarzer:
Wir standen gegen diese großartige Kieler Mannschaft schon mit dem Rücken zur Wand. Die unglaubliche Atmosphäre in der Halle und die eigene Energieleistung haben das Ruder noch herumgerissen.
Die glücklichere Mannschaft hat gewonnen. Wir haben am Ende von unserer Physis profitiert.
Die Schiedsrichter? Pfiffe werden nicht zurück genommen.
THW-Kapitän Magnus Wislander:
Was soll man machen? Wir hatten die große Chance, unseren Traum zu erfüllen, aber letztendlich nicht die Nerven bewahrt.
THW-Torhüter Steinar Ege:
Wir hatten Vorteile, aber diese Entscheidungen haben alles kaputtgemacht. Es braucht einige Tage, um darüber hinweg zu kommen.
Michael Menzel, verletzter THW-Rechtsaußen:
Erst war ich traurig, daß ich nicht mitspielen konnte und jetzt wegen des Ausgangs. Die Mannschaft hat großartig gespielt, leider sind die Schiris umgekippt.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Natürlich bin ich sehr enttäuscht. Aber die beiden Finalspiele und die unglaubliche Atmosphäre haben Appetit gemacht auf mehr. Jetzt werden wir eben wieder deutscher Meister und greifen im nächsten Jahr in der Champions League erneut an.
Wir haben zwei große Spiele abgeliefert und gezeigt, daß wir mit Barcelona mithalten können. Es war ein großes Erlebnis, das wor alle unbedingt wiederholen wollen.
THW-Kreisläufer Klaus-Dieter Petersen:
Wir waren nicht schlechter. Doch nur einer kann gewinnen.
Aber wir werden noch lange enttäuscht sein. Nur: Das Leben geht weiter. Das Dumme ist: Wenn ich zur Nationalmannschaft komme, lacht mich Trainer Heiner Brand aus. Der hat den Cup schon.
THW-Linksaußen Nikolaj Jacobsen:
Ein großes Erlebnis, es fehlt nur der Pokal. Ich bin traurig und sauer. Auch wegen der Schiedsrichter. Die hatten Angst, ihre Linie bis zum Ende durchzuhalten. So hatten wir keine Chance.
Schwedens Nationaltrainer Bengt Johansson:
Es waren großartige Spiele. Den Schiedsrichtern die Schuld zu geben, ist mir zu einfach. Die waren 55 Minuten gut. Kiel hätte vorher den Vorsprung ausbauen müssen.
Hartwig "Stummi" Moll, ehemaliger THW-Spieler:
Bis 20 Sekunden vor Schluß war ich vom Sieg überzeugt. Ich hätte nie gedacht, daß ich als Zuschauer so mitgerissen werden könnte.
Welle Nord-Reporter Rudi Dautwiz:
Ich wünsche mir, daß die großartigen Spiele in Erinnerung bleiben und die Enttäuschung verdrängen. In punkto Meisterschaft wird jetzt noch mehr Spannung hereingetragen.
THW-Gesellschafter Willi Holdorf:
Die Mannschaft hat in sensationellem Stil Rückstände aufgeholt und gezeigt, daß sie gleich stark ist wie Barcelona.
Rolf-Reiner Gecks (NDR 2):
Schade, der THW hatte es in der Hand. Für Handball-Deutschland wurde eine große Chance vertan. Für die Übertragung war die Spannung sensationell.
Barcelonas Rechtsaußen Antonio Carlos Ortega:
Das 28:24 war das wichtigste Tor meines Lebens.
Barcelonas Spieler Xavier O'Callaghan:
Wir hatten großen Respekt vor dem Gegner, das macht diesen Sieg zu etwas ganz besonderem. Es ist ein außergewöhnlicher Triumph.
Die Art des Sieges ist bemerkenswert. I glaubte schon vor dem Spiel daran, da0 unser Publikum hier entscheidend wäre, und ich glaube, daß Publikum hat sich den Europapokal verdient. Vielleicht spielen wir nicht so gut wie in den letzten Jahren, aber wir gewinnen mehr Titel, weil wir wissen, wie es ist zu leiden.
Barcelonas Halbrechter Inaki Urdangarin:
Ich bin sehr stolz, daß meine ganze Familie im Palau war. Das Publikum hat uns wieder nach vorne getrieben. Am Ende haben wir unseren Stil durchgesetzt und gewonnen.

Finale, Rückspiel: 29.04.00, Sa., 18.00: FC Barcelona (ESP) - THW Kiel: 29:24 (15:12)

Logo FC Barcelona (ESP Flagge ESP):
Svensson (51.-60.), Barrufet (1.-51.); O'Callaghan (2), Xepkin (4), Magrina (n.e.), Masip (6), Urdangarin (1), Schwarzer (5), Lozano, Paredes (1), Cavar (1/1), Guijosa (5/3), Ortega (4); Trainer Rivera
Logo THW Kiel:
Ege (1.-60.), Geerken (bei vier 7m); Wislander (8), Jacobsen (6), Schwenke, Perunicic (2), Petersen, Lövgren (3), Schmidt (3), Scheffler, Kibat (n.e.), Olsson (1); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Kalin / Koric (Slowenien)
Zeitstrafen:
Barcelona: 2 (Xepkin, Urdangarin);
THW: 4 (Wislander, Jacobsen, Perunicic, Olsson
Siebenmeter:
Barcelona: 6/4 (Masip scheitert an Ege, Cavar wirft überweg);
THW: 1/1
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:1, 4:1, 4:2, 5:2, 5:5, 7:5, 7:6, 10:6, 10:7, 11:7, 11:9, 12:9, 12:10, 12:12, 15:12;
2. Hz.: 16:12, 16:14, 16:15, 17:15, 17:18, 19:18, 19:20, 20:20, 20:21, 22:21, 22:22, 23:22, 23:23, 26:23, 26:24, 29:24
Zuschauer:
7900 (Palau Blaugrana, Barcelona)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(26.04-02.05.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

THW in Barcelona angekommen - N3 überträgt live!

Barcelona - Blick auf den Placa Espanyol Der THW und seine Fans sind heute mittag in Barcelona angekommen - das Wetter ist sogar schlechter als in Schleswig-Holstein: nur 14 Grad, teilweise sogar Regen, doch das nimmt den Zebras nicht die Vorfreude!

Gute Nachricht für alle Daheimgebliebenen!
N3-Fernsehen überträgt das Spiel nun doch live ab 18.00 Uhr - allerdings nur in Schleswig-Holstein!

Der Radiosender NDR 2 überträgt das Spiel übrigens komplett ab 18.05 Uhr.


(28.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Auf nach Barcelona! Holt den Pott, Jungs!

Das ist der Champions League-Pokal Freitag morgen ist es soweit: Die Zebras fliegen mit einer Charter-Maschine vom Flugplatz Holtenau nach Barcelona. Mit im Gepäck haben sie den Drei-Tore-Vorsprung aus dem 28:25 (15:14)-Hinspiel-Sieg gegen "Barca". Doch reicht dem THW dieses knappe Polster, um erstmals in seiner 77-jährigen Vereinsgeschichte den wichtigsten Handballpokal für Vereinsmannschaften zu ergattern?
Samstag, den 29.04.2000, ab 18.00 Uhr, wissen wir mehr. Dann tritt der Deutsche Meister vor 8000 Fans im gefürchteten "Palau Blaugrana" an. Doch die Zebras sind nicht allein: 500 Fans haben sich mit auf den Weg in die katalanische Metropole gemacht, werden ihren Verein hoffentlich lautstark unterstützen.
Barcelonas Trainer Valero Rivera Haben die Zebras im vielleicht wichtigsten Spiel ihrer Geschichte eine reelle Chance? Die Handball-Experten sind sich nicht einig. Valero Rivera (Foto) stapelte nach dem Spiel in Kiel tief, meinte, daß das Spiel in Spanien sehr schwer werde, das Finale völlig offen sein (siehe Stimmen zum Spiel). Doch in heimischer Presse hörte sich das dann doch schon wieder ein wenig anders an: "Wir schaffen es, mit vier Toren gegen Kiel zu gewinnen. Eigentlich reichen sogar drei Tore, denn die 25 Tore, die wir auswärts erzielt haben, sollten genug sein." Sauer war der spanische Erfolgstrainer jedoch immer noch auf die Schiedsrichter, die das Spiel seiner Meinung nach beeinflußt haben. "Dennoch, das Ergebnis gibt Hoffnung. Im Palau Blaugrana wird der THW nicht so viele Möglichkeiten haben, sich auszuruhen. Wenn wir ein hohes Tempo gehen - und die Unterstützung des Publikums haben, die ich massiv einfordere - haben wir die Möglichkeit, den Titel zu holen."
Zuversichtlich ist auch der Kroate in Reihen des FC Barcelona, Patrick Cavar: "Der THW war vergangenen Samstag sehr gut, wir haben nur normal gespielt." Spielmacher Enric Masip meint: "Wenn wir im Angriff besser spielen und die Schiedsrichter besser sind, werden wir den Titel holen." Auch Barca-Torhüter Barrufet ist mehr als zuversichtlich: "In eigener Halle haben wir fast nie versagt. Wir müssen nicht sofort den Rückstand aufholen. Das Spiel dauert 60 Minuten, das ist viel Zeit. Wir müssen aber versuchen, Kiel unseren Stil aufzuwingen, also unser schnelles Tempo zu gehen. In eigener Halle werden wir ein ganz anderes Spiel sehen..."
[Bild: Noka Serdarusic] Doch auch beim THW herrscht Optimismus, THW-Trainer Noka Serdarusic (Foto) meint: "In den sieben Jahren, in denen ich in Kiel bin, haben wir alle schon viel erlebt. Das Spiel vom Sonnabend war aus meiner Sicht das Größte. Handballfachleute aus ganz Europa haben mir das bestätigt. Jetzt fliegen wir mit drei Toren Vorsprung nach Spanien, das ist zwar nicht viel, aber ich habe eine große Zuversicht. Ich weiß: Ich habe eine Mannschaft, die ein unbeugsamer Wille auszeichnet" (siehe Interview mit Serdarusic). Und Steinar Ege erklärte in Sport 3 (siehe Interview-Mitschnitt), man fahre nach Barcelona um zu gewinnen.
Das man in Barcelona gewinnen kann, demonstrierte die slowenische Spitzenmannschaft Celje Lasko im Champions League-Halbfinale 1996/97. Die Slowenen schlug am 23.3.97 den FC Barcelona im "Palau Blaugrana" mit 26:22 (10:14). Allerdings hatte Celje das Hinspiel in eigener Halle eine Woche zuvor mit 24:29 verloren.
"Die Chancen stehen 50:50", sagt Nikolaj Jacobsen. "Barca ist aber im Vorteil. Klar haben wir Respekt, vor so einem Publikum zu spielen." Stefan Lövgren mahnt zur Vorsicht: "Barca spielt zu Hause eine Klasse besser als auswärts. Wir dürfen uns nicht beeindrucken lassen." Wislander, der mit seinem schwedischen Ex-Klub Redbergslid Göteburg einmal in der "Palau Blaugrana" gespielt hat, hat großen Respekt: "Es ist dort lauter als in der Ostseehalle, die Fans sind heißblütiger. Wir müssen sehr clever spielen. Dort brennt die Luft."
Der Trainer der SG Flensburg-Handewitt drückt dem THW die Daumen: "Ein Kieler Erfolg wäre sehr wichtig für den deutschen Handball. Ich glaube auch, daß sie eine sehr gute Chance in Barcelona haben."

Mehr Informationen über den Verein Barcelona, sein Team und alles rund um die Final-Begegnungen finden Sie im großen Barcelona-Special!

 

500 Fans begleiten den THW

Am Freitag morgen macht sich ein riesiger schwarz-weißer Troß auf, die katalanische Metropole zu erobern. Eine Reisegruppe bestehend aus 220 THW-Anhängern fliegt morgens um 10.00 Uhr von Hamburg aus mit einer Chartermaschine nach Barcelona ab. Die Mannschaft mit Umfeld (50 Personen) starten mit einer zusätzlichen kleineren Maschine ab Holtenau. Unser Fan-Club, "Die Zebrasprotten", reist per Bus nach Spanien, der Zebrasponsorenkreis "Zebra 2000" unterstützt den Fan-Club hierbei finanziell. 26 Stunden dauert die strapaziöse Anreise für die 34 wackeren THW-Anhänger, doch für ein wenig mehr Komfort als sonst ist gesorgt, denn die "Zebra-Sprotten" fahren mit mit dem offiziellen Mannschaftsbus. Zusätzlich fahren noch viele Kieler auf eigene Faust nach Barcelona, so daß mehr als 500 Zebras den THW Kiel im "Palau Blaugrana" anfeuern werden!

 

Oddset-Quote zum Rückspiel:

ODDSET-Quote:
Sieg Barcelona:1,20
Unentschieden:6,20
Sieg THW:3,95

 

TV-, Radio- und Internet-Tips:

TV:
Radio:
Internet:

 


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N3 und DSF haben ein Einsehen: TV-Bilder aus Spanien!

Die THW-Fans können aufatmen: Die bundesweite TV-Schelte von THW-Manager Uwe Schwenker (wir berichteten) scheint gewirkt zu haben.

Logo N3 Heute nachmittag entschied sich N3-Fernsehen, doch aus Barcelona zu berichten! Im Rahmen des Schleswig-Holstein-Magazins (19.30 Uhr bis 20.00 Uhr) berichtet der NDR aus der Schlußphase des Champions League-Final-Rückspiels zwischen dem FC Barcelona und dem THW Kiel. Möglicherweise gibt es vorweg auch noch eine Kurzzusammenfassung des vorherigen Spielgeschehens.
Doch möglicherweise kommen die THW-Fans doch in den Genuß einer kompletten Live-Übertragung. Seit Domnnerstag abend rauchent die Köpfe in der NDR-Zentrale, ob sich N3-Schleswig-Holstein aus der Nordkette ausblenden darf und das Spiel im nördlichen Bundesland live überträgt. Das wäre ein Novum, denn bisher schaltet N3 nur für die Regionalprogramme auseinander. Ob N3 in Schleswig-Holstein Samstag ab 18.00 Uhr live überträgt entscheidet sich am Freitag. Von Seiten des öffentlich-rechtlichen Sportrechte-Verwerters SportA gibt es jedenfalls kein Hemmnis, der hatte gestern der EHF grünes Licht für die Übertragung gegeben.

Logo DSF Und auch das DSF hat sich erbarmt: Der Sportsender sendet am Samstag ab 22.30 Uhr eine 40-minütige Zusammenfassung des Spiels.

Auch das ZDF ist mittlerweile aktiv geworden. Im Rahmen des "aktuellen Sportstudios" gibt es nicht nur eine Kurzberichterstattung, es ist zudem auch eine Live-Schaltung nach Barcelona geplant.


(27./28.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Großer Artikel über Petersen in der Sport-Bild

In der aktuellen Ausgabe der Sport-Bild (Nr. 17, 26.4.2000) gibt's einen doppelseitigen Bericht über Klaus-Dieter Petersen. Unter "Für einen Titel spiele ich sogar mit gebrochenem Finger" beschreibt das Sport-Magazin dem Alltag von "Pitti", der "wohl nur dann nicht antreten würde, wenn er den Kopf unter dem Arm trägt" (THW-Manager Uwe Schwenker.
Im Bericht spielt unser Nationalmannschaftskapitän die Schmerzen herunter: "MIt ein paar Schmerztabletten ging es ganz gut. Wenn man einen Titel vor Augen hat, vergißt man Schmerzen."


(27.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

NDR 4 und sport.de übertragen Barca gegen THW live!

Die THW-Fans, die sich nicht auf die Reise nach Barcelona zum Champions League-Final-Rückspiel (29.04.00, Sa., 18.00 Uhr) machen, müssen nicht länger verzweifeln:
Der NDR und sport.de werden von der Partie live berichten.

Logo NDR 4 Der NDR gab gestern bekannt, daß er neben den bekannten Live-Einblendungen auf "NDR 1 Welle Nord" und "NDR 2" zusätzlich das komplette Spiel im Hörfunk-Sender "NDR 4" übertragen wird. Ein toller Service vom NDR, dem Medienpartner des THW.
NDR 4 überträgt sein Radioprogramm übrigens auch live im Internet per Real-Audio-Technik:

Die Internet-User haben aber noch eine andere Möglichkeit, sich zu informieren. sport.de, eine der größten deutschen Sport-Internetsites, plant eine Video-Internet-Live-Übertragung per Real-Video-Technik vom Spiel in Barcelona.
Hier die Pressemeldung von sport.de:

Zum ersten Mal wird ein internationales Handballspiel live im Internet übertragen: Das Rückspiel im Finale der Champions League zwischen dem FC Barcelona und dem THW Kiel wird am 29. April 2000 ab 18 Uhr live online gezeigt. Die Live-Übertragung des europäischen Spiels der Spitzenklasse wird von sport.de in Zusammenarbeit mit der ALTUS Media GmbH, Berlin, und der European Handball Federation, Wien, ermöglicht. Da das Endspiel nicht im deutschen Fernsehen gesendet wird, kooperiert sport.de mit dem spanischen Fernsehkanal TV Tres, um die Übertragung im Internet zu ermöglichen.
Leider wird es keinen deutschen Kommentar geben, dafür wird aber der aktuelle Spielstand ständig in das Videobild eingeblendet. sport.de wird einen 56kbps-Stream einsetzen, ein ISDN-Internet-Anschluß ist also nötig, um die Übertragung zu verfolgen.

Tip:

Ein kleiner Tip: Gehen Sie zum Spiel online zu sport.de, um die Video-Bilder zu erhalten, und schalten Sie parallel dazu den Radiosender NDR 4 ein, dann haben Sie zusätzlich einen allerbesten deutschen Kommentar. Viel Spaß!


(25./26.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Handball-Fans sauer: Keine TV-Live-Bilder

Keine Fernsehübertragung von Barcelona-Kiel

Der THW steht im Finale und keiner kann es sehen. Das Final-Rückspiel gegen Barcelona um den europäischen Handball-Thron wird in Deutschland nicht übertragen. Die TV-Anstalten zeigen den "Zebras" die kalte Schulter.
Der THW Kiel steht vor dem wohl größten Erfolg in der Vereinsgeschichte und niemand kann das entscheidende Finale in der Champions League gegen den FC Barcelona per TV live mitverfolgen. Die Handballfans in Deutschland schauen beim Rückspiel im Palau Grana in Barcelona am Samstag (18.00 Uhr) in die Röhre, da dieses Spiel offenbar keinem Fernsehsender eine Sendeminute wert ist. "Das ist schlichtweg ein Skandal, eine absolute Katastrophe. Jedes Sch****-Europapokalspiel im Fußball wird live übertragen, auch wenn der Bundesligist in Finnland schon das Hinspiel 5:0 gewonnen hat", wettert THW-Manager Uwe Schwenker.
Auch Bundesliga-Chef Heinz Jacobsen und Bundestrainer Heiner Brand ärgern sich über die stiefmütterliche Behandlung des Saisonhöhepunktes im Vereins-Handball.
Brand fragt die TV-Verantwortlichen: "Wann wollen ARD und ZDF einsteigen, wenn nicht bei diesem Highlight? Daß nicht übertragen wird, ist ein Imageverlust für den Handball." Als der Weltmeister 1983 als Spieler des VfL Gummersbach den bislang letzten Triumph eines deutschen Klubs im wichtigsten Europacup-Wettbewerb in den Finals gegen Mai Moskau miterlebte, hatte Handball bei ARD/ZDF noch einen festen Platz im TV-Programm.
17 Jahre später müssen die THW-Fans nun also auf den Hörfunk (NDR 4 überträgt das komplette Spiel live) und auf's Internet (sport.de sendet einen Video-Stream) ausweichen. Eigentlich kaum zu glauben in Zeiten, in denen die meisten Bundesbürger mehr als 30 TV-Programme zur Verfügung haben...


(26.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Wetzlar-Spiel um einen Tag verlegt

DSF-Logo Das Bundesliga-Heimspiel des THW gegen die HSG D/M Wetzlar ist vom 3.5. auf den 4.5., 20.30 Uhr, verlegt worden. Grund: Das DSF wird das Match als "Spiel der Woche" live übertragen.


(25.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Serdarusic: THW - ein Team mit unbeugsamem Willen

[Bild: Noka Serdarusic] In der heutigen Ausgabe der Kieler Nachrichten führte KN-Redakteur Reimer Plöhn ein Interview mit THW-Coach Noka Serdarusic.
Serdarusic wies zunächst darauf hin, das ihm vor dem Spiel wichtig geweisen sein, ganz Europa zu zeigen, wie gut man Handball spiele. Das sei vollauf gelungen. "Ganz ehrlich, ich habe meinen Spielern vorher gesagt: Das Ergebnis ist zweitrangig, mir geht es darum, den Handball zu demonstrieren, den wir auch in der Lage sind zu spielen. Dann kommt das entsprechende Ergebnis von selbst."
Doch nach mehrfachem Studium des Videos ist der Erfolgscoach ein wenig traurig, daß es nur drei Tore Vorsprung geworden sind: "Fünf Tore wären schöner - und auch verdient gewesen."
Den Grund, daß der klare Vorsprung geschmolzen ist, sieht Noka darin, daß sein Team den Fehler gemacht habe, mit dem Tempo Barcelonas mit halten zu wollen. "Da haben wir teilweise nur mit dem Herz in der Hand gespielt. Statt uns auf Halten des Ergebnisses zu beschränken, wollten wir mehr. Wir hätten lange Angriffe spielen sollen und damit Kraft tanken können. Außerdem war die Zwei-Minuten-Strafe gegen Wislander unnötig. Obwohl die Schiedsrichter insgesamt gut gepfiffen haben, waren die zwei Minuten gegen Max völlig überzogen. In dieser Phase kam ein Bruch in unser Spiel. Diese Entscheidung hat mich regelrecht wütend gemacht."
Doch nicht zuletzt war es auch eine Kraftfrage für den THW, das will Serdarusic nicht bestreiten: "Mein Kollege Rivera hat auf der Bank die größere Auswahl. Barcelona konnte so über die gesamte Zeit volles Tempo gehen. Ich hätte gerne zwei Spieler mehr zum Wechseln dabei gehabt. Das Manko beruht aber auch auf den zuletzt mangelnden Trainingsmöglichkeiten durch Krankheiten und Verletzungen."
Was muß seiner Meinung nach im Rückspiel in Barcelona besser gemacht werden? "Wir haben sieben, acht Tore dadurch bekommen, daß Barcelona sofort nach Wiederanpfiff zum Erfolg gekommen ist. Innerhalb von sechs, sieben Sekunden. Wir hatten das vorher besprochen, aber abstellen konnten wir es erst in der zweiten Halbzeit. Man muss wohl immer erst bestraft werden, bevor man reagiert. In Barcelona wird es noch hektischer zugehen. Schwächen des Gegners lagen in der sonst so starken Abwehr. Gegen unser variables Angriffsspiel ist Rivera von der sonstigen 5:1-Formation zwischenzeitlich auf Manndeckung gegen Perunicic gewechselt, zum Schluss haben sie es sogar mit einer 6:0-Deckung versucht. Das kam einer Kapitulation gleich, das hat Rivera noch nie gespielt. Da wollen wir anknüpfen."
Sein Fazit: "Es war das erhoffte große Spektakel in der Ostseehalle. In den sieben Jahren, in denen ich in Kiel bin, haben wir alle schon viel erlebt. Das Spiel vom Sonnabend war aus meiner Sicht das Größte. Handballfachleute aus ganz Europa haben mir das bestätigt. Jetzt fliegen wir mit drei Toren Vorsprung nach Spanien, das ist zwar nicht viel, aber ich habe eine große Zuversicht. Ich weiß: Ich habe eine Mannschaft, die ein unbeugsamer Wille auszeichnet."


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Stimmen zum Barca-Spiel erweitert

Die Stimmen zum Spiel gegen Barcelona wurden noch einmal ergänzt. Zudem findet sich auch eine Mitschrift des Interviews von Steinar Ege bei Sport3.


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Super! THW beweist es: Barcelona nicht unschlagbar - Toller 28:25-Sieg über den Titelverteidiger

sid: Kiel zeigte Weltklasseleistung

Finalstimmung: Der THW läuft ein! Was für ein Handballfest fand da heute nachmittag in der Ostseehalle statt: Super Stimmung, zwei Weltklassemannschaften, ein hochklassiges, schnelles und faires Spiel, und ein 28:25 (15:14)-Sieg über den FC Barcelona, der dem THW die Chance offen läßt, im Rückspiel am 29.04. in Spanien zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte die Champions League zu gewinnen. Grundstein des Sieges war eine Weltklasse-Deckungsleistung, aber auch in der Offensive zeigte sich der THW willensstark und bis in die Haarspitzen konzentriert - der Sieg hätte bei ein bißchen mehr Fortune sogar zwei, drei Tore höher ausfallen können...

Kurz vor dem Spiel - die Spannung steigt Selten hat man schon vor dem Spiel solch eine mit Spannung geladene aber auch euphorische Stimmung erlebt wie heute nachmittag. Schon vor Beginn feuerten die 7250 Zuschauer den THW frenetisch an, gaben dem Duell der beiden Weltklasse-Mannschaften einen würdigen Rahmen.
Der THW, in brandneuen weißen Trikots angetreten, zeigte von Beginn an, wie wichtig ihm dieses Spiel war. Die 6:0-Deckung stand bombensicher, zwei Ballverluste von "Barca" waren die Folge und Martin Schmidt machte per zweiter Welle das 1:0 (3.). Nach dem 1:1 Ausgleich durch Patrik Cavar zeigte "Il Conquistadore" Nenad Perunicic seinem ehemaligen Mannschaftskameraden, dem Barca-Torhüter Tomas Svensson, wer Herr im Hause ist: Per Tempogegenstoß versenkte er das Leder eiskalt zum 2:1 (5.).
Bis zum 3:3 - für den THW hatte inzwischen Olsson getroffen, für die Gäste Urdangarin (Rückraum) und Masip (Strafwurf) - blieb das Spiel ausgeglichen, doch Barcelona, die führende europäische Mannschaft der letzten Jahre, war nervös - mit solch einer Gegenwehr hatte das spanische Starensemble scheinbar nicht gerechnet, Barca fand kein Mittel gegen das schwarz-weiße Bollwerk. Der THW dagegen blieb cool. Er ließ sich das schnelle Spiel der Spanier nicht aufzwängen, schloß nicht überhastet ab. Nenad Perunicic war es erneut, der zur 4:3-Führung (7.) traf (Foto unten links) und in der gleichen Minute sogar auf 5:3 erhöhte. Nachdem Nikolaj Jacobsen per zweiter Welle zum 6:3 getroffen hatte (Foto unten rechts), nahm Barca-Trainer Valero Rivera eine Auszeit, versuchte sein Team neu einzustellen.

Nenad trifft zum 4:3 Niko macht das 6:3
Nenad trifft zum 4:3 Niko macht das 6:3


Spielszene Doch zunächst blieben die Zebras am Drücker, Steinar Ege parierte einen Rückraumwurf von Cavar und Dänen-Turbo Jacobsen erhöhte per Gegenstoß zum 7:3 (9.) - das Ostseehallenpublikum war völlig aus dem Häuschen! Aber so leicht ließ sich das spanische Top-Team nun doch nicht auseinandernehmen, Barca verkürzte umgehend auf 5:7 (11.) durch Treffer von Cavar (Rückraum) und Ortega (Gegenstoß).
Doch der THW zeigte keine Nerven, postwendend stellte man den alten Vier-Tore-Vorsprung wieder her. Nenad Perunicic - heute in Super-Form - und Stefan Lövgren - führte sehr gut Regie - hatten zum 9:5 (15.) getroffen. In der Deckung hatten die Zebras besonders gut den "Kreis-Riesen" Andrei Xepkin im Griff, so kam Christian Schwarzer für den ehemaligen Ukrainer auf's Feld. Schwarzer traf dann in der 15. Minute zum 6:9.
Wenig später hätte der THW wieder auf vier Tore erhöhen können, doch Jacobsen per Gegenstoß und Wislander im Nachwurf scheiterten an Tomas Svensson, im Gegenzug traf Lozano zum 7:9 (17.). Nachdem sowohl Ege (zweimal gegen Masip) als auch Svensson (gegen Martin Schmidt) parieren konnte, mußte der THW seine erste Zeitstrafe gegen Nenad Perunicic hinnehmen. Barcelona nutzte die Überzahl-Situation, verkürzte auf 8:9 (19.).
Super-Einzelaktion von Max zum 10:8 Doch THW-Kapitän Wislander, der heute weitgehend am Kreis und in der Deckung spielte, hielt den THW mit seinem ersten Tor auf Kurs. Eine wunderschöne Einzelaktion vom Kreis - "Max" tänzelte Xepkin locker aus - bedeutete das 10:8 für den THW (20., Foto rechts). Nun ging es hin und her, Barcelonas Guijosa traf von Außen zum 9:10, aber auf der Gegenseite übertrumpfte ihn sein Positionskollege Jacobsen: Der Däne schmuggelte aus fast unmöglichem Winkel den Ball an Tomas Svensson vorbei ins Netz zum 11:9 (21.).

Aus unglaublichem Winkel trifft Jacobsen zum 11:9
Aus unglaublichem Winkel trifft Jacobsen zum 11:9 (Fotomontage)

Schwarzer macht den 14:15-Anschlußtreffer In den folgenden zehn Minuten stets das gleiche Bild: Der THW legte auf zwei Tore vor, Barcelona verkürzte wieder auf einen Treffer (13:11 (27.) durch Perunicic, 13:12 (27.) durch Masip). So auch in der letzten Minute, als Wislander zur 15:13-Führung traf, doch es waren noch 30 Sekunden zu spielen und Spanien-Legionär Christian Schwarzer traf drei Sekunden vor der Pausensirene zum erneuten Anschluß (Foto rechts). Mit dem Spielstand von 15:14 für den THW ging man in die Kabinen.
Geerken pariert gegen Guijosa Nach dem Pausenpfiff blieb der THW weiter in Führung (17:15, 35.), konnte sich aber zunächst nicht entscheidend absetzen. Immerhin überstand der THW eine Zeitstrafe gegen Olsson schadlos, zudem konnte Axel Geerken den folgenden Siebenmeter (Foto), für den er extra eingewechselt worden war, parieren. In Unterzahl traf Jacobsen dann mit einem unglaublichen Wurf zum 18:15 (36.). Nach einer starken Einzelaktion von Lozano, aus der das 16:18 resultierte, sollten die stärksten zehn Minuten des THW in dieser hochklassigen Partie kommen.
Fünf Tore in Folge(!) von Perunicic (Rückraum, Einzelaktion, Tempogegenstoß, Einzelaktion und noch ein Rückraumkracher) ließen den THW bei nur einem Gegentreffer vom "königlichen" Urdangarin (21:17, 42.) mit 23:17 (45.) in Führung gehen, die Halle tobte. Den ehemaligen Mannschaftskameraden von Perunicic in Irun, Tomas Svensson, hatten die Treffer des Montenegriners total frustriert, er ließ sich in der 42. Minute gegen den spanischen Nationaltorhüter David Barrufet auswechseln.

Die One-Man-Show des Nenad Perunicic - fünf Tore in Folge in sieben Minuten!
Die One-Man-Show des Nenad Perunicic - fünf Tore in Folge in sieben Minuten!

Doch der Deutsche Meister hatte seinen Torhunger noch nicht gestillt: Magnus Wislander machte nach tollem Anspiel von Landsmann Stefan Lövgren vom Kreis das 24:17 (46.). Sieben Tore Vorsprung gegen die beste Vereinsmannschaft der Welt, damit hatten wohl auch die größten Optimisten kaum gerechnet. Doch Barcelona hatte sich noch nicht aufgegeben, verkürzte innerhalb von zwei Minuten auf 19:24 (48.).
Inaki Urdangarin trifft zum 21:25 Jetzt schienen die Kräfte der Zebras doch etwas zu schwinden. Die Gäste, die über die gesamte Spielzeit aus ihrem großen Kader aus dem Vollen schöpften, wirkten nun etwas frischer, zudem hatte der THW ein wenig Wurfpech. Wislander erhöhte noch einmal auf 25:19 (50.), doch mit drei Toren in Folge durch Schwarzer, Urdangarin (Foto) und Masip war der spanische Titelverteidiger beim 22:25 (55.) dem THW plötzlich wieder bedrohlich nahe gekommen. Noka Serdarusic griff ein, nahm nun seinerseits eine Auszeit.
Stefan Lövgren macht das 28:24 Nachdem Jacobsen auch seinen zweiten Siebenmeter sicher zum 26:22 (56.) verwandelte, verkürzte der FCB durch Urdangarin erneut auf drei Tore: 23:26 (56.). Staffan Olsson stellte den alten Vier-Tore-Vorsprung mit seinem Treffer zum 27:23 (57.) wieder her, aber Masip markierte im Gegenzug sofort wieder den 24:27-Anschlußtreffer. 145 Sekunden vor der Schlußsirene faßte sich Lövgren ein Herz, traf aus dem Rückraum mit viel Übersicht zum 28:24 (Foto).
58:20 zeigte die Hallenuhr, als der spanische Weltklasse-Kreisläufer Andrei Xepkin sein erstes(!) Tor zum 28:25 erzielte. Der THW spielte jetzt lange aus, erst 20 Sekunden vor Abpfiff setzte Perunicic zum Wurf an, doch Barrufet parierte und Barcelona war wieder im Angriff, noch waren 15 Sekunden zu spielen... Xepkin versuchte sich dann fünf Sekunden vor Schluß erneut vom Kreis, doch der in der 58. Minute hereingekommene THW-Torhüter Axel Geerken rettete den Drei-Tore-Vorsprung.
Ob dieser Sieg für das Rückspiel in Barcelona reicht, ist unter Experten umstritten. Eins hat der THW jedoch mit diesem tollen Erfolg bewiesen: "Barca" ist nicht die unschlagbare Übermannschaft, der THW steht diesem Team in nichts nach. Und wenn die Zebras am nächsten Samstag noch einmal solch eine konzentrierte und willensstarke Leistung zeigen, ist auch das Wunder in Barcelona denkbar!
Die besten Schützen vor dem Spiel: Links Urdangarin (5 Tore), rechts Perunicic (11) Überragender Spieler beim THW war Nenad Perunicic (Foto rechts), der mit elf Toren seine alte Treffsicherheit langsam aber sicher wiederfindet. Zweitbester Schütze für den Deutschen Meister war Nikolaj Jacobsen mit 7/2 Toren. Für die Gäste, die ebenfalls mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung beeindruckten, trafen Inaki Urdangarin (5, Foto links), Enric Masip (5/1) und Christian Schwarzer (4) am häufigsten.

