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08.12.2011 Verein

Kieler Nachrichten: Zweiter Anwalt nimmt Platz auf dem Zeugenstuhl

Heute tritt der ehemalige THW-Gesellschafter Georg Wegner im Kieler Handball-Prozess auf

Aus den Kieler Nachrichten vom 08.12.2011:

Kiel. In der vergangenen Woche saß mit Christian Wiegert schon einmal ein Anwalt auf dem Zeugenstuhl im Kieler Landgericht. Heute folgt ihm Kollege Georg Wegner. Wegner, als Bundesligaspieler und späterer Gesellschafter des THW Kiel ein Urgestein des Handball-Rekordmeisters, muss ab 9 Uhr im Strafprozess gegen seine ehemaligen Weggefährten Uwe Schwenker und Noka Serdarusic aussagen.
Die Manipulationsaffäre hat den promovierten Juristen in den vergangenen drei Jahren mehr beschäftigt, als ihm lieb sein konnte. Im Frühjahr 2009, den Wochen nach Bekanntwerden der Bestechungsvorwürfe im Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale 2007 gegen die SG Flensburg-Handewitt, fungierte Wegner als Sprecher der THW-Gesellschafter und musste einräumen, schon seit Juli 2008 von den Bestechungsvorwürfen gewusst zu haben.

In jenen Sommertagen hatte ihn Mirjana Serdarusic, die Ehefrau des kurz zuvor entlassenen Trainers, aufgesucht, um ihm in einem "erkennbar von Hass geprägten Gespräch" (Wegner) von den Machenschaften des zurückgetretenen Managers Uwe Schwenker zu berichten. Dass Wegner sein Wissen lange für sich behielt, begründet er im Frühjahr 2009 damit, er habe die Vorwürfe als Racheakt bewertet. Die Handball-Bundesliga (HBL) und THW-Sponsoren waren dennoch wenig erfreut über den spärlichen Informationsfluss. Der Vorstandschef der Provinzial-Versicherung, Ulrich Rüther, bedauerte damals "das Schweigen einiger Leute" und mahnte "mehr Transparenz bei der Aufklärung" an.

Heute wird Wegner eher weniger zur Aufklärung der Vorwürfe beitragen können. Es ist zu erwarten, dass er über ein Gespräch mit Thorsten Storm, Manager der Rhein-Neckar Löwen, im Januar 2009 berichten wird und über das Wissen der früheren "Zebra"-Gesellschafter bezüglich zweier Überweisungen an Noka Serdarusic aus dem Frühjahr 2007 in Höhe von 20 000 beziehungsweise 40 000 Euro. Diese sind vom THW offenbar nie sachgemäß verbucht worden, und sie wurden auch bei der Vertragsauflösung von Serdarusic nicht berücksichtigt, inzwischen aber zurückgezahlt.

Bis Weihnachten wird es noch zwei Verhandlungstage geben. Am 16. Dezember ist auch THW-Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust als Zeugin geladen. Urteilsverkündung soll im Januar sein.

(von Gerhard Müller, aus den Kieler Nachrichten vom 08.12.2011)


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