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06.04.2009 Handball international

Kieler Nachrichten: HBL kämpft um Glaubwürdigkeit

Lange Krisensitzung - Schiedsrichter sollen Hotels selbst buchen

Aus den Kieler Nachrichten vom 06.04.2009:

Frankfurt/Main - Die Handball-Bundesliga (HBL) hat in einer Krisensitzung gestern Maßnahmen gegen Manipulationen beschlossen, um den Schaden zu begrenzen. Dies beschlossen Präsidium und Aufsichtsrat gestern nach einer fast fünfstündigen Sitzung. "Das sind sehr, sehr wichtige Punkte, um die Glaubwürdigkeit des Handball zu erhalten beziehungsweise wiederherzustellen", sagte Präsident Reiner Witte.
Die Funktionäre beschäftigten sich weniger mit der Aufarbeitung der Vorfälle rund um den THW Kiel. "Das sind alles internationale Fälle", erklärte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann. "Die beiden internationalen Verbände müssen schauen, dass sie aus dem Quark herauskommen." Bohmann ist Mitglied eines fünfköpfigen Ausschusses, dem auch HBL-Vizepräsident Uli Derad und die beiden Aufsichtsratsmitglieder Torsten Burmeister und Jan Zilius angehören, und der bis zur Mitgliederversammlung am 27. Juni konkrete Maßnahmen erarbeiten soll: u.a. die Einrichtung eines Kontrollausschusses, Ethik-Richtlinien und die Installierung eines neutralen Ansprechpartners (Ombudsmann).

Die deutschen Unparteiischen Frank Lemme und Bernd Ullrich sind indes bis auf weiteres suspendiert und können nur nach einer vollständigen Entlastung durch Europas Dachverband EHF wieder als Schiedsrichter auf das Handball-Parkett zurückkehren. Wie alle deutschen Referees hatten auch Lemme und Ullrich eine 2005 im Zuge der Hoyzer-Affäre im Fußball erarbeitete Erklärung unterschrieben. Darin verpflichten sich die Unparteiischen sowohl zum Wettverbot als auch zur Meldung von Vorgängen, die auf versuchte Spielmanipulation hindeuten könnten. Die beiden Magdeburger hatten einen Bestechungsversuch beim Europacup-Finale zwischen Medwedi Tschechow und BM Valladolid jedoch nicht gemeldet und waren am Folgetag mit 50 000 Dollar im Gepäck erwischt worden.

Des Weiteren ist geplant, dass die Refeeres auf nationaler Ebene künftig ihre Hotels anhand einer Empfehlungsliste selbst buchen. Außerdem werden die Schiedsrichter-Ansetzungen in Zukunft erst kurzfristig veröffentlicht.

(aus den Kieler Nachrichten vom 06.04.2009)


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