Stimmen zum Spiel:

[Bild: Pressekonferenz]
Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Hallensprecher Körting, Dolmetscherin, FCB-Trainer Rivera,
Barcelonas Trainer Valero Rivera:
Barcelonas Trainer Valero Rivera
Gratulation an Kiel. Wir wußten vorher, daß es ein schweres Spiel werden würde. Die Stimmung ist bei diesem Publikum hier immer sehr gut.
Gut gefallen hat mir, daß sich mein Team, als es sieben Tore hinten lag, nicht gehen ließ, sondern reagierte. Mit sieben Toren wollten wir nicht verlieren, da mußten wir etwas tun. Ich denke, das Spiel in Spanien wir sehr schwer, das Finale ist völlig offen. Gegen solch einen THW, wird es schwer werden, in Barcelona mit vier Toren oder mehr zu gewinnen.

[Frage: Wann haben Sie im Europapokal das letze Mal zu Hause verloren?]
Wir haben vor vier Jahren zu Hause gegen Celje verloren, haben dann aber das Rückspiel auswärts in Celje mit fünf Toren gewonnen.

THW-Trainer Noka Serdarusic:
Heute haben fast die zwei weltbesten Mannschaften ein sehr gutes Spiel gezeigt. "Fast" nicht wegen Barcelona, das ist die weltbeste Mannschaft, sondern "fast" wegen uns. Es war nicht nur ein sehr gutes Spiel, sondern auch ein sehr, sehr faires, es gab keine Zeitstrafe für ein wirklich schlimmes Foul. Das ist nicht selbstverständlich. Ich habe in den letzten Jahren einige Finalspiele gesehen, was da teilweise abgegangen ist...
Ich habe heute nachmittag von meiner Mannschaft ein sehr gutes Spiel gesehen. Wir haben das Match 60 Minuten offen gehalten, nach 15 Minuten führten wir schon mit vier Toren. Was mich nicht so gefreut hat, war, daß Staffan Olsson und Magnus Wislander schon nach 15 Minuten völlig platt waren. Da hätte ich sie gerne, genauso wie Barcelona das macht, ausgewechselt, doch gegen wen? Nach 30 Minuten hatten wir das Spiel weiter offen gehalten und sind dann in der zweiten Halbzeit Barcas Tempo voll mitgegangen, haben uns nicht versteckt.
Nach 45 Minuten hätte ich bei dem Sieben-Tore-Vorsprung natürlich am liebsten abgepfiffen, aber das geht ja leider nicht. Gegen Barcelona muß man auf alles gefaßt sein, die können halt unheimlich schnell ein paar Tore aufholen, das haben sie dann ja auch getan.
Ich hoffe, daß Valero Rivera Recht hat, wenn er meint, daß es für Barcelona sehr schwer wird. Ich weiß, daß wir guten Handball spielen können, und hoffe, daß wir das am Samstag wiederholen werden.

Serdarusic im DSF-Interview [Serdarusic im DSF-Interview:]
Für's Rückspiel wünsche ich mir nur, daß meine Mannschaft wieder richtig guten Handball spielt, nicht, daß sie Barcelona an die Wand spielt. Wenn dann ein gutes Ergebnis rauskommt, würde ich mich richtig freuen.

THW-Kapitän Magnus Wislander:
Mit diesem Vorsprung haben wir uns alle Möglichkeiten aufrecht erhalten. Wir können jetzt alles schaffen und Barca vom europäischen Thron stürzen.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Wenn wir noch einmal so stark auftrumpfen, dann schaffen wir die Sensation.
Nenad Perunicic:
Unser Problem ist der kleine Kader. Wir sind ziemlich müde.

Weitere Stimmen zum Spiel:

THW-Kapitän Magnus Wislander:
Alle reden vom schönen Wetter. Ich nicht. Durch den Pollenflug hatte ich wieder asthmatische Beschwerden und habe sehr darunter gelitten. In Barcelona ist es hoffentlich besser. Realistisch betrachtet, wird es dort sehr schwer. Wir müssen Barca wieder unter Druck setzen.

Doch mit diesem Vorsprung haben wir uns alle Möglichkeiten aufrecht erhalten. Wir können jetzt alles schaffen und Barca vom europäischen Thron stürzen.

Staffan Olsson:
Klar hätten wir deutlicher gewinnen können. Aber wir sollten uns nicht zu sehr ärgern. Wir haben auch in Barcelona unsere Chance, wenn wir erneut konzentriert spielen. Es war ein sehr gutes und ein sehr faires Spiel. Es hat riesigen Spaß gemacht.
Steinar Ege:
Ich hätte heute besser halten können, aber die guten Paraden spare ich mir eben für Barcelona auf.
Stefan Lövgren:
Ich bin schon ein bißchen stolz, daß wir gegen eine solche Weltklassemannschaft so gut gespielt haben.
Xavier O'Callaghan (FC Barcelona):
Kiel hat sich als der erwartet schwere Gegner erwiesen. Wir können mit dem Ergebnis zufrieden sein. Aber es gibt noch viel zu tun, wenn wir den Cup verteidigen wollen.
Christian Schwarzer (FC Barcelona):
Wir hatten heute Superspaß. Um solche Spiele zu erleben und den Zuschauern nahe zu bringen, spielen wir Handball. Es wird noch eng. Kiel ist auch auswärts zu allem fähig. Die Ostseehalle ist zwar eine Hölle, aber im Palau erwartet den THW ein südländischer Hexenkessel.

Aber ich weiß, daß Kiel auch auswärts stark spielen kann. Es wird sehr, sehr schwer.

Tomas Svensson (FC Barcelona):
Die bessere Ausgangsposition? Die hat ganz klar der THW. Die führen mit drei Toren. Und die 8000 Zuschauer in Barcelona? Klar, die machen richtig Theater. Aber Tore werfen die auch nicht.

Steinar Ege im Sport3-Interview:

THW-Torhüter Steinar Ege:
[Frage: Hat man im Tor gespürt, wie wichtig dieses Spiel ist?]
Ja, da war eine Super-Stimmung in der Halle, und auch schon beim letzten Training hat man gemerkt, daß es ein besonderes Spiel ist.

[Frage: Was war ihre Taktik gegen Barcelona?]
Wir hatten uns vorgenommen, sicher im Angriff zu spielen, so daß Barcelona nicht zu schnellen Gegenstößen kommt, und in der Deckung wollten wir die ersten 15 Sekunden besonders konzentriert sein, das ist gegen Barca sehr wichtig.

[Frage: Drei Tore Vorsprung - fängt nun das Rechnen an?]
Nein, wir spielen auch in Barcelona, um zu gewinnen, das ist doch klar. Aber wir wissen, daß es sehr schwer ist. Barcelona hat im Europapokal in den letzten vier Jahren zuhause nicht verloren, aber wir müssen da mutig spielen!

[Frage: Bei sieben Toren sah es schon gut aus, woran lag es, daß Sie den Vorsprung nicht halten konnten?]
Barcelona spielt einen sehr schnellen Handball, da ist sieben Tore nicht so viel. Zudem spielen sie mit viel Mut: Wenn sie zweimal verworfen haben, gehen sie noch ein drittes mal drauf... Dann werden sie belohnt.

[Frage: Spielt der ausgeglichene Kader von Barcelona auch eine Rolle?]
Ja, sicher. Die haben zwölf gleichstarke Leute, spielen ein Rotationsprinzip. Bei uns dagegen spielen doch die Meisten 60 Minuten durch, da fehlen am Schluß doch einige Kräfte.

TV- und Radio-Tips:

Finale, Hinspiel: 22.04.00, Sa., 16.15: THW Kiel - FC Barcelona (ESP): 28:25 (15:14)

Logo THW Kiel:
Ege (1.-58.), Geerken (ein 7m und 58.-60.); Wislander (4), Jacobsen (7/2), Schwenke, Perunicic (11), Petersen, Lövgren (2), Schmidt (1), Scheffler (n.e.), Olsson (3); Trainer: Serdarusic
Logo FC Barcelona (ESP Flagge ESP):
Svensson (1.-42.), Barrufet (42.-60.); O'Callaghan (2), Xepkin (1), Magrina (n.e.), Masip (5/1), Urdangarin (5), Schwarzer (4), Lozano (3), Paredes (n.e.), Cavar (3/1), Guijosa (1), Ortega (1); Trainer Rivera
Schiedsrichter:
Pendic / Majstorovic (Belgrad, Jugoslawien)
Zeitstrafen:
THW: 3 (Wislander, Perunicic, Olsson);
Barcelona: 2 (Xepkin, Urdangarin)
Siebenmeter:
THW: 2/2 (Jacobsen verwandelt beide sicher);
Barcelona: 3/2 (Geerken pariert gegen Guijosa)
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, 7:3, 7:5, 8:5, 9:5, 9:8, 10:8, 10:9, 12:9, 12:10, 12:11, 13:11, 13:12, 14:12, 14:13, 15:13, 15:14;
2. Hz.: 16:14, 16:15, 18:15, 18:16, 21:16, 21:17, 24:17, 24:19, 25:19, 25:22, 26:22, 27:23, 26:22, 26:23, 27:23, 27:24, 28:24, 28:25
Zuschauer:
7250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(22.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

THW: Personelle Probleme - Letztes Update des Barcelona-Specials

Heute Nachmittag ist es endlich soweit, der THW trifft auf den FC Barcelona. Aus diesem Grund haben wir unser großes Barcelona-Special noch einmal aktualisiert.

Beim THW ist es weiter personell mehr als eng. Die erkrankten Nikolaj Jacobsen (Mandelentzündung) und Christian Scheffler (Magen-Darm) sind zwar wieder auf dem Damm, doch Martin Schmidt (Achillessehne) und Klaus-Dieter Petersen (Fingerbruch) dürften kaum im Vollbesitz ihrer Kräfte sein. Zudem hat sich Wolfgang Schwenke beim Mittwochs-Training eine schwere Stauchung im Daumen der Wurfhand zugezogen und nahm gestern nur unter starken Schmerzen am Wurftraining teil. "Unser Verletzungspech ist ärgerlich, aber wir wollen nicht klagen", meint THW-Coach Noka Serdarusic.
Freuen konnte sich unser Meistertrainer aber dagegen über den Respekt, den Barcelona gegenüber dem THW zeigt. Nie waren in der spanischen Metropole die Zweifel am Champions League-Sieg größer als vor dem Duell gegen den Deutschen Meister. "Diese Hochachtung hat sich mein Team in den letzten Jahren verdientermaßen erworben. Und darauf dürfen wir ein wenig stolz sein."


(21.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Großes Update des Barcelona-Specials

Nach einem großen Update des Barcelona-Specials sind ab sofort interessante Interviews mit Barca-Trainer Rivera, Barca-Kreisläufer Christian Schwarzer, THW-Coach Noka Serdarusic und weitere interessante oder erweiterte Infos (u.a. Karlchens Einwurf) verfügbar.


(20.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Willstätt-Spiel verlegt

Das Bundesliga-Spiel des THW beim TV Willstätt ist von Samstag, den 6. Mai, auf Sonntag, den 7. Mai, 15.00 Uhr, verlegt worden. Das ZDF plant im Endkampf um die Meisterschaft eine Berichterstattung.


(20.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Perunicic erneut in der Mannschaft der Woche

Logo Handball-Woche [Bild: Nenad Perunicic] Es war zu erwarten: Nach den starken Auftritten in den letzten Spielen wurde Nenad Perunicic von der Handball-Woche zum dritten Mal in die "Mannschaft der Woche" nominiert.


(19.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Pitti spielt trotz Fingerbruch

Auch Jacobsen, Scheffler und Schmidt angeschlagen

[Bild: Klaus-Dieter Petersen] Trotz eines Fingerbruchs wird "Pitti" Petersen (Foto) am Samstag gegen Barcelona spielen (siehe Vorbericht zum Spiel gegen Barcelona). Der 31 Jahre alte Nationalmannschafts-Kapitän hatte sich einen Haarriß des Ringfingers seiner Wurfhand am Sonntag beim 22:20-Sieg im Bundesligaspiel gegen TUSEM Essen zugezogen, die Fraktur wurde aber erst am Montag diagnostiziert.
Normalerweise müßte Petersen drei Wochen einen Gips-Verband tragen, aber "es ist ein einmaliges Spiel, wenn ich schon ein mal ein Champions League-Endspiel erreiche, und das auch noch in Barcelona, dann setze ich mich nicht auf die Tribüne. Ich spiele!", erklärte "Pitti". Die Schmerzen, die "auszuhalten sind", nimmt er in Kauf. In den nächsten Tagen ist er vom Training befreit, eine Manschette soll dann im Spiel helfen, den Bruch zu schützen und die Schmerzen zu mildern. "Ich werde das medizinisch Machbare tun, damit er so gut wie möglich schmerzfrei spielen kann", verspricht THW-Arzt Dr. Brandecker.
"Pitti ist nicht unvernünftig, er will der Mannschaft einfach helfen", meinte THW-Manager Uwe Schwenker.
Weitere Sorgenkinder im Kieler Kader sind Martin Schmidt, der mit einer Achillessehnen-Zerrung eine Woche mit dem Training aussetzen muß, Nikolaj Jacobsen, den eine eitrige Mandelentzündung plagt und Christian Scheffler, der mit einem Magen-Darm-Infekt flach liegt.
Dennoch, den Kopf in den Sand steckt Uwe Schwenker trotzdem nicht: "Wir haben schlimmere Situationen bewältigt. Unsere Fans müssen uns jetzt von der ersten bis zur letzten Sekunde unter die Arme greifen und die Mannschaft nach vorne peitschen."
Auch Noka Serdarusic ist natürlich wenig begeistert von den Verletzungsproblemen: "Ich hätte meine Mannschaft gerne in Ruhe vorbereitet, aber nun ist alles über den Haufen geworfen. Aber wir gehen trotzdem nicht als Staffage in die Endspiele. Es ist absolut möglich den Pokal zu holen."

Die Eintrittskarten für das Finale sind übrigens restlos ausverkauft, 20000 Tickets hätte der THW mühelos absetzen können.


(18./19.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Champions League-Finale: Das große Barcelona-Special

Großer Jubel herrschte am 25.3. zunächst nicht, zu knapp hatte der THW in Zagreb das Champions League-Finale erreicht (siehe Bericht). Doch einige Tage später war dann endlich die Freude bei allen da: Erstmals in seiner 77-jährigen Geschichte hat der THW Kiel die Endspiele um den europäischen Landesmeister-Pokal erreicht, davon träumten man an der Kieler Förde schon lange.
Am 22. April ist es nun endlich soweit. Um 16.15 wird das Hinspiel im Finale angepfiffen, Gegner ist die wohl beste Vereinsmannschaft der Welt, der FC Barcelona. Eine Woche später kommt es dann um 18.00 in der katalanischen Metropole zur Entscheidung.

Alles über den Gegner und das Finale erfahren Sie auf dieser Seite:

Inhalt:

Letzte Updates: Interview mit Wislander hinzugefügt, "Rund um das Finale" ergänzt, "Barca ist eingetroffen" hinzugefügt, TV- und Radio-Tips ergänzt, Meinung von THW-Neuzugang Jonas Ernelind hinzugefügt.

Dieses Special wird ständig aktualisiert, weitere Fotos und Infos folgen schon bald. Schauen sie deshalb bis zum ersten Spiel immer mal wieder rein!

Weitere Informationen bietet die Kieler Nachrichten mit einer tollen 16-seitigen Sonderbeilage zum Champions League-Finale.

 

Der FC Barcelona - ein Verein mit einer unglaublichen Tradition

Logo FC Barcelona Der FC Barcelona, ein Verein mit einer unglaublichen Tradition. Am 29. November 1899 dachten die Gründerväter wohl kaum daran, was aus ihrem Fußball-Club Barcelona, der heute mehr als 100000 Mitglieder zählt, einmal werden sollte. Doch nicht nur die Balltreter, sondern auch die Handballsparte trug zum großem Ruhm der Katalanen bei.
Obwohl schon Mitte der 30er Jahre Freundschaftsspiele stattfanden, dauerte es bis zum 29. November 1942, bis eine Handballabteilung gegründet wurde. In der ersten Saison 1942/43 konnte man gleich die spanischen und katalanischen Feld-Handball-Meisterschaften gewinnen. Diesen Erfolg wiederholte FC Barcelona zwischen 1945 und 1951 fünfmal.
Doch zu Beginn der 50er Jahre verlor der Feldhandball langsam an Bedeutung. In der Halle dagegen waren die Katalanen zunächst nicht so erfolgreich, denn zwei andere Teams - Granollers und Atletico de Madrid - machten die Hallenhandball-Titel zumeist unter sich aus. Nur zwischen 1969 und 1973 konnte Barcelona in diese Phalanx einbrechen.
Doch in den 80er Jahren begann dann der Triumphzug des FC Barcelona im Hallenhandball, 1980 und 1982 wurde man Meister. Das war nur ein kleiner Vorgeschmack auf das, was 1984 mit der Verpflichtung von Valero Rivera als Trainer beginnen sollte. Mit Rivera an der Spitze betrat die Handballsparte des FCB den glorreichsten Teil ihrer Geschichte. Riveras Team wurde fast unschlagbar, sowohl in Europa als auch in den nationalen Wettbewerben. Mehr als 50 Titel unter seiner Führung zeugen von der Dominanz der Katalanen.
Hier ein Teil der Titelsammlung der vielleicht besten Handball-Mannschaft der Welt: Das ist der Champions League-Pokal

 

Das Weltklasse-Team von Valero Rivera

Das Erfolgsrezept von Trainer Valero Rivera, seit 1984 beim FC Barcelona und der wohl erfolgreichste Vereinstrainer der Welt, scheint ein qualitativ und quantitativ extrem stark besetzter Kader zu sein. "Barca" stellt fast die halbe spanische Nationalmannschaft, dazu kommen noch die Ausländer Svensson und Schwarzer.
Die Torhüter
Tomas Svensson Tomas Svensson Seit 1995 hütet der 31-jährige schwedische Top-Torhüter Tomas Svensson (Foto links) das Gehäuse der Katalanen, er hat 169 Länderspiele für sein Heimatland auf dem Konto, war bei der EM in Kroatien der beste Torhüter mit einer Quote von mehr als 42 Prozent. Leicht größere Spielanteile beim FC als der Schwede hat in dieser Saison bisher allerdings sein Kollege, der 29jährige spanische Nationaltorwart Nummer 1, David Barrufet (94 Länderspiele, Foto rechts). Der Spanier landete in der EM-Wertung mit mehr als 40 Prozent gehaltenen Bällen nur knapp auf Platz zwei. Beide Torhüter haben einen unterschiedlichen Stil, ergänzen sich menschlich aber sehr gut. Komplettiert wird die Torhüter-Riege durch den Nachwuchsmann Jose Manuel Sierra.
Der Rückraum
Enric Masip Demetrio Lozano Auch der Rückraum ist stark besetzt: Enric Masip (155 Länderspiele, Foto links) im linken Rückraum ist Seele des Spiels und Torgarant zugleich. Bei der EM traf der 29-jährige Spanier 22mal, liegt bei Barcelona mit 107 Toren in 26 Spielen momentan auf Platz zwei der internen Liga-Torschützenliste. Hervorstechendstes Merkmal bei Masip ist seine Siegermentalität, er spielt stets mit höchster Intensität und Konzentration, ist kräftig und trotzdem sehr schnell, beherrscht zudem einen super Schlagwurf. Masip besetzt auch gerne die Spielmacher-Position.
Demetrio Lozano (82 Länderspiele, Foto rechts), ein hervorragendes Talent, ist zweiter Mann im linken Rückraum. Der erst 24 Jahre alte Iberer hat in dieser Saison schon 77mal getroffen, bei der EM machte er immerhin 20 Tore. Zudem war er in der Champions League-Gruppenspielen Top-Scorer für "Barca" mit 25 Treffern. Dritter Mann auf der linken Rückraum-Position ist Raul Campos (21 Jahre), der vor der Saison aus Valladolid kam. Er kann immerhin mit 28 Treffern aufwarten.
Xavier O'Callaghan In der Mitte wechseln sich zumeist Masip, Cavar (siehe Die Außen) und O'Callaghan (Foto links) ab. Der 27-jährige Xavier O'Callaghan (14 Länderspiele ist laut Fort Mauri (spanischer Nationaltorhüter beim TBV Lemgo) ein Paradebeispiel an Disziplin. Er ist der verlängerte Arm von Trainer Valero Rivera auf dem Feld. Seine Torgefährlichkeit stellte er mit bisher 89 Toren in der spanischen Liga unter Beweis.
Urdangarin bei der EM Auf der halbrechten Position ist der 1,99m große Inaki Urdangarin - Kapitän der spanischen Nationalmannschaft - wichtigster Spieler (Foto, rechts). Der 31-jährige Schwiegersohn von König Juan Carlos hat 150 Länderspiele auf seinem Konto, traf in der Saison bisher 63mal in Liga-Spielen für seinen Verein. Der "Herzog von Palma", mit einem harten Wurf ausgestattet, versteht sich zudem blind mit Andrei Xepkin am Kreis. Diese Verbindung ist nur schwer zu unterbinden.
Mateo Garralda Bis zur letzten Saison zweiter Mann auf dieser Position war Mateo Garralda (Foto links). Der Linkshänder war mit diesem Status nicht zufrieden suchte einen neuen Verein. Auch der THW war an Garralda interessiert (wir berichteten), doch der Spanier hätte das Gehaltsgefüge des THW gesprengt. So wechselte er zu Barcelonas Ligakonkurrenten Valladolid.
Komplettiert wird der Rückraum von den 19-jährigen Youngstern Jordi Ferrer und Marti Broquetas, die bisher jedoch fast nicht zum Einsatz kamen.
Die Außen
Rafael Guijosa Auch die Außenpositionen sind mit Weltklassespielern besetzt: Auf Linksaußen wirbelt der Top-Spieler Rafael Guijosa (85 Länderspiele, Foto rechts). Er traf in der Liga bisher 117mal, ist damit der Top-Schütze der Katalanen. Der 30jährige, dessen Spezialität unter anderem auch die Gegenstöße sind, war auch bei der EM mehr als erfolgreich: 32 Tore in sieben Spielen reichten zu Platz sieben der Scorerliste. Auch der zweite linke Flügelspieler hat Weltklasse-Format: Patrik Cavar, kroatischer Nationalspieler mit 116 internationalen Einsätzen, wechselte 1997 von Badel Zagreb zum FC Barcelona. Vor seinem Transfer konnte der THW in den damaligen Halbfinalspielen schon erfahren, wie stark der 28-Jährige ist: Damals traf er in zwei Spielen zwölfmal. In der Liga hat er - nachdem er seine schwere Verletzung überwunden hat - bisher 62 Tore für Barcelona erzielt. Cavar ist ein extrem vielseitiger Spieler. Neben der Linksaußen-Position ist er auch im linken Rückraum oder in der Mitte sehr stark. Zudem spielt er eine hervorragende zweite Welle. Dritter Spieler auf Linksaußen ist der 21 Jahre alte Roger Magrina, der kaum Spielanteile aufweisen kann.
Antonio Carlos Ortega Auf Rechtsaußen ist Antonio Carlos Ortega (Foto rechts) die Nummer eins. Der 56fache Nationalspieler traf bei der EM immerhin 15mal, kann auch im rechten Rückraum spielen. In der Liga erzielte der 28 Jahre alte Linkshänder bisher 84 Tore. Zweiter Mann hinter Ortega ist Alex Paredes (23 Jahre). Er kann immerhin schon 25 Treffer in dieser Saison vorweisen.
Die Kreisläufer
Andrei Xepkin Auch am Kreis gibt man sich beim FC Barcelona keine personelle Blöße. Mit Andrei Xepkin (Foto rechts) und Christian Schwarzer (siehe Extra-Bericht) kann man zwei Weltklassespieler vorweisen. Xepkin, aus Zaporoje (UKR) stammend, wechselte in den 90er Jahren die Staatsbürgerschaft, nachdem er 151 Länderspiele für die Ukraine bestritten hatte. Auch in der spanischen Nationalmannschaft ist der 2,05 große Brecher Stammspieler, hat schon 47 Länderspiele für Spanien auf seinem Konto und traf bei der EM 23mal. Aber auch für seinen Heimatverein ist er mehr als erfolgreich, traf in dieser Saison in der Liga schon 69mal und hat eine super Quote von 79 Prozent. Doch Xepkin könnte Probleme bekommen, denn eine großgewachsene 6:0-Deckung wie des THW ist er nach Meinung des spanischen Nationaltorhüter Fort Mauri (TBV Lemgo) nicht gewohnt.
Wie stark sein Partner am Kreis, Christian Schwarzer (siehe Extra-Bericht), ist, wissen wir Kieler aus den Zeiten, als der deutsche Nationalspieler (160 Länderspiele) noch für TV Niederwürzbach auflief. Als der TVN letzte Saison finanziell kollabierte, wechselte "Blacky" zum FCB. Ein Schritt, der er weder aus privaten noch sportlichen Gründen bereut hat. Er traf, seitdem er im Februar von seinem Bänderriß genesen ist, bisher 40mal in der Liga.
Alternativen am Kreis sind die Youngster Francisco Bustos (24) und Josep Espar (23). Bustos erzielte bisher immerhin schon 31 Tore, Espar traf 15mal.
Die Abwehr
Das Zusammenspiel von Torhüter und Abwehr ist ein wichtiger Faktor bei Barcelona, das genauso wie der THW schnell gefährliche Gegenstöße aufziehen kann. Barca bevorzugt eine 5:1-Deckung, bei der O'Callaghan, Ortega, Masip oder Espar vorgezogen spielen können.
Der Trainerstab
Barcas Trainer Valero Rivera Geleitet wird das Star-Ensemble von Valero Rivera (Foto), der 1984 zum FC Barcelona kam. Unter seiner 16jährigen Führung wuchs aus der katalanischen Equipe die wohl weltbeste Handballmannschaft. Er selbst sammelte mit seinem Team mehr als 50 Titel. Kein Wunder, daß er als einer der weltbesten Trainer gilt. Ihm zur Seite steht sein Assistent Antonio Rubiella, der auch schon 14 Spielzeiten bei den Katalanen arbeitet.

Lesen Sie hier mehr über Rivera und seine Meinung zu den Endspielen.

Die personellen Probleme
Sowohl Masip (Probleme im rechten Bein) als auch O'Callaghan (Finger) sind angeschlagen. Rivera: "Masip hat mir jedoch versichert, daß er in Kiel spielen wird."

 

Barcelona - auch in dieser Saison voll im Soll

Auch in dieser Saison liegt der FC Barcelona in allen Wettbewerben wieder einmal voll im Soll. Die ersten drei Titel konnten schon eingefahren werden: Am 12. Oktober holte man mit einem 27:23-Sieg über San Antonio den ersten Pott, den Supercup (siehe Liga-Seite: Supercup).
Der nächste Erfolg ließ nicht lange auf sich warten: Am 13. Februar war erneut San Antonio das Opfer. Diesmal holte der FC Barcelona mit einem 24:21 den ASOBAL-Liga-Pokal (Liga-Seite: ASOBAL-Pokal).
Und am 9. April folgte dann der zunächst letzte Streich. Diesmal mußte sich BM Valladolid geschlagen geben. Mit einem 34:28-Finalsieg gewann man den "Copa del Rey", den Königspokal (siehe Liga-Seite: Copa del Rey).

Auch in der Liga läuft alles nach Plan: Nach 26 Spieltagen liegt man souverän mit 46:6 Punkten auf Platz eins (siehe Liga-Seite: Tabelle), hat ohne Probleme die beste Startposition für die Play-Offs erreicht, die am 4. Mai beginnen.
Hier die vier Spiele von Barca, in denen man Punkte abgab:

30.09.Irun - Barca22:22
05.02.Zaragoza - Barca25:23
16.02.San Antonio - Barca26:22
01.04.Leon - Barca29:29

Alle anderen 22 Spielen gewann man souverän, insbesondere die 13 Heimspiele in der Liga. Die Dominanz der Katalanen ist offensichtlich, größte Verfolger vor der Play-Off-Runde waren Leon (42:10) und San Antonio (37:15).

So wäre dann mit einem Triumph in der Meisterschaft und der Champions League das "Königs-Quintupel" machbar. Aber noch wartet ja der THW...

 

Das war Barcas Weg ins Champions League-Finale

Auch im diesjährigen Champions League-Wettbewerb gab sich "Barca" fast keine Blöße. Mit gewohnter Souveränität erreichte das Team von Valero Rivera die Endspiele der Champions League.
Hier Barcas Weg ins Finale:

Quali, Hinspiel HC Port Burgas (BUL) - FC Barcelona (ESP) 13:40
Quali, Rückspiel FC Barcelona (ESP) - HC Port Burgas (BUL) 48:14

Gruppe D, 1. Spieltag Kaustik Wolgograd (RUS) - FC Barcelona (ESP) 24:30 (11:8)
Gruppe D, 2. Spieltag FC Barcelona (ESP) - Partizan Belgrad (YUG) 32:19 (17:9)
Gruppe D, 3. Spieltag Fotex KC Veszprem (HUN) - FC Barcelona (ESP) 23:31 (13:16)
Gruppe D, 4. Spieltag Partizan Belgrad (YUG) - FC Barcelona (ESP) 22:34 (12:17)
Gruppe D, 5. Spieltag FC Barcelona (ESP) - Kaustik Wolgograd (RUS) 31:20 (18:10)
Gruppe D, 6. Spieltag FC Barcelona (ESP) - Fotex KC Veszprem (HUN) 25:21 (13:13)
Tabellenstand nach den Gruppenspielen:
1.FC Barcelona (ESP)12:0183:129

Und so schlug sich Barca dann im weiteren Verlauf:

Viertelfinale, Hinspiel ZTR Zaporoshye (UKR) - FC Barcelona (ESP) 17:23
Viertelfinale, Rückspiel FC Barcelona (ESP) - ZTR Zaporoshye (UKR) 26:21
Halbfinale, Hinspiel FC Barcelona (ESP) - Celje Pivovarna Lasko (SLO) 39:25
Halbfinale, Rückspiel Celje Pivovarna Lasko (SLO) - FC Barcelona (ESP) 27:20

Das letzte CL-Spiel von Barca sollte dem THW Hoffnung geben. Auch die Katalanen sind nicht unschlagbar. Celje hat es vorgemacht, vielleicht kann der THW es ihnen am 22. April in der Kieler Ostseehalle nachmachen.

 

Meinungen vor den Endspielen

Rivera: Das schwierigste Spiel für uns
Barcas Trainer Valero Rivera Barcelonas Meistertrainer Valero Rivera ist sich über die Wichtigkeit der beiden Spiele im Klaren. Nicht nur der THW konzentriert sich voll und ganz auf diese beiden Samstage, auch für Barcelona gibt es nichts wichtigeres. Deshalb schonte Rivera im letzten Liga-Spiel gegen Granollers (31:25-Sieg) auch seine Stars wie Xepkin, Urdangarin und Lozano weitgehend. Vergessen seien die früherem Finalbegegenungen gegen Zagreb, meint der Barca-Coach. "Das Spiel gegen den THW wird das schwierigste, das wir jemals gespielt haben. Die Reise nach Kiel wird keine Spazierfahrt, sondern ist die weitaus wichtigste Partie für uns in der Saison.

Lesen Sie auch das ausführliche Interview mit Rivera.

Uwe Schwenker nach der Auslosung
[Frage: Der THW Kiel muß zuerst zuhause gegen den FC Barcelona antreten - ein Nachteil?]
Wir nehmen es so, wie es kommt. Natürlich hätten wir aus sportlichen Gründen lieber zuerst auswärts in Barcelona gespielt. Aber wir werden auch mit dieser Situation leben können.

Der FC Barcelona ist aus mehreren Gründen der absolute Favorit. Zum einen ist Barcelona die Mannschaft der letzten drei Jahre weltweit. Die Erfolge im Europapokal der Landesmeister der vergangenen Jahre sprechen für sich. Zum anderen hat Barcelona im Laufe einer Saison keinen so hohen Substanzverlust wie ein Deutscher Meister zu verzeichnen. Die spanische Liga ist im Gegensatz zur Bundesliga in der Breite nicht so ausgeglichen, in der man Spieltag für Spieltag sein ganzes Potential abrufen muß. Aber dennoch, auch gegen den FC Barcelona sind wir nicht ganz chancenlos. Wir werden unsere Möglichkeiten bekommen.

[Frage: Hat sich mit der Finalteilnahme nun das Saisonziel des THW Kiel erfüllt?]
Wir haben immer gesagt, wir wollen ins Finale des Europapokal. Was nun international noch kommt, wäre das "Sahnehäubchen". Unser Traum, im Finale der Champions League einmal gegen den FC Barcelona zu spielen, hat sich erfüllt.

Das ganze Interview lesen Sie hier
Christian Schwarzer
Christian Schwarzer "In der Ostseehalle sind schon viele große Mannschaften untergegangen. Und die Jungs von THW wissen, wie man ein Finale gewinnt. Letztlich wird die Tagesform entscheiden", sagt Christian Schwarzer (Foto rechts). Ein kleinen Vorteil sieht er jedoch bei "Barca", denn "es könnte sein, daß wir ausgeruhter sind, weil die spanische Liga nicht so anstrengend ist wie die Bundesliga. Höchstens 40 Minuten muß jeder spielen, weil wir alle Leistungsträger sind. Zudem hat Kiel den Druck, endlich auch mal die Champions League zu gewinnen."
In der Ostseehalle erwartet ihn familiäre Unterstützung: "Meine Familie, die in Hamburg wohnt, kommt auf jeden Fall. Außerdem haben sich Freunde aus Niederwürzbach angesagt." Lesen Sie auch das Extra über Christian Schwarzer mit ausführlichem Interview.
THW-Kapitän Magnus Wislander
Wir müssen die letzten Energien freisetzen, um dieses Duell für uns zu entscheiden.
Jonas Ernelind, THW-Neuzugang zu nächsten Saison
Ich habe Barcelona bisher nicht so oft gesehen, weiß aber, daß sie routinierte Top-Spieler auf allen Positionen besitzen - genau wie der THW. Vielleicht hat Barcelona mehr Erfahrung in einem Champions League-Finale, aber falls der THW ein tolles Spiel in der Ostseehalle mit einigen Toren Vorsprung hinlegen kann, denke ich, daß die Chancen in Spanien sehr gut sind.
Ich werde mir bei meinen Eltern das Spiel über Satellit im DSF ansehen.
Fort Mauri - spanischer Nationaltorhüter, TBV Lemgo
Der THW kann besser mit Druck umgehen
Physisch halte ich Barcelona für etwas stärker als Kiel. Auch bei Auswechselungen bleibt ihr Niveau immer gleich hoch. Wenn schnelles Tempo gespielt wird, steigen Barcelonas Chancen. Die legen 60 Minuten ein unheimliches Tempo vor. Beim Gegenteil wäre Kiel im Vorteil. Die drei Schweden plus Perunicic können ganz langsam und clever aufbauen. Sie können ein Spiel klar lesen und interpretieren. Je langsamer das Tempo, desto größer die Chancen für Kiel. Außerdem verfügt Kiel über die größere Wurfkraft. Es gibt eben nur einen Perunicic - und der spielt in Kiel. Doch die Barca-Spieler kennen ihn gut.
Es wird ein sehr, sehr interessantes Finale. Ein echtes Traumendspiel mit zwei ganz unterschiedlichen Mannschaften. Auf der einen Seite Barcelonas Konzentration, Kraft, Disziplin und Taktik, die wie eine Maschine funktioniert. THW Kiel dagegen verfügt über eine viel größere Kreativität, improvisiert viel besser und ist unberechenbar. Barcelona spielt am liebsten mit einem Vorsprung. Dann sind sie ganz locker. Doch wenn das Spiel eng bleibt, steigen Kiels Chancen, weil der THW besser mit Druck umgehen kann. Kiel ist eine der ganz wenigen Mannschaften, die Barca schlagen kann.
Petre Ivanescu
Der FC Barcelona ist durchaus verwundbar, beim Pokalfinale gegen Valladolid hat das Deckungssystem nicht durchgängig funktioniert. Der FC Barcelona hat ganz eindeutig Abstimmungsprobleme, es mangelt an Koordination, so daß Freiräume am Kreis und links außen entstehen. Der THW ist allerdings gut beraten, seine Angriffe sorgfältig vorzubereiten. Fehler wird Barca nämlich mit schnellen Kontern gnadenlos bestrafen. Die Gewinnchancen beider Mannschaften sind 50:50.
Horst Bredemeier
Horst Bredemeier, ehemaliger Bundestrainer und Coach beim HSV Düsseldorf, ist heute sportlicher Leiter bei GWD Minden. Der anerkannte Handballexperte arbeitet zudem als Co-Moderator beim DSF.
Das meint "Hotti" zum EHF-Pokal-Finale:
Realistisch betrachtet liegt die Favoritenrolle eindeutig beim FC Barcelona, nicht zuletzt weil der Verein einfach über die stärkere Bank verfügt. Allerdings ist der THW Kiel in der Lage, sich auf den Punkt sehr stark zu präsentieren. Es ist das große Ziel der Spieler, einmal die Champions League zu gewinnen. Mit einer großen Kraftanstrengung auf diesen einen Punkt hin, halte ich es einmalig durchaus für möglich. Mit den Zuschauern im Rücken und der bekannten Stimmung in der Halle wird es sicher spannend.
Talant Dujshebajev
Talant Dujshebajev Der gebürtige Kirgise mit spanischem Paß war Welthandballer 1994 und 1996 und ist Spielmacher der spanischen Nationalmannschaft. Dujshebajev (Foto rechts), heute bei GWD Minden, spielte lange Zeit auf der iberischen Halbinsel, kennt sich mit dem spanischen Profihandball also sehr gut aus:
Meiner Meinung nach ist die Bundesliga zur Zeit viel stärker als die spanische Liga, weil sie einfach von der öonomischen Seite her viel stärker ist. In der Bundesliga spielen momentan fast alle der stärksten Spieler der Welt. Der deutsche Handball ist viel aggressiver, die typische Zweikampfstärke ist viel ausgeprägter und die deutsche Abwehrarbeit ist viel besser.
Der THW Kiel hat natürlich ein wenig Pech mit der Auslosung gehabt. Dennoch haben sie sehr gute Chancen nach langer Zeit die Champions League endlich einmal zu gewinnen. Wenn die Kieler so auftreten wie sie zuletzt spielten und kämpften, dann werden sie ihre Möglichkeit bekommen.
Der FC Barcelona hat natürlich eine sehr, sehr starke Mannschaft, aber ich glaube, sie sind nicht mehr so stark wie noch im letzten Jahr. Garalda fehlt nach seinem Wechsel zu Pamplona. Cavar war sehr schwer verletzt, man muß abwarten, wie stark er schon wieder ist. Der FC Barcelona geht aufgrund seines großen Kaders und der geringeren Ligabelastung viel frischer in das Finale als der THW. Das Rotationsprinzip ermöglicht dem FC Barcelona natürlich, über die gesamten 60 Minuten ein konstant hohes Tempo zu gehen - das ist ihr großer Vorteil.
Ich spiele in der deutschen Liga und auch im nächsten Jahr weiterhin in Minden. Auch wenn ich Spanier bin - für mich ist es besser, wenn der THW gewinnt, weil wir im nächsten Jahr mit GWD im internationalen wettbewerb spielen wollen. Gewinnt der THW, gibt es für die Bundesliga einen Europapokal-Platz mehr. Und das ist natürlich auch in meinem Interesse. Ich wünsche dem THW Kiel daher alles Gute und viel Glück.
Erhard Wunderlich
Erhardt Wunderlich spielte selbst in den Saisons 1983/84 und 1984/85 beim FC Barcelona, war am Gewinn des ersten europäischen Pokalsiegs im Europapokal der Pokalsieger des FC Barcelona beteiligt, wurde 2. in der spanischen Liga und gewann den Copa del Rey. Ab dem Zeitpunkt ging es mit dem FC Barcelona im internationalen Handball bergauf.
Der momentane Leistungsstand des FC Barcelona gehört für mich im Gefüge des Welthandballs in die Kategorie "oberste Sahne". In der kompletten Besetzung ist der Verein eigentlich nur mit der Bank des FC Bayern München vergleichbar. Barcelona hat 21 oder 22 Spieler im Kader, von denen die ersten zwölf in der Nationalmannschaft oberstes Niveau erreichen. Aufgrund dessen, was ich gesehen und gelesen habe, spiegelt sich das wieder.
Die Mannschaft hat sich in den letzten drei Jahren auf den Schlüsselpositionen so gut wie gar nicht verändert. Der THW Kiel muß mindestens eine ähnlich starke Leistung bringen wie gegen Badel Zagreb, um in Barcelona in der Höhle des Löwen bestehen zu können.
Aber auch die Spanier kochen nur mit Wasser. Was der THW Kiel im Stande ist zu leisten, haben wir in den vergangenen Wochen und Monaten wieder erlebt. Die letzten Ergebnisse sprechen für den THW. Aber gegen den FC Barcelona müssen die Kieler einen ihrer bislang schwersten Gänge, wenn nicht den schwersten Gang gehen.
Der THW Kiel ist natürlich in der Situation, daß er vorlegen muß. Allerdings kommt es dabei meines Erachtens nicht unbedingt auf eine hohe Torzahl an. Das, was der THW Kiel vorlegt, muß er mit mindestens genauso viel Selbstvertrauen und Rückgrat wie in den letzten Spielen verteidigen. Der THW muß über die gesamten 120 Minuten Spielzeit auf einem Niveau mit dem Prädikat "Weltklase" spielen. Wenn es den Kielern gelingt, zwei Stunden lang das zu zelebrieren, was sie in den letzten Monaten gebracht haben, dann haben sie eine Chance, diesen Pott zu holen. Aber es wird verdammt schwer.
Weitere Stimmen
Annegret Bommelmann (Bürgermeisterin der Stadt Kiel):
Ich hoffe auf ein gutes und spannendes Spiel. Ich setze darauf, dass der THW Kiel gewinnt. Ich habe für den Gewinn der Champions League eine doppelstöckige Torte ausgesetzt wobei die Spieler schon mit mir in Verhandlung getreten sind: für jeden Titel eine Etage. Ich hoffe, daß ich backen muß.
Jochen Lahrtz (Geschäftsführung famila):
Ich hoffe, daß der THW rechtzeitig zur alten Form zurückfindet und der Druck, der auf den Spielern lastet, weicht. Ich tippe auf einen Heimsieg und wünsche mir, daß die Jungs das Ding mit 24:20 nach Hause schaukeln.
Jochen Carlsen (Geschäftsführung Fa. Johann Carlsen und THW-Gesellschafter):
Ich bin begeistert, daß der THW Kiel den Sprung in das Endspiel geschafft hat. Ich hoffe auf zwei schöne und sportlich faire Spiele. Es wird sicher sehr spannend werden, denn die Chancen stehen pari-pari. Ein wenig Glück ist am Ende immer mit dabei. Ich freue mich, daß ich auch im Rückspiel in Barcelona dabei sein darf.
"Magier" Vlado Stenzel (Ex-Bundestrainer und Trainer der Weltmeistermannschaft von 1978):
Ich wünsche mir, daß, wie es schon länger in der Luft liegt, endlich mal wieder eine deutsche Mannschaft die Champions League gewinnt. Das gilt natürlich besonders für den THW Kiel, der über die letzten Jahre hinweg die absolute Spitze in Deutschland gewesen ist. Die Chance ist da - ich hoffe, es gelingt. Und wenn nicht, ein Finale ist auch schon was.
Richard Netzel (Geschäftsführer Frank Druck, Preetz):
Barcelona ist seit vielen Jahren die Nr. 1 in Europa. Der THW Kiel ist seit vielen Jahren die Nr. 1 in der stärksten Liga der Welt, der Handball-Bundesliga. Ich glaube, der THW muß sich vor Barcelona nicht verstecken. Die erste Sieben ist absolut gleichwertig. Vorteile für Barcelona sind sicher die stärkeren Ergänzungsspieler auf der Bank und natürlich, daß sie das entscheidene Rückspiel in Spanien austragen können.
Rolf Körting (Geschäftsführung plaza SB-Warenhäuser und Hallensprecher des THW):
Der THW hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass er unter größtem Druck große Spiele liefern kann. Ich glaube, es werden zwei sehr enge Spiele, und vielleicht schafft der THW es ja tatsächlich und fährt den größten Erfolg in seiner Vereinsgeschichte ein. Ich tippe heute auf ein 27:24-Sieg für unsere Zebras.
Reimer Plöhn (Sportredakteur Kieler Nachrichten):
Ich wünsche dem THW, daß er sich nach den letzten schweren Wochen wieder auf seine Stärken besinnt. Von der Besetzung und von der stabilen Psyche her sind sie in der Lage, gegen den FC Barcelona zu bestehen. Wichtig ist, daß der THW mit einem Sieg nach Spanien fährt. Dort werden dann die besseren Nerven und das Glück über das bessere Ende entscheiden. Ich halte beide Mannschaften für annähernd gleich stark.
Norbert Wechselbaum (S+W Elektrobau, Zebra 2000):
Ich erwarte 4 Tore auf Sieg. Ein 25:21 wäre schön, um in Barcelona zumindest eine reelle Chance zu haben.
 

Interview mit Noka Serdarusic

Es ist absolut möglich, den Pokal zu holen
Kieler Nachrichten:
Herr Serdarusic, Sie stehen nach vier vergeblichen Anläufen im Finale der Champions League. Was empfinden Sie?
Serdarusic:
Erst einmal ist schon das Erreichen ein großes und schönes Ziel, das wir erreicht haben. Darauf können wir zu Recht stolz sein. Barcelona war unser Traum. Jetzt haben wir die Chance, noch mehr zu erreichen. Darauf freuen sich alle.
Kieler Nachrichten:
Hätte der THW nicht schon früher in diesem Finale stehen können?
Serdarusic:
Vom Leistungsvermögen her ganz sicher. Aber: Wenn bei Barcelona einmal ein Masip ausfällt, dann ist beispielsweise mit Cavar gleichwertiger Ersatz vorhanden. Wenn bei uns - wie gegen Pamplona geschehen - Perunicic und Jacobsen ausfallen, sinken die Chancen gewaltig.
Kieler Nachrichten:
Wie hoch schätzen Sie die Siegchancen ihrer Zebras ein?
Serdarusic:
Den ersten Teil haben wir erreicht, jetzt gilt es, den nächsten Schritt zu machen. Jeder Sportler will gewinnen. Wir gehen natürlich auch nicht als reine Staffage in die beiden Finalspiele. Übrigens fehlt vielen Leuten der Sinn für die Realität. Sie trauen uns nur wenig zu. Dabei sage ich: Wir besitzen eine reelle Chance. Aber Fakt ist: Barcelona hat in den letzten vier Jahren die beste Vereinsmannschaft der Welt auf die Beine gestellt. Doch der THW hat ebenfalls ein überragendes Team beisammen. Mit sehr guten Spielern. Zwar befinden sich nicht mehr alle im taufrischen Alter von 25 Jahren, aber das dürfte sich in zwei Spielen nicht auswirken. Ich sage: Es ist absolut möglich, den Pokal zu holen.
Kieler Nachrichten:
Bei einem direkten Vergleich beider Besetzungen, welches Team ist im Vorteil?
Serdarusic:
Klar, Namen wie Masip, Urdangarin, Svensson, Cavar etc. klingen wie Musik in den Ohren. Aber wir können mehr als nur mithalten. Namen wie Wislander, Olsson, Jacobsen, Petersen, Perunicic usw. zergehen jedem auf der Zunge.
Kieler Nachrichten:
Was macht Barcelona aus Ihrer Sicht so stark?
Serdarusic:
Ich habe die spanische Nationalmannschaft zuletzt bei der EM in Zagreb beobachten können. Diese Mannschaft ist nahezu identisch mit dem FCB. Die Spanier haben schwer imponiert und sind nur mit viel Pech an einer Goldmedaille vorbei geschrammt. Ein unerschütterliches Selbstbewusstsein zeichnet diese Mannschaft aus. Außerdem genießt Barcelona den Vorteil, auf Grund personeller Quantität und den Spielplanansetzungen in Spanien stets ausgeruht zu sein. Daher kann das Team extrem hohes Tempo über die gesamte Spielzeit gehen.
Kieler Nachrichten:
Welche Mittel gibt es, dieses zu unterbinden?
Serdarusic:
In der Theorie hört es sich ganz einfach an. Wir müssen unser Angriffspiel fehlerfrei durch bringen, um den Spaniern keine Chance auf Tempogegenstöße und die zweite Welle zu geben.
Kieler Nachrichten:
Im Prinzip sind das auch die THW-Waffen...
Serdarusic:
Richtig, die Systeme ähneln sich sehr. Entscheidend wird sein, welche Mannschaft ihr eigenes Spiel durch bringt.

Es ist das wichtigste Spiel meiner Karriere.

 

Interview mit Barcas Trainer Valero Rivera

Talent, Fleiß, Besessenheit. Barcelonas Trainer Valero Rivera (47) füllt alle drei Attribute mit prallem Leben. Letzteres wohl am ausgeprägtesten. Denn um 54 nationale und internationale Titel zu gewinnen - und das allein mit einer Mannschaft - da muß etwas Besonderes dahinter stecken. Der im Sternzeichen Wassermann geborene Trainer ist buchstäblich mit allen Wassern gewaschen. 1966 trat er dem Nobel-Klub als Spieler und Jugendtrainer bei, 1984 übernahm Rivera den Sessel des Cheftrainers der Ersten Mannschaft. Seitdem dreht sich das Erfolgsrad des FC Barcelona, Abteilung Handball, mit atemberaubender Geschwindigkeit. Ein kleiner Auszug seiner Erfolge: Zehn Mal Spanischer Meister, fünf Siege in der Champions League, dazu jede Menge Pokal-Erfolge. Der letzte Sieg liegt gerade zwei Wochen zurück. Fast zeitgleich mit dem THW triumphierte der weltweit erfolgreichste Trainer seiner Zunft im spanischen Pokal gegen Valladolid (34:28). In der Meisterschaft hat der FC ebenfalls die Nase vorn.

Die Kieler Nachrichten sprachen mit Valero Rivera.
Kieler Nachrichten:
Obwohl der THW Kiel zum ersten Mal in seiner Vereinsgeschichte im Champions-League-Finale steht, gilt er bei Fachleuten hinter Barcelona als stärkste Mannschaft in Europa. Teilen Sie diese Meinung?
Rivera:
Ja, auf jeden Fall. Kiel ist eine außergewöhnlich starke Mannschaft mit so vielen wichtigen Spieler, die schon fast alles gewonnen haben. Der THW gehört ganz klar zu Europas Spitzenteams.
Kieler Nachrichten:
Wie ist Ihr Kenntnisstand über die spielerischen Möglichkeiten des THW?
Rivera:
Ich habe in den letzten Jahren viele Spiele des THW gesehen. Somit bin ich ganz gut über das Leistungsvermögen der Mannschaft informiert. Aber im Grunde genommen sprechen die Erfolge der Kieler für sich.
Kieler Nachrichten:
Wo sehen Sie die Schwächen des Gegners?
Rivera:
Der THW hat keine Schwächen.
Kieler Nachrichten:
Sie verfügen jedoch über das größere Spielerkontigent. Könnte das am Ende ausschlaggebend sein?
Rivera:
Wir haben zwar einen größeren Kader als der THW. Darunter sind aber viele Nachwuchsspieler. Der THW hat hingegen nur erfahrene Akteure, die man in einem Finale braucht. Dort treten beide Mannschaften mit zwölf Spielern an.
Kieler Nachrichten:
Wo liegen die Stärken ihres Teams?
Rivera:
Das möchte ich nicht beurteilen. Ich denke, darüber muß sich jeder seine eigene Meinung bilden. Dafür bin ich die falsche Person.
Kieler Nachrichten:
In Celje haben Sie mit sieben Toren verloren. Es war die erste Schwäche seit fünf Jahren auf europäischem Parkett. Ist der ehemalige riesige Abstand zur Konkurrenz geringer geworden?
Rivera:
Es hat noch nie einen Abstand zwischen uns und den anderen Klubs in Europa gegeben. Sehen Sie, vor vier Jahren und in der laufenden Champions-League-Runde sind wir nur ganz knapp gegen Celje weiter gekommen. Erst haben wir mit drei Toren verloren und dann mit vier gewonnen. Die Spiele waren derart ausgeglichen, so dass ich keinen Unterschied erkennen konnte. Auch die Halbfinal-Spiele 1998 gegen den deutschen Verein TBV Lemgo hätten ganz anders ausgehen können.
Kieler Nachrichten:
Ein paar Sätze zu ihrem deutschen Spieler Christian Schwarzer. Ist er die erhoffte Verstärkung und hat die Integration gut geklappt?
Rivera:
Gut wäre noch weit untertrieben. Exzellent ist das richtige Wort. Ich bin mit seiner Arbeit im Training und Spiel und seinem Verhalten außerhalb des Spielfeldes mehr als zufrieden. Christian ist ein sehr starker Abwehrspieler und über seine Stärke am Kreis brauchen wir nicht zu sprechen. Die sind wohl bekannt. Seine Verpflichtung hat sich für uns schon jetzt ausgezahlt.
Kieler Nachrichten:
Barcelona hat dem THW mit Laszlo Nagy den umworbensten Linkshänder Europas vor der Nase weggeschnappt. Welche Ihrer Argumente waren besser als die der Kieler?
Rivera:
Das ist mir neu. Ich wüsste nicht, dass Lazlo Nagy bei uns einen Vertrag unterschrieben hat. Außerdem spreche ich über solche Dinge nicht mit der Presse. Das ist allein Sache unseres Managements.
Kieler Nachrichten:
Haben Sie für das Finale alle Mann an Bord?
Rivera:
Zur Zeit laboriert nur Enric Masip an einer Verletzung. Ansonsten sind alle fit. Genaueres wissen wir aber erst nach dem letzten Meisterschaftsspiel gegen Granollers.
Kieler Nachrichten:
Wer gewinnt die Champions League 2000. Der Herausforderer THW Kiel oder Titelverteidiger FC Barcelona?
Rivera:
Meiner Meinung nach sind beide Teams gleich stark. Die besten Mannschaften Europas stehen im Finale, deshalb ist für mich alles möglich.
 

Interview mit Magnus Wislander

KN-Redakteur Reimer Plöhn führte vor dem Spiel ein Interview mit THW-Kapitän Magnus Wislander. Hier seine wichtigsten Statements.

Für "Max" besitzt das Finale einen riesengroßen Stellenwert. Es sei der Traum des THW gewesen, ins Finale zu kommen, nun wollte man viel mehr Erreichen, die Zuversicht sei hoch. Zwar sieht auch Wislander kritisch, daß der THW verletzungs- und krankheitsbedingt nicht voll trainieren konnte, die Atmosphäre sei aber trotzdem gut, alle seien locker und hätten viel Spaß, freuten sich auf Barcelona. Für die Zebras seine es eine neue Herausforderung, die Motivation eine ganz neue.
Die Spieler von Barca kennt unser "alter Schwede" zum Großteil aus den Nationalmannschaftsbegegnungen, weiß, daß man gegen Barca konzentrierte Angriffe fahren müssen, die Bälle nicht leichtfertig abgeben dürfe. Denn das würden die Spanier mit einer perfekten ersten und zweiten Welle gnadenlos bestrafen. Barca und Leon seien seiner Meinung nach kaum miteinander zu vergleichen. Die Katalanen spielen noch schneller und mit mehr Power. Wenn der THW aber sein Positionsspiel im Angriff durchsetzt, hätte man gegen sie eine Chance, meint Wislander. Vorteile für Barcelona sieht er im Tempospiel, beim THW im individuellen Bereich. Für die Spanier spreche zudem deren Torwart Tomas Svensson, der vielleicht der weltbeste Torwart sei.
Falls der THW es schaffe, mit fünf Toren zu gewinnen, sei das schon ein sehr, sehr ordentliches Polster. Aber als aussichtlos würde er die Situation auch nicht ansehen, wenn der THW einen Sieg mit zwei oder drei Toren herausspielen könnte. "Wir müssen uns mit unserer Mannschaft nicht verstecken. Aber: Ein Grundsatz gilt auch für diesen Wettbewerb: Es ist leichter, einen Titel zu verteidigen, als ihn zu gewinnen."

 

500 Fans begleiten den THW

Am Freitag morgen macht sich ein riesiger schwarz-weißer Troß auf, die katalanische Metropole zu erobern. Eine Reisegruppe bestehend aus 220 THW-Anhängern fliegt morgens um 10.00 Uhr von Hamburg aus mit einer Chartermaschine nach Barcelona ab. Die Mannschaft mit Umfeld (50 Personen) starten mit einer zusätzlichen kleineren Maschine ab Holtenau. Unser Fan-Club, "Die Zebrasprotten", reist per Bus nach Spanien, der Zebrasponsorenkreis "Zebra 2000" unterstützt den Fan-Club hierbei finanziell. 26 Stunden dauert die strapaziöse Anreise für die 34 wackeren THW-Anhänger, doch für ein wenig mehr Komfort als sonst ist gesorgt, denn die "Zebra-Sprotten" fahren mit mit dem offiziellen Mannschaftsbus. Zusätzlich fahren noch viele Kieler auf eigene Faust nach Barcelona, so daß mehr als 500 Zebras den THW Kiel im "Palau Blaugrana" anfeuern werden!

 

Christian Schwarzer geht's in Spanien super

Christian Schwarzer und seiner Familie geht es in Barcelona richtig gut Auch in der Millionenmetropole Barcelona hat Christian Schwarzer (im Foto mit Frau und Sohn) ein ruhiges Plätzchen gefunden. 15 Autominuten entfernt vom Zentrum liegt sein neues Zuhause, direkt am Strand - häufig sind Freunde aus Deutschland zu Besuch. "Das hier ist natürlich die absolute Krönung. Du stehst morgens auf, strahlender Sonnenschein, hast das Meer vor der Tür", bereut der Nationalspieler keine Sekunde den Wechsel nach Spanien. Er schwärmt von seiner spanischen Umgebung: "Man hat morgens gleich viel bessere Laune, geht auch viel lieber zum Training. Da macht der Beruf gleich noch viel viel mehr Spaß!"
Christian Schwarzer Und wenn man dann noch beim weltbesten Klub spielen darf, der die spanischen Gegner in eigener Halle reihenweise vernascht. Da ist der "Palau BlauGrana" meist nicht ausverkauft, oft sehen nur 3000 Zuschauer zu. Das wird beim Spiel gegen den THW anders sein, 10000 Fans werden erwartet. Der Champions League-Titel ist für die Katalanen Pflicht: "Das habe ich natürlich gleich gelernt, das es hier nur den ersten Platz gibt, hier wird über nix anderes geredet als den Champions League-Gewinn, den Liga-Gewinn usw. Das ist ist wie bei Bayern München im Fußball in Deutschland. Hier ist alles perfekt organisiert, da steht eben der große Fußballverelin FC Barcelona dahinter. Beim Fußball sind bei jedem Spiel 110000 Zuschauer, davon kann der ganze Verein natürlich gut leben. Besonders angetan ist Schwarzer von der Professionalität und dem Luxus, mit dem Barca-Spieler gepflegt werden. "Es fängt damit an, daß wir immer in derselben Halle trainieren, eigene Umkleideschränke haben und daß die Trikots gewaschen werden." Sehr bequem findet er es auch, daß das Team zu fast allen Spielen fliegt. "In Deutschland sind wir immer Bus gefahren, oft stundenlang. Das raubt Kräfte und freie Zeit."
Christian Schwarzer im Stadion Nou Camp - Das vereinseigene Museum Dieser Vereinm ist wie eine Religion für die ganze Region Katalonien, das bekommt auch Chtristian Schwarzer zu versprügen. Beindruckend ist nicht nur das "Nou Camp"-Stadion (Foto), beeindruckend ist auch die Geschichte des FC Barcelona, die sich im vereinseigenen Museum widerspiegelt. Dort steht auch der Champions-League-Pokal, der gegen den THW auch in diesem Jahr wieder verteidigt werden soll...
"Barca" ist im Finale in der Favoritenrolle, denn FCB-Trainer Valero Rivera setzt auf Klasse und Masse. Dazu Christian Schwarzer: "Das ist eben seine Taktik, 14 gleichwertige Spieler zu haben und dadurch bist Du in der 59. Minute genauso fit wie in der ersten. Und das wird auch der große Vorteil sein gegenüber den anderen Vereinen wie z.B. dem THW Kiel, der diese Saison sogar 34 Ligaspiele machen muß und jedes Spiel geht auf's Messer...

Christian Schwarzer in Barcelona Christian Schwarzer in Barcelona

Christian Schwarzer im Kreise der Mannschaft in einer Tapas-Bar "Die Leute - im Supermarkt, im Restaurant - sind viel gastfreundlicher als in Deutschland, deshalb ist auch alles viel einfacher. Die sind hier leichter zu handhaben, hier ist alles easier zu handeln als in Deutschland. Das einzige Problem ist das Autofahren..." Zur Gastfrendschaft gehört auch das gemeinsame Essen der Mansnchaft nach dem Spiel, wie hier in einer Tapas-Bar im Zentrum von Barclona. Spät abends, manchmal bis Mitternacht, sitzt das ganze Team noch zusammen - spanische Mentalität eben...
Christian Schwarzer und Inaki Urdangarin Diesem lockeren Umgang entzieht sich auch der Schwiegersohn des spanischen Königs, Inaki Urdangarin (Foto links mit Schwarzer) nicht. Dem spanischen Nationalmannschaftskapitän ist es sowieso lieber, mit seinen Mitspielern zusammenzusein, als Reportern der Yellow-Press das Handball-Spiel zu erklären.
Schwarzer und Urdangarin Christian Schwarzer und Inaki Urdangarin haben sich nicht nur auf dem Spielfeld von Beginn an gut verstanden, sind Freunde, die sich schon einmal spontan mittags in einer Tapas-Bar verabreden. Und da zeigt dann der Hamburger Christian dem Spanier Inaki, wie man bayrisches Bier trinkt...
Auch zu Inankis Frau Cristina, der Tochter von König Juan Carlos, hat der Ex-Niederwürzbacher ein freundschaftliches Verhältnis: "Wir haben beide kleine Kinder, die fast gleich alt sind, da ergeben sich schon mal gemeinsame Unternehmungen. Cristina und Inaki waren auch schon bei uns zu Hause." Das seien zwei "völlig normale Menschen, wie du und ich". Wie die beiden den Streß durchstehen, imponiert dem deutschen Kreisläufer. Doch obwohl Inaki ständig im Rampenlicht steht, eine Menge Extra-Termine absolvieren muß, spielt er im Team keine Extra-Rolle. Doch zwei Leibwächter sind immer dabei und die Trainingszeiten richteten sich manchmal nach seinen offiziellen Terminen. Prinzessin Cristina ist "bei allen Heimspielen in Barcelona immer dabei." Vielleicht reist sie sogar mit nach Kiel.
Zwei Jahre läuft Christian Schwarzers Vertrag noch. "Falls mir eine Verlängerung angeboten wird, würde ich nicht Nein sagen. Spanien ist ein guter Karriere-Schluß. Wieder in der Bundesliga 60 Minuten spielen? Das will ich meinem Körper nicht mehr antun." Zurück nach Niederwürzbach geht es erst danach. "Da haben wir unser Haus und unsere Freunde."

Interview mit Barcas Christian Schwarzer

Christian Schwarzer in Barcelona Der wirtschaftliche Niedergang vom TV Niederwürzbach machte es möglich: Kreisläufer Christian Schwarzer wechselte im Sommer 1999 aus der Bundesliga zum spanischen Nobelklub FC Barcelona und tauschte saarländische Idylle gegen die brodelnde katalanische Metropole, viele Peseten und Sonne satt. Der 30-jährige Nationalspieler wandelt damit auf den Spuren von Erhard "Sepp" Wunderlich, der 1978 als erster Deutscher die Farben des Traditionsklubs überstreifte. Schwarzer unterschrieb beim fünfmaligen Champions-League-Gewinner für drei Jahre bis zum 30. Juni 2002. Mit Frau Tanja und seinem eineinhalbjährigen Sohn Kian Maurice genießt er das mediterrane Leben. Kultur, Land, Leute und die neue Sprache, die er schon in der Schule zwei Jahre paukte, sind eine besondere Herausforderung für den 1,96-Meter-Mann, der sich "höllisch" auf die Finalspiele gegen den THW freut. Die Kieler Nachrichten sprachen mit dem 190fachen Nationalspieler:
Kieler Nachrichten:
Herr Schwarzer, im Juli jährt sich Ihr Wechsel zum erfolgreichsten Handball-Klubs Europas in den 90er Jahren. Wie fühlen Sie sich als "Spanier"?
Christian Schwarzer:
Kurz und knapp: sehr gut! Dabei ist das gar nicht selbstverständlich. Meine Frau und ich sind nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch beim TV Niederwürzbach nur schweren Herzens aus dem Saarland weg gegangen. Dort brach für uns eine kleine Welt zusammen. Wir hatten ein Haus gebaut, unser Sohn war gerade geboren - alles schien perfekt. Außerdem: Wenn man mit erlebt, daß eine ganze Region mitzittert, ob es in Niederwürzbach weiter geht, dann war das doppelt schwer.
Kieler Nachrichten:
Wie kam der Kontakt mit Barcelona zustande?
Christian Schwarzer:
Über Bogdan Wenta, der in Spanien gespielt hatte. Wir mussten uns schnell entscheiden, die halbe Bundesliga war hinter uns her. Wenta brachte mich mit Trainer Rivera zusammen, und dann ging es ganz schnell. Nachdem fest stand, dass die Spanier mich wollten, gab's kein Zögern. Schon als Jugendlicher habe ich davon geträumt, einmal in Spanien zu spielen. Daß es jetzt ausgerechnet Barcelona geworden ist - umso schöner.
Kieler Nachrichten:
Gab es Kontakte mit dem THW?
Christian Schwarzer:
Sicher, wir hatten schon einmal gesprochen. Der THW ist die Topmannschaft in Deutschland und für jeden Spieler interessant. Außerdem kenne ich viele Kieler Spieler persönlich sehr gut. Mit Stefan Lövgren und Staffan Olsson habe ich in Würzbach zusammen gespielt. Pitti Petersen, Michael Menzel, Martin Schmidt, Wolfgang Schwenke oder Christian Scheffler habe ich in der Nationalmannschaft kennen und schätzen gelernt. Und weil ich in Hamburg groß geworden bin und meine Familie dort noch wohnt, hätte sich ein Wechsel in den Norden angeboten. Dagegen sprach, daß Niederwürzbach eine echte neue Heimat geworden ist. Meine Frau und ich wollten dort nicht weg.
Kieler Nachrichten:
Obwohl Sie betonen, einen guten Kontakt mit THW-Spielern zu haben, wurden sie in der spanischen Zeitung "El Pais" zitiert, der THW sei die unsympathischste Mannschaft in Deutschland. Was ist da dran?
Christian Schwarzer:
Es klingt natürlich doof, aber das ist wirklich durch Verständigungsprobleme zustande gekommen. Ich habe versucht, den Journalisten zu erläutern, daß Kiel ähnlich wie Barcelona von allen Mannschaften der Liga gejagt wird, und so praktisch jeder gegen Kiel besonders engagiert spielt. Das ist falsch rüber gekommen. Gegen den THW habe ich überhaupt nichts. Im Gegenteil, es ist immer etwas ganz Besonderes in der Ostseehalle zu spielen, ein großes Erlebnis für jeden Handballer.
Andreas Thiel hat bei seiner letzten Vertragsverlängerung gesagt, er freue sich besonders, noch einmal in der Kieler Ostseehalle zu spielen. Das trifft's genau. Darum finde ich es auch gut, daß wir im Finale nicht gegen Zagreb, sondern auf den THW treffen. Ein Traumfinale.
Kieler Nachrichten:
Nun haben Sie es in Spanien gut getroffen. Wo liegen die Unterschiede zur Bundesliga?
Christian Schwarzer:
Im Prinzip gibt es in taktischen Bereichen keine großen Unterschiede. Handball wird in Spanien aber schneller gespielt. Da geht alles ruckzuck. Dadurch fallen im Schnitt mehr Tore. Das 34:28 im Pokalendspiel, das wir kürzlich gegen Valladolid gewonnen haben, ist ein normales Endergebnis. Der Zuschauer erlebt attraktiveren Sport. Außerdem wird nicht so körperbetont gespielt wie in Deutschland. Allerdings: Die Bundesliga ist ausgeglichener besetzt. Da kann auch der Letzte mal den Ersten schlagen. Das wäre in Spanien undenkbar. Hier geht es meistens nur den ersten fünf bis sechs Teams finanziell gut. Die Schere zwischen Arm und Reich klafft weit auseinander.
Kieler Nachrichten:
Was macht das Spiel des FC so stark?
Christian Schwarzer:
Bei Barcelona ist das Tempospiel besonders ausgeprägt. Das liegt auch daran, daß wir 14 oder 15 gleichwertige Akteure im Kader haben. Im Schnitt stehen alle Spieler zwischen 30 und 40 Minuten auf dem Parkett. Das ist auch unser Erfolgsgeheimnis: Wir sind immer in der Lage, volles Tempo zu gehen.
Kieler Nachrichten:
Welchen Stellenwert besitzt Handball im Fußball-Land Spanien?
Christian Schwarzer:
Auch das ist ähnlich wie in Deutschland. Hier zählt zwar in erster Linie Fußball. Aber dort, wo guter Handball gespielt wird, sind auch viele Zuschauer und Begeisterung. In Barcelona steht die ganze katalanische Region hinter dem FCB. Vor allem, wenn es gegen Mannschaften aus Madrid geht. Bei wichtigen Spielen, sei es im Fußball, Handball oder Basketball, sind die Arenen immer rappelvoll.
Kieler Nachrichten:
Wie geht es Ihnen nach zweimonatiger Verletzungspause?
Christian Schwarzer:
Ich hatte einen dreifachen Bänderriß im linken Sprunggelenk, wurde im Dezember operiert und habe mein erstes Spiel wieder am 5. Februar gemacht. Ich fühle mich voll auf der Höhe.
Kieler Nachrichten:
Können Sie ihrem Trainer Valero Rivera wertvolle Tipps über den THW geben?
Christian Schwarzer:
Ich könnte einiges erzählen. Wird aber wohl nicht nötig sein, da alle Mannschaften einen regen Austausch von Video-Kassetten betreiben. Selbst bei größten Entfernungen - die Trainer kennen Stärken und Schwächen ihrer gegnerischen Teams meistens genau.
Kieler Nachrichten:
Mit Inaki Urdangarin haben sie einen besonderen Spieler im Kader. Der Linkshänder ist Herzog von Palma und Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos. Nimmt er in der Mannschafts-Hierarchie einen besonderen Platz ein?
Christian Schwarzer:
Nein, überhaupt nicht. Inaki ist ein Super-Typ, der trotz des Rummels um seine Person so geblieben ist, wie er immer war. Es ist bewunderswert, wie er mit seiner Rolle fertig wird. Natürlich sind die Leute überall hinter ihm her, wollen alles von ihm wissen. Er reagiert mit großer Ruhe und Gelassenheit. Durch sein Mitwirken genießt die Mannschaft insgesamt große Sympathien im Lande. 99 Prozent aller Spanier kennen ihn. Seine Frau ist mit dem Kind regelmäßig bei Spielen oder im Training dabei. Überhaupt ist die königliche Familie sehr sportbegeistert. Allen voran König Juan Carlos, der an Kiel besondere Erinnerungen hat. 1972 war er bei den Olympischen Segelwettbewerben in der Förde aktiv als Teilnehmer dabei.
Kieler Nachrichten:
Wie steht es um den Kontakt zur Deutschen Nationalmannschaft?
Christian Schwarzer:
Sehr gut. Ich telefoniere regelmäßig mit Bundestrainer Heiner Brand und freue mich total auf Olympia in Sydney. Der Kontakt ist für mich sehr wichtig. Ich empfinde es als große Ehre, für Deutschland spielen zu dürfen. Die Nationalmannschaft besitzt übrigens auch in Spanien einen großen Stellenwert. Hier richtet sich alles nach den Interessen der Länder-Auswahl. Ab 10. Juli werden die Spieler für die Nationalmannschaft abgestellt. Davon kann Heiner Brand nur träumen.
Kieler Nachrichten:
Was bedeutet für Sie die Teilnahme an dem Champions-League-Finale?
Christian Schwarzer:
Das ist riesig. Ein Erlebnis, das nur vergleichbar ist mit Olympia. Ich hoffe auf eine tolle Atmosphäre und große Spiele und glaube, daß wir leichte Vorteile besitzen. Schließlich hatten wir 14 Tage Zeit, uns auf die Finals vorzubereiten.

 

So kam der THW ins Finale

Genauso wie Barcelona hatte der THW bis zum Halbfinale keine großen Probleme. Die Qualifikation gegen Ankara spulte er souverän ab, auch in den Gruppenspielen ließ man sich nicht die Butter vom Brot nehmen, wurde klar vor Leon (ESP), Montpellier (FRA) und Sandefjord (NOR) Erster der Gruppe A mit 9:3 Punkten. Auch im Viertelfinale gegen Rishon Le Zion setzte man sich erwartungsgemäß durch, auch wenn der israelische Meister stärker als erwartet war. Ernst wurde es für die Zebras dann aber im Halbfinale, mit Badel Zagreb (CRO) wartete ein sehhr schwerer Gegner auf den deutschen Meister. Doch nachdem man die Kroaten im Hinspiel mit einem 32:21-Sieg förmlich aus der Halle geschossen hatte, glaubten alle, daß der Einzug ins Finale schon perfekt wäre. Daß es dann noch einmal so eng wurde, der THW verlor das Rückspiel in Zagreb mit 13:22, damit hatte niemand gerechnet...

Hier noch einmal der komplette Weg des THW ins Finale:

Quali, Hinspiel Cankaya Belediyesi Ankara (TUR) - THW Kiel 21:34 (10:17) Bericht
Quali, Rückspiel THW Kiel - Cankaya Belediyesi Ankara (TUR) 31:20 (14:9) Bericht
Gruppe A, 1. Spieltag Montpellier HB (FRA) - THW Kiel 19:23 (8:12) Bericht
Gruppe A, 2. Spieltag THW Kiel - Sandefjord TIF (NOR) 34:21 (19:10) Bericht
Gruppe A, 3. Spieltag THW Kiel - Ademar Leon (ESP) 39:24 (20:13) Bericht
Gruppe A, 4. Spieltag Sandefjord TIF (NOR) - THW Kiel 27:27 (15:13) Bericht
Gruppe A, 5. Spieltag THW Kiel - Montpellier HB (FRA) 24:18 (12:6) Bericht
Gruppe A, 6. Spieltag Ademar Leon (ESP) - THW Kiel 29:25 (15:12) Bericht
Viertelfinale, Hinspiel Hapoel Rishon Le Zion (ISR) - THW Kiel 26:24 (13:12) Bericht
Viertelfinale, Rückspiel THW Kiel - Hapoel Rishon Le Zion (ISR) 26:22 (15:10) Bericht
Halbfinale, Hinspiel THW Kiel - Badel Zagreb (CRO) 32:21 (14:11) Bericht
Halbfinale, Rückspiel Badel Zagreb (CRO) - THW Kiel 22:13 (8:7) Bericht

 

Die Schiedsrichter

Das Hinspiel pfeifen die Unparteiischen Pendic/Majstorovic (YUG), die auch das deutsche EM-Spiel gegen Norwegen leiteten. Das Rückspiel wird vom Gespann Kalin/Koric (SLO) geleitet.

 

Karlchens Einwurf

Barcelona also, Katalonien, Spanien. Wie erwartet ist der erfolgreichste Handballverein der vergangenen Jahre unser Gegner im Endspiel der Champions League. Seitdem die Spanier als Gegner feststehen, wird natürlich darüber nachgedacht und gebrütet, wie ihnen beizukommen ist. Unsere Schweden werden nach deren Schweden, unsere Deutschen werden nach deren Deutschen gefragt. Videoaufzeichnungen werden studiert, kurzum der Trainerkopf raucht, die Gedanken sausen wie ein aufgeregter Bienenschwarm in Nokas Kopf umher. Vergessen wurde bisher nur eines, nämlich mich zu fragen.
Ich als Buch- und Informationsversessener habe zwar nicht die Spielweise Barcelonas, wohl aber die spanische Mentalität eingehend studiert, die Grundvoraussetzung für jeden Sieg. Als Schlüssel dazu dient mir das Standardwerk der psychologischen Pfadfinder, der 1969 in Paris erschienene Bestseller "Asterix in Spanien". Also kurz die wichtigsten Ergebnisse: der Spanier an sich ist schwarzhaarig, beneidenswert braungebrannt, von feuriger Natur und äußerst eitel. Sofern er Pepe heißt, ist er bereit anderen in den Finger zu beißen, egal ob es sich um Römer, Gallier oder Zebras handelt. Sein Lieblingsausdruck ist "Ole", er verwendet ihn fast ständig und bei fast jeder Gelegenheit. Und dann ist natürlich Spanien das Land des Weins und der Gesänge, wie schon der olle Goethe textete (hier sei kurz noch an "Spanische Gitarren" von Cindy & Bert erinnert. Nach deren Meinung läuft der gemeine Spanier vor allem in der Nacht zu Höchstform auf. Was ist es da für ein Glück, daß das Spiel am Nachmittag angepfiffen wird).
Aber auch außerhalb wissenschaftlicher Lektüre findet man Indizien zum Zugang zur spanischen Seele. Das Sprichwort "Stolz wie ein Spanier" erzählt von Männern, die mit geschwellter Brust herumlaufen, wenn etwas arg komisch erscheint, dem Betrachter nicht ganz geheuer ist, dann kommt einem das spanisch vor. Also Vorsicht vor Tricks und Heimtücke. Dann hat der Spanier auch ab und zu Schwierigkeiten Ideal und Wirklichkeit auseinanderzuhalten, er kämpft dann schon mal gegen Windmühlen. Einst versuchte ein gewisser Don Quichote diese zu bezwingen und was ihm nicht gelang, wird der spanischen Abwehr hoffentlich auch nicht gegen Nenad und Staffan gelingen. Hoffentlich erscheinen sie ihnen als Phantome, die nicht in den Griff zu kriegen sind.
Und bestimmt werden unsere Flügelflitzer Nico und Martin für Barcelona zu einem roten Tuch. Dem sich wehrenden iberischen Bollwerk gilt es mit eleganten Finten und kräftigen Gegenstößen zu zeigen, wer denn der Torero in der Ostseehalle ist.
So, die Informationen zum grundlegenden Verständnis sind da, die Vorbereitungen sind abgeschlossen, die Anstrengungen der Saison warten auf die Ernte. Der ehemalige BundesprŠsident Theodor Heuss würde vielleicht, wie einst bei einem Bundeswehrmanöver, sagen: "Nun siegt mal schön." Das läßt sich unseren Zebras aber viel einfacher mit den Worten einer kleinen Schar unbeugsamer Gallier mitteilen: "Auf sie, beim Teutates!"

 

Rund um das Finale

 

Barca ist eingetroffen

Freitag abend um 19.00 Uhr landete die Delegation des FC Barcelona nach dreistündigem Flug gut gelaunt und braungebrannt auf dem Hamburger Flughafen. Trainer Valero Rivera und seine Mannen wurden vom Ex-THW-Präsident und jetzigem Schiedsrichter- und Gästebetreuer Herbert Nagel empfangen und bis zum ihrem Kieler Hotel Steigenberger Conti Hansa geleitet. Eine besonders schöne Ankunft in Hamburg-Fuhlsbüttel dürfte Christian Schwarzer gehabt haben - er wurde von seinen Schwiegereltern begrüßt.
Die FCB-Delegation ist insgesamt 41 Mann stark. Neben Trainer Rivera und 15 Spielern sind auch 15 Presse-Vertreter mit dabei. Vor dem Spiel in der Ostseehalle ist übrigens kein Training mehr angesetzt. Zügig werden die Spanier dann auch wieder Kiel verlassen: Um 20.00 Uhr ist am Samstag schon ihr Rückflug geplant.

 

Nenad hatte den Pott schon mal

Bei den THW-Spielern ist Nenad Perunicic der einzige, der den Champions League-Titel schon einmal gewonnen hat. Im Frühjahr 1995 gewann der Montenegriner, den man in Spanien nur "El Conquistador" - den Eroberer, nannte, gegen Badel Zagreb den wichtigsten Titel im europäischen Handball. Zusammen mit Tomas Svensson übrigens, der ihm nun am Samstag gegenüber stehen wird.

 

Oddset-Quote:

ODDSET-Quote:
Sieg THW:1,45
Unentschieden:5,90
Sieg Barcelona:2,60

 

TV- und Radio-Tips:


(18.-21.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Karlchens Einwurf: Interviews mit und ohne Humor

Ach, ist das schön, ein spannendes Interview zu lesen, das einem Vergnügen bereitet und überrascht. Und dann davon gleich zwei, das eine im "Handball-Magazin", das andere im "Hamburger Abendblatt" - und beide mit unserem Kapitän Magnus Wislander. Nun wußte ich natürlich schon, daß Max die schwierige Turnübung beherrscht, sich selbst auf den Arm zu nehmen. Aber auf die Frage nach einem Ernährungstipp zu antworten: "Fernhalten von Obst und Gemüse", das zeigt Souveränität und Lockerheit. Natürlich hat Max die Antwort gleich lachend zurückgenommen, aber bei der Antwort leuchtet ein Erfolgsrezept unserer Zebras durch: Spaß am Leben zu haben, und wenn das mal nicht klappt, zumindest vergnügt zu sein. So ähnlich schrieb es der olle Goethe vor etwa 200 Jahren und so stimmt es noch heute.
Natürlich gehört zum Vergnügen auch die Arbeit. Kondition bolzen, Spielzüge üben - in den Schoß ist der Erfolg auch den Männern vom THW nicht gefallen. So schreibt Max davon, seit dem 18. Lebensjahr pro Woche oft 13 Einheiten trainiert zu haben (was sicher in der letzten Zeit etwas weniger geworden ist). Dazu wird sich heute kaum eines der jungen Talente aufraffen. Aber neben der körperlichen Fitness gehört eben besonders bei unseren alten Schweden Humor dazu. Und wer viel lacht, bleibt geistig beweglich, und dies ist eben auch eine wichtige Voraussetzung für guten und erfolgreichen Sport. Aber Humor ist auch eine Gabe, und was der eine zu viel hat, hat der andere zu wenig, wie schon Carl Zuckmayer meinte. Jan Fegter im N3-Interview Voll zum Tragen kam dies bei unserem nördlichen Nachbarn aus Flensburg nach dem für sie verlorenen Hamburger Pokalfinale. Wenn ich da nur an Jan Fegter (Foto) denke. Bei N3 Fernsehen zeigte er sich als schlechter Verlierer, natürlich waren für ihn einzig und allein die Schiedsrichter schuld (es lohnt sich, Fegters Gesicht im Spiegel nachzumachen: dazu wölbe man die Unterlippe etwas vor, dann presse man die Oberlippe darauf und kneife die Augen zusammen - herrlich!). Da war nichts von einer stolz getragenen Niederlage und Jan Fegter sagte auch nichts davon, daß allein er in der ersten Viertelstunde viermal überhastet vergab. Natürlich war der Sieg glücklich, aber doch auch verdient, und die SG sollte sich langsam zum kollektiven Therapiebesuch bereitmachen, wie es ihnen die "Tageszeitung" vorgeschlagen hat. Anders als durch einen Psychiater sei den Flensburgern bei ihrem Trauma THW scheinbar nicht mehr zu helfen.
Nun, und damit wären wir wieder bei den Interviews mit Max, der antwortet auf die Frage nach dem Deutschen Meister in dieser Saison: "Flensburg natürlich. Der Erwartungsdruck kann gar nicht groß genug sein. Daran sind die noch immer zerbrochen. Das ist unsere Chance." Tja, lachen ist halt die eleganteste Art, seinem Gegner die Zähne zu zeigen.
Humor ist wenn man trotzdem lacht.


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Stenzel sieht THW einen Millimeter vorn

Vlado Stenzel, Trainer der deutschen Weltmeister-Mannschaft von 1978, war heute zu Gast in der Kieler Ostseehalle. In der Fernsehsendung Sport3 sagte er dann später: "Entscheidend wird das Spiel von Flensburg in Kiel sein. Von der Ausgangslage ist der THW in der Meisterschaft momentan einen Millimeter vorn."


(16.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Knapper Sieg über Essen - Scharfe Kritik an EHF-Schiedsrichter-Wart

Spielszene Der THW hat sich mit einem hart erkämpften 22:20 (13:11)-Sieg über TUSEM Essen weiter alle Meisterschaftschancen offen gehalten. Spannend war aber nicht nur das Spiel, sondern auch die nachfolgende Pressekonferenz, in der THW-Trainer Noka Serdarusic und THW-Manager Uwe Schwenker den EHF-Schiedsrichterwart Manfred Prause scharf attackierten.

Lesen Sie hier, worum es den beiden THW-Verantwortlichen in ihrer Kritik geht.

Doch zunächst zum Spiel, das ausgeglichen begann: TUSEM legte vor, der THW zog nach. Sowohl THW-Torhüter Steinar Ege als auch TUSEMs Schlußmann Chrischa Hannawald - Hecker war nicht mit nach Kiel gereist - konnten sich mehrere Male auszeichnen. Nach elf Minuten stand es nach einem zweiten von Nenad Perunicic sicher verwandelten Siebenmeter 4:4. Normalerweise wäre das die Aufgabe von Nikolaj Jacobsen gewesen, doch der Däne wirkt momentan etwas angeschlagen, verwarf in der ersten Minute einen Strafwurf gegen Hannawald. Doch diese kleine Schwächeperiode sollte man dem sympathischen Linksaußen, der in eineinhalb Jahren THW fast durchgehend tolle Leistungen gezeigt hat, zugestehen.
Mit dem 6:5 in der 14. Minute konnte der THW erstmals in Führung gehen, TUSEM-Trainer Lommel nahm einen Timeout. Nach der Auszeit konnte Perunicic sogar auf 7:5 (15.) erhöhen, doch TUSEM blieb dran, glich fünf Minuten später zum 8:8 aus. Bis zum 10:10 konnte sich keine Mannschaft absetzen, dann machte der THW drei Tore in Folge durch Wislander und zweimal Olsson. 30 Sekunden vor der Pausensirene traf der 2,14 Meter große Mark Dragunski vom Kreis zum 13:11 Anschlußtreffer. Schade daß die unsicheren Schiedsrichter Heinz/Hock das 14:11 von Perunicic (fünf Sekunden war im ersten Durchgang noch zu spielen) nicht gaben. Sie nahmen dem THW den Vorteil, um Dragunski eine Zeitstrafe zu geben. So blieb es beim 13:11, es sollte also auch im zweiten Durchgang spannend bleiben.
[Bild: Steinar Ege] Auch in den zweiten 30 Minuten konnte sich der deutsche Meister nie entscheidend nach erneutem 13:13-Ausgleich von Essen (32.) und erneuter THW-Führung (15:13, 35.) absetzen. Wie gut, daß Steinar Ege (Foto) weiter sehr gut hielt, gerade in der Endphase einige hundertprozentige parieren sollte. Doch zunächst wieder das alte Spiel: Nach der 17:15-Zebra-Führung (40.) wenig später wieder der 17:17-Ausgleich (44.). Der ansonsten recht blasse Lövgren konnte sich dann endlich einmal per Einzelaktion durchsetzen, brachte den THW erneut in Führung - 18:17 (45.). Dann Schrecksekunde beim THW: Martin Schmidt schied verletzt aus, Christian Scheffler mußte ihn auf der ungewohnten rechten Außenposition ersetzen, machte dort aber seine Sache gut.
Wenig später dann wieder eine mehr als unsichere Entscheidung der Schiedsrichter: Jovanovic begeht ein Stürmerfoul, gibt den Ball nicht frei, einer der Unparteiischen zeigt kurz und kaum erkennbar eine Zeitstrafe gegen den Jugoslawen an, der andere will Siebenmeter pfeifen. Serdarusic erregt, er bekommt die gelbe Karte. Wiederanpfiff, Ballbesitz für den THW - Jovanovic weiter auf dem Feld. Erst nachdem das Gespann Heinz / Hock vom Kampfgericht auf die schon angezeigte Zeitstrafe hingewiesen wurden, schicken sie Jovanovic vom Feld...
Doch trotz aller Hektik zeigt der THW weiter eine tadellose kämpferische Einstellung, allen voran Perunicic, der sich den Ball in der Deckung erkämpft, Richtung Hannawald sprintet und das Leder mit aller Macht im Tor der Essener zum 19:17 versenkt (48.). Nachdem Jovanovic einen Siebenmeter nur an den Pfosten wirft, trifft endlich auch Jacobsen. Er nutzt den Tempogegenstoß zu seinem ersten Treffer zum 20:17 (50.). TUSEM nimmt eine Auszeit.
Krebietke Doch noch war das Spiel nicht entschieden. Erneut kommt der THW in Bedrängnis, nachdem die Gäste auf noch einmal auf 19:20 (53.) verkürzen. In den folgenden Minuten sollte sich das Spiel im Duell Ege gegen TUSEMs Linkssaußen Krebietke (Foto) entscheiden. Zunächst scheitert der blonde Ex-Nationalspieler von Außen an "Stoney", dann hat er 150 Sekunden vor Abpfiff per Tempogegenstoß erneut die Chance zum Ausgleich. Doch Steinar Ege pariert erneut mit einem unglaublichen Reflex gegen den frei vor seinem Tor auftauchenden Essener und im Gegenzug macht Christian Scheffler von Rechtsaußen das 21:19 - noch waren 105 Sekunden zu spielen.
75 Sekunden vor Abpfiff scheitert Krebietke dann von Außen erneut, diesmal trifft er nur die Latte. Das ist die Entscheidung, die Wislander mit dem 22:19 zementiert. Das 20:22 von Dragunski, der mit 7/2 Toren bester Werfer der Essener war, ist nur noch Ergebniskorrektur. Für den THW war Nenad Perunicic der beste Werfer, Steinar Ege zeigte mit zwei gehaltenen Siebenmeter und 14 weiteren Paraden ebenfalls eine starke Leistung.
Martin Schmidt hatte bei seinem Ausscheiden in der 45. Minute starken Schmerzen im Knöchel, befürchtete zunächst ein Problem mit der Achillessehne, doch THW-Arzt Dr. Brandecker gab nach erster Diagnose Entwarnung, mit der Achillessehne ist alles o.k. Martin ging es nach dem Spiel auch schon wieder besser, hoffen wir, daß es nichts Ernsthaftes ist.

TV-Tip:

Kommentare zu den Vorgängen um EHF-Schiedsrichterwart Manfred Prause:

THW-Trainer Noka Serdarusic begann:
Ich habe sieben Jahre lang hier keine Kommentare zu den Schiedsrichtern abgegeben, doch heute muß ich etwas kommentieren. Was nach dem Spiel gegen Nordhorn gesagt und geschrieben wurde, stimmt nicht. Ich habe mir die letzte Szene auf Video ca. 50mal angesehen: Das Foul an Jacobsen war ein klarer Siebenmeter. Und kurz zuvor, als wir in Unterzahl sind, spielt Schmidt den Ball regelgerecht aus der Hand, doch es gibt Freiwurf und Nordhorn macht das Tor. Heute war es nicht genauso schlimm, aber ähnlich.
Es gab im Februar einen A-Schiedsrichter Lehrgang, dort wurde extra, sogar auf einer Folie, darauf hingewiesen, daß der THW in der Ostseehalle einen Bonus hat und daß das zu unterbinden ist. Das kann ich so nicht hinnehmen, das hat mit Sport nichts mehr zu tun. Man kann das anders klären, aber nicht so. Das stinkt zum Himmel.
THW-Manager Uwe Schwenker erklärte genauer:
Ich möchte das genauer erklären. Man muß unseren Trainer und die Mannschaft verstehen, daß sie das nicht länger schlucken kann. Anfang Februar gab es einen A-Schiedsrichter-Lehrgang mit dem deutschen EHF-Schiedsrichter-Wart Manfred Prause. Dort hat er die Schiedsrichter gegen den THW eingeschworen, erklärt, daß Schiedsrichter nur Persönlichkeiten wären, wenn sie mit Polizeischutz aus der Ostseehalle müßten. Das wäre ihm 1982 ebenso gegangen. Diese Aussagen liegen mir im Protokoll der Sitzung vor, er hat dort explizit auf den für mich subjektiven Bonus für den THW hingewiesen.
Was daraus folgt, hat man in den letzten Wochen gesehen. Die Schiedsrichter haben ja kaum eine Chance, wenn solch ein Anspruch und Druck auf ihnen lastet. Wir wissen das seit Februar, haben es bisher aber geschluckt. Doch wenn in letzter Zeit entsprechende Pfiffe fielen, und das dann so eintritt, wie besprochen... Es haben inzwischen schon zwei Gespanne abgelehnt, hier zu pfeifen.
Die Gespanne, die ins internationale Geschäft wollen, dürfen es sich mit dem EHF-Schiedsrichter-Wart natürlich nicht verscherzen. Ich habe einige Gespanne in den letzten Wochen schon vor dem Spiel gefragt, ob wir noch spielen sollen, oder gleich die Punkte weggeben.
Ich weiß nicht, was wir dagegen machen sollen, will auch einige Verhaltensweisen von Mannschaft und Trainer nicht entschuldigen, aber vielleicht wird mit diesem Wissen gerade das Bankverhalten erklärbarer.
Wir wissen natürlich, daß das dem THW nach Außen hin nicht zuträglich ist, aber es ist aus meiner Sicht ein beschämendes Verhalten eines Schiedsrichterwartes, der früher ein sehr guter Schiedsrichter war und heute in verantwortlicher Position bei der EHF tätig ist.
Mir geht es um die Art und Weise. Es kann nicht angehen, daß der Schiedsrichter-Wart explizit eine Mannschaft nennt, egal welche Mannschaft es ist und daß das dann auch noch protokolliert wird. Meines Wissens nach hat es vorher einen solchen Fall noch nie gegeben, da lastet jetzt natürlich ein wahnsinniger Druck auf den Schiedsrichtern. Wir wollten es eigentlich nicht ansprechen, doch als Verein haben wir die Pflicht, Mannschaft und Trainer zu schützen.
Mittlerweile ist Herr Prause übrigens auch Verantwortlicher beim TV Willstätt, wo wir demnächst noch antreten müssen.

Stimmen zum Spiel:

[Bild: Pressekonferenz]
Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Hallensprecher Körting, TUSEM-Trainer Lommel, TUSEM-Manager Schorn
TUSEM-Trainer Jörn-Uwe Lommel:
Wir kommen ja gerne nach Kiel, das ist immer eines der Highlights der Saison, jeder ist da hochmotiviert, doch hier ist es natürlich besonders schwer, zu gewinnen. Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel lange offen zu halten, und wenn der Ball beim 20:19 reingeht, dann wäre das Spiel auch in den letzten drei Minuten offen geblieben.
Aber das war symptomatisch für unser Spiel, gerade im Angriff. Wir hätten Kiel unter Druck setzen können, doch haben dann einfache Fehler gemacht. Das ist der auch der Grund für unsere relativ schlechte Tabellenplazierung. Da fragt man sich, ob die Konzentration ausgereicht hat, ob die Einstellung richtig war. Statt Hektik hätte man da Ruhe zeigen müssen.
Ein Beispiel aus der 50. Minute: Wir sind in Überzahl, liegen ein Tor hinten, dann kommt der Paß an den Kreis, der wird nicht gefangen und wir kassieren ein Tor.
Trotzdem bin ich voller Stolz. Die Einstellung meiner Mannschaft hat mir sehr gut gefallen, wir haben Kiel alles abverlangt und mit ein bißchen Fortune wäre eine kleine Sensation möglich gewesen.
[Grinst] Mit diesem Sieg im Rücken sollte man am kommenden Samstag einen Grundstein für das CL-Finale legen.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Essen hat mutig gespielt. Daß man auswärts ein wenig nervös ist, ist normal. Aber wir haben genausolche Fehler gemacht wie Essen. Wir wollten auch innerhalb von sechs Sekunden ein Tor haben, haben die Bälle viel zu schnell verloren, da hat sich das dann doch kompensiert.
Ich hatte von Anfang an erwartet, daß es schwer wird. Vor dem Anpfiff war die Mannschaft in der Kabine kaum da. Die Niederlage gegen Nordhorn sitzt tief. Viele sind nervlich einfach platt, von den Kräften gar nicht zu reden. Heute hatten wir dann wieder so ein-, zweimal so Situationen, da waren die Nerven dann sofort wieder da.

[Zur Verletzung von Martin Schmidt:]
Es hatte Schmerzen in der Achillessehne, war umgeknickt. Dr. Brandecker hat aber diagnostiziert, daß die Achillessehne in Ordnung ist, es war nach dem Spiel auch wieder besser. Ich hoffe, daß es nichts schlimmes ist, er hat sich ja schon zwei-, dreimal die Bänder gerissen, kriegt momentan keine Pause, spielt jedes Spiel durch...

[Frage: Seid Ihr nun wieder dran?]
Ich hatte mich eigentlich schon sechsmal von der Deutschen Meisterschaft verabschiedet. Wir hatten gegen Nordhorn ein nervenaufreibendes Spiel, ich habe schon einiges angesprochen, doch es lag nicht nur daran, sondern auch, daß wir in der Deckung schlecht gespielt haben. Meine Mannschaft war hinterher ziemlich geknickt. Da fragst Du Dich dann, können wir es eigentlich noch? Ich werde nun versuchen, meiner Mannschaft die Freude am Handball wiederzugeben. Wir haben nun eine Woche, uns auf Barcelona vorzubereiten.
Das Größte für mich ist eben, einmal den Champions League-Pokal nach Deutschland zu holen. [Grinst] Was interessiert mich da Flensburg, Lemgo oder Magdeburg... Damit beschäftige ich mich gar nicht, in erster Linie will ich einfach am kommenden Wochenende einen Sieg schaffen, wie hoch ist mir egal.

THW-Manager Uwe Schwenker:
Ich bin froh über den Sieg, gerade in Hinblick auf die fünf verbleibenden Bundesliga-Spiele und das Champions League-Finale.

28. Spieltag: 16.04.00, So., 16.00: THW Kiel - TUSEM Essen: 22:20 (13:11)

Logo THW Kiel:
Ege (1.-60.), Geerken (n.e.); Wislander (4), Jacobsen (1), Schwenke, Perunicic (9/4), Petersen, Lövgren (2), Schmidt (1), Scheffler (1), Olsson (4); Trainer: Serdarusic
Logo TUSEM Essen:
Hannawald (1.-60.), Steineck (n.e.); Arens (n.e.), Kaellmann (1), Dragunski (7/2), Fina (2), Johannesson (1), Michel (4), Przybecki (2), Handschke, Jovanovic (1), Krebietke (2); Trainer: Lommel
Schiedsrichter:
Heinz / Hock (Waiblingen)
Zeitstrafen:
THW: 6 (zweimal Schwenke, zweimal Petersen, Lövgren, Schmidt);
Essen: 6 (zweimal Dragunski, Johannesson, Handschke, Jovanovic, Krebietke)
Siebenmeter:
THW: 8/4 (Jacobsen und Perunicic scheitern je zweimal an Hannawald);
Essen: 4/2 (Ege hält gegen Dragunski und Johannesson)
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 1:1, 1:2, 2:2, 2:3, 3:3, 3:4, 4:4, 4:5, 7:5, 7:6, 8:6, 8:7, 8:8, 9:8, 9:9, 10:9, 10:10, 13:10, 13:11;
2. Hz.: 13:13, 15:13, 15:14, 16:14, 16:15, 17:15, 17:17, 20:17, 20:19, 22:19, 22:20
Zuschauer:
7250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik


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Alles wieder offen: Flensburg verliert einen Punkt

Die deutsche Meisterschaft ist wieder offen: Die SG Flensburg-Handewitt hat beim TuS Nettelstedt völlig überraschend einen Punkt abgegeben. Obwohl die SG in der ersten Halbzeit sogar mit 12:6 führte, auch zu Beginn des zweiten Durchgangs noch einen klaren Vorsprung hatte, setzte bei den Flensburgern Mitte der zweiten Hälfte Nervenflattern ein: Das Spiel kippte und Nettelstedt führte in der 53. Minute sogar mit 22:20. Nach einer hektischen Endphase (u.a. Rot für Fegter nach Schiedsrichterbeleidigung) konnte der Tabellenführer sogar froh sein, mit dem 23:23-Unentschieden einen Punkt aus Lübbecke mitzunehmen. SG-Geschäftsführer Manfred Werner: "Bei den Spielern und Funktionären hat sich nach dem unglücklich verlorenen Pokal-Finale eine gewisse Leere breit gemacht."
Fegter ist übrigens für zwei Spiele gesperrt. Auch SG-Trainer Rasmussen hatte seine Nerven kurrzeitig nicht mehr im Zaum: Er fühlte sich in der letzten Spielminute von den Zeitnehmern grob benachteiligt, schlug mit der flachen Hand auf den Zeitnehmertisch. Die trugen in den Spielberichtsbogen eine "Tätlichkeit von Rasmussen" ein. Der - gelernter Jurist - überlegt sich nun, zivilrechtlich gegen die Zeitnehmer vorzugehen.
Auch die anderen Meisterschaftsaspiranten patzten: Lemgo unterlag zu Hause dem TV Großwallstadt mit 21:22, Nordhorn verlor in Bad Schwartau mit 21:23 und Magdeburg schaffte in Eisenach nur ein 20:20.


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Der nächste Brocken kommt mit Essen

Logo TUSEM Essen Nach der Heimniederlage gegen Nordhorn haben die Zebras keine Zeit, ihre Wunden zu lecken. Schon am Sonntag müssen sie um 16.00 Uhr in der Kieler Ostseehalle gegen TUSEM Essen antreten. Das ein Sieg erneut schwer werden könnte, weiß Noka Serdarusic: "Im Vorjahr haben die uns als einzige einen Punkt abgenommen. Eine unangenehme Mannschaft." Damals trennten sich der THW und TUSEM 24:24 (11:9) (siehe Bericht).
Und auch in dieser konnte der THW im Auswärtsspiel in Essen kein Erfolgserlebnis gegen den deutschen Meister von 86, 87 und 89 herausholen: Im November verlor der THW in der Grugahalle mit 20:24 (9:11) (siehe ), damals riß damit eine Serie von 24 Bundesliga-Spielen ohne Niederlage.
Zudem dürften das Team von TUSEM-Trainer Jörn-Uwe Lommel zusätzlich motiviert sein, nachdem sie Ende März beim Tabellenletzten TUS Schutterwald nur ein 21:21 schaffen konnten. Doch mit dem 24:17-Heimsieg über Dormagen am 2. April konnte man sich zumindest teilweise wieder rehabilitieren. Momentan liegt der TUS mit 33:21 Punkten im gesicherten Mittelfeld auf Platz acht.
Den Kader der Essener stellten wir schon im Vorbericht zum Hinspiel vor, bester Schütze bei den Nordrhein-Westfalen ist momentan der Jugoslawe Nedeljko Jovbanovic, der in der nächsten Saison bei der SG Hameln spielen wird.

Radio-Tips:


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Noka: Wir haben keine Chance mehr

Über den Ausgang der Meisterschaft macht sich THW-Trainer Serdarusic nach der Heimniederlage gegen Nordhorn keine Illusionen: "Wir haben keine Chance mehr. Ich hoffe auch nicht mehr auf fremde Hilfe aus der Bundesliga." Die hätte der THW nötig, um seinen Meistertitel zu verteidigen, denn bei drei Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Flensburg kann er es aus eigener Kraft nicht mehr schaffen.
SG-Trainer Erik-Veje Rasmussen machte aus seinem Herzen keine Mördergrube: "Ich habe mich gefreut. Wir wissen zwar, daß wir noch nicht deutscher Meister sind, aber unsere Chancen sind jetzt wieder größer." THW-Manager Uwe Schwenker dazu: "Wenn die Flensburger es diesmal nicht schaffen, dürfen sie sich bei niemanden beschweren." Zugleich entschuldigte er sein Team: "Es sind Menschen, keine Roboter. Unsere Spieler haben jetzt schon fast 50 Spiele in den Knochen, viel mehr als alle anderen Klubs. Wir können ja auch nicht immer das bessere Ende für uns haben."


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Menke wieder beim THW

[Bild: Holger Menke] Holger Menke ist wieder da. Der 27-jährige Rechtshänder spielte bereits von 1995 bis 1997 im THW-Team und wird die Zebras nun als zusätzlicher Trainingspieler unterstützen. Nach dem Wechsel vom waren die sportlichen Stationen von Menke nicht von Glück geprägt. Gummersbach verließ er, nachdem Zusagen nicht eingehalten wurden, Rheinhausen mußte Konkurs anmelden und sein letzten Engagement in Hildesheim endete vorzeitig. So beschloß er den Ausstieg als Profihandballer, schaffte sich ein berufliches Standbein. Seit November 1999 ist er beim THW-Hauptsponsor Provinzial beschäftigt, im Februar zogen Ehefrau Tanja und Tochter Eva nach Kiel.
Beim THW soll Menke als Trainingshilfe agieren, um den personellen Engpaß bei taktischen Übungen zu vermindern. "Zwei- bis dreimal die Woche, mehr Zeit läßt mir der Job nicht", meint der Rückkehrer. Uwe Schwenker sieht ihn ebenfalls nur als "stand-by"-Spieler, "aber wer weiß, Holger ist erst 27, vielleicht packt ihn doch noch der Ehrgeiz."


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THW-Trikot wird versteigert

Alle Fans aufgepaßt! sport1.de versteigert ein Original-Zebra-Trikot mit allen Unterschriften.

Hier geht's zur Auktion


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Letzter Spieltag doch am Sonntag

"Kommando alles zurück": Der letzte Spieltag der Bundesliga findet nun doch am Sonntag, den 21. Mai, um 15.30 Uhr statt. Zwischenzeitlich war der 34. Spieltag um einen Tag auf Samstag, den 20. Mai, 15.00 Uhr, vorverlegt worden (wir berichteten).


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Kang nicht zum THW

Jae-Won Kang Der Koreaner Jae-Won Kang (Foto), zur Zeit noch beim schweizer Erstligisten Pfadi Winterthur unter Vertrag, wechselt nicht zum THW. Aus familiären Gründen wird der 35-jährige Linkshänder in seine Heimat zurückkehren. Der Welthandballer von 1988 sollte Staffan Olsson auf der rechten Rückraumseite entlasten. "Schade, daß Kang nicht kommt, aber wir müssen seine Entscheidung akzeptieren. Wir suchen für die neue Saison weiter ein Linkshänder", sagte THW-Manager Uwe Schwenker.


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War's das? THW-Heimniederlage gegen Nordhorn

Noka Serdarusics Vorahnung, daß die THW-Heimserie von 71:1 Punkten in Folge - der THW war nach dem 22.11.97 in der Ostseehalle ungeschlagen - irgendwann brechen könnte, bewahrheitete sich bereits heute abend. Mit 29:30 (16:18) unterlag der THW einer spielerisch glänzenden HSG Nordhorn, fand nie ein Mittel gegen den unheimlich clever und ruhig auftretenden Aufsteiger aus Niedersachsen.

Interessant war zu sehen, wo der THW dieses Spiel verloren hat, nämlich in der Deckung. Die Offensive begann gut, sehr gut sogar. Nach elf Minuten führte der THW mit 7:5, da hatte der Zebra-Angriff noch keinen Fehler produziert, Nenad Perunicic schon viermal zugeschlagen. Doch auch auf der Gegenseite war man nach anfänglichen Schwierigkeiten ebenso treffsicher geworden: Der Rückraum um Robert Andersson und Frode Hagen traf, wie er wollte. Selten hatte man die THW 6:0-Deckung so passiv gesehen.
Jacobsen scheitert an Larsson Ärgerlich dann, daß Jacobsen (Foto) und Loevgren beim Stand von 8:6 (12.) vom Strafwurfstrich aus jeweils am inzwischen für Hrafklesson eingewechsleten Jesper Larsson scheiterten, da hätte der THW seine Führung ausbauen können. Stattdessen kam die HSG an den THW heran, konnte in der 24. Minute erstmals ausgleichen, 13:13 stand es da. Die Angriffsleistung war - abgesehen von den vergebenen Siebenmeter bei 13 Toren in 17 Angriffen - weiter mehr als in Ordnung, doch die Deckung hatte die lange und ruhig ausspielenden Nordhorner, die dann plötzlich aber überlegt zuschlugen, weiter nicht im Griff.
So kam es, wie es kommen mußte, nun setzte zusätzlich Wurfpech ein. Als Nenad Perunicic bei 14:16-Rückstand (27.) nur die Latte traf, nutzte die HSG im Gegenzug die Chance auf 17:14 zu erhöhen. Zwar konnte der inzwischen wieder eingewechselte Ege - er hatte von der 20. bis 27. Minute dem ebenso unglücklich haltenden Geerken Platz machen müssen - einen Siebenmeter gegen "Scholle" Fraatz parieren, doch die Gäste ließen sich nicht beirren und führten kurz vor Pausenpfiff mit 18:16. Jacobsen hatte in der letzten Sekunde per Siebenmeter noch die Chance zum Anschlußtreffer, vergab aber erneut gegen Jesper Larsson, der insgesamt vier Siebenmeter parieren konnte.
Traf viermal: Pettersson Im zweiten Durchgang lief der THW nun ständigen den Männern aus der Grafschaft hinterher, lag mit erst mit 17:20 (34.), später sogar mit 19:23 (40.) hinten. Selbst eine doppelte Unterzahl der Gäste konnten die Zebras wenig später (Spielstand 21:24, 44. Minute) nicht nutzen, stattdessen erzielte Johann Petersson von Außen das 25:21 für die Nordhorner. Diesen Vier-Tore-Vorsprung hielten die Gäste bis zur 50. Minute, als sie mit 27:23 führten.
Traf dreimal in Folge: Nenad Perunicic Nachdem Wislander vom Kreis zum 24:27 verkürzte, kamen noch einmal eine starke Phase von Perunicic (Foto): Innerhalb von 119 Sekunden traf er dreimal für den THW, einmal per Strafwurf, zweimal per zweiter Welle, nachdem Ege endlich einmal wieder zwei Bälle abwehren konnte. 54:36 stand auf der Uhr, 27:27 unentschieden war das Ergebnis, Nordhorns Trainer Kent-Harry Andersson nahm eine Auszeit.

Die letzte Minute in der Bildstrecke Die letzten dramatischen fünf Minuten im Telegramm:

Fazit: Ein verdienter Sieg der HSG Nordhorn, sie war am heutigen Abend die spielerisch bessere Mannschaft. Etwas positives kann der THW jedoch dennoch aus der Partie ziehen: Die ewige Mär vom "Schiedsrichter-Bonus" des THW bewahrheitete sich auch am heutigen Abend (wieder einmal) nicht, die Unparteiischen haben einmal mehr in der Ostseehalle konsequent ihre Linie durchgezogen, das konnte ganz Handball-Deutschland am TV sehen.
Bester Schütze für den THW war Nenad Perunicic mit 13/4 Toren. Für Nordhorn war Frode Hagen mit sechs Toren am erfolgreichsten.

Jubel bei der HSG
Jubel bei der HSG.

Stimmen zum Spiel:

[Bild: Pressekonferenz]
Von links: THW-Manager Schwenker, THW-Trainer Serdarusic, Hallensprecher Körting, Nordhorns Trainer Andersson, Nordhorns Manager Rigterink
Nordhorns siegreichen Trainer Kent-Harry Andersson:
Wir haben heute sehr gut gespielt, besonders in der ersten Halbzeit, wo wir 18 Tore gegen die vielleicht beste 6:0-Deckung der Welt geschossen haben. Vor dem Spiel hatten wir gesagt, wir haben hier nur etwas zu gewinnen, wollten optimistisch sein, nicht feige. Trotzdem hatten wir mit einem Punktgewinn nicht gerechnet.
Ein entscheidender Punkt war der frühe Torwartwechsel, ein anderer der Einsatz von Andreas Larsson in den letzten fünf Minuten, der die beiden entscheidenden Tore machte.
Als Schwede hoffe ich natürlich für meine Landsmänner, daß Kiel trotz dieser Niederlage noch deutscher Meister wird.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Gratulation zum Sieg! Ich hatte schon vor dem Spiel gesagt, daß unsere Serie irgendwann mal reißen könnte, daß es aber heute passiert, das habe ich nicht gewußt.
Was Kent-Harry [Andersson] gesagt hat, stimmt hunderprozentig. Beide Mannschaften waren im Angriff super. Wir waren selten so gut im Angriff wie in den ersten 25 Minuten, aber konnten kaum Tore verhindern. Nordhorn hat sehr diszipliniert gespielt, lange auf seine Chancen gewartet.
In der Deckung fehlte heute bei uns der Kampf, die Aggressivität. Wir haben uns teilweise wie ein Kindergarten ausspielen lassen. Dann kann man natürlich nicht gewinnen. Zuletzt habe ich es dann mit einer 5:1- und einer 3:2:1-Deckung versucht, aber das ist nicht unsere Deckung, und dafür braucht man auch mehr Kraft, deswegen habe ich das auch nicht früher probiert.
Nordhorn war einfach besser und hat verdient gewonnen.
Nordhorns Manager Bernd Rigterink:
Danke an den Trainer und die Mannschaft für ein sehr gutes Spiel. Ich bin froh über die zwei Punkte, obwohl wir uns kurz vor Schluß auch über einen gefreut hätten. Ich glaube aber trotzdem, daß Kiel noch deutscher Meister wird.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Glückwunsch und Kompliment and Nordhorn, sie waren die bessere Mannschaft und haben verdient gewonnen. Gerade in der Deckung hatten wir heute große Probleme. Da konnten wir schon mal sehen, was mit Barcelona, die auch einen sehr schnellen, technisch exzellenten Handball spielen, auf uns zukommt.
Trotzdem aber ein Kompliment an unsere Mannschaft, die sich in der Endphase noch einmal voll reinhgehängt hat und noch einmal herankam. Es hat zum Schluß eben nicht sollen sein.
Glückwunsch, ein verdienter Erfolg.

22. Spieltag: 13.04.00, Do., 20.30: THW Kiel - HSG Nordhorn: 29:30 (16:18)

Logo THW Kiel:
Ege (1.-20., 27.-60.), Geerken (20.-27.); Wislander (5), Jacobsen (4/3), Schwenke, Perunicic (13/4), Petersen (1), Lövgren (2), Schmidt, Scheffler (n.e.), Kibat (n.e.), Olsson (4); Trainer: Serdarusic
Logo HSG Nordhorn:
Jesper Larsson (9.-60.), Hrafnkelsson (1.-9.); Solberg (3), Robert Andersson (4), Pettersson (4), Sando (2), Eriksson, Hagen (6), Andreas Larsson (2), Fraatz (7/3), Flemister; Trainer: Kent-Harry Andersson
Schiedsrichter:
Jehle (Münstertal) / Muser (Kehl)
Zeitstrafen:
THW: 2 (Perunicic, Petersen);
Nordhorn: 5 (Sando, Eriksson, A. Larsson, Fraatz, Flemister)
Siebenmeter:
THW: 11/7 (Jacobsen scheitert dreimal an J. Larsson, Lövgren einmal);
Nordhorn: 5/3 (Ege pariert gegen Fraatz und Pettersson)
Spielfilm:
1. Hz.: 3:0, 3:1, 4:1, 4:2, 5:2, 5:3, 6:3, 6:4, 7:4, 7:5, 8:5, 8:7, 10:7, 10:9, 11:9, 11:10, 12:10, 12:11, 13:11, 13:14, 14:14, 14:17, 16:17, 16:18;
2. Hz.: 16:19, 17:19, 17:20, 18:20, 18:21, 19:21, 19:23, 20:23, 20:24, 21:24, 21:25, 22:25, 22:26, 23:26, 23:27, 27:27, 27:28, 28:28, 28:29, 29:29, 29:30
Zuschauer:
7250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(13.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Barca gegen THW nicht live im deutschen TV - Schiedsrichter stehen fest

Es wird definitiv keine Live-Bilder im deutschen Fernsehen vom Champions League-Finalrückspiel Barcelona - THW (29.04., 18.00) geben. Zu der festgesetzen Anwurfzeit ist kein deutscher Sender in der Lage, das Spiel live zu übertragen und der FC Barcelona wollte einer Verlegung in die Mittagsstunden nicht zustimmen.
So kommen dann wohl nur Spanier in den Genuß einer Live-Übertragung, denn TV3 ("TV Catalunya") wird das Spiel live senden. TV3 wird auch digital per Satellit im Rahmen des spanischen Pay-TV-Angebots VIA-Digital ausgestrahlt.
Das Hinspiel (22.04., 16.15) wird dagegen live vom DSF übertragen.

Definitiv ist nun auch die Ansetzung der Schiedsrichtergespanne für die Final-Begegnungen: Das Hinspiel in der Ostseehalle pfeifen die Jugoslawen Pendic/Majstorovic, das Rückspiel in Barcelona leiten die Slowenen Kalin/Koric. Schwenker: "Zwei Gespanne, mit denen wir leben können."


(12.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

THW an Kang interessiert

Jae-Won Kang Gestern kamen Gerüchte auf, der THW sei an dem koreanischen Rückraumspieler Jae-Won Kang interessiert. Der Vertrag des 35-jährigen Linkshänder beim schweizer Erstligisten Pfadi Winterthur läuft Ende der Saison aus. Nun bestätigte Uwe Schwenker die Kontaktaufnahme: Er habe sich zusammen mit Trainer Noka Serdarusic am Montag auf dem Flughafen Zürich-Kloten mit dem Welthandballer von 1988 zu einem zweistündigen Gespräch getroffen.
Der THW ist dringend auf der Suche nach einem zweiten Linkshänder, um Staffan Olsson zu entlasten. "Staffan würde drei Luftsprünge machen, wenn wir Vollzug melden könnten", meinte Uwe Schwenker. Ob diese Entlastung aber vom Koreaner Kang kommt, ist ungewiß. Trotz "eines Traumangebots von Kiel" (Schweizer Boulevard-Magazin Blick) zögert der Winterthurer Leistungsträger noch, ob er für zwei Jahre zum THW wechseln wird. Seine Frau eigentlich in diesem Jahr eine Rückkehr nach Korea erwartet. So stehen die Chancen seiner Meinung nach "50 zu 50". Eine endgültige Entscheidung soll am Freitag fallen.


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Sieben THW-Spieler für Allstar-Event nominiert

Allstar-Event Am 26. Mai findet in Münster das Allstar-Event, bei dem alle Bundesligateams ihre besten Spieler abstellen, statt (wir berichteten). Das Treffen der besten Spieler der Liga (ein Nordwest-Team wird gegen eine Südost-Mannschaft antreten) soll ein Handball-Ereignis der Spitzenklasse werden.
Wer spielt, daß bestimmen letztlich die Handball-Fans. Nachdem die Trainer eine Vorauswahl getroffen haben, können nun die Leser von Sport-Bild und die Zuschauer von DSF noch Einfluß nehmen und ihre Mannschaft mitbestimmen. Bis zum 15. Mai können Sie ihre Spieler für die einzelnen Positionen auswählen.

Die folgende Vorauswahl haben die Trainer getroffen. Der Kader wird jetzt nach Vorgaben der Leser und Zuschauer auf zwei Spieler pro Position reduziert.

Hier die beiden Kader:

Nordwest:
  • Tor: Ege (THW), Stojanovic (Schwartau), Fort (Lemgo), Holpert (Flensburg),
  • Linksaußen: Jacobsen (THW), Christiansen (Flensburg), Kretzschmar (Magdeburg), Lakenmacher (Nettelstedt)
  • Linker Rückraum: Perunicic (THW), von Behren (Minden), Lövgren (THW), Atawin (Magdeburg)
  • Rückraum-Mitte: Dujshebajev (Minden), Lavrov (Flensburg-Handewitt), Solberg (Nordhorn), Wislander (THW)
  • Rechter Rückraum: Zerbe (Lemgo), Olsson (THW), Stefansson (Magdeburg), Mikulic (Nettelstedt)
  • Rechtsaußen: Pettersson (Nordhorn), Kehrmann (Lemgo) , Hjermind (Flensburg-Handewitt), Thorsson (Schwartau).
  • Kreis: Klimovets (Flensburg-Handewitt), Petersen (THW), Kouzilev (Minden), Mäurer (Magdeburg)
Südost:
  • Tor: Djordjic (Frankfurt), Ramota (Großwallstadt), Thiel (Dormagen), Hecker (Essen)
  • Linksaußen: Filipow (Wuppertal), Krebietke (Essen), Mierzwa (Großwallstadt), Amalou (Gummersbach)
  • Linker Rückraum: Immel (Frankfurt), Khodkow (Gummersbach), Pryczbecki (Essen), Rasch (Wuppertal)
  • Mitte: Jovanovic (Essen), Richardson (Großwallstadt), Baur (Wetzlar), Bedzikowski (Dormagen)
  • Rechter Rückraum: Yoon (Gummersbach), Rose (Frankfurt), Lisicic (Wetzlar), Kunze (Großwallstadt)
  • Rechtsaußen: Roos (Großwallstadt), Joulin (Eisenach), Grimsson (Wuppertal), Axner (Gummersbach)
  • Kreis: Rastner (Frankfurt), Just (Eisenach), Sighvatsson (Dormagen), Fog (Gummersbach)

So stimmen Sie ab:

Unterstützen Sie den THW bei der Wahl von sport1.de:

Oder schreiben Sie ihre Favoriten für jede Position auf eine Postkarte und senden Sie diese an:

Kennwort "Handball-All-Star-Spiel"
Sport-Bild
20777 Hamburg


(11.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Jacobsen wieder fit?

[Bild: Nikolaj Jacobsen] Ungewißheit beim THW: Kann Nikolaj Jacobsen nach seiner Verletzung. im Spiel in Minden gegn Nordhorn antreten?
So schildert der Däne den Vorfall: "Bei einem Siebenmeterwurf habe ich eine falsche Drehung gemacht und hatte schon Schmerzen. Beim folgenden Gegenstoß konnte ich mich dann kaum noch bewegen." THW-Arzt Dr. Brandecker stellte eine Blockade in der Wirbelsäule fest: "Ein Nerv war eingeklemmt und hat die Muskeln festgemacht." Jacobsen wird ständig mit Elektromassagen behandelt, sein Zustand hat sich schon deutlich gebessert: "Es tut nicht mehr so weh." Brandecker: "Ich hoffe, daß er am Donnerstag wieder auf der Bank sitzen kann."
Am Mittwoch absolvierte Niko erstmals wieder ein leichtes Lauftraining, war ansonsten frei- bis viermal täglich beim THW-Physiotherapeuten Uwe Brandenburg. Krankengymnastik, Elektrotherapie, Massagen und gezielte Behandlungen auf dem Schlingentisch standen auf dem Programm. Ob der Däne heute eingesetzt werden kann, ist momentan noch fraglich.


(11.-13.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Donnerstag Spitzenspiel gegen Nordhorn

Lesen Sie hier ein Kurz-Interview mit dem HSG-Manager Bernd Rigterink.
Hier geht's zur letzten Aktualisierung vor dem Spiel.

Logo HSG Nordhorn Donnerstag kommt es nach dem Duell gegen Magdeburg zu einem weiteren Spitzenspiel in der Kieler Ostseehalle. Die HSG Nordhorn, momentan Fünfter der Tabelle, ist zu Gast beim THW Kiel. Das DSF überträgt live ab 20.15 Uhr, Anwurf ist 20.30 Uhr.
Der Aufsteiger aus Niedersachsen hat bisher eine furiose Saison hingelegt. In eigener Halle gab man sich kaum Blößen und auswärts konnte man mit 14:10 Punkten (u.a. Siege in Wallau, Gummersbach und Wetzlar) die Stärke eindrucksvoll demonstrieren. Einen weiteren Auswärtspunkt will der THW den Nordhorner aus der Ostseehalle jedoch nicht mitgeben, zu wichtig ist für die Zebras jeder Punkt im Titelrennen. Daß das schwierig werden könnte, zeigte sich nicht nur beim 26:26-Unentschieden in Nordhorn, sondern auch im Pokal-Achtelfinale, als der THW die HSG knapp mit 27:24 (13:15) schlagen konnte.
Nach einer Niederlage Ende März in Eisenach hat sich die HSG mit einem 28:22-Sieg über Großwallstadt scheinbar wieder gefangen. Zwar wird der schwedische Weltmeister und Abwehrchef Ola Lindgren nach einem Trümmerbruch im Mittelfinger der linken Hand bis zum Saisonende ausfallen, dafür konnte aber Andreas Larsson nach einem Außenbandriß im Knöchel gegen den TVG erstmals wieder eingesetzt werden. Jochen Fraatz traf im Pokalspiel in Kiel siebenmal Beste Scorer für die HSG sind momentan die Außen Jochen Fraatz (192/52 Tore in 25 Spielen) und Johan Pettersson (124/25 in 25 Spielen). Den weiteren Kader der Nordhorner stellten wir im Vorbericht zum Bundesliga-Hinspiel und im Vorbericht zum Pokalspiel schon ausführlich vor.

ODDSET-Quote:
Sieg THW:1,25
Unentschieden:5,80
Sieg Nordhorn:3,65

 

Kurz nachgefragt beim HSG-Manager Bernd Rigterink

Zebra:
Als Aufsteiger war es natürlich nicht ihr Saisonziel - aber denken Sie, daß Sie noch Deutscher Meister werden können?
Rigterink:
Nein, auf gar keinen Fall. Wir sind nicht so vermessen, zu glauben, daß es gleich in der ersten Saison für den Titel reichen könnte. Nach dem sehr guten Saisonstart konnten wir unser Ziel korrigieren, so daß wir nun einen Europapokalplatz anvisieren.
Zebra:
Haben Sie denn damit gerechnet, als Aufsteiger so eine gute Saison zu spielen?
Rigterink:
Da wir fast komplett mit der Meistermannschaft aus der Zweiten Liga in die Saison gegangen sind, sind wir alle überrascht, daß es bisher so gut gelaufen ist. Karsten Kohlhaas kann zum Beispiel erst jetzt wieder ins Geschehen eingreifen. Niemand hat mit einer so starken Saison gerechnet.
Zebra:
Gibt es bereits Neuverpflichtungen für die neue Saison?
Rigterink:
Nein, da können wir noch nichts vermelden. Das Gros der Mannschaft bleibt auf jeden Fall zusammen, da bereits viele Spieler ihre Verträge verlängert haben. Auch unser Trainer Kent Harry Andersson hat einen Kontrakt bis 2004. Dennoch schauen aber auch wir uns auf dem Spielermarkt um.
Zebra:
Die HSG hat zuletzt bei der Niederlage in Eisenach nicht gut ausgesehen. Soll es heute eine Wiedergutmachung geben?
Rigterink:
Wir waren in Eisenach etwas von der Härte des ThSV überrascht und haben diese angenommen. Das hat uns in Schwierigkeiten gebracht. Für heute wünsche ich mir, daß wir ein ähnlich knappes Spiel liefern können wie im DHB-Achtelfinale, in dem wir ja lange Zeit die Nase vorne hatten. Wir kommen nicht, um zu verlieren, aber es wird gegen den THW natürlich wieder sehr schwer. Andreas Larsson wird in Kiel wohl wieder dabei sein, aber leider müssen wir definitiv auf Ola Lindgren verzichten.

Letzte Aktualisierung vor dem Spiel (13.04.)

THW-Coach Noka Serdarusic hat großen Respekt vor der Nordhorner Skandinavienauswahl, die zusammen mehr als 1450 Länderspiele vorweisen kann: "Das sind gutausgebildete Leute, die alles können. Die spielen taktisch sehr diszipliniert. Da ist alles durchdacht." Und in der kompakten 6:0-Abwehr hat Tomas Eriksson die Lücke des verletzten Ola Lindgren sehr gut geschlossen: "Selbst wenn die einen schlechten Tag haben, diese Abwehr kann man nicht auseinandernehmen."
Kein Wunder bei diesem starken Gegner, daß Serdarusic ein wenig Angst hat, die 873 Tage andauernde Heimserie des THW (71:1 Punkte in Folge) könnte reißen: "Flensburg, Lemgo, Magdeburg - alle hat es in dieser Saison in eigener Halle schon erwischt. Irgendwann sind wir auch dran, ich weiß nur nicht wann. Ich hoffe, nicht so schnell."
Sorgen bereitet ihm momentan noch Nikolaj Jacobsen (siehe Extra-Bericht).

 

TV- und Radio-Tips:


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Ege erneut in der Mannschaft der Woche

Logo Handball-Woche [Bild: Steinar Ege] Die Handball-Woche hat Steinar Ege zum zweiten Mal in dieser Saison in die "Mannschaft der Woche" gewählt.


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THW-Internet-User glauben an ihr Team

Die Benutzer der THW-Seiten sind mehr als zuversichtlich: Von über 850 Befragten glaubten 69 Prozent, daß der THW die SG Flensburg-Handewitt im Meisterschaftsrennen noch abfangen kann (Stand 11.04.2000, 15.00 Uhr).


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Kanzler Schröder wünscht sich die SG, Handball-Woche tippt auf den THW

Doch Schwenker tritt auf die Euphorie-Bremse

Bei der Bundesliga-Partie Flensburg - Lemgo (22:22) war auch Bundeskanzler Schröder zu Gast. Er meinte nach dem Spiel: "Wenn Lemgo nicht Meister werden kann, wünsche ich es der SG." Doch die Flensburger sind für die Endphase der Meisterschaft gehandicapt: Morten Bjerre zog sich im Spitzenspiel gegen den TBV einen Bänderriß zu, wird lange ausfallen. "Faxe" Jörgensen, sein Vertreter auf Rückraum-Rechts, hatte wieder einmal seine Nerven nicht im Griff, kassierte nach einer Tätlichkeit gegen Lemgos Pogorelov eine rote Karte. Nun könnte auch Jörgensen mit einer Rot-Sperre für einige Spiele ausfallen, dann stände Flensburg ohne rechten Rückraum da.
Update: Jörgensen wird nach seiner roten Karte nicht gesperrt.

Doch nicht nur aus diesem Grund glauben viele Handball-Experten nicht an einen Titel der Flensburger. Die Handball-Woche tippt einmal mehr auf den THW Kiel als kommender Deutscher Meister: "Der THW läßt sich die Titel-Schale nicht mehr aus der Hand reißen, wenn er sich vorher nicht noch einen unerwarteten Ausrutscher leistet." Doch THW-Manager Uwe Schwenker tritt gegenüber der Handball-Woche kräftig auf die Euphorie-Bremse: "In der letzten Saison standen die Vorzeichen anders. Flensburg hatte das weitaus schwerere Restprogramm und wir waren in der heißen Saisonendphase damals nicht mehr im Europapokal vertreten. Wir haben jetzt zwar noch fünf Heimspiele, aber noch lange nicht alle gewonnen. Im Pokalfinale haben wir uns zuletzt einen psychologischen Vorteil verschaffen können und Flensburg ein wenig mehr unter Druck gesetzt. Mal schauen, wie lange wir davon profitieren können. Aber im Moment steht bei uns das Champions League-Finale gegen den FC Barcelona über alles.

Hier der Tipp des Fachblattes, unseren Tipp finden Sie weiter unten....

Tipp der Handball-Woche:

THW KielGUV SG Flensburg-HandewittGUV TBV LemgoGUV SC MagdeburgGUV HSG NordhornGUV
Datum Gegner H A Datum Gegner H A Datum Gegner H A Datum Gegner H A Datum Gegner H A
13.04: HSG Nordhorn (H) G 15.04: TuS Nettelstedt (A) G 15.04: TV Großwallstadt (H) G 13.04: VfL Bad Schwartau (H) G 13.04: THW Kiel (A) V
16.04: TUSEM Essen (H) G 19.04: HC Wuppertal (H) G 19.04: HSG Nordhorn (A) V 15.04: ThSV Eisenach (A) V 15.04: VfL Bad Schwartau (A) V
03.05: HSG D/M Wetzlar (H) G 03.05: TuS Schutterwald (A) G 03.05: TuS Nettelstedt (A) G 04.05: HSG Nordhorn (H) G 19.04: TBV Lemgo (H) G
06.05: TV Willstätt (A) G 06.05: Bayer Dormagen (A) G 06.05: HC Wuppertal (H) G 07.05: GWD Minden (A) U 23.04: VfL Gummersbach (H) G
10.05: SG Flensburg-Handewitt (H) G 10.05: THW Kiel (A) V 10.05: TuS Schutterwald (A) G 10.05: TUSEM Essen (H) G 04.05: SC Magdeburg (A) V
14.05: TV Großwallstadt (A) V 14.05: SG W.M. Frankfurt (H) G 14.05: Bayer Dormagen (H) G 14.05: VfL Gummersbach (A) V 07.05: TuS Nettelstedt (H) G
20.05: TBV Lemgo (H) G 20.05: ThSV Eisenach (A) V 20.05: THW Kiel (A) V 20.05: HSG D/M Wetzlar (H) G 10.05: GWD Minden (A) V
14.05: HC Wuppertal (A) G
20.05: TUSEM Essen (H) G
GUV: G=gewinnt, U=spielt unentschieden, V=verliert gegen diesen Gegner

Prognostizierte End-Tabelle der Handball-Woche:

PlatzMannschaft Gesamt Heim Auswärts
Punkte Spiele G U V Punkte Spiele G U V Punkte Spiele G U V
1. THW Kiel 54:14 34 27 2 6 34: 0 17 17 0 0 20:14 17 10 2 6
2. SG Flensburg-Handewitt 53:15 34 27 1 7 31: 3 17 15 1 1 22:12 17 12 0 6
3. TBV Lemgo 50:18 34 23 4 7 27: 7 17 13 1 3 23:11 17 10 3 4
4. SC Magdeburg 48:20 34 22 6 7 32: 2 17 16 0 1 16:18 17 6 6 8
5. HSG Nordhorn 46:22 34 23 2 10 30: 4 17 14 2 1 16:18 17 9 0 9

Unser Tipp:

Diese Prognose finden Sie immer aktualisiert auf der Prognose-Seite.

THW KielGUV SG Flensburg-HandewittGUV TBV LemgoGUV SC MagdeburgGUV HSG NordhornGUV
Datum Gegner H A Datum Gegner H A Datum Gegner H A Datum Gegner H A Datum Gegner H A
13.04: HSG Nordhorn (H) G 15.04: TuS Nettelstedt (A) G 15.04: TV Großwallstadt (H) G 13.04: VfL Bad Schwartau (H) G 13.04: THW Kiel (A) V
16.04: TUSEM Essen (H) G 19.04: HC Wuppertal (H) G 19.04: HSG Nordhorn (A) V 15.04: ThSV Eisenach (A) U 15.04: VfL Bad Schwartau (A) V
03.05: HSG D/M Wetzlar (H) G 03.05: TuS Schutterwald (A) G 03.05: TuS Nettelstedt (A) G 04.05: HSG Nordhorn (H) G 19.04: TBV Lemgo (H) G
06.05: TV Willstätt (A) G 06.05: Bayer Dormagen (A) G 06.05: HC Wuppertal (H) G 07.05: GWD Minden (A) V 23.04: VfL Gummersbach (H) G
10.05: SG Flensburg-Handewitt (H) G 10.05: THW Kiel (A) V 10.05: TuS Schutterwald (A) G 10.05: TUSEM Essen (H) G 04.05: SC Magdeburg (A) V
14.05: TV Großwallstadt (A) G 14.05: SG W.M. Frankfurt (H) G 14.05: Bayer Dormagen (H) G 14.05: VfL Gummersbach (A) G 07.05: TuS Nettelstedt (H) G
20.05: TBV Lemgo (H) G 20.05: ThSV Eisenach (A) G 20.05: THW Kiel (A) V 20.05: HSG D/M Wetzlar (H) G 10.05: GWD Minden (A) V
14.05: HC Wuppertal (A) G
20.05: TUSEM Essen (H) G
GUV: G=gewinnt, U=spielt unentschieden, V=verliert gegen diesen Gegner

Unsere prognostizierte End-Tabelle:

PlatzMannschaft Gesamt Heim Auswärts
Punkte Spiele G U V Punkte Spiele G U V Punkte Spiele G U V
1. THW Kiel 56:12 34 27 2 5 34: 0 17 17 0 0 22:12 17 10 2 5
2. SG Flensburg-Handewitt 55:13 34 27 1 6 31: 3 17 15 1 1 24:10 17 12 0 5
3. TBV Lemgo 50:18 34 23 4 7 27: 7 17 13 1 3 23:11 17 10 3 4
SC Magdeburg 50:18 34 22 6 6 32: 2 17 16 0 1 18:16 17 6 6 5
5. HSG Nordhorn 46:22 34 22 2 10 30: 4 17 14 2 1 16:18 17 8 0 9


(11.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Mit den Zebrasprotten nach Barcelona

Nicht nur das THW-Reisebüro Zebra-Reisen hat eine Reise zum CL-Finale nach Barcelona organisiert (Tel.: 0431/690490), auch der THW-Fanclub Zebrasprotten bietet eine Tour in die spanische Metropole an, noch sind Plätze im Bus frei. Die Fahrt beginnt am Freitag, 28. April, und kostet 560 Mark inklusive zweier Übernachtungen und Eintrittskarten. Infos gibt es bis Mittwoch bei Stefan Ernst unter Tel. 04347/5149.


(10.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Jacobsen zog sich Wirbelblockade zu

Nikolaj Jacobsen zog sich im Spiel gegen Minden eine Wirbelblockade zu. Der Däne war bei einem Tempogegenstoß ohne Gegnereinwirkung unglücklich aufgekommen, signalisierte sofort, daß er starke Schmerzen im Rückenbereich hatte. THW-Physiotherapeut Uwe Brandenburg diagnostizierte eine "Blockade zwischen der Brust- und der Lendenwirbelsäule." "Die Blockade habe ich rausbekommen, aber die Muskulatur ist total verspannt." Ob und wielange Jacobsen ausfällt, ist noch unklar.


(10.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Sport3-Zuschauer glauben an Flensburg

Sport3, das Sportmagazin von N3, ließ heute abend die Zuschauer per TED abstimmen, wer ihrer Meinung nach Meister wird. 51 Prozent der Anrufer glaubten, daß die SG Flensburg-Handewitt Meister wird, 40 Prozent tippten auf den THW, nur neun Prozent auf Lemgo.


(09.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

THW verpaßt Sprung an die Tabellenspitze - Unentschieden in Minden

Der THW hat den Sprung an die Tabellenspitze nicht geschafft. Nach einem 25:25 (15:11)-Unentschieden bei GWD Minden bleibt der THW weiter einen Punkt hinter Spitzenreiter SG Flensburg-Handewitt, der gestern im Heimspiel gegen Lemgo ebenfalls einen Punkt abgeben mußte. So bleibt es also weiter spannend in der Bundesliga, beste Titelchancen haben Flensburg (43:11 Punkte), THW (42:12) und Lemgo (40:14).

Der THW begann gut: Nach Toren von Jacobsen und Perunicic führten die Zebras in der vierten Minute mit 2:1, Steinar Ege hatte schon einen Siebenmeter gegen Frank von Behren pariert. In der 5. Minute machte GWD-Regisseur Talant Dujshebajev mit seinem weiten Treffer den 2:2-Ausgleich.
Nach 18 Minuten lag der THW immer noch auf Kurs "Tabellenführung", er führte über 6:4 (13.) mit 8:6 in der ausverkauften Kampa-Halle. Bis dahin hatten sich besonders beide Torhüter auszeichnen können. Ege parierte einen weiteren Siebenmeter gegen Aaron Ziercke, GWD-Torhüter Jörg-Uwe Lütt machte einen verhinderte einen Strafwurf-Treffer von Nikolaj Jacobsen.
Jacobsen verletzt Dann Schrecksekunde für den THW: Nikolaj Jacobsen läuft beim 10:7 einen weiteren Tempogegenstoß, vorher hat er schon zwei verwandelt, macht seinen vierten Treffer, doch bei der Landung verletzt er sich am Rücken (Foto). Unser Däne konnte nicht mehr weiterspielen, eine Diagnose liegt momentan noch nicht vor.
Zwei Minuten vor dem Pausengang führte der THW dennoch mit 13:10. Diesen Drei-Tore-Vorsprung verdankte er unter anderem einer größeren Anzahl von technischen Fehlern auf Seiten der Gastgeber, die den THW förmlich zu leichten Toren einluden: Alleine siebenmal traf der THW durch Tempogegenstoß. Mit einer 15:11-Führung ging es in die Kabine.
Doch nach Wiederanpfiff schmolz der Vorsprung schnell. Der THW mußte zwei Zeitstrafen (Olsson, Schmidt) hinnehmen. GWD-Jungnationalspieler Frank von Behren nutzte die Chance, traf dreimal hintereinander und brachte seinen Verein auf ein Tor zum 15:16 (36.) heran. Auch daß Nikolaj Jacobsen nach dem ersten Durchgang verletzungsbedingt ausscheiden mußte machte sich nun bemerkbar, auch wenn sein Vertreter Christian Scheffler nicht enttäuschte.
Minden wurde im zweiten Durchgang immer stärker und konnten in der 43. Minute mit 19:19 ausgleichen. Doch der THW ging noch einmal in Führung nach Treffern von Stefan Lövgren (Siebenmeter) und Nenad Perunicic: 21:19 stand es in der 46. Minute. Doch Minden blieb weiter gefährlich, insbesondere durch die beiden stärksten Spieler auf Seiten der Grün-Weißen, Frank von Behren (fünf Tore) und Talant Dujshebajev (dreizehn Treffer).
Nenad trifft wieder Obwohl Steinar Ege noch einen dritten Siebenmeter halten konnte (diesmal gegen Dujshebajev), blieb Minden dran. Dreieinhalb Minuten vor Abpfiff stand es 23:24 nach einem weiteren Treffer von Perunicic (Foto), aber GWD Minden erhielt erneut einen Strafwurf. Von Behren verließ der Mut, Aaron Ziercke mußte antreten und verwandelte sicher zum erneuten Ausgleich, 24:24 stand es nun. Der THW ging durch Stefan Lövgren 90 Sekunden vor Abpfiff noch einmal mit 25:24 in Führung, doch der überragende Dujshebajev erzielte in der letzten Minute den 25:25-Ausgleich. Grund für den Punktverlust beim THW war nicht nur die starke Leistung der Mindener im zweiten Durchgang, sondern auch die plötzliche einbrechende Nervosität bei einigen Zebras in Durchgang zwei.
Talant Dujshebajev Beste Schützen auf Seiten des THW waren Perunicic (acht Tore) mit einer sehr guten Leistung und Lövgren (6/3). Auch Steinar Ege zeigte eine tadellose Vorstellung, er hielt alleine drei Siebenmeter. Beim Gastgeber überragte Dujshebajev (13/2 Tore, Foto).

TV- und Radio-Tips:

Stimmen zum Spiel:

THW-Trainer Noka Serdarusic im NDR 1-Interview:
Ich bin natürlich nicht zufrieden, wir haben zur Halbzeit ja mit 15:11 geführt, wir waren die überlegene Mannschaft, haben den besseren Handball gespielt. Wir haben bis zur 45. Minute alles in der eigenen Hand gehabt und dann aufeinmal Nerven gezeigt, eine Begründung dafür habe ich immer noch nicht. Das hat Minden ausgenutzt und zum Schluß haben wir einen Punkt verloren. Minden war heute nicht unbedingt so stark, und wenn wir konzentriert weitergespielt hätten, hätten wir das Spiel gewinnen müssen.

[Frage: War der Knackpunkt die Verletzung von Jacobsen?]
Ich will jetzt den Punktverlust nicht auf diese Schiene schieben, aber man weiß, was Jacobsen wert ist und man weiß auch, daß er in der letzten Viertelstunde immer ein Schlitzohr ist und für das eine oder andere Tor gut ist. Und das hat uns heute sicherlich gefehlt, obwohl Scheffler nicht unbedingt schlecht gespielt hat.

[Frage: An der Belastung kann's ja auch nicht liegen, Minden hat ja auch im Pokal spielen müssen?]
Minden hat ein Spiel weniger im Pokal, eine Verlängerung weniger, die haben keinen Europapokal und so weiter und so weiter. Minden hat eine Mannschaft mit Dusjhebajev, Tutschkin, Frändesjö, Kusilev, von Behren, das ist eine Weltklassetruppe, da kann man nicht einfach hierher kommen und eine Lektion erteilen, so einfach geht das nicht.

[Frage: Sie sind nun also weiter in der Verfolgerrolle, ist Ihnen das vielleicht sogar lieber?]
Mir wäre es lieber, wenn wir fünf Punkte vor wären, aber was mir lieber ist und was nicht, danach geht es nicht. Ich habe schon vor Wochen gesagt, daß das einzige, was zählt, ist, das was wir machen, das haben wir heute wieder gezeigt. Alles liegt bei uns selbst in der Hand.

[Frage: Nenad Perunicic hatte in letzter Zeit einige Probleme, ist heute richtig explodiert, gerade am Ende mit den entscheidenden Toren. Was sagen Sie zu seiner Leistung?]
Er hat in der Deckung ziemlich gut gestanden, vorne hat er sehr solide gespielt, das war schon besser als in den letzten Spielen, obwohl das sicher nicht alles ist, was Nenad Perunicic kann.

[Sauer war Serdarusic auf die überforderten Schiedsrichterinnen:]
Die haben Zeitstrafen für nichts gegeben.

THW-Kapitän Magnus Wislander im ZDF-Interview:
Wislander im Interview
[Frage: Unentschieden - zu wenig?]
Zu wenig, das weiß ich nicht. Minden ist eine sehr gute Mannschaft, und daß man hier überhaupt punkten kann, damit rechnet man vor dem Spiel nicht unbedingt.

Das letzte Wochenende steckt man nicht so leicht weg. Der Knackpunkt war Mitte der zweiten Halbzeit, als wir in Überzahl eins, die aber zwei Tore gemacht haben.

THW-Manager Uwe Schwenker:
Wir haben einen Punkt verschenkt.

27. Spieltag: 09.04.00, So., 15.00: GWD Minden - THW Kiel: 25:25 (11:15)

Logo GWD Minden:
Lütt, Wiechers (ein 7m); v. Behren (5), Kusilev (3), Frändesjö, Traub (1), Dujshebajev (13/2) Bock, Löhr, Tutschkin (2), Ziercke (1/1); Trainer: Rymanov
Logo THW Kiel:
Ege, Geerken (ein 7m); Wislander (2), Jacobsen (4), Schwenke, Perunicic (8), Petersen, Lövgren (6/3), Schmidt (2), Scheffler (2), Kibat, Olsson (1); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Ehrmann (Riedstadt) / Künzig (Karlsruhe)
Zeitstrafen:
Minden: 3 (dreimal Löhr);
THW: 5 (Olsson, Schmidt, Lövgren, Petersen, Perunicic)
Rote Karte:
Minden: Löhr nach dritter Zeitstrafe, 52.
Siebenmeter:
Minden: 6/3 (Ege pariert gegen von Behren, Dujshebajev und Ziercke));
THW: 4/3 (Jacobsen scheitert an Lütt)
Spielfilm:
1. Hz.: 0:2, 2:2, 3:2, 4:4, 4:6, 5:6, 5:8, 6:8, 6:9, 7:9, 8:12, 10:13, 11:15;
2. Hz.: 12:15, 13:16, 15:16, 16:18, 17:18, 17:19, 19:19, 19:21, 21:21, 21:23, 23:23, 23:24, 24:24, 24:25, 25:25
Zuschauer:
4000 (ausverkauft) (Kampa-Halle, Minden)


(09.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Flensburg patzt gegen Lemgo - kann der THW in Minden an der SG vorbeiziehen?

Gestern abend trennten sich in der ausverkauften Fördehalle der Tabellenführer SG Flensburg-Handewitt und Verfolger TBV Lemgo 22:22 (12:11). "Mein Optimismus wird mit jedem Punktverlust geringer", sagte Flensburgs Trainer Erik Veje Rasmussen, beeilte sich dann aber mit der Versicherung: "Noch glaube ich daran, daß wir es packen."
"Bisher ist immer nur vom Meisterschafts-Zweikampf Kiel - Flensburg die Rede gewesen. Die Flensburger haben uns wohl nicht richtig für voll genommen", erklärte TBV-Trainer Juri Schewzow. Fynn Holpert, Manager der Ostwestfalen und Bruder von Flensburgs Torhüter Jan Holpert, jubelte: "Eine spannendere Saison kann man sich gar nicht wünschen. Wir haben alles getan, damit aus dem Zweikampf an der Spitze ein Dreikampf wird. Jetzt sieht es nach einem echten Showdown aus." Der TBV Lemgo muß noch zum Titelverteidiger THW Kiel in die Ostseehalle. "Ich hoffe, daß Lemgo dort genauso stark auftritt wie bei uns", sagte Thomas Knorr.
Lachender Dritter des gestrigen Unentschiedens könnte der THW sein, der mit einem Sieg in Minden die Tabellenführung übernehmen würde. Um 16.30 Uhr wissen wir mehr.


(09.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Kann der THW aus Minden die dringend benötigten Punkte mitnehmen?

Hier geht's zur letzten Aktualisierung

Logo GWD Minden Sonntag um 15.00 Uhr muß der THW in der Kampa-Halle in Minden gegen GWD Minden antreten. Die Ostwestfalen könnten sich als großer Stolperstein auf dem Weg zur Titelverteidigung erweisen: In den letzten beiden Spielzeiten verlor der THW jeweils in Minden (siehe Gegnerdaten), zudem hat die Mannschaft von GWD nach der Pokal-Halbfinal-Pleite gegen Flensburg bei den GWD-Fans sicherlich einiges gut zu machen. Flensburg war bisher auch die einzige Mannschaft, die dem Team von Trainer Sascha Rymanov eine Heimniederlage zufügen konnte.
Zuletzt legte Minden eine 8:0-Serie hin, liegt nun mit 33:19 Punkten auf Platz sieben der Tabelle. Während der ganzen Saison waren die Grün-Weißen nicht schlechter als Platz acht positioniert (siehe Gegnerkurve).
Talant Dujshebajev Den GWD-Kader stellten wir schon ausführlich im Vorbericht zum Hinspiel vor, das der THW mit 29:23 gewann (siehe Bericht). Fehlen wird am Sonntag Mike Bezdicek, der bis zum Saisonende ausfällt. Dafür muß der THW mit Superstar Talant Dujshebajev (Foto) klarkommen, der seit Wochen eine bestechende Form hat und mit 154/19 Toren auf Platz fünf der Bundesliga-Torschützen-Liste liegt.

Letzte Aktualisierung vor dem Spiel

Wie schon befürchtet, in Minden ist nach der Leistung im Pokal-Halbfinale gegen Flensburg dicke Luft. Der Ärger der enttäuschten Fans entlud sich in zig Leserberiefen in den Lokalzeitung und Mindens Jung-Nationalspieler Frank von Behren kritisierte: "Wir sind keine Mannschaft, sondern nur eine Ansammlung von Einzelspielern." Auch Manager Horst Bredemeier war mit der zuletzt gezeigten Leistung überhaupt nicht zufrieden: "Ich kann mit so einem Auftritt nicht leben und muß mich bei den Zuschauern entschuldigen." So geht GWD natürlich besonders motiviert ins morgige Spiel. "Wir müssen uns gut verkaufen", fordert Trainer Sascha Rymanov. "Man kann verlieren, die Frage ist aber wie."
Doch THW-Coach Noka Serdarusic sieht die Situation gelassen: "Uns wollen sie es alle zeigen, das ist immer so." Probleme bereitet ihm viel mehr die momentante Personalsituation. Olsson und Schmidt konnten in den beiden letzten Tagen nicht trainieren. Der schwede leidet unter Bandscheiben-Problemen, Martin Schmidt handelte sich im Pokalfinale einen Bluterguß im Oberschenkel ein und mußte zweimal täglich vom Physiotherapeuten behandelt werden.
Heute abend könnte schon eine kleine Vorentscheidung in der Meisterschaft fallen. Die SG Flensburg-Handewitt empfängt vor hohem Besuch - Kanzler Schröder ist in der Halle - den TBV Lemgo, der in der Fördehalle um seine letzte Meisterschaftschance kämpft. Doch Serdarusic interessiert sich nicht für die SG: "Wir sehen nicht auf Flensburg. Wir machen es oder wir machen es nicht. Wir können alles selbst entscheiden."

TV- und Radio-Tips:


(07./08.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Interview mit Rasmussen bei Konter-Online

Konter-Online, die Website der SG-Flensburg-Handewitt, hat ein ausführliches Interview des Flensburger Tageblattes mit SG-Trainer Erik Veje Rasmussen veröffentlicht. Im Gespräch zeigt sich der Däne überzeugt davon, daß sein Team deutscher Meister wird, auch wenn der THW seiner Meinung nach die "personell stärkste Mannschaft der Liga" ist und mit Wislander "den absolut weltbesten Spieler seit 10 Jahren" besitzt.

Lesen Sie das komplette Interview bei Konter-Online.


(06.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Lövgren in der Mannschaft der Woche

Logo Handball-Woche [Bild: Stefan Lövgren] Die Handball-Woche hat Stefan Lövgren erstmals in dieser Saison in die "Mannschaft der Woche" gewählt.


(06.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Letzter Bundesliga-Spieltag vorverlegt

Der letzte Spieltag der Bundesliga wird um einen Tag auf Samstag, den 20. Mai, 15.00 Uhr, vorverlegt. Hätte der Spieltag wie geplant am Sonntag stattgefunden, wäre wegen Formel-1 auf dem Nürbingring, Tennis in Hamburg und Golf in Gut Kaden eine Live-Übertragung bei ARD oder ZDF nicht möglch gewesen.

Update: Der Spieltag findet jetzt doch am Sonntag statt (siehe Bericht).


(06.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

CL-Endspiel-Termine stehen fest

DSF-Logo Die Champions League-Endspiel-Termine stehen nun endgültig fest. Das Hinspiel findet am Samstag, den 22.4., um 16.15 Uhr in der Kieler Ostseehalle statt. Das DSF überträgt live. Das Rückspiel wird am darauffolgenden Samstag, den 29.4., um 16.15 Uhr in Barcelona angepfiffen. Schade für die daheimbleibenden Kieler Fans, daß es keine Live-Übertragung aus Spanien geben wird. Kein deutscher Sender war bereit, das Spiel am Samstag zu dieser Uhrzeit zu übertragen und Barcelona wollte keinem früheren Termin zustimmen.
Morgen früh beginnt an den Kassen der Ostseehalle übrigens der freie Vorverkauf für das Hinspiel in Kiel. 2000 Karten sind noch verfügbar, doch wer eine oder zwei von diesem Kontingent ergattern will, sollte sich sputen: THW-Manager Uwe Schwenker rechnet mit einem reißen Absatz.


(05.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

"Öko-THW": Im Spargang zum klaren Sieg über Dormagen

Der Spargang reichte heute abend. Beim 27:20 (15:8)-Sieg über Bayer Dormagen ging der THW nach den Strapazen der letzten Wochen höchst ökonomisch mit seinen Kräften um. Noka Serdarusic nutzte die Chance, allen Spielern Spielanteile zu geben, und schonte seine angeschlagenen oder ausgelaugten Stammkräfte so weit es ging, denn der harmlose TSV Bayer Dormagen stellte zu keinem Zeitpunkt des Spiels eine Gefahr für den Gastgeber dar.

Der Hexer - Andreas Thiel Einer der Höhepunkte des Abend fand schon vor dem Abpfiff statt. Handball-Legende Andreas Thiel (Foto), der "Hexer", wurde schon beim Einlaufen mit großem Applaus begrüßt. Und als dann Hallensprecher Rolf Körting den 40-jährigen, der seine letzte Bundesliga-Saison bestreitet, offiziell verabschiedete, mußte auch "Andi" noch einmal ans Mikro und fand nette Worte für das Kieler Publikum, mit dem ihn in den 80er Jahren eine "Hassliebe" verband, nun aber nur noch große Sympathie verbindet.
Nach dem Anpfiff sah man dann eine ungewöhnliche Formation beim THW: Staffan Olsson, der gestern nicht schmerzfrei trainieren konnte, wurde geschont, stattdessen spielte ein Rückraum aus Wislander, Perunicic und Lövgren. Unser "neuer Schwede" spielte über weite Phasen - ungewohnterweise - auch in der Abwehr. Olsson kam erst Mitte der ersten Halbzeit zu einem Kurzeinsatz, durfte sich dann im zweiten Durchgang wieder komplett ausruhen.
Spielszene Nach ausgeglichenem Beginn stand es in der 11. Minute 5:5. Bis dahin hatte der THW mehr als ruhig seinen Stiefel herunter gespielt, haushaltete mit seinen Kräften. Doch das reichte gegen die Dormagener Mannschaft, von der keine große Gefahr ausging. In der 13. Minute, der THW führte inzwischen 6:5, durfte sich auch unser Dänen-Turbo Nikolaj Jacobsen ausruhen, für ihn kam Christian Scheffler.
Bayer machte nun einige Fehler und der THW zog sein Tempo leicht an. Das reichte, um die Führung auf 10:5 (20.) auszubauen. Das der THW das Spiel nach Belieben kontrollierte, schlug sich nun also auch im Spielstand wieder. Andreas Thiel schien das auf den Magen geschlagen zu sein, er ließ sich auswechseln. Auswechseln ließ sich auch Magnus Wislander, er schonte seine Kräfte und ließ erst einmal Wolfgang Schwenke für sich arbeiten. Perunicic zeigte aufsteigende Tendenz, machte in der 24. Minute ein unglaubliches Tor, als er von der halbrechten Position - nicht gerade sein Revier - aus 13 Metern abzog - der Ball schoß wie ein Strich an Dormagens Torhüter Kurth vorbei ins Netz.
Geruhsamer Gang in die Kabine Bis zur Halbzeitpause erhöhte der THW ohne große Mühe sogar noch auf 15:8, hatte einen geruhsamen Gang in die Kabine und behielt diese deutliche Führung auch im zweiten Durchgang bei. Zeitweise führte der deutsche Meister sogar mit zehn Toren, so z.B. beim 19:9 (37.) oder beim 23:13 (47.). Nach der Pause hatte Serdarusic Axel Geerken ins Tor gestellt, doch weder er noch sein Vorgänger Ege hatten gegen die ungefährlichen Dormagener große Möglichkeiten, sich auszuzeichnen.
In der 47. Minute verletzte sich dann Martin Schmidt, so daß Jacobsen, der bis dahin zu den Siebenmetern eingewechselt wurde, wieder auf seine angestammte Linksaußen-Position rückte, Christian Scheffler rochierte nach rechts. Noch eine Personaländerung gab es dann drei Minuten später (Spielstand inzwischen 24:16). Youngster Nico Kibat durfte den Rest der Spielzeit als THW-Regisseur agieren.
Robert Nowakowski Beim Abfiff stand es 27:20 und die THW-Akteure schienen froh zu sein, daß sie nicht mehr Kräfte aktivieren mußten. Bester Schütze für den THW waren Nikolaj Jacobsen (9/7) und Stefan Lövgren (5). Für Dormagen traf Robert Nowakowski (Foto) mit sechs Treffern am häufigsten. Der Ex-Altenholzer Alexander Bommes konnte kein Feldtor erzielen, verwandelte seine drei Siebenmeter aber sicher, auch wenn sie die Kieler Fans mit lautstarken "Andi, Andi"-Rufen einen anderen Siebenmeterschützen als den 24-jährigen Jurastudent gewünscht hatten...

Stimmen zum Spiel:

[Bild: Pressekonferenz]
Von links: THW-Trainer Serdarusic, Hallensprecher Körting, Dormagens Trainer Gudmundsson, Dormagens Sport-Direktor Uli Derad. THW-Manager Schwenker ist nicht auf dem Bild.
Dormagens Trainer Gudmundur Gudmundsson:
Glückwunsch zum Sieg. Wir haben teilweise nicht schlecht gespielt, aber zu viele technische Fehler gemacht. Acht technische Fehler in der ersten Halbzeit waren zu viel, so kam es zum Sieben-Tore-Rückstand. In der zweiten Halbzeit haben wir dann versucht, diszpliniert zu spielen, das haben wir teilweise geschafft, aber der Vorsprung war zu groß. Auf uns wartet nun die schwere Aufgabe "Klassenerhalt", wir haben ein schweres Heimspiel gegen Gummersbach in zehn Tagen.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Es war ein ziemlich leichtes Spiel und ein ziemlich faires Spiel. Sonst gibt es nichts spannendes, was ich noch erzählen könnte.
Dormagens Sport-Direktor Uli Derad:
Zum Spiel habe ich nichts zusätzliches zu sagen. Wir haben jetzt noch sieben Spiele, davon fünf Heimspiele, da gilt es für uns, die Punkte für den Klassenerhalt zu sammeln. Vielleicht gelingt uns ja die eine oder andere Überraschung. Ich denke, Kiel würde sich freuen, wenn wir Punkte gegen Flensburg holen. Und wie alle deutschen Handball-Fans drücke ich dem THW natürlich fest die Daumen für das Champions League-Finale.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Es würde uns natürlich freuen, wenn ihr unseren Flensburger Freunden ein oder zwei Punkte abnehmen könnte, aber ich bin ehrlich, ich habe da wenig Hoffnung.
Dormagen war heute der richtige Gegner zum richtigen Zeitpunkt. In den nächsten Spielen werden wir aber kein leichtes Spiel mehr haben. Ich denke, unser Heimprogramm ist fast schwerer, als das Flensburger Auswärtsprogramm, auch wenn es dort sicherlich anders gesehen wird.
Staffan Olsson ist momentan nicht richtig fit, umso enormer ist es, was er momentan leistet.

21. Spieltag: 05.04.00, Mi., 20.00: THW Kiel - Bayer Dormagen: 27:20 (15:8)

Logo THW Kiel:
Ege (1.-30.), Geerken (31.-60.); Wislander (2), Jacobsen (9/7), Schwenke (1), Perunicic (4), Petersen (2), Lövgren (5), Schmidt (2), Scheffler (1), Kibat, Olsson; Trainer: Serdarusic
Logo Bayer Dormagen:
Thiel (1.-20., 36.-60.), Kurth (20.-36.); Nowakowski (6), Haftharsson (3), Boisedu, Gilsson, Boeriths (2), Sighvatsson (3), Bernau, Bezdikowski (3), Bommes (3/3), Mahe; Trainer: Gudmundsson
Schiedsrichter:
Farischon (Stutensee) / Michel (Eggenstein)
Zeitstrafen:
THW: 3 (Petersen, zweimal Wislander);
Dormagen: 2 (Boeriths, Mahe)
Siebenmeter:
THW: 8/7 (Kibat scheitert an Thiel);
Dormagen: 3/3
Spielfilm:
1. Hz.: 0:1, 2:1, 2:2, 3:2, 3:4, 5:4, 5:5, 10:5, 10:6, 11:6, 12:6, 12:7, 13:7, 13:8, 15:8;
2. Hz.: 15:9, 19:9, 19:11, 20:11, 20:12, 21:12, 21:13, 23:13, 23:15, 24:15, 24:18, 26:18, 26:20, 27:20
Zuschauer:
7250 (ausverkauft) (Ostseehalle, Kiel)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(05.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Morgen wieder Bundesliga-Alltag: Dormagen kommt

Lesen Sie auch das Interview mit Alexander Bommes, der vor dieser Saison vom TSV Altenholz zu Bayer Dormagen wechselte.

Logo Bayer Dormagen Nach dem tollen Pokalerfolg gegen Flensburg kehrt nun wieder der Bundesliga-Alltag beim THW ein. Mittwoch um 20.00 Uhr läuft Bayer Dormagen in die Ostseehalle ein. Will der THW Spitzenreiter Flensburg noch vom Thron stoßen, sollte er kein Spiel mehr verlieren, schon gar nicht gegen den Tabellenfünfzehnten (13:39 Punkte) aus Nordrhein-Westfalen.


Von der Papierform her dürfte das dem THW nicht schwer fallen: Die Dormagener konnten in dieser Saison auswärts erst drei Punkte holen, und die gelangen bei den Abstiegskonkurrenten Willstätt (20:25-Sieg) und Schutterwald (23:23) (siehe Kreuztabelle, ansonsten war man in fremder Halle stets chancenlos. 0:8 Punkte holte Bayer aus den letzten Spielen, zuletzt verlor man mit 17:24 in Essen. Dormagens Trainer Gudmundur Gudmundsson Dazu gab es dann noch Unruhe im Verein. Sport-Direktor Uli Derad beurlaubte nach einer sogenannten "Fax-Affäre" die Spieler Andreas Kottwitz und Olaf Mast. Zudem mußte der bei den Fans sehr beliebte Peter Pysall das Trainergespann Pysall/Gudmundsson verlassen. Der isländische Computer-Systemanalytiker Gudmundur Gudmundsson (Foto rechts) ist nun ab sofort allein verantwortlich für das Team. Das kommentierte Bayers Torwart-Legende Andreas Thiel (siehe auch rechts) kurz und knapp mit "sportfachlicher Nonsens". Der "Hexer" tritt übrigens zum letzten Mal in Kiel an. Als er vor der Saison seinen Vertrag mit Bayer Dormagen nochmals um ein Jahr verlängerte, gab er als Grund unter anderem an, "noch einmal die besondere Atmosphäre der Ostseehalle mit seinen tollen Fans spüren zu wollen."
Dormagens Top-Torjäger Bezdikowski Das Bayer-Team stellten wir schon im Vorbericht zum Hinspiel ausführlich vor, bester Torschützer der Dormagener ist momentan der polnische Rückraum-Spieler Bezdikowski (Foto rechts) mit mehr als 100 Treffern.
Das Hinspiel in Dormagen gewann der THW knapp mit 27:26 (siehe Bericht), in der Ostseehalle konnte Bayer noch nie gewinnen. Vor zwei Jahren setzte es zuletzt eine 25:20-Niederlage.

ODDSET-Quote:
Sieg THW:1,10
Unentschieden:6,20
Sieg Dormagen:5.60

 

Franks Einwurf

Auf Goran hab ich mich ja schon gefreut. Aber total geil wird's, wenn Opa Thiel kommt!
Schade Thiel, Barcelona ist vorbei...!
Der Hexer - Andreas ThielAls ich noch in Wuppertal studiert habe, bin ich immer nach Dormagen gefahren, aber nicht nur zu den THW-Auswärtsspielen. Da war ich dann immer der einzige mit dem Original-Schal (dem ersten seiner Art). Den konnte man immer so schön am Ballfangnetz aufhängen... direkt hinter Andi. He, der war dann immer im TV zu sehen, wenn Thiel im Großbild war. Ich war dann immer Thiels Spezi, und wenn er gehalten hat, dann fand ich, lag das am Schal hinter ihm!
Beim Warmmachen vor einem Spiel gegen TuSEM hat er dann mal gemosert: "Ach, Du schon wieder. Nimm' doch mal den doofen Schal ab." Da hab' ich ihm dann klar gemacht, daß Barcelona vorbei ist (schade Thiel!) und daß er froh sein kann, wenn einer ihm einen Talismann gönnt. Frieden. Der "Ogginooool-Schal" ist dann irgendwann mal auf der A46 weggeflogen, als er ins Seitenfenster eigeklemmt war, aber einer von uns unbedingt seinen Kaugummi loswerden mußte.
Schade Thiel, Talismann und Barcelona sind vorbei...

TV- und Radio-Tips:

Interview mit Alexander Bommes

Alexander Bommes Nach seiner erstklassigen Saison beim Handball-Zweitligisten TSV Altenholz wechselte der Kieler Alexander Bommes zu Saisonbeginn zum TSV Bayer Dormagen. Obwohl noch im Schatten des polnischen National-Spielers Robert Nowakowski, hat sich der Linksaußen mit seinen Toren schon jetzt einen Namen in der "stärksten Liga der Welt" gemacht. Beim 17:24 gegen TUSEM Essen trug er sich sechsmal in die Torschützenliste ein. Vor seinem ersten Auftritt in der Ostseehalle sprach "Zebra" mit dem 24-jährigen.
Zebra:
Wie beurteilst Du die aktuellen Geschehnisse in Dormagen?
Bommes:
Es gab in letzter Zeit einigen Wirbel in Dormagen, so daß wir Spieler uns natürlich auch Gedanken gemacht haben. Ich denke aber, daß wir die Situation mit einer professionellen Einstellung meistern sollten. Unsere volle Konzentration muß den Bundesliga-Spielen gelten und außerdem ist der Sachverhalt ja auch noch nicht völlig aufgeklärt.
Zebra:
Verfolgst Du die Situation Deines Ex-Clubs TSV Altenholz?
Bommes:
Ja, natürlich. Ich bin bestens informiert über die Jungs, weil ich ständigen Kontakt mit meinen Kieler Freunden habe. Dienstags bekomme ich dann immer von meiner Mutter oder meiner Freundin die "Kieler Nachrichten" zugeschickt, so daß mir nichts entgeht. Ich hoffe, daß sie den Klassenerhalt schaffen.
Zebra:
Du studierst Jura an der Uni Köln. Bleibt dafür als Profi-Handballer genügend Zeit?
Bommes:
Am Anfang eigentlich nicht, weil der Zeitaufwand in der Ersten Bundesliga viel höher ist als noch in Altenholz. Wenn ich längere Zeit nichts für die Uni gemacht habe, bekomme ich auch schon mal ein schlechtes Gewissen, aber letztendlich bin ich zum Handballspielen nach Dormagen gegangen.
Zebra:
Wie fühlst Du Dich vor deinem ersten Pflicht-Spiel in der Kieler Ostseehalle?
Bommes:
Ich freue mich darauf. Das wird sicherlich sehr aufregend, weil ich ja selbst zirka 15 Jahre lang fast jedes Heimspiel des THW gesehen habe. Es ist noch nicht so lange her, als ich die Spieler beim Warmmachen beobachtet habe und jetzt stehe ich an gleicher Stelle.
Zebra:
Du bezeichnest Dich selbst als "fußballverrückt". Wie bist Du zum Handball gekommen?
Bommes:
Bis zur C-Jugend habe ich begeistert Fußball gespielt, aber danach habe ich irgendwie den Spaß daran verloren. Dann ging es weiter mit Basketball und Handball und nach einer zweijährigen Pause habe ich glücklicherweise den richtigen Ehrgeiz für das Handballspielen mit meinen Freunden in Altenholz entwickelt.
Zebra:
Wie lange läuft Dein Vertrag noch in Dormagen und wie soll es danach weitergehen?
Bommes:
Mein Vertrag gilt noch für die kommende Saison. Darüber hinaus mache ich mir keine großen Gedanken, weil ich erst einmal versuchen will, richtig Fuß zu fassen. Mit dem bisherigen Saisonverlauf kann ich persönlich zwar zufrieden sein. Aber der Weg zum Stammspieler und Leistungsträger ist noch lang. Ich konzentriere mich auf das, was jetzt passiert.
Zebra:
Auf der Bayer-Homepage gibst Du als Hobby Sportjournalismus an. Wie würde die Überschrift Deines Artikels über die momentane Situation in Dormagen lauten?
Bommes:
Die Bundesliga in der Endphase: Bei Bayer geht noch was!
Zebra:
Was wünscht Du Dir für das Spiel in der Ostseehalle?
Bommes:
In erster Linie, daß wir mit unserer Mannschaft ein vernünftiges Spiel liefern. Um so schöner wäre es natürlich, wenn ich dann auch noch zum Einsatz käme. Alles andere ergibt sich.


(04.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

CL-Final-Hinspiel möglicherweise am Ostersamstag

Das Final-Hinspiel in der Champions League des THW gegen den FC Barcelona (ESP) wird möglicherweise am Ostersamstag stattfinden. Nachdem die Verhandlungen zwischen der Europäischen Handball-Förderation dem öffentlich-rechtlichen Sportrechte-Verwerter SportA bisher gescheitert sind, dürfte sich die EHF nun mit dem TV-Sender DSF einig werden. In diesem Fall wäre der geplante Sendetermin Ostersamstag, der 22. April; Spielbeginn wäre dann 16.00 Uhr.

Das Pokal-Finale in Hamburg fand bei den Fernsehzuschauern übrigens großes Interesse: 500000 Zuschauer saßen vor den TV-Geräten, das ist ein sehr beachtlicher Marktanteil von rund elf Prozent.


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Schwenker: Mit Geerken und Ege auch in die neue Saison

In der Handball-Woche war zu lesen, daß TuS Nettelstedt am THW-Torhüter Axel Geerken interessiert sei, der beim THW dem schwedischen Torhüter Peter Gentzel (Santander/ESP) weichen müßte. THW-Manager Uwe Schwenker stellte klar: "Nichts dran! Wir gehen mit unserem Duo Steinar Ege/Axel Geerken in die Saison 2000/2001."


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Nachbericht zum Pokalfinale

Nach dem Pokalsieg über Flensburg hier noch weitere Stimmen von Spielern und Verantwortlichen.

Noka Serdarusic ist der erste Titel noch nicht genug: "Wir haben die Meisterschaft noch nicht abgeschrieben. Wir sitzen ihnen doch schon im Nacken." Das meint auch sein Kapitän Wislander "Vielleicht schleicht sich bei Flensburg so ein Gedanke ein, daß sie auf Platz zwei programmiert sind. Den einen Punkt können wir aufholen."

SG-Trainer Rasmussen versucht, die schwierige Lage für seine Mannschaft zu entschärfen: "Ich glaube, daß die Mannschaft der Situation psychologisch gewachsen ist. Trotz der Niederlage haben wir gezeigt, daß wir mithalten können." Doch warum ist der THW in entscheidenden Situationen die abgeklärtere Mannschaft? "Bei denen gibt es Automatismen, die sie in schwierigen Situationen einfach abrufen können", gibt Rasmussen zu. "Aber einen Nachteil in Sachen Selbstbewußtsein sehe ich nicht. Die Mannschaft will Meister werden und hat alle Chancen, das auch zu schaffen."
Nach dem Spiel kritisierten einige SG-Spieler die Schiedsrichter, doch SG-Torhüter Sören Haagen sucht die Schuld erst einmal bei der Mannschaft selbst: "Wir hätten Sack zumachen müssen, aber wir haben uns einfach zu doof angestellt."

Nach dem Spiel sah es in der THW-Kabine anders aus als man gedachte hätte. Wer Sektfontänen und Siegesgesänge erwartete, wurde getäuscht. Mit Ruhe freuten sich die Zebras mehr nach innen. "Natürlich freue ich mich", meinte Lövgren, "die Atmosphäre war berauschend, aber jetzt bin ich nur noch kaputt."
Nicht nur ruhig sondern sogar traurig sah THW-Rückraumriese Nenad Perunicic aus, der in den letzten beiden Spielen Probleme mit seiner Wurfausbeute hatte: "Es gibt Leute, die meinen, ich lasse mich hängen, aber das will ich nicht hinnehmen. Mein Körper streikt, die Schmerzen sind groß. Und ich bin verunsichert. Ich hoffe, ich bekomme das bald wieder in den Griff," meinte der 28-jährige Montenegriner. Das der THW doch noch gewonnen hat, lag am Glück und: "Ich glaube, heute war Gott bei uns."

Nikolaj Jacobsen hatte nach 13 Finaltoren natürlich eine Bombenstimmung, erklärte, warum er bei den letzten Strafwürfen so sicher war: "Aus zwei Gründen durfte ich die letzten Siebenmeter nicht verwerfen. Erstens, Petersen hatte angedroht, den nächsten zu werfen. Zweitens: Max Wislander meckert dann immer mit mir rum," grinste unser Dänen-Turbo.
Nach Witzen war den SG-Spielern dagegen kann zu mute: SG-Altstar Roger Kjendalen, im Finale nicht zum Einsatz gekommen, fauchte: "Frag' doch den Trainer nach Gründen, der macht doch sonst alles richtig!"

Jan Fegter hatte in Interviews nach dem Spiel die Schiedsrichter kritisiert, aber auch Steinar Ege war mit ihnen nicht wirklich zufrieden, war sogar aus dem Tor gestürmt, hatte die Unparteiischen auf ungerechte Pfiffe hingewiesen: "Man muß sich nicht alles gefallen lassen." Doch letztendlich egal - denn sein erster deutscher Titel ist perfekt - "abgesehen von der Oberbergischen Meisterschaft," witzelte der norwegische Schlußmann.


(04.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Provinzial-THW-Seiten wieder voll aktiv

Nach technischen Problemen am Wochenende (Upload auf den Provinzial-Server funktionierte leider nicht), die wir aber dank des Kieler-Nachrichten-Mirror-Servers für alle Benutzer gut umschifft haben sollten, funktionieren nun auch die offiziellen THW Kiel-Seiten wieder ordnungsgemäß.
Weiter viel Spaß!


(03.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Super-Zebras: Pokal-Hattrick nach Verlängerung! SG am Boden

Ja! Der DHB-Pokal-Hattrick ist gelungen! Die schwarz-weiß-gestreiften Titelhamster von der Kieler Förde haben wieder zugeschlagen: Der THW Kiel ist DHB-Pokalsieger 2000 und hat damit seinen Titel von 1999 und 1998 erfolgreich verteidigt. Dabei hatte es vor einem unglaublich tollen und euphorischem Publikum lange Zeit nicht nach einem THW-Sieg ausgesehen. Erst in der Verlängerung konnte der deutsche Meister den Erzrivalen SG Flensburg-Handewitt im längsten DHB-Pokal-Finale aller Zeiten mit 26:25 (23:21, 20:20, 11:11) bezwingen - den Flensburgern blieb wieder einmal nur der zweite Platz.

Wahnsinn: Das war ein Spiel! Wer nach dem gestrigen Halbfinale gedacht hatte, Dramatik und Spannung im Handball ließen sich nicht mehr steigern, wurde heute nachmittag eines Besseren belehrt.
Vor der Partie wurde THW-Coach Noka Serdarusic vom "handball magazin" unter dem gellenden Pfeifkonzert der Flensburger Anhänger als "Trainer des Jahres" geehrt.
Die Teams sind eingelaufen Beide Team begannen etwas nervös, nach sieben Minuten stand es nur 2:2. Beide Teams hatten bis dahin ein Tor vom Kreis (SG: Hahn, THW: Wislander) und einen Treffer durch Siebenmeter (SG: Christiansen, THW: Jacobsen) erzielt. Unser Däne machte dann aber wenig später drei Treffer in Folge durch Tempogegenstoß, aus dem Rückraum und per erneutem Strafwurf - die Zebras führten mit 5:2 (11.).
Nach einem Gegentreffer von Knorr (3:5, 12.) stellte der deutsche Meister durch Lövgren (6:3, 15.) den alten Drei-Tore-Vorsprung her. Und das fast ohne Rückraum: Staffan Olsson hatte schon mehrere Fehlversuche, bei Nenad Perunicic war's noch schlimmer. Er begann in der ersten Minute mit einem Pfostenwurf und produzierte nun "Fahrkarten" in Serie. Serdarusic ließ ihn nun erst einmal nur in der Deckung spielen, stattdessen sollte der "Schweden-Rückraum" Schwung bringen.
Nach dem 6:3 nahm SG-Trainer Erik-Veje Rasmussen erstmals eine Auszeit. Doch zunächst blieb der Pokalverteidiger aus Kiel am Drücker, erhöhte von 6:4 (16.) auf 8:4 (19.). Großen Anteil an diesem klaren Vorsprung hatte auch THW-Torhüter Steinar Ege, der bis zu diesem Zeitpunkt schon einige schwere Bälle halten konnte.
Dann aber fünf schlimme Minuten für den THW: Christiansen und Knorr verkürzten auf 6:8 (21.), und die SG legte trotz Unterzahl ("Knorre" hatte inzwischen eine Zeitstrafe erhalten) noch einen drauf: Tore von Hjermind und Christiansen (Siebenmeter) bedeuteten den 8:8-Ausgleich (24.). Nun zog Serdarusic die grüne Karte, versuchte sein Team in den 60 Sekunden des Timeouts neu einzustellen.
Schmidt wird von Christiansen gefoult Martin Schmidt machte kurz darauf das 9:8 und hatte eine Minute später mit einem Tempogegenstoß die große Chance, auf 10:8 (25.) zu erhöhen. Doch Lars Christiansen war mitgelaufen und erlaubte sich einen Bodycheck gegen den im vollen Lauf befindlichen THW-Außen (Foto). Glück für den Dänen, daß die schwach pfeifenden Unparteiischen Fleisch/Rieber nur auf Zwei-Minuten-Strafe gegen ihn entschieden.
Das 10:8 für den THW machte dann sein Nationalmannschaftskollege und Freund Nikolaj Jacobsen per Siebenmeter. Dann aber zwei Zeitstrafen kurz hintereinander gegen Kiel und Flensburg nutzte die doppelte Überzahl, um zum 10:10 (27.) auszugleichen. Das Spiel blieb weiter hektisch, Lövgren traf zum 11:10 (28.), die SG verlor im Gegenzug den Ball und Staffan Olsson wollte mit aller Macht vor der Pause das 12:10 erzwingen. Das ging schief, sein Wurf wurde geblockt und die Flensburger nutzten die Gegenstoß-Chance: Jan Fegter traf eine Sekunde vor der Pausensirene zum 11:11.

Spruch des Tages:

Stürmerfoul: Bjerre mit dem Kopf voran in Wislander In der Halbzeitpause dann wohl der Spruch des Tages: SG-Geschäftsführer Manfred Werner zum SG-Kollegen Dierck Schmäschke auf dem Weg in die Kabine:
"Wenn wir unsere Fehler abstellen, haben wir sie im Sack."

Doch es blieb spannend

Nach Wiederanpfiff konnte der augenblickliche Tabellenführer trotz Unterzahl (Kjendalen mußte eine Zeitstrafe absitzen) durch Klimovets das 12:11 erzielen - die erste Führung für die SG im bisherigen Spielverlauf, die Hjermind per Gegenstoß sogar noch auf 13:11 (33.) erhöhte. Doch der THW hielt gegen, Wislander und Schmidt trafen zum 13:13-Ausgleich (35.).
Dann häuften sich die Ballverluste beim THW: Technische Fehler und Fehlwürfe gaben dem von der Presse als "Ewigen Zweiten" abgestempelten Team von Erik-Veje Rasmussen die Chance zur erneuten Führung. Die ließ sich die SG nicht entgehen und führte erneut, diesmal mit 15:13 (39.), doch wieder gelang dem THW der Ausgleich - Spielstand 15:15 (41.).
Nach dem 16:16 (43.) kassierte Perunicic eine Zeitstrafe wegen Ball-Wegschlagens und mußte von seinen Mitspielern vor sich selbst geschützt werden: der Jugoslawe konnte sich über die Leistung des Schiedsrichtergespannes kaum beruhigen, war kurz davor, eine Dummheit zu begehen. Wieder nutzte Flensburg die Überzahl-Situation, ging erneut mit zwei Toren in Führung (18:16, 50.). Als kurz darauf Staffan Olsson einen technischen Fehler beging und sich sogar noch eine Zeitstrafe einhandelte, setzte ein Großteil der THW-Fans keinen Pfifferling mehr auf sein Team, das Match schien entschieden, denn Flensburg war in Ballbesitz und hätte auf eine Drei-Tore-Führung erhöhen können.
Doch nun lief Steinar Ege noch einmal zur Hochform auf, zudem schien Flensburg mental dem Druck des Siegen-Könnens und Müssens nicht gewachsen. Acht Minuten lang sollte der SG nun kein Treffer gelingen, stattdessen trafen Wislander (Gegenstoß, 56.) und Olsson (sein erster Treffer in der 57.(!) Minute) zum 18:18-Ausgleich. Die Zebras waren zurück im Spiel!
Noch einmal parierte Ege und Jacobsen traf per Konter zum 19:18 (58.). 115 Sekunden vor Ende der regulären 60 Minuten glich SG-Regisseur Christian Berge mit seinem zweiten Tor zum 19:19 aus, doch Jacobsen behielt die Nerven und machte aus unmöglichen Winkel das 20:19 ins kurze Eck von Holpert. 50 Sekunden standen noch auf der Uhr, sollte das die Entscheidung gewesen sein? Knorr macht den 20:20-Ausgleich Der THW stand wie ein Bollwerk, Hahn kam mit gelbem Leibchen als siebter Angreifer für Torhüter Holpert auf die Platte. Dann ein tolles Kempa-Anspiel von Hjermind auf Knorr, der drei Sekunden vor der Schlußsirene zum 20:20 traf (Foto rechts). Wieder mußte der THW nachsitzen - das kostete Kraft!
Aber die Zebras hatten den besseren Start in die Verlängerung, nach Toren von Jacobsen und Olsson führten sie in der 62. Minute mit 22:20. Berge verkürzte auf 21:22 (64.), doch Olsson, der in der Schlußphase nach sieben Fehlversuchen nun wieder an seine alte Treffsicherheit anknüpfen konnte, machte das 23:21 (65.) kurz vor dem Seitenwechsel.
Niko bejubelt seinen Treffer zum 25:22 Bjerre gelang dann in der 66. Minute mit einer Einzelaktion sein einziger Treffer, das war das 22:23, doch Jacobsen hatte per Strafwurf die große Chance wieder auf zwei Tore zu erhöhen. Der Dänen-Turbo war zwar in der 48. Minute einmal im Duell gegen Landsmann Sören Haagen gescheitert, danach hatte er aber keine Nerven mehr gezeigt und alle folgenden Strafwürfe mehr als sicher verwandelt, wie auch die Siebenmeter zum 24:22 (67.) und 25:22 (68., Foto links) - das war enorm wichtig für die Zebras.
Doch die Grenzstädter gaben nicht auf, sie wollten unbedingt den ersten nationalen Titel in ihrer Vereinsgeschichte holen und der Ex-THWer Thomas Knorr verkürzte per Doppelschlag zum 24:25. Nun waren noch 80 Sekunden zu spielen, der THW im Ballbesitz. Ausgerechnet Nenad Perunicic, der vorher neun Fehlversuche aber keinen Treffer auf seinem Konto hatte, faßte sich dann 40 Sekunden vor dem Ende der Verlängerung ein Herz und machte sein erstes Tor - das entscheidende 26:24 für den THW. Der 25. Treffer für die SG durch den angeschlagengen Jörgensen war nur noch Ergebniskorrektur, die restlichen 12 Sekunden brachte der THW locker über die Zeit.
Unglaubliche Jubel-Szenen dann beim THW und seinem Anhang, die meisten SG-Spieler zeigten sich als faire Verlierer, nur Thomas Knorr konnte sich mit der Niederlage absiolut nicht abfinden. Er schimpfte wie ein Rohrspatz mit den Unparteiischen, als es das Feld mehr als enttäuscht verliert.
Beim THW überragte Jacobsen mit 13/6 Toren. Toll seine aus unglaublichem Winkel erzielte Tore ins kurze Eck, mehr als wichtig seine Nervenstärke bei den verwandelten Siebenmeter in den entscheidenden Phase. Für Flensburg war Thomas Knorr mit sechs Toren bester Werfer.

Geschafft! Überschwenglicher Jubel bei den Zebras
Geschafft! Überschwenglicher Jubel bei den Zebras

Niko jubelt Niko und Stefan
Niko jubelt Niko und Stefan

Nenad war nach dem Spiel völlig aufgelöst Jubel bei den Zebras
Nenad war nach dem Spiel völlig aufgelöst Jubel bei den Zebras

Die Zebras mit dem Pott Jubel bei Fans und Spielern
Die Zebras mit dem Pott Jubel bei Fans und Spielern

Steinar mag den Pott auch! Das ist er!
Steinar mag den Pott auch! Das ist er!

Die Mannschaft jubelt Dicke Freunde
Die Mannschaft jubelt Dicke Freunde

Die SG am Boden?

Große Enttäuschung bei den SG-Spielern SG-Manager Dierck Schmäschke hatte vor dem Spiel prognostiziert, daß die Mannschaft Meister werden würde, die das heutige Spiel gewänne. Hat diese Niederlage der SG Flensburg-Handewitt einen Knacks versetzt, bohrt das "Kieler Trauma" in den Köpfen der SG-Spieler? Der Ausgang der Bundesliga ist jedenfalls weiter offen denn je, der THW hat mit Auswärtsspielen in Minden und Großwallstadt und Heimspielen gegen Lemgo, Nordhorn und Flensburg noch ein ganz, ganz schweres Restprogramm, es dürfte also bis zum letzten Spieltag spannend werden. Freuen wir uns also erstmal über den Pokaltitel!

Stimmen zum Spiel:

SG-Trainer Erik-Veje Rasmussen:
Ich habe vor dem Spiel schon dem Busfahrer gesagt, wo der Pokal im Bus hin soll. Deshalb ist es natürlich jetzt eine große Enttäuschung, das wir das Pokalfinale verloren haben. Es war ein großartiges Spiel von beiden Mannschaften, Gratulation an den THW.
Ein hochdramatisches Spiel, beim 18:16 hatten wir genügend Chancen, das Licht auszumachen. Später waren wir dann glücklich, überhaupt die Verlängerung erreicht zu haben. Ein tolles Pokalendspiel. Kompliment an meine Mannschaft, sie hat hervorragend gekämpft.
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Das war nervenaufreibend, da freue ich mich jetzt schon richtig auf meine Knie-Operation, da kann ich mal drei Monate abschalten! Klar, bei zwei solchen Mannschaften muß man auf alles gefaßt sein, daß der THW verliert, daß es eine Verlängerung gibt. Weder beim 16:18 war es klar, daß wir schon verloren hatten, noch war der Sieg klar, als wir 8:4 führten.
In der ersten Phase haben wir so gut gespielt, daß Flensburg völlig ideenlos agierte. Da habe ich mich gefragt, woher meine Mannschaft diese Kraft nimmt. Dann haben wir zwei, drei Fehler gemacht und plötzlich stand es 8:8, da waren wir nervös und Flensburg selbstbewußt. Jede Mannschaft hätte in diesem Spiel in zwei Minuten das Match umdrehen können.
Jetzt habe ich erstmal ein Ziel erreicht, ich hoffe aber, daß das nicht alles war!

[Zur Leistung von Nikolaj Jacobsen:]
Tja, er hat gut gespielt. [Grinst] Er hat die Siebenmeter reingeworfen. Das war ganz wichtig, im Rückstand diese Nerven zu haben. Vorne hat er dann zweimal in Unterzahl in die kleinste Ecke ein Tor gemacht: Jacobsen ist eben ein Welt-Auswahl-Spieler, für ihn ist das selbstverständlich.

[Frage: Wie kamen Sie mit der 3:2:1-Deckung der Flensburger zurecht?]
Flensburg spielte heute eine offensivere 3:2:1-Deckung, das hat uns Probleme bereitet, weil wir immer müder wurden. Petersen hat vor dem Spiel noch eine Infusion bekommen, Wislander wußte nach einer Viertelstunde nicht mehr, wie er heißt. Ab da haben wir nicht mehr mit dem Kopf gespielt, sondern nur noch mit dem Herzen.

Darauf SG-Trainer Erik-Veje Rasmussen:
Wir haben zum Großteil nicht 3:2:1 gespielt, sondern 3:3, das ging dann auch sehr gut - die 3:2:1 hatte nicht funktioniert. Ich will aber nochmal betonen, daß auch wir müde sind!
[Und grinsend zu Serdarusic] Dann kauft doch mal jüngere Spieler!
SG-Manager Dierk Schmäschke:
Dierk Schmäschke im N3-Interview Glückwunsch an den THW. Aber mir tun unsere Spieler leid. Wir haben gekämpft, gekämpft und gekämpft, und wir hätten es heute verdient gehabt.

SG-Manager Manfred Werner:
Glückwunsch an den THW, den in jeder Hinsicht glücklicheren Sieger. Die Mannschaft mit der größeren Routine, Erfahrung und dem größeren Glück hat gewonnen, ein glücklicher Sieg, was aber nicht heißen soll, daß er unverdient war.
THW-Manager Uwe Schwenker:
Wir haben heute zwei gleichwertige Mannschaften gesehen, die es beide verdient gehabt hätten, den Pokal zu gewinnen.
Zweimal Verlängerung - ich hätte nicht gedacht, daß wir dafür genug Kraft und Substanz haben.
Heute haben wir es verdient zu feiern, dann müssen wir uns aber wieder auf die kommenden Aufgaben konzentrieren.
THW-Linksaußen Nikolaj Jacobsen:
Niko im N3-Interview
[Grinst] Bei Flensburg spielen viele Dänen, bei uns Schweden. Die Schweden verlieren nicht gern, ich habe mir viel abgeschaut!

Unser Jubel ist nicht gegen Flensburg, sondern daß wir den Pokal gewonnen haben. Dafür haben wir so hart gekämpft!
Jetzt haben wir einen Titel geholt, das ist erstmal schön, da haben wir also ein Ziel erreicht. Jetzt kann es nur noch vorwärts gehen und hoffentlich können wir noch ein paar holen!


THW-Torhüter Steinar Ege:
Steinar im N3-Interview
Das ist unglaublich! Es ist so schön, nach so einem engen Spiel noch zu gewinnen, das ist einfach super!

THW-Rechtsaußen Martin Schmidt:
Heute das Spiel war ganz, ganz knapp und beide Mannschaften waren so gut, daß man keinen Gewinner hätte sehen wollen. Es war dann hauchdünn für uns und wir haben einfach ein bißchen mehr Glück gehabt.
SG-Kapitän Matthias Hahn:
Ich hoffe, daß die Pokal-Niederlage keine negativen Auswirkungen hat. Wenn wir so kämpfen, dann kommen wir trotzdem noch weit!
THW-Kapitän Magnus Wislander
Max im N3-Interview
Ich bin glücklich, daß wir den Pokal in der Tasche haben, jetzt wollen wir auch in der Bundesliga und der Champions League zuschlagen!
Die Freude ist ziemlich groß, weil es immer etwas besonderes ist, gegen Flensburg zu gewinnen. Aber wir geben sowieso keinen Titel so einfach weg!

SG-Linksaußen Lars Christiansen:
Klar ist man natürlich ein bißchen traurig. Das Spiel war unglaublich spannend von der ersten Minute an. Aber es kann nur einen Gewinner geben, heute war es Kiel wieder. Wir müssen es irgendwann einfach packen. Ich glaube auch daran: wir haben eine junge und sehr gute Mannschaft und das wird in der Zukunft schon klappen.
Wir haben heute gezeigt, daß wir ganz vorne mitspielen können, und wir führen in der Bundesliga immer noch mit einem Punkt - und Kiel muß die kommenden Spiele auch erstmal gewinnen um Deutscher Meister zu werden.
SG-Rückraumspieler Jan Fegter:
Jan Fegter im N3-Interview
Egal gegen wen Kiel spielt, die haben immer so einen großen Bonus, da fragt man sich, wenn die andere Mannschaft besser ist, hat sie es doch auch mal verdient, so einen Pfiff zu kriegen. Aber man kriegt ihn nicht und - ok - damit müssen wir leben, und müssen den Kielern gratulieren, daß sie einen solchen Bonus haben - und dann haben sie eben gewonnen.
Wir waren ja dran und hatten sie auch fast im Sack. Da muß man einfach drausziehen, das wir noch einen Punkt vor sind und solange wir jedes Spiel gewinnen, sind wir deutscher Meister!

Noch mehr Stimmen im Nachbericht zum Spiel.

Finale: 02.04.00, So., 14.15: SG Flensburg-Handewitt - THW Kiel: 25:26 (21:23, 20:20, 11:11) n.V.

Logo SG Flensburg-Handewitt:
Holpert (1.-48., 50.-63), Haagen (48.-50., 63.-70.); Kjendalen, Bjerre (1), Fegter (1), Hjermind (5/2), Hahn (1), Jörgensen (1), Christiansen (4/3), Klimovets (3), Knorr (6), Berge (3); Trainer: Rasmussen
Logo THW Kiel:
Ege (1.-70.), Geerken (drei 7m); Wislander (3), Jacobsen (13/6), Schwenke (n.e.), Perunicic (1), Petersen (1), Lövgren (3), Schmidt (2), Scheffler (n.e.), Kibat (n.e.), Olsson (3); Trainer: Serdarusic
Schiedsrichter:
Fleisch (Ostfildern) / Rieber (Denkendorf)
Zeitstrafen:
Flensburg: 5 (Kjendalen, Hjermind, zweimal Christiansen, Knorr);
THW: 5 (Wislander, zweimal Perunicic, Olsson, Petersen)
Siebenmeter:
Flensburg: 5/5;
THW: 8/6 (Jacobsen und Lövgren scheitern an Haagen)
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:1, 2:1, 2:5, 3:5, 3:6, 4:6, 4:8, 8:8, 8:10, 10:10, 10:11, 11:11;
2. Hz.: 13:11, 13:13, 15:13, 15:15, 16:15, 16:16, 18:16, 18:19, 19:19, 19:20, 20:20;
1. Vl. 1. Hz.: 20:22, 21:22, 21:23;
1. Vl. 2. Hz.: 22:23, 22:25, 24:25, 24:26
Zuschauer:
4700 (ausverkauft) (Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg)
Spielgraphik:
Spielgraphik


(02.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

THW nach Nervenschlacht gegen Frankfurt zum dritten Mal in Folge im Finale. Gegner morgen: Flensburg

Der THW läuft in die Alsterdorfer Sporthalle ein Der THW hat es mit allerletzter Kraft noch einmal geschafft. Durch einen 28:27 (25:24, 24:24, 13:9)-Sieg nach Verlängerung über die SG W.M. Frankfurt steht der deutsche Meister zum dritten Mal in Folge im DHB-Pokal-Finale. Dort treffen die Zebras morgen um 14.15 Uhr auf den Meisterschaftskonkurrenten SG Flensburg-Handewitt, die im ersten Halbfinale GWD Minden mit 27:20 (11:11) schlug (siehe Extra-Bericht).

Wahnsinn, was war das für ein Spiel! Knapper ging es nun wirklich nicht mehr. Dabei sah es in den ersten dreißig Minuten des zweiten Pokal-Halbfinales nicht nach solch einem Krimi aus. Nach Anfangsschwierigkeiten und einem 1:3-Rückstand (10. Minute) hatte sich der THW gefangen, machte nun acht Tore in Folge, ohne einen einzigen Gegentreffer zu kassieren. Auch ein Time-Out von SG-Trainer Martin Schwalb beim 5:3 (14.) konnte den deutschen Meister nicht stoppen. Olsson trifft zum 4:3 Großartig in dieser Phase die Leistung von Steinar Ege der bis zur deutlichen 9:3-Führung (18.) fünf schwere Bälle parieren konnte.
Die Torfolge bis dahin für den THW: 1:0 durch Jacobsen (7m, 4.), 2:3 durch Wislander (vom Kreis, 11., das erste Feldtor), 3:3 durch Jacobsen (erneut ein 7m, 12.), 4:3 durch Olsson (Einzelaktion, 14., Foto rechts), 5:3 durch Perunicic (Zweite Welle, 14.), 6:3 durch Petersen (vom Kreis, 16.), 7:3 durch Lövgren (Rückraum, 17.), 8:3 durch Petersen (Gegenstoß, 18.) und 9:3 durch Olsson (Rückraum, 19.).
Olsson trifft zum 4:3 Doch nach diesem Sechs-Tore-Vorsprung konnte die SG W.M. durch Treffer von Karrer und Rastner (Siebenmeter) auf 5:9 (21.) verkürzen. Der THW baute seine Führung zwar noch einmal auf 12:7 (26.) und 13:8 (28.) aus, doch der Jung-Nationalspieler Jan-Olaf Immel verkürzte in der letzten Minute des ersten Durchgangs auf den Pausenstand von 13:9 (Foto links). Der THW hatte bis dahin einige gute Chancen ausgelassen, sonst wäre die Halbzeitführung noch höher ausgefallen: So brauchte Perunicic für drei Tore sechs Versuche, wirkte teilweise unsicher, auch Olsson (zwei Tore, vier Versuche) hatte Wurfpech, Jacobsen verwarf zudem einen Siebenmeter und blieb ansonsten ohne Treffer.
Karrer macht das 13:13 Dazu kam noch, daß der THW nach Zeitstrafen gegen Petersen und Wislander mit einer doppelten Unterzahl in die zweite Halbzeit starten mußte. Das sollte sich rächen. Nun war es an der SG W.M., von den Medien vorweg als krasser Außenseiter gebrandmarkt, eine Torlawine zu starten: Den Anfang machte Immel mit einer Einzelaktion zum 10:13. Ihm folgten Karrer (Gegenstoß zum 11:13, 32.), Rastner (vom Kreis zum 12:13, 33.) und erneut Karrer (Gegenstoß zum 13:13, 34., Foto rechts).
Kaum hatte sich der THW von der doppelten Unterzahl erholt, schon traf ihn die nächste. Die nicht unbedingt für den THW pfeifenden Unparteiischen Lemme / Ullrich aus Magdeburg zogen sich nun den großen Unmut der THW-Fans zu, als sie kurz nacheinander Schwenke und Olsson für zwei Minuten vom Feld schickten. Erneut war der Pokalverteidiger in doppelter Unterzahl.
Diesen Vorteil nutzten die Hessen geschickt und gingen mit 15:13 (36.) durch Tore von Karrer und Steinke in Führung. SG W.M.-Trainer Martin Schwalb hatte inzwischen die Deckung auf ein 4:2-System umgestellt, das Lövgren und Perunicic meist in Manndeckung nahm. Die Zebras, denen langsam die Kräfte zu schwinden schienen, kamen mit dieser Defensiv-Variante kaum zurecht. Frankfurt blieb zunächst am Drücker, führte mit 17:15 (38.) und 18:16 (40.).
Rominger parierte zweimal gegen Jacobsen Nachdem THW-Kapitän Wislander den 17:18-Anschlußtreffer machte, hatte der THW mit einem Siebenmeter die große Chance, zum 18:18 auszugleichen. Doch Nikokaj Jacobsen, der schon in der ersten Halbzeit einen Strafwurf vergeben hatte, scheiterte erneut an Rominger (Foto links), der bei den Strafwürfen für den ansonsten gut Wallauer Stammtorhüter Djordjic ins SG-Gehäuse kam.
Glück für den THW, daß Olsson die Nerven behielt und wenig später (42.) aus dem Rückraum dann doch noch das 18:18 machte. Zwei Minuten später traf er sogar noch zum 19:18 (44.). Nun wurde es noch hektischer und dramatischer als zuvor. Auf beiden Seiten häuften sich die Ballverluste, erst drei Minuten später fiel das nächste Tor, Wallau hatte per Gegenstoß zum 19:19 ausgeglichen.
Konfusion in der 50. Minute In der 50. Minute dann große Konfusion in der Halle (Foto). Nenad Perunicic markierte per Zweiter Welle das vermeintliche 20:19, aber zwei Sekunden zuvor war ein Pfiff vom Kampfgericht ertönt. Die Auflösung war bitter für den THW: Die Zeitnehmer meinten, einen Wechselfehler - der keiner war - bei Wallau gesehen zu haben, pfiffen den Gegenstoß vom THW ohne Rücksicht auf die Torchance ab. Zwar kassierte die SG nun eine weitere Zeitstrafe, doch die Führung war dahin.
Zudem konnte der THW aus der Überzahl kein Kapital schlagen, stattdessen ging nun wieder Frankfurt durch Karrer mit 20:19 (51.) in Führung. Nachdem Perunicic zum wiederholten Male verworfen hatte, leisteten sich die Hessen einen Fehlpaß und Jacobsen durfte nach siebenmeterreifem Foul zu einem neuen Versuch vom Strafwurfstrich antreten. Diesmal verwandelte er sicher, 20:20 war der neue Spielstand (53.). Geerken hielt nach seiner Einwechselung sofort den ersten Wurf Nun versuchte es THW-Trainer Noka Serdarusic mit einem neuen Torhüter. Steinar Ege hatte zwar gut begonnen, dann jedoch nachgelassen. Im zweiten Durchgang konnte er nur drei Bälle parieren. So durfte Axel Geerken ab der 54. Minute sein Glück im Kieler Tor versuchen. Er führte sich auch gleich gut ein, als er gegen den frei am Kreis stehenden Andreas Rastner parierte (Foto).
Zuvor hatte Immel jedoch die 21:20-Führung (54.) erzielt. Olsson machte dann per Einzelaktion den 21:21-Ausgleich (54.) und die 22:21-Führung (aus dem Rückraum, 55.). Martin Schwalb nahm noch einmal eine Auszeit. Die Ereignisse überschlugen sich jetzt: Niko macht das 23:22 Nach Wiederanpfiff traf Christian Rose zum 22:22, Staffan Olsson sollte einen Schrittfehler begangen haben, aber Wallau verlor im Gegenzug den Ball. Lövgren tankte sich bis zum Kreis vor und holte einen Strafwurf heraus, den unser Dänenturbo mit wiedergewonnener Sicherheit zum 23:22 (58.) verwandelte (Foto).
Nach dem 23:23-Ausgleich durch Rastner dann die Duplizität der Ereignisse: Lövgren wurde am gegnerischen Kreis gefoult, Jacobsen mußte erneut zum Siebenmeter antreten. Auch den verwandelte er, der THW führte wieder - Spielstand 24:23. Es waren nur noch 70 Sekunden zu spielen, doch die Zebras schafften es nicht, den knappen Vorsprung über die Zeit zu retten. Rose spuckte ihnen mit dem Tor zum 24:24 30 Sekunden vor Abpfiff vorerst in die Suppe. Entsetzen auf den Gesichtern der THW-Fans - es ging in die Verlängerung, zweimal fünf Minuten standen nun auf dem Programm.
Nach Wiederanpfiff brachte eine Parade von Axel Geerken den THW sofort wieder in Ballbesitz und Jacobsen traf per Konter zur 25:24-Führung (62.). Das sollte auch der einzige Treffer der ersten Halbzeit der Verlängerung bleiben. Auf beiden Seiten konnten sich nicht die Feldspieler sondern die Torhüter Djordjic und Geerken mit je zwei Paraden profilieren.
Noka und sein Team in der Pause der Verlängerung Nach dem erneuten Seitenwechsel erhöhte Olsson auf 26:24 (66.), doch Rastner verkürzte sofort wieder auf 25:26 (67.). Auf der Gegenseite war dann endlich wieder einmal Nenad Perunicic erfolgreich, er traf zum 27:25 (68.), doch wieder schloß die SG durch Rastner auf. Sein verwandelter Strafwurf bedeutete das 27:26 (68.).
Nervenflattern nun beim THW, Perunicic warf über das Tor. Staffan Olsson konnte den folgenden SG-Gegenstoß abfangen, doch der THW verlor nach umstrittener Zeitspiel-Entscheidung von Lemme/Ullrich erneut den Ball und Karrer versenkte das Leder zum 27:27-Ausgleich. Es waren nun noch fünfzig Sekunden auf der Hallenuhr, der THW spielte lang aus. 20 Sekunden vor Schluß faßte sich dann Staffan Olsson ein Herz, warf und traf zum 28:27 - unglaublicher Jubel bei den THW-Fans. Doch es war noch nicht ganz geschafft. Ingo Meyer kam eine Sekunde vor der Schlußsirene auf Linksaußen für die SG noch frei zum Wurf, doch Axel Geerken rettte mit einer weiteren Parade dem THW den Sieg.
Jubel nach dem Spiel beim THW Erfolgreichste Schützen für den THW waren Olsson (neun Tore) und Perunicic (sechs Treffer). Für Wallau trafen Karrer (7) und Rastner (7/2) am besten.

Nun trifft der THW morgen um 15.15 Uhr im Finale auf die SG Flensburg-Handewitt (live in N3). Flensburg wird wohl - wie auch schon im Halbfinale gegen Minden auf Igor Lavrov verzichten müssen. Der Russe hatte sich in der letzten Minute des Abschlußtrainings am Freitag verletzt. Alle weiteren wichtigen Infos finden Sie im Vorbericht zum Final-Four

Frage an den SG-Trainer Erik Veje Rasmussen: Wer gewinnt morgen?: "Wenn man die Presse in den letzten Wochen gelesen hat, hört man immer nur, die THW-Spieler sind müde. Uwe Schwenker sagt das, Noka Serdarusic sagt das. Ich hoffe, daß das morgen zutrifft, glaube aber, daß es nur Show ist. Das ist eine Super-Truppe gegen die wir morgen spielen, auch wenn die Spieler selbst ein klein bißchen davon überzeugt sind, daß sie müde sind - das wäre gut für uns", meint Rasmussen.

Stimmen zum Spiel:

Pressekonferenz
Hinten von links: Serdarusic, Jacobsen, Schwalb, Ströhmann
THW-Trainer Noka Serdarusic:
Nach so einem spannenden Spiel bin ich froh, daß wir morgen überhaupt noch spielen dürfen. Wir haben das Spiel gut angefangen, waren in der Deckung sehr konzentriert, haben Wallau kaum Torchancen gegeben. Nach dem 2:3 haben wir dann sechs Tore in Folge gemacht, hatte dann eine lockere Führung bis zur Halbzeitpause. Wir hätten sogar noch mit ein, zwei Toren mehr führen können.
In der zweiten Halbzeit waren wir dann die ersten sechs Minuten fast die ganze Zeit in doppelter Unterzahl. Das Wallau da ein paar Tore macht, war zu erwarten, aber das sie sechs in Folge machem, das war schon ein bißchen viel. Dann bekamen wir mit der 4:2-Deckung große Probleme. Martin Schwalb ist halt ein schlauer Fuchs, wir haben momentan halt Probleme mit der Bewegung, da ist es schwer gegen eine 4:2-Deckung zu spielen... Das ist vielleicht auch ein guter Tip morgen für Flensburg. Heute werden wir nur noch versuchen, uns auszuruhen, um dann morgen noch einmal alles zu geben.
Frankfurts Trainer Martin Schwalb:
Glückwunsch an den THW. Es tut jetzt natürlich ein bißchen weh. Wir haben die Chance gehabt, haben hart gekämpft dafür, alles gegeben bis zur Schmerzgrenze und uns mit unserer 4:2-Deckung, die unglaublich Kraft kostet, immer wieder in die Angriffe des THW geworfen.
Die zweite Halbzeit war dann das Beste, was ich je von meinem Team gesehen habe. Wir waren schließlich der krasse Außenseiter und waren über weite Strecken die bestimmende Mannschaft. In der Verlängerung haben wir dann zwei, drei technische Fehler gemacht, die uns den Sieg gekostet haben.
Aber wir fahren erhobenen Hauptes zurück nach Frankfurt. Flensburg ist sicher froh, daß wir dem THW heute eine Sonderschicht abverlangt haben...
THW-Manager Uwe Schwenker:
Natürlich bin ich sehr zufrieden, daß wir mit Glück und Geschick Finale erreicht haben. Durch die vielen Zeitstrafen sind wir in der zweiten Halbzeit aus unserem Rhythmus gekommen. Ich habe aber die Hoffnung, daß uns das glückliche Ende einen Schub gibt, aber der Substanz-Verlust ist sicher da. Diese Spiel war von der Dramatik und Chronologie sicherlich würdig, ein Finale zu sein.
Frankfurts Manager Bodo Ströhmann:
Für die ist es sicher die schönste und enttäuschendste Niederlage zugleich, aber da muß man durch.

Halbfinale: 01.04.00, Sa., 15.15: THW Kiel - SG W.M. Frankfurt: 28:27 (25:24, 24:24, 13:9) in Hamburg

Logo THW Kiel:
Ege (1.-54.), Geerken (54.-70.); Wislander (3), Jacobsen (6/5), Schwenke, Perunicic (6), Petersen (2), Lövgren (1), Schmidt (1), Scheffler (n.e.), Olsson (9); Trainer: Serdarusic
Logo SG W.M. Frankfurt:
Djordjic (1.-70.), Rominger (mehrere 7m); Fuhrig, Immel (5), Rose (4), Steinke (1), Bengs, Rastner (7/2), Weber, Bilanovic (1), Meyer (2), Karrer (7); Trainer: Schwalb
Schiedsrichter:
Lemme / Ullrich (Magdeburg)
Zeitstrafen:
THW: 4 (Wislander, Schwenke, Petersen, Olsson);
Frankfurt: 7 (u.a. zweimal Immel, Rose, Steinke, Meyer, Karrer)
Siebenmeter:
THW: 7/4 (Jacobsen scheitert zweimal an Rominger, Lövgren wirft an die Latte);
Frankfurt: 2/2
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:3, 9:3, 9:5, 10:5, 10:6, 11:6, 11:7, 12:7, 12:8, 13:8, 13:9;
2. Hz.: 13:15, 14:15, 14:16, 15:16, 15:17, 16:17, 16:18, 19:18, 19:20, 20:20, 20:21, 22:21, 22:22, 23:22, 23:23, 24:23, 24:24;
1. Vl. 1. Hz.: 25:24;
1. Vl. 2. Hz.: 26:24, 26:25, 27:25, 27:27, 28:27
Zuschauer:
4700 (ausverkauft) (Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg)
Spielgraphik:
Spielgraphik

TV- und Radio-Tips:

Samstag, 1. April:
Sonntag, 2. April:


(01.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite

 

Flensburg zieht nach klarem Sieg über Minden ins Pokal-Finale ein

Die SG-Flensburg-Handewitt siegte im ersten DHB-Pokal-Halbfinale über GWD Minden mit 27:20 (11:11).

Bis zur Halbzeit hatte der Tabellenführer, der ohne Lavrov (im Abschlußtraining verletzt) antreten mußte, große Probleme gegen die Ostwestfalen, lag mit 8:10 und 9:11 zurück. Im zweiten Durchgang drehte das Team von Trainer Rasmussen dann aber auf, zog über 14:13 (38.) auf 18:14 (43.), das war die Vorentscheidung. Beim 25:20 durch Hahn (58.) war die Partie dann entschieden.

Stimmen zum Spiel:

SG-Trainer Rasmussen:
Wir sind glücklich, daß wir es geschafft haben. Wir haben mehr Videos vom THW als von Wallau...
In der erste Halbzeit haben wir in der Deckung gut gestanden, Holpert war Weltklasse, aber im Angriff hatten wir Schwierigkeiten, haben große chancen nicht genutzt, mit zuwenig Druck und Geschwindigkeit gespielt. Im zweiten Durchgang haben wir dann besser, breiter gespielt.
GWD-Trainer Rymanov:
Glückwunsch an Flensburg, sie haben deutlich und verdient gewonnen. Entscheidend waren die letzten zwei Minuten der ersten Halbzeit, als wir zwei Tore kassiert haben. In der zweiten Halbzeit war unsere Deckung nicht aggressiv genug, im Angriff haben die Spieler ihre Linie verloren, so kann man nicht gegen Flensburg gewinnen.
SG-Manager Werner:
Kompliment an die Mannschaft, die es auch ohne Lavrov und Jörgensen geschafft hat. Respekt und Anerkennung an das Team.

Halbfinale: 01.04.00, Sa., 13.15: SG Flensburg-Handewitt - GWD Minden: 27:20 (11:11)

Logo SG Flensburg-Handewitt:
Holpert, Haagen; Kjendalen, Bjerre (5), Fegter (4), Hjermind (2), Hahn (2), Jörgensen, Christiansen (2), Klimovets (2), Knorr (3), Berge (3); Trainer: Rasmussen
Logo GWD Minden:
Lütt, Wiechers; v. Behren (5/2), Exner, Kouzelev, Frändesjö (1), Traub, Dujshebajev (6/1), Bock (1), Löhr, Tutschkin, Ziercke (3/1); Trainer: Rymanov
Schiedsrichter:
Methe / Methe (Vellmar)
Zeitstrafen:
Flensburg: 3 (Bjerre, Hahn, Klimovets);
Minden: 3 (v. Behren, Traub, Löhr)
Siebenmeter:
Flensburg: 4/4 ;
Minden: 5/4 (Haagen hält gegen Ziercke)
Spielfilm:
1. Hz.: 1:0, 1:1, 2:1, 2:2, 4:2, 4:4, 5:4, 5:6, 7:6, 7:7, 8:7, 8:10, 9:10, 9:11, 11:11;
2. Hz.: 11:12, 13:12, 13:13, 14:13, 14:14, 18:14, 18:15, 19:15, 19:16, 20:16, 20:17, 21:17, 21:18, 22:18, 22:19, 25:19, 25:20, 27:20
Zuschauer:
4000 (Alsterdorfer Sporthalle, Hamburg)
Spielgraphik:
Spielgraphik


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Sport1-Live-Chat mit Michael Menzel

Im Rahmen des DHB-Pokal-Final Fours gibt's einen besonderen Leckerbissen für alle THW-Fans im Internet: Sport1 erwartet am Samstag THW-Spieler Michael Menzel zum Live-Chat. Los gehen wird es ca. 13.45 Uhr.

Sport1 ist am Wochenende auch ansonsten aktiv: Für alle Fans, die in Hamburg nicht live dabei sein können, gibt's den Sport1-Handball-Live-Ticker, der von allen Spielen berichtet!


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Das Elb-Wembley wartet: Pokal-Finalrunde in Hamburg

Beim letzten Training war der Pott dabei!

Um diesen Pott geht es... Am 1. und 2. April ist es wieder soweit. Dann sammeln sich in Hamburg die deutschen Handball-Fans und zelebrieren zwei Tage DHB-Pokal-Finalrunde. Dieses Jahr haben sich die SG W.M. Frankfurt, GWD Minden und die beiden schleswig-holsteinischen Top-Teams SG Flensburg-Handewitt und der THW Kiel für das "Final Four" qualifiziert.
Im ersten Halbfinalspiel treffen am Samstag ab 13.15 Uhr Minden und die Flensburg aufeinander. Die zweite Partie streiten dann ab 15.15 Uhr Frankfurt und der THW. Das Finale findet dann am Sonntag um 14.15 Uhr statt. Wie auch schon in den letzten Jahren ist die Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg auch dieses Mal wieder restlos ausverkauft, insgesamt 9400 Zuschauer werden an beiden Tagen erwartet.
"Die Endrunde in Hamburg ist längst zur Kultveranstaltung geworden", meint Organistor und HBVM-Boss Heinz Jacobsen. Auch bei den Medien findet das Event großen Anklang: Mehr als 120 Journalisten sind akkrediert, vier TV-Sender berichten (N3, WDR, HR und ZDF) berichten von den Spielen.

Inhalt: Spielplan - Die beteiligten Teams: SG Flensburg-Handewitt | GWD Minden | SG W.M. Frankfurt | THW Kiel - Facts - Umfrage - Live-Internet-Tips - TV-/Radio-Tips  

Der Spielplan

Samstag, 1. April - Halbfinals
01.04.00, Sa. 13.15 SG Flensburg-Handewitt - GWD Minden : live in WDR, Zusammenfassung in N3 ab 14.30
01.04.00, Sa. 15.15 SG W.M. Frankfurt - THW Kiel : live in N3, WDR und HR
Sonntag, 2. April - Finale
02.04.00, Sa. 14.15 Sieger Halbfinale 1 - Sieger Halbfinale 2 : live in N3 und WDR

 

Die beteiligten Mannschaften:

SG Flensburg-Handewitt | GWD Minden | SG W.M. Frankfurt | THW Kiel

 

SG Flensburg-Handewitt

Logo SG Flensburg-Handewitt Die Flensburger fahren zwar noch als Tabellenführer nach Hamburg, aber nach der 20:25-Schlappe in Großwallstadt sind ihre Titelträume gefährdet. Ein Problem könnte für das Team auch sein, daß die Erwartungshaltung der Fans enorm groß ist, an der Flensburger Förde wird schon vom "Triple 2000" gesprochen. Ob die SG mit dem Druck, mindestens einen Titel gewinnen zu müssen, umgehen kann, wird sich am Wochenende zeigen, denn GWD Minden ist alles andere als ein leichter Gegner. Im diesjährigen Heimspiel gegen Minden hatte man große Probleme, konnte erst in der Schlußphase alles klar machen.

Der Druck schien sich schon am Mittwoch in Großwallstadt erstmals bemerkbar gemacht zu haben, so sah es jedenfalls SG-Trainer Erik-Veje Rasmussen: "Einige waren dem Druck offenbar nicht gewachsen. Wenn wir so weiter machen, ist der Druck bald weg", meinte er nach dem Spiel sarkastisch.
Bis zum Großwallstadt-Spiel konnte die SG personell fast aus dem Vollen schöpfen. Nach aktuellem Stand ist nun aber der Einsatz von Nationaltorhüter Jan Holpert gefährdet: er zog sich gegen den TVG eine Gehirnerschütterung zu. Ansonsten sollten aber alle Spieler des sehr starken Kaders einsetzbar.
Stimmen aus Flensburg:
SG-Coach Erik Veje Rasmussen:
Schön, daß wir endlich mal wieder dabei sind. Ich war zwar noch nie hier, aber den Spielern merkt man an, daß das Final Four ein ganz besonderes Phänomen ist.
Wir hätten lieber Wallau als Gegner gehabt. Minden ist ein ganz dicker Brocken. Ich habe mit Unwohlsein registriert, wie stark Talant Dujshebajev geworden ist. Wir haben zwar zweimal gegen GWD gewonnen, doch im Hinspiel mußten wir unser bestes Saisonspiel machen, um zu gewinnen. Und im Rückspiel war es auch ganz eng. Wir haben derzeit nur noch wichtige Spiele, jeden dritten Tag ein Höhepunkt - da ist die Gefahr groß, dass man mal ein Spiel auf die leichte Schulter nimmt.
Aber: Ein Pokalsieg kommt für uns noch vor dem Europacup.

Sicher ist, das ich Kiel im Final erwarte. Wir haben gegen Minden keine leichte Aufgabe. Aber: Ein Pokalsieg würde auch unser Selbstvertrauen für den Titelkampf stärken.

SG-Manager Dierk Schmäschke:
In diesem Jahr sind wir endlich mal dran, in der Meisterschaft und im Pokal!
SG-Linksaußen Lars Christiansen:
[Frage: Finale gegen Kiel und ihren Freund Nikolaj Jacobsen - ein Albtraum?]
Nein. Es wär doch traumhaft, Kiel im Finale zu schlagen.
Außerdem: Der Sieger tankt ordentlich Selbstvertrauen für die letzten Bundesliga-Spiele.
Die Pokal-Bilanz:
Zuletzt nahm die SG 1994 an der Pokal-Endrunde teil. Im Endspiel unterlag sie damals der SG Wallau-Massenheim mit 14:17.
Der Weg in die Endrunde:
2. Runde TSV Tarp-Wanderup -SG Flensburg-Handewitt :23:36(10:19)
3. Runde TSV Östringen -SG Flensburg-Handewitt :20:28(7:17)
Achtelfinale EHV Aue -SG Flensburg-Handewitt :23:30(13:14)
Viertelfinale SG Flensburg-Handewitt -VfL Gummersbach :25:22(12:9)
Die Stärken:
Der größte und ausgeglichenste Kader für die Dreifachbelastung Meisterschaft, Pokal und Europapokal
Die Schwächen:
Angeschlagene Torhüter und der Druck, mindestens einen Titel gewinnen zu müssen.
Top-Torjäger in der Bundesliga:
SG-Top-Torjäger Lars Christiansen
  • Lars Christiansen (Foto), 187/88 Tore in 25 Spielen
  • Andrej Klimovets, 81 Tore in 25 Spielen
  • Igor Lavrov, 63 Tore in 20 Spielen
Prognose der Handball-Woche:
Mindestens Finale
Spiele des THW gegen die SG in dieser Saison:
BL, 15. Spieltag SG Flensburg-Handewitt -THW Kiel :22:26(9:13) Bericht
Links:
SG-Kader | SG-Daten | SG-Homepage

 

GWD Minden

Logo GWD Minden Minden geht sicherlich nicht als Favorit in das Halbfinale gegen Flensburg, doch der ostwestfälische Traditionsverein könnte sich als großer Prüfstein für die SG Flensburg-Handewitt erreichen. Die Mindener Spieler sind mehr als heiß auf das Duell gegen Flensburg, wollen sie sich doch durch den Pokalsieg ihren Traum von der Europapokalteilnahme erfüllen. Dabei helfen wird ihnen sicher ein in den letzten Wochen immer stärker gewordener Talant Dujshebajev. Doch Trainer Rymanov hat auch Probleme: Mike Bezdicek fällt nach einer schweren Verletzung bis zum Saisonende aus und der Einsatz des Abwehrchefs Frank Löhr ist gefährdet.
Stimmen aus Minden:
GWD-Torhüter Jörg-Uwe Lütt:
In der Liga können wir höchstens noch sechster werden. Unser Ziel ist es aber, im nächsten Jahr im Europapokal zu spielen. Und das ist nur dann sicher möglich, wenn wir das Endspiel erreichen.
Gegen die Frankfurter habe ich bei Pokalendrunden schon zwei Mal verloren. Und Kiel hat am vorletzten Sonntag in der Champions League gezeigt, daß es derzeit die mit Abstand beste deutsche Handball-Mannschaft ist. Vor Flensburg habe ich weniger Respekt als vor Kiel. Personell brauchen wir uns vor denen nicht zuverstecken. Vielleicht fällt bei der Flensburger Dreifachbelastung durch Meisterschaft, Europacup und DHB-Pokal etwas hinten herunter.
Seit Wochen denken wir an nichts anderes. Sogar in den Punktspielen bereiten wir uns schon auf Flensburg vor. Alle haben nur ein Ziel, nämlich in den Europacup zu kommen. Reisen und andere Länder kennen lernen, das ist ein echter Kick für einen Sportler.
GWD-Trainer Alexander Rymanov:
Wir sind natürlich Außenseiter. Aber der Pokal hat seine eigene Gesetze, und wir können uns ganz mit dem Pokal beschäftigen.
Wir werden uns zu 100 Prozent auf das Halbfinale gegen Flensburg konzentrieren. Durch die Verletzung von Bezdicek sind unsere Chancen natürlich gesunken. Aber: Die knappe Punktspiel-Niederlage gegen Flensburg macht Hoffnung.
GWD-Trainer "Hotti" Bredemeier:
Wir sind nur Außenseiter, die beiden Nordklubs Kiel und Flensburg-Handewitt sind klar favorisiert. Dennoch, bei unseren Spielern dreht sich seit Wochen alles nur um Hamburg. Die Mannschaft hat mit Dujshebajev, von Behren und Tutschkin Spieler, die von ihrem Anspruchsdenken her etwas erreichen wollen. Für andere ist es die große Chance, erstmals national einen Titel zu gewinnen. Mannschaftskapitän Frank Löhr will einen guten Abschluss seiner Karriere, obwohl sein Einsatz nach einer Schulterverletzung fraglich ist. Das wäre natürlich ein weiterer herber Verlust, wenn er neben Mike Bezdicek auch noch ausfallen würde. Wenn es aber nur eine kleine Chance gibt, wird Frank Löhr spielen. Ich glaube nicht, dass wir übermotiviert sind. Wir sind einfach nur froh, nach langer Zeit wieder einmal im Handball-Blickpunkt zu stehen.
GWD-Abwehrchef Frank Löhr:
Wir fahren nicht zum Spaß nach Hamburg. Wir wollen nicht nur samstags spielen sondern auch am Sonntag!
Die Pokal-Bilanz:
Pokalsieger 1975, 1976 und 1979 (damals Sieg gegen den THW!).
Der Weg in die Endrunde:
2. Runde Ibbenbürer SV -GWD Minden :21:36(11:16)
3. Runde GWD Minden -HSG D/M Wetzlar :25:24(13:13)
Achtelfinale GWD Minden -SG Leutershausen :30:23(14:13)
Viertelfinale GWD Minden -VfL Bad Schwartau :28:23(16:11)
Die Stärken:
Der seit Wochen überragende spanische Weltklasse-Spieler Talant Dujshebajev.
Die Schwächen:
"Sascha" Tutschkin sucht nach seinem schweren Unfall immer noch seine Form, der Schwede Frändesjö fühlt sich nicht integriert und ist auf dem Absprung.
Top-Torjäger in der Bundesliga:
Talant Dujshebajev
  • Talant Dujshebajev (Foto), 140/17 Tore in 26 Spielen
  • Frank von Behren, 117/37 Tore in 25 Spielen
  • Dimitri Kouzelev, 93 Tore in 25 Spielen
Dazu liegt Torhüter Jörg-Uwe Lütt mit 23 gehaltenen Strafwürfen in 21 Spielen auf PLatz fünf der Siebenmeter-Killer-Liste.
Prognose der Handball-Woche:
Stellt eine große Hürde für Flensburg dar.
Spiele des THW gegen GWD in dieser Saison:
BL, 10. Spieltag THW Kiel -GWD Minden :29:23(13:14) Bericht
Links:
GWD-Kader | GWD-Daten | GWD-Homepage

 

SG W.M. Frankfurt

Logo SG W.M. Frankfurt Frankfurt geht nach Meinung der Fachpresse als großer Außenseiter in die Partie gegen den THW, doch das könnte für die Hessen auch ein nicht zu unterschätzender Vorteil sein. Die jungen Wilden um die Jung-Nationalspieler Jan-Olaf Immer und Christian Rose haben nichts zu verlieren, von ihnen erwartet niemand den Pokalsieg. Zudem haben sie im Gegensatz zum THW, der unter der Dreifachbelastung Bundesliga, DHB-Pokal und Champions League leidet, Zeit zur Regeneration. Das Team reist bereits Freitag an. Nicht mit dabei ist der der Ex-THWer Frank Cordes (Grippe). Dafür begleiten ca. 300 Wallauer Fans "die Panther".
Stimmen aus Frankfurt:
Frankfurts Trainer Martin Schwalb:
Alles spricht vom Pokal-Traumfinale zwischen Flensburg und Kiel, uns hat wohl keiner auf der Rechnung. Ich finde es eine Unverschämtheit, daß Minden und wir das Endrundenquartett nur auffüllen sollen. Wir rechnen uns gute Chancen aus, das Finale zu erreichen.
Kiel kocht auch nur mit Wasser, die haben ihre Probleme nach der bösen Abfuhr in der Champions-League bei Badel Zagreb.
Wir sind richtig heiß auf Kiel und wollen mit unserer jungen Truppe unsere Außenseiter-Chance nutzen.
Frankfurts Pressesprecher Ulrich Müller-Braun:
Wir sind Außenseiter, wollen aber diesen norddeutschen Meisterschaften süddeutsches Temperament verleihen. Die Flensburger Fans werden im Spiel gegen den THW sicher hinter uns stehen.
Wir sind in diesem Jahr auswärtsstark, haben in Lemgo gepunktet und in Eisenach ein Traumspiel hingelegt.
Frankfurts "Macher" Bodo Ströhmann nach der Niederlage gegen den THW Anfang März
Die erste Halbzeit war katastrophal, die zweite annehmbar. Schließlich haben wir in den letzten zehn Minuten doch noch gezeigt, dass wir Handball spielen können. Für das Pokalhalbfinale gegen Kiel am 1. April war das sicher sehr wichtig. Da werden die Karten neu gemischt.
Trotzdem haben wir vorsorglich beim DHB die Austragung des kleinen Finales um Platz drei beantragt. Sollte Kiel das Europacup-Endspiel gewinnen und Flensburg Meister werden, würde der Pokaldritte die beiden Spitzenclubs im europäischen Pokalwettbewerb vertreten.
Die Pokal-Bilanz:
Pokalsieger 1993 und 1994.
Der Weg in die Endrunde:
2. Runde HSC Bad Neustadt -SG W.M. Frankfurt :17:34(9:17)
3. Runde SG W.M. Frankfurt -ThSV Eisenach :27:23(9:11)
Achtelfinale SG W.M. Frankfurt -TUSEM Essen :28:21(12:10)
Viertelfinale SG W.M. Frankfurt -HC Wuppertal :34:31(15:15)
Die Stärken:
Hat als Außenseiter nichts zu verlieren. Dem Pokal gilt die volle Konzentration.
Die Schwächen:
Trotz guter Leistung wie zuletzt in Eisenach noch zu wenig Konstanz.
Top-Torjäger in der Bundesliga:
SG W.M.-Top-Torjäger Jan-Olaf Immel
  • Jan-Olaf Immel, 112 Tore in 27 Spielen
  • Andreas Rastner, 90 Tore in 27 Spielen
  • Christian Rose, 89 Tore in 27 Spielen
Dazu liegt Torhüter Zoran Djordjic mit 27 gehaltenen Strafwürfen in 26 Spielen auf Platz drei der Siebenmeter-Killer-Liste.
Prognose der Handball-Woche:
Geringe Chance gegen den THW.
Spiele des THW gegen die SG in dieser Saison:
BL, 6. Spieltag THW Kiel -SG W.M. Frankfurt :30:26(16:15) Bericht BL, 23. Spieltag SG W.M. Frankfurt -THW Kiel :22:25(8:15) Bericht
Links:
SG W.M.-Kader | SG W.M.-Daten | SG W.M.-Homepage

 

THW Kiel

Logo THW Kiel Der THW betrachtet die Alsterdorfer Sporthalle in Hamburg inzwischen als sein zweites Zuhause. Kein Wunder, konnte er doch 1997 und 1998 dort seine Pokaltriumphe perfekt machen. Und auch im Europapokal lief's zuletzt in Hamburg mehr als gut, als Badel Zagreb mit 32:21 aus der Halle geschossen wurde. Damit es auch am kommenden Wochenende so gut läuft, reisen mehr als 1000 THW-Fans zur lautstarken Unterstützung nach Hamburg an.
Beim letzten Training war der Pott dabei!
Kurz vor der Abreise nach ins bewährte Hotel nach Norderstedt trainierte der THW ein letztes Mal in Kiel. Zur zusätzlichen Motivation der Spieler war natürlich auch der zu verteidigende "Pott" dabei! Aber zusätzliche Motivation - das haben die Zebras kaum nötig! Spielen Sie doch in ihrem "zweiten Zuhause", der Alsterdorfer Sporthalle, in dem sie seit über zwei Jahren ungeschlagen sind!

Der Pott war beim letzten Training mit dabei


Stimmen aus Kiel:
THW-Coach Noka Serdarusic:
Ich würde genauso gerne tiefstapeln wie meine Kollegen, doch das würde mir ja niemand abnehmen.
Ich bin zufrieden, daß wir dabei sein, aber stolz, wenn wir gewinnen. Hoffentlich treffen wir im Finale auf Flensburg. Die werden sowieso Meister. Dann sind wir auf jeden Fall im nächsten Jahr international dabei.
Vielleicht ist die Hamburger Luft etwas besonderes für uns.
Wir wollen erstmal den Pokal verteidigen. Dann ist das Champions-League-Finale gegen Barcelona der Höhepunkt, und vielleicht wird Flensburg im Kampf um die Meisterschaft ja noch nervös.

Ich bin froh, wenn wir es in's Finale schaffen, und wer glaubt, daß Flensburg gegen die bärenstarken Mindener gesetzt ist, irrt gewaltig. Jede Konstellation ist möglich.

THW-Manager Uwe Schwenker:
Natürlich sind Flensburg und Kiel die Favoriten. Aber wir können nicht jedes Jahr eine solche Leistungsexplosion erwarten, wie im Vorjahr. Wir haben im Finale dann zwei schwere Spiele in Zagreb und gegen Magdeburg hinter uns.
Die Frankfurter haben den Vorteil, daß das Final Four für sie der absolute Saisonhöhepunkt ist. Wir haben dagegen noch andere Dinge im Hinterkopf.

Der Austragungsort Hamburg ist sicherlich ein kleiner Vorteil für uns. Wir haben da in den letzten Jahren immer sehr gerne gespielt, und sind auch immer, wenn die Ostseehalle nicht zur Verfügung stand, gerne nach Hamburg ausgewichen, weil wir immer die Unterstützung des Publikums hatten und weil wir die örtlichen Begebenheit dort gut kennen.

THW-Linksaußen Nikolaj Jacobsen:
[Frage: Ein Finale gegen Flensburg und Ihren Freund Lars Christiansen - ein Albtraum?]
Nein. Wir treffen uns auf dem Feld zum Glück nicht direkt, spielen auf der entgegengesetzten Seite. Aber ich will den Pokal!
THW-Kapitän Magnus Wislander:
Wir wollen den Pott. Auf jeden Fall.
Wolfgang Schwenke:
Es wäre natürlich eine tolle Partie für die Zuschauer, wenn sie Flensburg gegen Kiel sehen könnten. Vielleicht könnte man da auch Flensburg - wenn man sie denn im Endspiel schlagen würde - einen kleinen Knacks für die Meisterschaft verpassen. Das wäre natürlich optimal für uns!
Hamburg, das ist ein gutes Pflaster für uns! Wir haben dort auch Zagreb ganz klar geschlagen, in den letzten beiden Jahren sind wir dort Pokalsieger geworden. Ich glaube, Hamburg paßt uns irgendwie, das ist der optimale Hallenboden für uns! Dort ist auch immer eine tolle Kulisse und irgendwie sind wir da immer topfit...
Martin Schmidt:
Finale gegen Flensburg? Ich wünsche es mir, doch damit zu rechnen wäre allerdings etwas vermessen. Da werden die Mindener und die Wallauer etwas dagegen haben. Es wäre natürlich eine tolle Sache, wenn die Konstellation so zustande kommen würde.
Die Pokal-Bilanz:
Der Pokaltriumph 1999 Pokalsieger 1997 (Finalsieg gegen Niederwürzbach) und 1998 (Finalsieg gegen Lemgo).
Pokalfinale 1979 (Niederlage gegen Minden) und 1990 (Niederlage gegen Milbertshofen).

Links:
1997:
Halbfinale THW - Schutterwald: 28:24 (13:14)
Finale TV Niederwürzbach - THW: 14:30 (6:11)
1998:
Halbfinale THW - Magdeburg: 29:20 (17:10)
Finale TBV Lemgo - THW: 19:28 (6:14)

Der Weg in die Endrunde:
2. Runde TV Jahn Duderstadt -THW Kiel :19:33(6:17) Bericht
3. Runde WHV Wilhelmshaven -THW Kiel :23:28(10:15) Bericht
Achtelfinale THW Kiel -HSG Nordhorn :27:24(13:15) Bericht
Viertelfinale THW Kiel -SC Madgeburg :29:27(14:11) Bericht
Die Stärken:
Routine und unbedingter Siegeswille.
Die Schwächen:
Die chronisch dünne Personaldecke.
Prognose der Handball-Woche:
Titelverteidigung

 

Facts

VIP-Ereignis
Die Endrunde wir auch immer mehr zu einem gesellschaftlichen Ereignis. Das beweisen das Vip-Zelt und die Senats-Einladung für die Teilnehmer ins Dorinth-Hotel.
Kein Spiel um Platz drei
In Hamburg wird es kein Spiel um Platz drei geben. Sollten Flensburg und Kiel im Finale stehen und Flensburg als Meister und der THW als Champions League-Sieger in der nächsten Saison in der Champions League spielen, m üßte der deutsche Vertreter im Europapokal der Pokalsieger im Spiel zwischen Minden und Frankfurt ermittelt werden. Dieses Spiel wird dann - falls notwendig - zwischen den beiden letzten Bundesligaspieltagen angesetzt. Ein Austragungsort steht noch nicht fest.
Internationale Klasse
In Hamburg treten 41 Nationalspieler an: Minden (12), Frankfurt (4), THW (12) und Flensburg (13).

 

Live-Internet-Tips:

 

TV- und Radio-Tips:

Samstag, 1. April:
Sonntag, 2. April:


(30.03.-01.04.2000) Ihre Meinung im Fan-Forum? Zur Newsübersicht Zur Hauptseite